
Zierkirsche pflanzen und pflegen
Zierkirschen wirken mit ihrem üppigen rosafarbenen Blütenschmuck im Frühjahr besonders imposant im Garten. Wir zeigen dir, wie du die Japanische Kirsche pflanzt und pflegst.
Woher kommt die Zierkirsche?
Die Japanische Zierkirsche (Prunus serrulata) wird in die Familie der Rosengewächse (Rosaceae) eingeordnet.
Zierkirschen sind in Japan, Korea sowie in vielen chinesischen Provinzen heimisch. Wenn sie im Frühjahr in Blüte stehen, wird in Japan „Hanami“ gefeiert – das Kirschblütenfest. Im ganzen Land treffen sich dann die Menschen unter den großen Bäumen, um die rosafarbenen Kirschblüten zu bewundern.
Übrigens zählen nicht nur rund 400 Kirscharten und -sorten der Gattung Prunus zu den Zierkirschen. Zu der Gehölzgruppe gehören auch Mandelbäumchen sowie Zierformen der Pfirsiche, Aprikosen und Pflaumen.
Aussehen der Zierkirsche
Von dem bis zu 8 m hohen Baum gibt es viele Arten und Sorten. Diese unterscheiden sich in Größe, Form und Farbe ihrer Blüten. Einige blühen bereits Ende März, andere dagegen erst im Mai.
Das Farbspektrum ihrer Blüten reicht von Rosa bis Weiß. Es gibt Zierkirschen mit gefüllten Blüten. Andere Arten und Sorten bilden doldige Büschel.
Die Blätter sind meist eiförmig bis elliptisch. Sie werden 5 cm bis 9 cm lang und wachsen wechselständig an ihren Stielen.
Das Laub hat einen mal spitzen, mal doppelt gesägten Rand. Auf der Oberseite sind die Blätter nur leicht behaart und dunkelgrün. Auf ihrer hellgrünen Unterseite wächst oft ein dünner Flaum. Im Herbst färbt sich das Laub kräftig rot oder gelb.

Die Blüten der Zierkirsche sind mal eher rosa, mal mehr weiß.
Der richtige Standort für Zierkirschen
Japanische Zierkirschen stellen keine großen Ansprüche an die Bodenverhältnisse. Am besten gedeihen sie jedoch in humusreichen, tiefgründigen Gartenböden ohne Staunässe.
Aber auch an leicht lehmigen Standorten kommen sie zurecht. Am liebsten stehen die Bäume in der vollen Sonne. Sie wachsen jedoch auch im Halbschatten.
Lediglich die Feuchtigkeitsverhältnisse des Bodens dürfen weder zu trocken noch zu feucht sein.
In trockenen Sommern sollten Zierkirschen daher viel gegossen werden. Hierfür kannst du ein Bewässerungssystem einrichten. Das ist vor allem im ersten Jahr nach der Pflanzung wichtig. Sonst wächst der Baum nicht gut an.
Zierkirschen schneiden
Jede Art und Sorte der Zierkirsche wächst anders. Manche Sorten bilden eine Krone aus, die einem sich öffnenden Trichter gleicht. Andere wachsen als schmale Säule. Wieder andere entwickeln hängende oder kugelige Kronen.
Um die charakteristischen Wuchsformen der Zierkirschen nicht zu zerstören, solltest du nur zu dicht wachsende Zweige entfernen. Auch Äste, die den natürlichen Charme des Baums stören, kannst du zurückschneiden.
Der beste Zeitpunkt zum Schneiden ist das zeitige Frühjahr. Denn solange der Baum noch kein Laub ausgetrieben hat, hast du den besten Blick auf den Wuchs.
Allerdings kannst du das Gehölz auch im Sommer schneiden. Alte und kranke Äste entfernst du direkt am Astansatz. Dabei schneidest du mithilfe einer Gartenschere am besten möglichst vertikal. Äste, die lediglich aus der Form geraten oder zu lang geworden sind, kürzt du über der Knospe eines neuen Triebes.
Damit sie ihre Krone ungestört anlegen können, lichtest du Zierkirschen in den ersten drei bis fünf Jahren nicht aus.
Ausnahmen bilden dabei kleine Sorten wie die Steppenkirsche (Prunus fruticosa „Globosa“) oder die zierliche Zwergkirsche Prunus kurilensis „Brilliant“. Beide verjüngst du regelmäßig nach der Blüte. Sonst vergreisen die Gehölze.
Sorten der Zierkirsche

Die Zierkirsche gibt es in verschiedenen Größen. Wähle eine Größere, wenn du reichlich Platz hast. Kleinere Exemplare machen sich auch in Vorgärten gut.
In der Gruppe der Zierkirschen gibt es kleine Sträucher, schlanke, säulenförmige Gehölze sowie große und überhängende Bäume. Daher findet sich für jeden Garten und jede Verwendung der richtige Baum.
Die imposante Nelkenkirsche (Prunus serrulata „Kanzan“) benötigt viel Platz und eignet sich daher für eine Solitärstellung.
In kleinen Vor- und Hausgärten wirken hingegen die säulenartige Prunus serrulata „Amanogawa“ und die Hängende Nelkenkirsche „Kiku-shidare-zakura“ besonders gut.
Tore und Wege wiederum lassen sich dekorativ mit der kugelrunden Steppenkirsche einfassen. Für die Pflanzung im Kübel eignet sich die zierliche Zwergkirsche.
Zierkirschen blühen zwischen Anfang April und Ende Mai. Unter den früh blühenden Arten ragen die Märzkirsche (Prunus incisa) und die Frühlingskirsche (Prunus subhirtella) mit ihren Sorten hervor.
Dazu gehört auch die Rosa Winterkirsche (Prunus subhirtella „Autumnalis Rosea“). Sie blüht normalerweise im März und April. In einem milden Herbst zeigt sie ihre weißen Blüten bereits im November. Das macht sie zu einer echten Besonderheit. Erst Ende Mai blüht die Sorte „Shiro-Fugen“.
Besonders gut sehen im Garten auch Zierkirschen mit gefärbter Rinde und leuchtender Herbstfärbung aus. Besonders beeindruckend zeigt sich dabei die mahagonifarbene Rinde der Spiegelrinden-Kirsche „Schmittii“. Ihr Laub färbt sich im Herbst gelborange.
Auch die Sorte „Rancho“ der Bergkirsche (Prunus sargentii) sieht mit ihrer dunkelroten Rinde und leuchtend roten Herbstfärbung imposant aus. Die Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula) wird durch ihre rot-braune Borke vor allem im Winter zum Blickfang.
Zierkirschen im Garten
In großen Gärten machen sind hochwachsende Zierkirschen in Alleinstellung auf Rasen auch ohne Unterpflanzung gut. Allerdings bringt sie ein Blütenteppich aus verwilderten Zwiebelblumen zu ihren Füßen noch besser zur Geltung.
Zusammen mit kleineren Sorten pflanzt du im Beet am besten Gehölze wie den Duftenden Schneeball (Viburnum x carlcephalum) oder die Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum „Roseum“).
Zur Unterpflanzung eignen sich die Elfenblume (Epimedium), die Weiße Flammenblume (Plhox divaricata) oder Silbriges Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla „Jack Frost“) sowie die Schaumblüte (Tiarella).
Vermehrung von Zierkirschen
Baumschulen ziehen Zierkirschen aus Sämlingen oder veredeln sie. Als Veredelungsunterlage kommen in der Regel Sämlinge, manchmal auch langsam wachsende Typen-Unterlagen der Vogelkirsche zum Einsatz.
Gärtner veredeln Zierkirschen entweder auf Hoch- oder Halbstämme sowie auf den Wurzelhals zwei- bis dreijähriger Sämlinge.
Welche Krankheiten befallen die Zierkirsche?

Achte bei der Zierkirsche auf Krankheiten und Schädlinge, damit du schnell reagieren kannst.
Ist der Boden zu nass, tritt bisweilen die Monilia-Spitzendürre auf. Dabei vertrocknen die Triebspitzen und sterben ab. Die Krankheit bricht meist direkt nach der Blüte aus.
Dann ist es wichtig, befallene Äste schnell bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden. Das noch nicht erkrankte Holz erkennst du daran, dass es frisch und hell ist. Ist das Holz an der Schnittstelle braun verfärbt, ist es krank.
Einige Sorten wie „Kanzan“ werden von der Spitzendürre nur sehr selten befallen. Besonders anfällig sind aufgrund ihrer sehr dünnen Triebe dagegen Sorten wie „Kiku-shidare-zakura“. Um zu verhindern, dass der Erreger den Winter überdauert, solltest du die Blätter dieser Sorte im Herbst aufsammeln und entsorgen.
Auch die Schrotschusskrankheit und der kleine Frostspanner befallen das Gehölz ab und zu.








