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Winterharte Pflanzen

Zuletzt aktualisiert: 19.01.20225 MinutenVon: OBI Redaktion
Ein Strauch mit Beeren ist von Schnee bedeckt

Nicht alle Pflanzen, sind frost- oder kälteempfindlich. Viele Stauden, Gehölze oder Zwiebelblumen kommen mit dem hiesigen Winter problemlos klar. Wir haben für dich zusammengestellt, welche winterharten Pflanzen es gibt und was du über sie wissen solltest.

Was sind winterharte Pflanzen?

Eine Pflanze, die winterhart ist, kann trotz Frost, Schnee und Eis überleben und benötigt keinen besonderen Schutz. Allerdings besitzt die Kategorisierung „winterhart“ nicht überall dieselbe Gültigkeit. Deshalb wird bei der Winterhärte zusätzlich eine sogenannte Winterhärtezone angegeben, die Auskunft darüber gibt, in welchen Regionen die Pflanze den Winter übersteht.

Welche Winterhärtezonen gibt es?

Eine Herbstlandschaft mit Nebel

Wird es draußen kalt und grau, bekommt das nicht allen Pflanzen. Nur die winterharten Gewächse überstehen diese Zeit schadlos.

Wo eine Pflanze winterhart ist, hängt von ihrem Standort ab: im Hochgebirge, auf Meereshöhe, im kontinentalen Binnenland oder in einer maritimen Küstenregion. Die geografische Lage bestimmt also Faktoren wie Temperatur, Niederschlag oder Sonnenstunden und danach sind auch die 13 Winterhärtezonen (WHZ), auch USDA-Klimazonen genannt, eingeteilt. Die Zone 1 stellt dabei den Bereich mit den tiefsten Temperaturen dar.

In Deutschland gibt es fünf Winterhärtezonen: von WHZ 6a (-23,3 °C bis -20,6 °C, etwa Villingen im Schwarzwald) bis WHZ 8a (-12,2 °C bis -9,5 °C, beispielsweise Mainz oder Lüdenscheid im Ruhrgebiet).

Ist eine Pflanze mit einem Winterhärtegrad ausgezeichnet, bedeutet das, dass sie an dem Standort einen durchschnittlichen Winter mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % überlebt.

Wichtig ist darüber hinaus das Kleinklima vor Ort: Stehen deine Pflanzen an der Hauswand? Schützt sie eine Hecke oder sind sie Kälte, Wind und Frost in der ungeschützten Gartenmitte ausgeliefert?

Was macht Pflanzen winterhart?

Nicht jede Pflanze verträgt kalte Temperaturen, Schnee oder Frost. Um in den hiesigen Gefilden winterhart zu sein, haben Pflanzen unterschiedliche Strategien entwickelt, um den Winter zu überleben und im Frühjahr in neuer Pracht zu erblühen.

Zu den winterharten Pflanzen gehören beispielsweise Bäume. So werfen Laubgehölze wie Buche, Eiche oder Esche ab Oktober ihre Blätter ab, um Wasser zu sparen. Sobald sie das Laub abwerfen, müssen sie kein Wasser mehr von der Wurzel in die Äste zu den Blättern transportieren. Und wo kein Wasser ist, da kann auch Frost keine Schäden hinterlassen.

Die vielleicht bekanntesten winterharten Pflanzen im Garten sind Zwiebelblumen wie Schneeglöckchen, Osterglocken, Tulpen oder Hyazinthen. Genau wie bei winterharten Gräsern oder Knollenpflanze, wie Winterlingen oder Montbretien, sterben bei ihnen die oberirdischen Blätter nach dem Herbst ab und die Wurzeln - beziehungsweise die Zwiebeln oder Knollen - überdauern den Winter unterirdisch.

In jedem Frühjahr treiben sie neu aus und bilden neue oberirdische Pflanzenteile. Nach dem gleichen Prinzip leben winterharte Stauden, zumindest jene, die keine holzigen, sondern krautige Triebe bilden, wie beispielsweise Phlox, Salbei, Glockenblume oder Pfingstrose. Sie ziehen sich im Winter komplett zurück und bilden im kommenden Jahr neue Triebe.

Welche Rolle spielt der Klimawandel?

Zwei Topfpflanzen werden auf den Winter vorbereitet.

Pflanzen in Töpfen oder Kübeln brauchen zum Teil Schutz vor der Kälte. Hasendraht an den Töpfen hilft, Schutzmaterial daran zu befestigen.

Das Klima hierzulande verändert sich langsam, aber stetig. Im Schnitt sind die Winter in den letzten Jahren immer milder geworden, die Durchschnittstemperaturen nehmen zu. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Garten, denn damit verschieben sich auch die Winterhärtezonen.

Empfindliche Pflanzen, wie Gladiolen, die vorzugsweise frostfrei überwintern, oder auch Kübelpflanzen überstehen mittlerweile häufiger den Winter draußen – je nach Region sogar ohne Schutzmaßnahmen.

Winterschutz für empfindlichere Pflanzen

Die meisten winterharten Pflanzen benötigen keinen zusätzlichen Winterschutz. Doch einigen Pflanzen kommt der Extra-Schutz in der kalten Jahreszeit zugute. Dabei geht es zum einen um niedrige Temperaturen, zum anderen um zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit im Boden.

Vor allem mediterrane Halbsträucher wie Rosmarin oder Lavendel leiden unter zu viel Nässe. Hier kann eine Schicht Mulch zusammen mit Tannenreisig Abhilfe schaffen. Willst du einer Rose einen Winterschutz gönnen, häufst du am besten Erde über der Veredelungsstelle an und bedeckst die Triebe mit Tannenreisig.

Auch für junge Obstbäume ist ein Winterschutz förderlich, ein Kalkanstrich bewahrt die Rinde davor, zu reißen, wenn bei Frost die Sonne scheint. Auch ein Jutesack um den Stamm gewickelt tut einen guten Dienst.

Immergrüne Pflanzen haben den Nachteil, dass sie auch im Winter Feuchtigkeit über ihre Blätter verdunsten. Ist der Boden gefroren, kann die Pflanze jedoch kein Wasser mehr aufnehmen. Du kannst den Effekt abmildern, indem du eine rund 30 cm dicke Mulchschicht aufträgst, die den Boden länger frostfrei hält.

Ohne Schnee leiden sogar klassische Steingartengewächse unter dem Winter. Sind die Temperaturen eisig, fehlt ihnen die schützende Schneeschicht des Gebirges, unter der sich die Minustemperaturen in Grenzen halten würden. Daher hilfst du diesen Pflanzen ebenfalls mit einer Abdeckung aus Reisig.

Auch alle Stauden und Gehölze, die in Kübeln ganzjährig draußen stehen, benötigen Winterschutz: Bast- oder Kokosmatten, Leinensäcke oder Noppenfolie helfen gegen das Durchfrieren des Topfes.

Drei Pflanzen im Kübel sind für den Winter mit Stoff umwickelt.

Der Winterschutz deiner Pflanzen kann auch dekorativ sein. Nutze dafür Naturstoffe und wickle deine Pflanzen gut darin ein.

Diese Pflanzen sind winterhart

Im Folgenden haben wir zusammengestellt, welche Pflanzen hierzulande als winterhart gelten:

Winterharte Gehölze

  • Lebensbaum
  • Eibe
  • Buchsbaum
  • Europäische Stechpalme
  • Feuerdorn
  • Kirschlorbeer
  • Immergrüne Magnolie
  • Wintergrüne Eiche

Winterharte Stauden

  • Herbst-Anemone
  • Herbstaster
  • Katzenminze
  • Glockenblume
  • Christrose
  • Sonnenhut
  • Vergissmeinnicht
  • Pfingstrose
  • Phlox
  • Storchschnabel

Winterharte Gräser

  • Waldschmiele
  • Blauschwingel
  • Japan-Segge
  • Moor-Reitgras
  • Pfeifengras
  • Rutenhirse
  • Chinaschliff
  • Blaustrahlhafer

Winterharte Zwiebelblumen

  • Krokus
  • Narzissen/Osterglocken
  • Schneeglöckchen
  • Blaustern
  • Alpenveilchen
  • Märzenbecher
  • Hyazinthe

Winterharte Kübelpflanzen

  • Echter Lavendel
  • Zwergmispel und Glanzmispel
  • Zwergkiefer
  • Schneeheide
  • Purpurglöckchen
  • Fächerahorn
  • Fingerstrauch
  • Scheinbeere
  • Hortensie
  • Zwergflieder

Welche Gewächse sind nicht winterhart?

Nicht winterharte Pflanzen werden als „Einjährige“ bezeichnet. Sie sterben nach dem Herbst komplett ab, sorgen zuvor aber noch dafür, dass ihre Samen verbreitet werden. Diese verbringen die kalte Jahreszeit im Winterschlaf und bilden im Frühjahr neue Pflanzen.

Viele Kübelpflanzen und Balkonblumen, zum Beispiel Geranien, sind ebenfalls nicht winterhart. Auch manche Knollenpflanzen wie Dahlien oder die Jakobslilie solltest du ganzjährig frostfrei halten.

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