
Grasmilben: Tipps zur Bekämpfung
Grasmilben leben im Rasen und verursachen juckende Pusteln bei Mensch und Tier. Wir zeigen dir, wie du Grasmilben bekämpfst und ihren Bissen vorbeugst.
Welche Grasmilben gibt es?
Grasmilben lösen mit ihren Bissen starken Juckreiz aus. Bei ihnen handelt es sich genau genommen um die Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis).
Sie sind ein Teil der Gruppe der Laufmilben. Von ihnen gibt es mehr als 1.000 Arten. Die Grasmilbe ist ein Spinnentier, von dem es rund 20.000 Arten gibt.
Grasmilben werden auch Herbstgrasmilben genannt. In einigen Gegenden Deutschlands ist das Tier auch unter der Bezeichnung Erntemilbe oder Heumilbe bekannt. Früher machte sie Landwirten das Leben beim Bereitstellen von Heu schwer.
Einige Milbenarten sind Pflanzen- oder auch Allesfresser, andere leben als Räuber oder Parasiten. Ihr Unheil richten die kleinen Tiere an, indem sie Menschen und Tiere beißen. Diese Bisse führen vor allem in den empfindlichen Regionen wie Ellenbogenbeuge oder Kniekehle zu einem heftigen Juckreiz. Manchmal entstehen auch Hautekzeme.
Die echte Grasmilbe (Bryobia graminum) ist deutlich kleiner als die Herbstmilbe und ihr Biss juckt nicht so stark.
Wo kommen Grasmilben vor?
Grasmilben mögen es warm. Sie kommen in ganz Mitteleuropa vor. Jedoch gibt es Regionen mit einer besonders hohen Population von Herbstgrasmilben. Dazu gehören zum Beispiel Hessen, Bayern und das Rheinland.
Ist ein Gebiet von Grasmilben befallen, wird die Bekämpfung schwierig. Die Spinnentiere wandern in Gärten durch Haus- oder Wildtiere ein. Auch ein neuer Mutterboden kann die Lästlinge enthalten.
So sieht der Lebenszyklus der Grasmilben aus

Grasmilben befallen auch Haustiere. An den Beinen krabbeln sie nach oben und beißen dann zu.
Im Juni oder Juli schlüpfen die Larven der Grasmilben bei warmem Wetter. Sie sind oval und meist blassorange gefärbt. Vor allem dann, wenn es warm ist, bewegen sie sich schnell. Gleich nach dem Schlüpfen zieht es die Larven an die Spitze der Grashalme.
Läuft dann ein Mensch oder Tier über den Rasen, lassen sie sich mitnehmen. Sie klettern an den Beinen oder Pfoten hoch, bis sie eine geeignete Stelle für eine Mahlzeit gefunden haben. Dabei bevorzugen sie dünne, feuchte Haut.
Bei Menschen sind meist Knöchel, Kniekehlen und die Lenden betroffen. Manchmal schaffen es sie kleinen Parasiten auch bis in die Achselhöhlen. Bei Tieren gehen die Plagegeister in der Regel an Pfoten, Ohren oder Hals.
Was hilft gegen Grasmilben?
Gegen den Juckreiz hilft 70 prozentiger Alkohol. Diesen tupfst du auf die Pusteln. Er desinfiziert die Haut. Danach hilft ein juckreizstillendes Gel.
Wer auf Hausmittel zurückgreifen will, kann Zwiebel- oder Zitronensaft sowie kühlende Eisbeutel gegen den Juckreiz einsetzen.
Generell ist der Biss von Grasmilben schmerzlos. Er wird meist noch nicht einmal bemerkt. Die Mundwerkzeuge dringen nur kurz unter die Hautoberfläche. Die Parasiten ernähren sich auch nicht von Blut, sondern von Lymphflüssigkeit und Zellsäften.
Beim Beißen sondern sie ein Speichelsekret ab. Spätestens nach 24 Stunden verursacht das einen starken Juckreiz und rote Pusteln. Diese können über eine Woche lang anhalten.
Häufig beißen Grasmilben gleich mehrfach zu, sodass sich eine Gruppe von Pusteln bildet. Das unterscheidet die Bisse auch von Mückenstichen. Durch Kratzen verursachst du allergische Reaktionen und kleine Wunden. Diese wiederum können zu Sekundärinfektionen führen.
Im schlimmsten Fall dringen Streptokokken durch die Mikrowunden in die Lymphgefäße ein und verursachen ein Ödem. Großflächige Schwellungen sind dann die Folge.

Grasmilben beißen häufig gleich mehrfach zu. Der Biss ist schmerzlos, aber der folgende Juckreiz enorm.
Grasmilben erkennen
Die Larven von Grasmilben sind lediglich 0,2 mm bis 0,3 mm groß. Im Rasen sind sie daher so gut wie unsichtbar.
Wenn du an einem sonnigen, trockenen Sommertag ein weißes Blatt Papier auf den Rasen auslegst, lockt das die Tiere an. So kannst du prüfen, ob dein Rasen befallen ist. Der rötliche Körper der Tiere zeigt sich deutlich auf dem Papier.
Erwachsene Grasmilben sind bereits ab April unterwegs. Sie ernähren sich von Pflanzensaft. Ihr Lebensraum liegt in der oberen Erdschicht und dem Stängelgrund von Gräsern und Moosen.
In Regenphasen oder bei Spätfrösten ziehen sie sich bis zu einem halben Meter tief ins Erdreich zurück.
Grasmilben bekämpfen und vorbeugen
Rasenmähen: Die Larven sitzen auf den Spitzen der Grashalme. Einmal pro Woche solltest du den Rasen daher mit dem Rasenmäher mähen.

Abwehrmittel: Willst du barfuß auf einer Wiese laufen, besprühe deine Füße und Beine mit Insektenabwehrmittel.
Orte meiden: Weiden und Wiesen, auf denen sich Nutz- und Haustiere aufhalten, sind häufig mit Grasmilben befallen. Als Hauptwirte tragen die Tiere die Spinnentiere auch weiter. Vermeide es, entsprechende Wiesen zu betreten. Insbesondere solltest du das nicht barfuß tun.
Kleine Kinder sollten im Sommer in Herbstmilben-Regionen überhaupt nicht barfuß über Wiesen laufen. Sie leiden besonders unter dem Juckreiz der Bisse.
Rasenschnitt: Schnittgut vom Rasenmähen lagerst du am besten am Rand des Gartens. Oder du kompostierst ihn schnell.
Moos vertikutieren: Auf moosigen Stellen sind Grasmilben besonders häufig zu finden. Daher vertikutierst und düngst du entsprechende Rasenstellen im Frühjahr.
Duschen: Nach der Gartenarbeit stellst du dich unter die Dusche und wäschst die Kleidung in der Waschmaschine.
Feuchter Rasen: Ist es längere Zeit trocken, ist ein Rasensprenger sinnvoll. Denn bei Feuchtigkeit ziehen sich die Spinnmilben ins Erdreich zurück.

Trockenheit lockt Grasmilben aus ihren Verstecken. Halte den Rasen daher feucht.
Passende Kleidung: Geschlossene Schuhe, Socken und lange Hosen schützen vor Grasmilben. Ziehe die Socken zudem über die Hose. Dann gelangen die Tiere nicht an die Haut.
Abstand halten: Plane zwischen deinem Wohnbereich und dem Rasen einen Abstand von 2 m bis 3 m ein. So läufst du nicht Gefahr, dass die Grasmilben ins Haus wandern.
Mittel gegen Grasmilben: Du kannst auf die betroffenen Rasenflächen auch direkt entsprechende Mittel zur Bekämpfung von Grasmilben ausbringen.
Rasen kalken: Einige Gärtner setzen auf die Düngung mit Kalkstickstoff. Bringe diesen Anfang Mai bei trockenem Wetter aus. Den Rasen solltest du kurz vor der Düngung mähen.








