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Zimmerpflanzen richtig pflegen

Zuletzt aktualisiert: 25.10.20197 MinutenVon: OBI Redaktion
Zwei Zimmerpflanzen stehen in weißen Übertöpfen im Wohnzimmer mit weißen Sofa, Tisch und Sideboard.

In diesem Ratgeber lesen Sie, was Sie bei der Pflege, Versorgung und dem richtigen Standort Ihrer Zimmerpflanzen beachten sollten.

Wie pflege ich Zimmerpflanzen?

Pflanzen brauchen auch in Wohnräumen ausreichend Sauerstoff, Wasser und Licht sowie die richtige Luftfeuchtigkeit. Außerdem müssen Zimmerpflanzen zum richtigen Zeitpunkt umgetopft werden und guter Pflanzendünger hilft ebenfalls beim Wachstum. Kräftige Pflanzen werden zudem zwar seltener krank, Hintergrundwissen zu typischen Schädlingen ist aber dennoch wichtig, um eine Erkrankung frühzeitig wirkungsvoll zu bekämpfen.

Damit Ihre Zimmerpflanzen selber gesund und kräftig Wachsen und Gedeihen, brauchen Sie die richtige Pflege und Fürsorge. Im Ratgeber erfahren Sie daher jetzt Wissenswerte zur Pflanzenpflege von Zimmerpflanzen.

Zimmerpflanzen und Luftfeuchtigkeit

Zimmerpflanzen sorgen für ein angenehmes Klima im Wohnraum – unter anderem da Pflanzen die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Davon profitieren die Bewohner erheblich. Allerdings brauchen auch Zimmerpflanzen die passende Luftfeuchtigkeit, um optimal gedeihen zu können. Vor allem sollte die Luft nicht zu trocken sein.

Viele Pflanzen benötigen eine Raumluft mit rund 60 - 70 % Luftfeuchtigkeit. Bei tropischen Gewächsen sind es sogar über 80 % Luftfeuchtigkeit. Im Vergleich: Menschen fühlen sich bei circa 40 - 60 % wohl. Da die Zimmerpflanzen selbst zur Steigerung der Luftfeuchtigkeit beitragen, helfen mehrere Pflanzen dabei, einen konstant höheren Wert zu erzielen. Außerdem können Sie Ihre Pflanzen regelmäßig via Sprühflasche mit Wasser einsprühen und die Blätter von Staub reinigen. Diese Pflege ist vor allem im Winter bei Heizungsluft oder in heißen Sommern wichtig.

Tipp: Gönnen Sie Ihren Pflanzen gelegentlich ein Tauchbad oder das Abduschen per Brause.

Vier grüne Zimmerpflanzen in Töpfen stehen auf Tisch und Boden.

Der richtige Standort für Zimmerpflanzen

Jede Zimmerpflanze hat einen bevorzugten Standort. Der richtige Platz für eine Pflanze hängt vor allem von Sonnenlicht, Luftfeuchtigkeit, Temperatur sowie der Raumaktivität ab.

Sonnige Standorte: Stärkere Sonneneinwirkung vertragen Kakteen, Gerbera und Chrysantheme sowie Palmenarten wie die Fächerpalme. Berücksichtigen Sie, dass andere Pflanzen an sonnigeren Standorten sowie im Sommer oder bei Heizperioden deutlich mehr Wasser benötigen.

Helle bis halbschattige Standorte: Der typische Standort in Wohnräumen ist hell bis halbschattig. Für den Halbschatten eignen sich Grünpflanzen wie etwa Grünlilie, Efeutute oder Drachenbaum. Heller mögen es Gummibaum, Yucca und viele Blütenpflanzen. Diese haben grundsätzlich einen höheren Lichtbedarf als reine Grünpflanzen. Wichtig: Pflanzen, die einen hellen Standort bevorzugen, mögen meist keine direkte Sonneneinwirkung. Gegebenenfalls gießen Sie die Pflanzen mehr.

Schattige Standorte: Farne, Vandas, Spathiphyllum oder Sansevieria kommen gut mit wenig Licht aus – benötigen jedoch eine hohe Luftfeuchtigkeit und sind somit ideal fürs Badezimmer.

Stehen Pflanzen direkt über der Heizung, können Blätter schnell austrocknen. Die Pflanzen benötigen jetzt mehr Wasser.

Orchideen stehen vor Fensterfront im Haus. Im Hintergrund sitzt eine rote Katze.

Zimmerpflanzen richtig gießen

Pflanzen brauchen regelmäßig frisches Wasser – aber jede Art hat ihren eigenen bedarf. Informieren Sie sich zu jeder Pflanzenart einzeln. Wird eine Pflanze zu viel gegossen, entsteht Staunässe oder die Pflanze ertrinkt.  Benötigt die Pflanze viel Wasser, sollte das Substrat nach Möglichkeit immer feucht sein.
Eine Pflanze mit mäßigem Wasserbedarf bekommt dann neues Wasser, wenn das Substrat beim Fingertest trocken wirkt.
Benötigt die Pflanze kaum Wasser, so kann das Substrat über längere Zeit trocken bleiben.

In der Regel gießen Sie Zimmerpflanzen an den Wurzeln. Viele Pflanzen wie Orchideen brauchen ein gelegentliches Tauchbad. Dabei holt man die Pflanze aus dem Übertopf und stellt sie mit dem Pflanztopf in einen Eimer voll lauwarmes wasser, bis keine Blasen mehr zu sehen sind. Danach alles
lufttrocknen, um Staunässe zu meiden.
Die meisten Zimmerpflanzen freuen sich zudem über einen gelegentlichen lauwarmen Duschregen. Abbrausen in der Wanne befreit Gewächse wie Ficus, Palmen oder Farne von Staub.

Berücksichtigen Sie bei Hitze und Heizperioden, dass Ihre Zimmerpflanzen mehr Wasser benötigen. Stehen die Pflanzen hingegen im Winter in kühlen Räumen, reduzieren Sie das Gießen – die Pflanzen machen eine Art Winterschlaf und brauchen deutlich weniger Flüssigkeit.

Tipp: Nutzen Sie abgestandenes Mineralwasser zum Gießen Ihrer Pflanzen. In Mineralwasser befinden sich wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium sowie Spurenelemente wie Eisen.

Zimmerpflanze in weißem Topf steht neben grüner Gießkanne auf dem Tisch.

Das richtige Substrat für Zimmerpflanzen

Die richtige Erde beziehungsweise das passende Bodensubstrat ist für Zimmerpflanzen mindestens ebenso wichtig wie für Ihre Gartenpflanzen. Das Substrat speichert Wasser und Nährstoffe und gibt diese an die Pflanze ab. Auch bei den Erden für Zimmerpflanzen gibt es torfreduzierte und torffreie Produkte.

Torf wird bei Zimmerpflanzenerde oft durch Rindenhumus, Kompost oder Holz-/Kokosfasern ersetzt. Diese Erden haben eine geeignetere Wasserspeicherfähigkeit gegenüber torfhaltigen Produkten. Alternativ können Sie der Erde auch Tonmaterialien beimischen oder die Pflanzen direkt in Tongranulat einpflanzen. Das Granulat hat ebenfalls eine hohe Wasserspeicherfähigkeit und versorgt Ihre Pflanzen gleichmäßig mit Wasser.

Wenn Sie Ihren Zimmerpflanzen die ideale Erde bieten wollen, setzen Sie auf spezialisierte Blumenerde. Für Orchideen verwenden Sie beispielsweise Orchideenerde. Das Substrat ist an den natürlichen Standort von Orchideen angepasst und bietet Ihren Pflanzen alles, was sie für gesundes Wachstum benötigen.

Bodensubstrat für Zimmerpflanzen.

Umtopfen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Das Pflanzgefäß wird langsam zu klein für die Pflanze oder die Erde ist alt und verbraucht – topfen Sie Zimmerpflanzen von Zeit zu Zeit um. Die Wurzeln der Zimmerpflanzen erhalten im neuen Topf mehr Raum zur Entfaltung. Die neue Erde versorgt Ihre Zimmerpflanze zudem besser mit Nährstoffen. Die Pflanze wächst und gedeiht weiter.

Zeitpunkt: Im Frühjahr, wenn neue Blätter austreiben und die ersten Triebe sprießen, ist für die meisten Pflanzen der beste Zeitpunkt zum Umtopfen.

Häufigkeit: Wie oft umgetopft werden muss, hängt vom Wachstum ab: Kleinere Pflanzen topfen Sie circa alle 2 - 3 Jahre, größere Pflanzen alle 4 - 5 Jahre um.

Zimmerpflanze im schwarzen Übertopf steht auf dem Tisch.

Auswahl des Pflanztopfes und des Umtopfes

Beim richtigen Topf für Ihre Zimmerpflanze unterscheiden Sie zunächst zwischen Pflanztopf und Übertopf. In den Pflanztopf pflanzen Sie Gewächse direkt ein. Der Übertopf dient der Dekoration und vermindert je nach Materialwahl das Risiko von Staunässe.

Pflanztöpfe können Sie zudem mit und ohne Bewässerung kaufen. Bewässerungstöpfe stellen die gleichmäßige Versorgung Ihrer Pflanzen mit Wasser sicher und machen die Pflege somit einfacher. Auch die Wahl zwischen Ton- oder Kunststoff-Pflanztöpfen beeinflusst die Gießhäufigkeit, da Ton ebenfalls Wasser aufnehmen kann.

Hinweis: Achten Sie auf einen kleinen Abstand zwischen Pflanztopf und Übertopf. Damit ermöglichen Sie den Ablauf von überschüssigem Wasser und vermeiden Staunässe.

Große grüne Zimmerpflanze im Topf steht neben kleiner grüner Zimmerpflanze im Topf auf dem Tisch.

Zimmerpflanzen richtig düngen

Zimmerpflanzen wie Palmen benötigen gelegentlich Dünger. Damit fügen Sie dem Substrat der Pflanze neue Nährstoffe hinzu. Für die Düngung stehen Ihnen verschiedene Produkte zur Verfügung.

Flüssigdünger fügen Sie dem Gießwasser hinzu. Düngestäbchen oder -tabletten geben Sie direkt ins Substrat. Zudem können Sie Pflanzendünger mit Sofortwirkung und Langzeitwirkung sowie Hybridprodukte kaufen. Beachten Sie die jeweiligen Herstellerhinweise. Viele Langzeitdünger versorgen Ihre Pflanzen über einen Zeitraum von circa 3 Monaten mit wichtigen Nährstoffen.
Dünger setzen sich vor allem aus drei Hauptnährstoffen sowie Spurenelementen zusammen:

Stickstoff ist der Wachstumsmotor der Pflanze. Er ist für das Pflanzenwachstum sowie die Grünfärbung der Blätter verantwortlich. Gerade Grünpflanzen benötigen daher viel Stickstoff.

Phosphor regelt die Blühwilligkeit der Pflanze. Blühpflanzen benötigen viel Phosphor für eine gesunde und kräftige Blütenbildung.

Kalium stärkt die Zellwände der Pflanzen. Die Gewächse werden kräftiger und behaupten sich besser gegenüber ungünstigen Lebensbedingungen.

Spurenelemente sind zum Beispiel Eisen und Magnesium. Eisen verhindert Blattvergilbung (Chlorose) und Magnesium stärkt die Widerstandskraft der Pflanzen.

Jede Pflanze benötigt diese Nährstoffe für Wachstum und Gesundheit, jedoch in unterschiedlichen Verhältnissen. Verwenden Sie daher einen möglichst auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen abgestimmten Dünger.

Frau gibt Dünger in Blumenerde von Orchidee.

Probleme bei Zimmerpflanzen erkennen

Anhand wichtiger Indikatoren erkennen Sie schnell, was Ihren Zimmerpflanzen fehlt. Meist sind es die Blätter der Pflanze, die Aufschluss darüber geben, was der Pflanze fehlt. Häufig hilft ein Standortwechsel oder weniger Wasser. Reagieren Sie rechtzeitig auf die Warnsignale:

Zimmerpflanze hat braune, hängende Blätter.

Achten Sie auf Schädlinge

Ungünstige Lebensbedingungen – wie hohe Temperaturen, Trockenheit und Heizungsluft im Winter – machen Zimmerpflanzen anfällig für Schädlinge wie Spinnmilben, Schildläuse und Thripse sowie Wollläuse. Bleiben Schädlinge unbemerkt, schädigen sie die Pflanzen durch ihre Saugtätigkeit und breiten sich gegebenenfalls auf weitere Gewächse aus.

Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen daher regelmäßig auf Schädlinge, insbesondere an den Blattunterseiten. Sollte es einen Schädlingsbefall geben, beseitigen Sie diesen umgehend und sorgen Sie dafür, dass es zu keiner Übertragung auf andere Zimmerpflanzen kommt.

Einfache Tipps zur Schädlingsbekämpfung:

Spinnenmilben: Pflanze 10 Tage luftdicht in eine Plastiktüte einwickeln.

Blattläuse: Blätter im zweistündigen Wasserbad ertränken.

Schildläuse: mit einem feuchtem Lappen oder alkoholgetränktem Wattestäbchen entfernen.

Thripsen (Fransenflügler): die Pflanze an mehreren Tagen hintereinander gründlich abduschen.

Außerdem stehen Ihnen neben Hausmitteln wirkungsvolle Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Gerade beim hartnäckigen Befall bieten diese Mittel schnelle Hilfe.

Grünes Blatt von Zimmerpflanze wird von Schädlingen zerfressen.

Zimmerpflanzen als Schadstoff-Killer

Viele Zimmerpflanzen reduzieren Schadstoffe in der Raumluft wirkungsvoll. Besonders hoch ist die Schadstoffbelastung in Räumen mit schlechter Belüftung. Natürliches Grün belebt den eigenen Wohnraum. Pflanzen produzieren Sauerstoff, helfen Schadstoffe aus der Raumluft zu filtern – die Efeutute zum Beispiel ist eine der wenigen Pflanzen, die Nikotin abbaut.

Achtung: Viele der Zimmerpflanzen besitzen für Mensch und Tier giftige Pflanzenteile. Halten Sie diese Gewächse außerhalb der Reichweite von Kindern sowie Haustieren und berühren Sie die Pflanzen nur mit Handschuhen.

Zimmerpflanze mit gelben Blüten im grünen Topf steht neben grüner Gießkanne und grüner Handschaufel.

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