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Gefälle ermitteln beim Terrassenbau – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 06.11.20193 MinutenVon: OBI Redaktion
Terrasse mit Sichtschutz sowie Rattanmöbeln und Rosen.

Diese Anleitung zeigt, wie Sie beim Terrassenbau das nötige Gefälle ermitteln können, damit Regenwasser abfließen kann. Zunächst empfiehlt es sich, den notwendigen Wert auf dem Papier zu berechnen. Er gibt vor, wie die Richtschnur auf der Fläche zu spannen ist.

Wie lässt sich das Gefälle berechnen?

Das Gefälle gibt den Grad einer Neigung an. Um diesen Wert genau zu berechnen, sind Angaben wie die Strecke und der Höhenunterschied nötig.  Die Formel lautet:

Höhendifferenz in cm / Länge der Strecke in cm = Gefälle

Multiplizieren Sie diesen Wert mit 100 Prozent, ergibt sich das von Verkehrsschildern bekannte Prozent-Gefälle.

Rechenbeispiel: Die Terrasse ist 600 cm lang und der Höhenunterschied zwischen Punkt A und Punkt B beträgt 12 cm. 12 cm geteilt durch 600 cm ergibt einen Wert von 0,02. Multiplizieren Sie diesen Wert mit 100 Prozent, ergibt sich ein Gefälle von zwei Prozent.

So lässt sich das Gefälle ermitteln

Vorschaubild Gefälle ermitteln

Videoanleitung (1:47 Minuten)

Warum braucht eine Terrasse ein Gefälle?

Eine Terrasse ist eine Fläche, die Niederschlägen wie Tau, Regen, Hagel und Schnee sowie Frost, Staub und Schmutz ausgesetzt ist. Wasser schadet der Terrasse auf Dauer. Es greift die Konstruktion an und hinterlässt sichtbare Spuren. Zudem bietet es Organismen wie Pilzen und Algen beste Lebens- und Entwicklungsbedingungen. Von einer waagerechten Terrassenfläche läuft Wasser nicht ab. Stattdessen bleibt es auf dem Terrassenbelag stehen, sammelt sich und bildet Pfützen. Ein Gefälle schafft hier Abhilfe. Denn von einer leicht geneigten Terrassenoberfläche läuft das Wasser zügig ab und die Konstruktion kann schneller trocknen.

Welches Gefälle ist empfehlenswert für die Terrasse?

Das Gefälle ist vom Material des Terrassenbelags abhängig. Für eine Terrasse mit Betonpflaster, Natursteinplatten oder Feinsteinzeug ist ein Gefälle von 2,0 bis 2,5 Prozent geeignet. Bei Natursteinpflaster sollte das Gefälle aufgrund der rauen Oberfläche mit 3 Prozent etwas größer sein.

Wie sollte das Gefälle ausgerichtet sein?

Die Ausrichtung des Gefälles hängt bei Terrassen ebenfalls vom Terrassenbelag ab. Grundsätzlich gilt, dass ein Terrassenbelag den Abfluss von Wasser entweder eher begünstigen oder behindern kann. Das Gefälle sollte deshalb so angelegt sein, dass das Wasser leicht vom Terrassenboden abfließt. Optimalerweise läuft das Wasser vom Haus weg, auch wenn die Terrasse um eine Ecke gebaut wird. 

  • Bei Holzdielen gilt, dass das Gefälle entlang der Diele ausgerichtet sein sollte – insbesondere dann, wenn die Oberfläche der Terrassendiele geriffelt ist.
  • Bei verfugtem Terrassenbelag läuft das Wasser oft in den Fugen ab.

Gefälle beim Terrassenaufbau ermitteln

Beim Aufbau der Terrasse gelingt es schon mit wenigen, einfachen Handgriffen, das nötige Gefälle zu ermitteln. Am besten lässt sich das Gefälle zu zweit messen.

6 Schritte

1
Vorbereiten von Material und Werkzeugen
Bereitgelegtes Werkzeug auf einem Tisch: Ein Akkuschrauber, Schrauben, ein Gummihammer sowie ein Zollstock vor einigen Holzdielen
So wird es gemacht

Damit sich das Gefälle auf der Baustelle vorgeben lässt, sind Holzpflöcke (Alternative: Schnurnägel) und geeignete Schnüre zum Spannen nötig. Als Werkzeuge kommen ein Hammer zum Einschlagen der Pflöcke, ein Maßband, ein Bleistift oder Signierkreide zum Anzeichnen der Höhen und eine Wasserwaage zum Ausrichten der Schnüre zum Einsatz.

So wird es gemacht

2
Pflöcke einschlagen
Mann schlägt Pflock beim Terrassenbau mit einem Hammer in den Boden.
So wird es gemacht

Schlagen Sie an einer Ecke der Terrassenfläche einen ersten Pflock in den Boden und einen zweiten an der gegenüberliegenden Ecke. Entlang der Schnur, die zwischen den beiden Pflöcken gespannt wird, wird das Gefälle später ausgerichtet.

So wird es gemacht

3
Finale Höhe markieren
Heimwerker befestigt beim Terrassenbau eine Schnur an einem Holzpflock.
So wird es gemacht

Markieren Sie am ersten Pflock die endgültige Höhe der Terrassenkonstruktion und befestigen Sie auf dieser Höhe die Schnur.

So wird es gemacht

4
Höhe übertragen
Wasserwaage wird an Schnur gehalten.
So wird es gemacht

Übertragen Sie die Höhe von Pflock 1 auf Pflock 2, indem Sie die Schnur zwischen beide Pflöcke spannen. Nehmen Sie dazu eine Wasserwaage zu Hilfe. Die Schnur muss exakt in  die Waage gebracht werden, die Luftblase innerhalb der Libelle also genau in der Mitte liegen. Befestigen Sie die Schnur am zweiten Pflock und markieren Sie Ihren waagerechten Sitz mit dem Bleistift oder mit Signierkreide.

So wird es gemacht

5
Gefälle ermitteln
Heimwerker markiert die Lage der Schnur an einem Holzpflock.
So wird es gemacht

Als Nächstes ermitteln Sie das Gefälle. Dazu müssen Sie die Markierung – je nach Ausrichtung des Gefälles – pro Meter Strecke, also pro Meter der zwischen den beiden Pflöcken gespannten Schnur, entweder um die Summe der zwei Zentimeter pro Meter nach oben oder nach unten verschieben.

So wird es gemacht

6
Schnur auf neuer Höhe mit Gefälle befestigen
Schnur wird an einem Holzpflock festgezogen.
So wird es gemacht

Markieren Sie die ausgerechnete Endhöhe am Pflock, bevor Sie die Schnur verschieben und am zweiten Pflock auf der neuen Höhe mit Gefälle festziehen. Die gespannte Schnur zeigt Ihnen nun die Endhöhe Ihres Terrassenbelages inklusive Gefälle an.

So wird es gemacht

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Holzpflöcke
  • Hammer
  • Schnüre
  • Bleistift oder Signierkreide
  • Maßband

Tipp

Bei einer Beispielstrecke von 3 m ergeben sich bei 2 cm Gefälle pro Meter (entspricht 2 Prozent Gefälle) also 6 cm Höhenunterschied. Eine um 6 cm höhere Markierung am zweiten Pflock ergibt ein Gefälle in Richtung des ersten Pflocks. Eine um 6 cm niedrigere Markierung lässt das Gefälle in Richtung des zweiten Pflocks verlaufen.

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