
Holunder – Alle Eigenschaften im Überblick
Holunder erfreut mit vielen Blüten und einer reichen Beerenernte im eigenen Garten. Was du über die Pflege, den Schnitt und das Vermehren wissen musst, erfährst du hier.
Woher kommt Holunder?
Holunder (Sambucus) wird auch Fliederbeere oder Hollerstrauch genannt und gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Weltweit sind rund zehn Arten des Holunders bekannt. Sie kommen sowohl in gemäßigten als auch subtropischen Zonen zurecht. Auch an kühlere Gebirgsregionen der Tropen hat sich die Pflanze angepasst.
Hierzulande sind vor allem der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) und der Rote Holunder (Sambucus racemosa) am weitesten verbreitet. Auch der Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus) ist in vielen Gärten zu finden. Er wächst halbstrauchig.

Aus dem Holunder lässt sich Holunderblütensirup herstellen. Mit den Blüten kannst du dir außerdem einen Tee brühen.
Der richtige Standort
Schwarzer Holunder gedeiht am besten in einem frischen und humusreichen Boden. Die Erde sollte nur mäßig feucht sein und viel Stickstoff enthalten. In der Natur bevorzugt er halbschattige Waldränder oder Lichtungen im Wald. Roter Holunder hat ähnliche Standortansprüche, allerdings ist er häufiger in höheren Lagen zu finden.
Wie sieht Holunder aus?
Schwarzer Holunder wächst bis zu 6 m hoch. Roter Holunder wird mit maximal 4 m kleiner. Holundersträucher wachsen aufrecht und bilden im Alter eine zunehmend breitere und leicht überhängende Krone aus.
Die Blätter wachsen gegenständig und sind unpaarig gefiedert. Sie sind mit fünf bis elf Fiederblättchen besetzt, die einen gesägten Rand haben. Das Laub ändert im Herbst seine Färbung nicht. Sowohl Blätter als auch Rinde verströmen beim Zerreiben einen stechenden Geruch.
Die Blüten sind klein und weiß. Sie wachsen in großen Schirmrispen am Ende der Seitentriebe. Je nach Standort blühen sie zwischen Mai und Juli. Befruchtet entstehen aus ihnen kleine, schwarze Beeren. Sie sind schwach giftig und verursachen beim Verzehr größerer Mengen zu Verdauungsbeschwerden. Erhitzt du die Beeren, wird das Gift unschädlich. Die roten Beeren des Roten Holunders sind giftiger, gekocht jedoch auch unschädlich.

Der Holunder entwickelt zahlreiche kleine Beeren. Sie enthalten Sambucin und sind daher ungekocht giftig.
Holunder im Garten
Holunder besitzt einen hohen ökologischen Wert, da seine Blüten und Beeren zahlreiche Insekten- und Vogelarten ernähren. Auch Schmetterlingsraupen schätzen die Blätter. Ein naturnaher Garten kommt ohne Holunder daher kaum aus.
Die Sträucher können sich gegen Konkurrenzpflanzen gut durchsetzen. Sie gedeihen zudem auch in schattigen Lagen. Daher finden sie zum Beispiel Platz in Sicht- und Vogelschutzhecken. Aber auch als Solitärgehölze machen sie als ältere Pflanzen einiges her. Besonders Sorten mit dunklem Laub und rosafarbenen Blüten sind ein echter Hingucker.
Auch als Pioniergehölz für Windschutzpflanzungen, Wallhecken oder andere Aufforstungsmaßnahmen in der freien Landschaft wird der Holunder genutzt, da er auf nahezu jedem Boden wächst. Für die kommerzielle Saftgewinnung sind die Sorten „Haschberg“ und „Sampo“ besonders beliebt.
Holunder richtig schneiden

Deinen Holunder kannst du bei Bedarf auch stark zurückschneiden. Nötig ist ein Schnitt aber meist nicht.
Holunder kommt mit starken Rückschnitten gut zurecht. Hältst du den Strauch als Zierpflanze, benötigt er keinen regelmäßigen Schnitt. Wichtig ist der Schnitt lediglich auf Obstplantagen. Dort sind Holunderpflanzen vor allem als Hochstämmchen zu finden. Ihre Triebe werden nach der Ernte stark zurückgeschnitten.
Holunder vermehren
Holunder lässt sich einfach durch Steckhölzer vermehren. Dafür nimmst du im Herbst ein unbewurzeltes Triebstück und steckst es in die Erde. Dieses Steckholz treibt bis zum kommenden Jahr Wurzeln, sofern das Erdreich ausreichend feucht und humös ist. Sorge mit einer Gießkanne oder einem Gartenschlauch für ausreichend Feuchtigkeit.
Holunder verwenden
Holunder ist seit dem Altertum als Kultur- und Heilpflanze bekannt. Menschen nutzen seit jeher sowohl die Beeren als auch die Blüten. Aus ihnen lässt sich Holunderblütensirup oder ein Tee herstellen. Letzterer wirkt fiebersenkend und lindernd bei Erkältungen.
Der Saft aus den Früchten ist sehr vitaminreich. Er enthält die Vitamine A, B und C sowie viel Kalium. Seine dunkle Farbe verdankt der Saft den roten Farbstoffen der Früchte. Diese sogenannten Anthocyane gelten als Radikalfänger.
Krankheiten und Schädlinge
Holunder wird von einigen Schädlingen befallen. Sie richten aber keinen dauerhaften Schaden an, da der Holunder sehr regenerationsfähig ist.








