Arten des Hibiskus
Der Chinesische Eibisch (Hibiscus rosa-sinensis) wird auch Roseneibisch genannt. Er wird hierzulande in der Regel als Zimmerpflanze kultiviert. Im Sommer kann er im Topf auch auf der Terrasse oder dem Balkon stehen.
Der Stauden-Hibiskus oder Sumpf-Hibiskus (Hibiscus x moscheutos) hat unterschiedliche Zuchtformen. Sie gedeihen in Gärten und sind verhältnismäßig winterhart.
Hibiskus im Garten ist hierzulande meistens als winterharter Garten- oder Strauch-Eibisch (Hibiscus syriacus) zu finden.
Arten der Vermehrung
Um Hibiskus zu vermehren, hast du unterschiedliche Möglichkeiten. Dabei kommt es auch auf die Hibiskus-Sorte an. Der Chinesische Eibisch lässt sich am besten durch Kopf- oder Teilstecklinge vermehren.
Stauden-Hibiskus oder Sumpf-Hibiskus wird über Samen oder sortenecht durch Stecklinge vermehrt. Garten-Eibisch ist ebenfalls eine Kulturpflanze und wird daher vegetativ vermehrt. Nur so erhalten sich die sortentypischen Eigenschaften wie etwa die Blütenfarbe.
Die zuverlässigste Methode ist die Veredlung. Stecklinge wurzeln unter den bei den meisten Hobbygärtnern vorzufindenden Bedingungen nämlich meist nur schlecht an.
Hibiskus aus Samen ist oft nur für Züchter interessant. So entstehen neue Sorten. Auch entwickeln sich auf diese Weise für die Veredlung benötigte Sämlingsunterlagen.
Hibiskus durch Aussaat vermehren

Sammle im Herbst die Fruchtkapseln vom Hibiskus ab. Dann kannst du ihn im nächsten Jahr aussäen.
Willst du Garten-Eibisch aussäen, erntest du im Herbst die vertrockneten Fruchtkapseln. Samen entstehen am ehesten in langen, heißen Sommern.
Die Samen lagerst du im Winter kühl und trocken. Im März ist es dann an der Zeit, sie unter Glas auszusäen. Sobald es frostfrei ist, kannst du die Samen auch direkt ins Beet säen. Du benötigst allerdings Geduld: Erste Blüten zeigen sich erst nach vier bis fünf Jahren.
Stauden-Hibiskus vermehrst du per Aussaat auf dieselbe Weise. Jedoch blüht er wesentlich früher.
Hat sich ein Hibiskus im Garten selbst ausgesät, gräbst du den Sämling einfach aus und verpflanzt ihn an den gewünschten Platz. Hibiskus aus selbst gesammelten Samen oder wild aufgeschlagene Exemplare unterscheiden sich jedoch meist in der Blütenfarbe von der Mutterpflanze. Sie eignen sich aber gut als Veredlungsunterlage.
Willst du den Sämling dafür nutzen, kultivierst du ihn für ein Jahr im Topf und veredelst ihn im folgenden Frühjahr.
Hibiskus veredeln
Veredelter Garten-Eibisch wächst besonders gut. Als Unterlage eignet sich ein mindestens 7 mm starker Sämling von Hibiscus syriacus. Zwischen Anfang Januar und Mitte Februar kannst du den Hibiskus vermehren durch Kopulation, Spalt- oder Geißfußpfropfen.
Die Veredlungsstelle sollte möglichst nah am Wurzelhals liegen. Sonst können viele Wildtriebe entstehen. Du umwickelst diese Stelle mit Bast, um sie zu fixieren. Anschließend versiegelst du sie mit Baumwachs.
Danach sollten die Pflanzen frostfrei stehen. Dafür ist ein Gewächshaus oder ein Folientunnel geeignet. Nach dem Anwachsen setzt du sie zunächst in einen größeren Topf um. Im ersten Jahr bleiben sie im Kalthaus oder Folientunnel. Im folgenden Frühjahr verpflanzt du die Gewächse ins Freiland.
Da junge Garten-Eibische recht frostempfindlich sind, deckst du sie im Herbst an der Basis mit Laub und Tannenreisig als Winterschutz ab.
Hibiskus vermehren über Wurzelschnittlinge

Den „Hibiscus syriacus“ vermehrst du über Wurzelschnittlinge. Schneide dafür im Herbst fingerdicke Stücke der Wurzeln ab.
Wurzelechte Sorten des Hibiscus syriacus kannst du auch über Wurzelschnittlinge vermehren. Ein Beispiel dafür ist die dunkelrote Sorte „Rubi“. Allerdings wachsen diese Pflanzen dann schwächer als veredelter Nachwuchs.
Um Wurzelschnittlinge zu erhalten, schneidest du im Herbst etwa fingerdicke Stücke der fleischigen Wurzeln ab. Diese steckst du in einen feuchten Torf und lagerst sie bis Januar frostfrei. Bis dahin sollten die Wurzelstücke auf keinen Fall austrocknen.
Im Januar schneidest du aus den Wurzeln circa 10 cm lange Stücke heraus. Diese legst du 1 cm bis 2 cm tief in Anzuchterde. Du musst die Stücke nicht angießen, solltest sie aber stets feucht halten.
Die Anzuchttöpfe sollten kühl und dunkel stehen, bis die Wurzelschnittlinge beginnen auszutreiben. Dann stellst du sie an einen helleren Standort.
Hibiskus vermehren durch Steckholz
Garten-Eibisch kannst du im Winter durch Steckholz vermehren. Dafür schneidest du im Herbst etwa bleistiftlange Stücke aus den vorjährigen Trieben.
Diese schlägst du in feuchte, humose und leicht lehmige Erde ein. Die Töpfe sollten in einem schattigen und unbeheizten Gewächshaus stehen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Steckhölzer anwachsen liegt bei 5 % bis 10 %. Sobald es frostfrei ist, pflanzt du die bewurzelten Steckhölzer ins Beet.
Hibiskus vermehren durch Stecklinge

Für die Vermehrung über Stecklinge trennst du Kopf- oder Teilstecklinge vom Hibiskus ab. Mit Bewurzelungspulver wachsen sie besser an.
Hibiskus lässt sich auch über Stecklinge reproduzieren. Bei Hobbygärtnern klappt das jedoch oft nur beim Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis) und beim Sumpf-Eibisch (Hibiscus moscheutos).
Stecklinge vom Roseneibisch nimmst du im Frühling kurz nach dem Austrieb ab. Mögliche Blütenknospen entfernst du. Beim Sumpf-Eibisch nimmst du die Stecklinge im Juni ab.
Für die Stecklinge nimmst du nicht-verholzte Kopf- oder Teilstecklinge mit circa 10 cm Länge. Diese ritzt du an der Basis mit einem Stecklingsmesser leicht an. Etwas Bewurzelungspulver hilft beim Anwachsen. Immer drei Stecklinge zusammen kommen dann in einen Anzuchttopf.
Die Bodentemperatur sollte mindestens 22 °C betragen. Dann bilden sich binnen drei Wochen die ersten Wurzeln. Der Sumpf-Eibisch wurzelt sogar ein bisschen schneller.









