
Rosen – Wildtriebe entfernen
Am Anfang fallen Wildtriebe an Rosen kaum auf. Aber mit der Zeit verändern sie die gezüchteten Pflanzen auf in der Regel unerwünschte Weise. Im Ratgeber erfährst du, wie du Wildtriebe an Rosen entfernen kannst.
Veredelung von Rosen
Wildtriebe können sich an allen Rosen aus der Veredelungsunterlage bilden. Unterhalb der verdickten Veredelungsstelle entstehen sie typischerweise.
Aber womit hast du es bei Wildtrieben an Rosen überhaupt zu tun? Um das zu verstehen, muss man wissen, was mit einer veredelten Rose gemeint ist.
Eine veredelte Rose besteht aus zwei verschiedenen Pflanzen. Sie wurde aus diesen beiden zusammengesetzt. Im Frühsommer schieben Gärtner eine Knospe – man nennt sie auch Auge – einer Edelsorte auf eine andere Rose. Bei der anderen handelt es sich um eine Wildrose. Ihre Rinde ist auf Bodenhöhe eingeschnitten. Dort wird die Edelrose hineingeschoben. Die Wildrose nennt man bei dieser Art der Vermehrung Veredelungsunterlage.
Meist handelt es sich um ein- bis zweijährige Sämlinge der Hundsrose (Rosa canina). Auch die Vielblütige Rose (Rosa multiflora) kommt dafür infrage.
Die Sämlingsunterlagen werden von vielen Gärtnern ausschließlich für die Rosenveredelung herangezogen. Dabei werden sie nach Kriterien ausgewählt, die bei Gartenrosen nicht wichtig sind. So muss sich bei der Veredelungsunterlage beispielsweise die Rinde leicht ablösen lassen. Außerdem müssen die Pflanzen auf möglichst vielen Bodenarten kräftige Wurzeln bilden.
Wie kommt es zu Wildtrieben an Rosen?

Die Wildtriebe sehen anders aus als die Edelrose. Das liegt am unterschiedlichen Genmaterial.
Sobald die beiden Rosen miteinander verwachsen sind, treiben neue Knospen aus. Danach entfernt der Gärtner die Krone der Wildrose oberhalb des neuen Edeltriebs. So bleibt von der Veredelungsunterlage nur noch die Wurzel mit einem Stück des Wurzelhalses übrig. Aus dem jungen Austrieb entsteht dann die neue Krone der Rose.
Stand die Rose einige Jahre im Beet, kann es passieren, dass die Veredelungsunterlage noch einmal Triebe bildet. Diese neuen Triebe haben dann aber nicht das Erbgut der Edelsorte. Sie tragen das Genmaterial der Wildart. Daher sehen diese Triebe anders aus als alle anderen der Rose. Oft wachsen Wildtriebe auch deutlich schneller als die anderen Triebe an der Rose.
Entferne die Wildtriebe unbedingt möglichst schnell. Sonst können sie so kräftig wachsen, dass sie die Triebe der Edelsorte überwuchern und verdrängen.
Wildtriebe an Rosen dauerhaft entfernen
Um die Wildtriebe an deinen Rosen zu entfernen, gehst du so vor: Grabe den Wurzelhals der Pflanze frei. So kannst du die Ansatzstelle des Wildtriebs mit der Schere gut erreichen.
Setze die Schere dann sehr dicht am Wurzelhals an. So kannst du auch die ringförmige Wulst an der Basis des Triebs entfernen. Man nennt sie auch Astring. In ihm steckt reichlich teilungsfähiges Gewebe. Nach wenigen Jahren können deshalb hier wieder neue Triebe entstehen.
Gärtner schneiden Wildtriebe an Rosen normalerweise nicht ab, sondern reißen sie heraus. Das ist zwar ein etwas radikales Vorgehen, aber es lohnt sich: Reißt du die Wildtriebe aus, wird auch der Astring vollständig entfernt.
Vermeide beim Ausreißen Verletzungen an der Rinde. Damit das gelingt, schneidest du die Rinde unterhalb des Wildtriebs mit einem Messer ringsum ein. So entsteht hier eine Sollbruchstelle. Anschließend reißt du den Trieb kräftig nach unten hin ab.

Mit einem kräftigen Ruck reißt du die Wildtriebe an der Rose aus. So entfernst du automatisch auch den Astring.
Kommen Wildtriebe nur an Rosen vor?
Wildtriebe sind nicht nur an Rosen immer wieder zu entdecken. Sie kommen bei so gut wie allen veredelten Pflanzen vor. Bei der Korkenzieher-Haselnuss sind sie besonders schnell zu entdecken. Die wilden Stockausschläge sind bei der Wildart nicht wie ein Korkenzieher gedreht. Sie wachsen stattdessen schnurgerade.
Bei Rosen ist ein genauerer Blick nötig, um Wildtriebe zu erkennen. Vergleiche die Blätter und auch die Rinde sämtlicher Triebe. Der Wildtrieb bringt hier andere Eigenschaften mit als die Edelrose.
Bist du nicht sicher, ob du es mit einem Wildtrieb zu tun hast, warte die Blüte ab. Wildrosen haben immer weiße bis rosafarbene und eher einfache Blüten. Die Blüten der veredelten Rosen sind im Gegensatz dazu in der Regel gefüllt.








