
Japanische Azaleen – Eigenschaften im Überblick
Japanische Azaleen sind ideal für Vorgärten und kleine Gärten. Sie fallen insbesondere mit ihrer üppigen Blüte im Frühjahr auf. Wir zeigen dir im Ratgeber, was es noch Wissenswertes über die attraktiven Pflanzen zu erfahren gibt.
Woher kommen Japanische Azaleen?
Heimisch ist der Großteil der Japanischen Azaleen in Japan. Sie stammen von den Wildarten Rhododendron „obtusum“, dessen Varietät „Amoenum“ sowie Rhododendron „kaempferi“ ab. Aus ihnen wurden schon vor mehr als 400 Jahren die ersten Hybriden gezüchtet. Heute existiert eine riesige Anzahl von Gartenformen.
Die Japanischen Azaleen (Rhododendron japonicum) gehören zur Gattung Rhododendron. Sie bilden eine Pflanzengruppe mit ganz ähnlichen Eigenschaften. Sie sind winterhart oder halbimmergrün und kleinbleibend. Ihr Aussehen ähnelt dem der Zimmer-Azaleen (Rhododendron simsii).
Wie sehen Japanische Azaleen aus?
Japanische Azaleen sind Flachwurzler. Ihre rundlichen und verzweigten Kronen sind buschig und ausladend. Die Rinde ist hellgrau bis rot-braun. Sie blättert faserig ab.
Der gesamte Strauch wird je nach Sorte 50 cm bis 1,30 m hoch. Je älter die Pflanzen werden, desto breiter werden sie.
Die kleinen Blätter der Japanischen Azaleen sind länglich und oval. Ein Großteil des Laubs färbt sich im Herbst braun-rot. Die meisten Sorten werfen es vor dem Winter ab. Übrig bleiben kleinere, grüne Blätter. Diese fallen erst im Frühjahr ab, wenn der Neuaustrieb beginnt. Man spricht daher von halbimmergrün oder wintergrün.
Auffällig an Japanischen Azaleen sind ihre vielen Blüten. Zwischen April und Mai blühen sie in Weiß, Lachsfarben, Rosa, Pink, Rot oder Violett. Zum Teil ist das Laub nicht mehr zu sehen, so viele sind es.

Die vielen Blüten zeigen sich bei Japanischen Azaleen zwischen April und Mai.
Der richtige Standort für Azaleen
Der beste Platz im Garten ist für Japanische Azaleen ein absonniger bis halbschattiger Ort. Auch sollte die Pflanze vor kalten Ostwinden geschützt sein.
Als Substrat benötigen die Moorbeetpflanzen durchlässige, lockere und humose Böden. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5, also sauer bis schwach sauer. Wie alle Rhododendren ist die Pflanze sehr kalkempfindlich.
Japanische Azaleen richtig pflanzen
Am besten pflanzt du Japanische Azaleen im zeitigen Frühjahr. Im Herbst besteht die Gefahr, dass sich die Pflanzen nicht ausreichend einwurzeln. Dann kann Frost sie stark schädigen.
Je nachdem, wie groß die Pflanze wird, hältst du einen Pflanzabstand zwischen 50 cm bis 80 cm ein.
Ist das Erdreich kein optimaler Azaleen-Boden, solltest du es vor dem Einsetzen der Pflanze gut lockern und dränieren. Auch eine Lage Humus sollte nicht fehlen. Ideal sind verrotteter Kuhmist und Laubkompost.
Lehmig-tonige Böden tauschst du aus. In diesen können Japanische Azaleen sich nicht gut einwurzeln und beginnen zu kümmern.
Japanische Azaleen richtig pflegen
Während ihrer üppigen Blütezeit benötigen Japanische Azaleen sehr viel Wasser. Sonst welken die Blüten zu schnell.
Japanische Azaleen benötigen keine regelmäßige Düngung. Du kannst sie ab und zu mit einem Rhododendrondünger gießen.
Die bessere Alternative ist es, den Boden in jedem Jahr mit einem Mix aus Laubkompost und Hornspänen anzureichern. Das machst du aber erst, wenn der Boden nach dem Winter komplett aufgetaut ist.
Als Winterschutz aufgetragene Mulchschichten entfernst du rechtzeitig vor dem neuen Austrieb. So kann sich der Boden erwärmen. Die Wurzeln können die Pflanze dann besser mit Wasser versorgen.

Gieße Japanische Azaleen reichlich, wenn sie blühen. Hin und wieder kannst du sie mit etwas Rhododendrondünger gießen.
Japanische Azaleen schneiden
Für eine reiche Blüte musst du die Azalee nicht regelmäßig schneiden. Ist die Krone etwas außer Form geraten, baust du sie neu auf. Dafür ist auch ein Schnitt ins alte Holz erlaubt.
Nur solltest du sie nicht gleich nach dem Verpflanzen auf den Stock setzen. Der Wurzeldruck der umgebenden Pflanzen ist dann meist zu hoch für den Flachwurzler.
Winterschutz für Japanische Azaleen
Die Sorten der Japanischen Azalee sind unterschiedlich winterhart. Informiere dich beim Kauf darüber, dann kannst du dich darauf einstellen.
Für kalte Regionen gilt: Japanische Azaleen benötigen einen recht aufwendigen Winterschutz. Das gilt besonders für junge Pflanzen. Je älter sie werden, desto eher halten sie geringen Temperaturen stand.
Der Winterschutz hilft gegen Bodenkälte und gegen Kälte aus der Luft. Daher schützt eine dicke Laubdecke die flachen Wurzeln in der Humusschicht. Ein Vlies oder Sackleinen schützt die Krone vor Kälte und der Wintersonne.
Japanische Azaleen im Garten oder Kübel

Japanische Azaleen gedeihen auch im Topf und Kübel gut. So kannst du dir die blütenreiche Pflanze auch auf den Balkon oder die Terrasse holen.
Japanische Azaleen sind das ganze Gartenjahr über schön anzusehen. Durch ihre geringe Größe sind sie auch für kleinere Gärten gut geeignet. Während der Blüte sind sie ein Farbtupfer vor grünen Hecken.
Gute Pflanzpartner sind Waldstauden oder andere Rhododendronarten. Sie sollten dieselben Ansprüche an den Standort haben. Sehr schöne Blüten haben die Diamant-Azaleen und Aronense-Sorten.
Japanische Azaleen sind eigentlich Gartenpflanzen. Einige Arten kannst du aber auch in Kübeln kultivieren. Gerade die kleinwüchsigen Sorten eignen sich dafür.
Sorten-Tipps
Die Anzahl der Hybriden ist sogar für Botaniker schwer zu überblicken. Sie teilen Japanische Azaleen abhängig von ihrer Herkunft in Hybriden-Gruppen ein. Das sind die wichtigsten:
Kurume-Hybriden: Sie sind benannt nach der japanischen Stadt Kurume. Die Pflanzen wachsen kompakt und werden in der Regel nicht höher als 80 cm. Die Blüten sind winzig und sehr zahlreich. Ihre Farbe reicht von einem Hellrosa bis zu einem Dunkelrot oder Violett. Sie sind ideal für kleine Gärten. Empfehlenswert ist hier die Sorte „Adonis“, eine Kurume-Hybride mit weißer Blüte und gefranstem Rand.
Kaempferi- oder Malvatica-Hybriden: Ihre Blüten sind verhältnismäßig groß. Sie blühen in Orange, Rot oder Violett. Die rosarote Kaempferi-Hybride „Favorite“ blüht früh und besitzt einen gekräuselten Rand.
Vuykiana-Hybriden: Mit ihnen wollten Botaniker neue Blütenformen und -farben züchten. Herausgekommen sind Sorten wie „Vuyk’s Scarlet“ oder „Vuyk’s Rosyred“. Sie besitzen sehr schöne, große Blüten mit einem Durchmesser von 5 cm bis 7 cm. Die Hybriden wachsen eher gedrungen. Sie sind jedoch wenig winterhart.
Arendsii-Hybriden: Sie entstammen einer Kreuzung mit „Noordtiana“, einer sehr winterfesten Sorte. Sie blühen hellviolett bis rosa oder rot. Sie sind sehr robust gegenüber Kälte.
Namensgeber der Sorten sind zum Teil die Orte der Züchtung. Auch die Züchter selbst finden sich in den Namen wieder. Ein Beispiel dafür ist die Sorte Rhododendron kaempferi „Blue Danube“.
Der ostfriesische Azaleen-Züchter Carl Fleischmann hat zahlreiche Arendsii-, Aronense-, Kiusianum- und Diamant-Azaleen gezüchtet. Sie sind besonders kompakt und blühen äußerst üppig.

Die Japanische Azalee der Sorte „Favorite“ blüht besonders früh.
Japanische Azaleen vermehren
Am besten vermehrst du Japanische Azaleen über Stecklinge. Wenn du sie ab Mitte Juli abnimmst, ist die Wahrscheinlichkeit für die Verwurzelung am höchsten. Je nach Sorte und Herkunft ist die Vermehrung einfacher.
Schneide die 3 cm bis 8 cm langen Stecklinge, wenn es trocken ist. Das Substrat sollte sauer sein. Das kann ein Mix aus zwei Dritteln reinem Weißtorf und einem Drittel Quarzsand sein. Gärtner empfehlen außerdem eine Anzuchtstation mit Bodenheizung.
Krankheiten und Schädlinge von Azaleen
Japanische Azaleen werden selten von Krankheiten und Schädlingen befallen. Am ehesten kommen noch Blattflecken-Infektionen und die Ohrläppchenkrankheit vor. Wurzel- und Stammfäule werden durch Pilze der Gattung Phytophthora verursacht.
Gelegentlich kommen Schädlinge wie der Dickmaulrüssler vor. Ist die Luft sehr trocken, zieht das Spinnmilben an.
Bei einem zu kalkhaltigen oder zu festen Boden können sogenannte Kalkchlorosen entstehen. Dann färben sich die Blätter gelblich. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Pflanze nicht genügend Eisen aufnehmen kann.







