Foto von Terrassendielen aus Holz; fertig zu Bearbeitung

Terrassendielen aus Holz im Vergleich

Ein Terrassenbelag aus Holz wirkt warm und wohnlich. Die Dielen haben jedoch entsprechend ihrer Herkunft unterschiedliche Eigenschaften. Der direkte Vergleich zwischen Hartholz, Nadelholz und Thermoholz sowie der Holz-Kunststoff-Mischung WPC zeigt die Unterschiede.

Welche Dielen eignen sich für welche Terrasse?

Ähnlich wie Parkett im Wohnzimmer schafft Holz auch im Außenbereich eine natürliche Atmosphäre. Die individuelle Maserung macht jede Diele zu einem Unikat. Das lässt den Belag sehr lebendig erscheinen und schafft einen harmonischen Übergang in den Garten. Für den Terrassenbau eignen sich Harthölzer wie Bambus oder Bangkirai, Nadelhölzer wie Lärche oder Douglasie, wärmebehandeltes Thermoholz aus Esche oder Kiefer sowie das holzähnliche WPC.

Harthölzer sind besonders langlebig. Sie sind witterungsbeständiger als Nadelhölzer und WPC sowie Pilzen und Insekten gegenüber deutlich widerstandsfähiger. Bei der Ökobilanz schneiden sie dagegen nicht ganz so gut ab. Der Verbundwerkstoff WPC ist im Vergleich zu den reinen Naturmaterialien rutschfester und splitterfrei. Die Produkte heizen sich bei direkter Sonneneinstrahlung allerdings erheblich stärker auf.

Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Dielen macht die direkte Gegenüberstellung deutlich.

Hart-, Nadel-, Thermoholz, und WPC – die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Arten
Hartholz
  • Bangkirai
  • Kempas
  • Bambus
Nadelholz
  • Douglasie
  • Lärche
  • Kiefer
Thermoholz
  • Thermoesche
  • Thermokiefer
WPC Dielen
  • Hohlkammer
  • Massiv
Projektanspruch
Hartholz
Nadelholz
Thermoholz
WPC Dielen
Haltbarkeit
Hartholz
Nadelholz
Thermoholz
WPC Dielen
Kosten
Hartholz
Ab ca. 52€/m²
Nadelholz
Ab ca. 14€/m²
Thermoholz
Ab ca. 50€/m²
WPC Dielen
Ab ca. 30€/m²

Terrassendielen aus Hartholz

Harthölzer wie Bangkirai, Bambus und Kempas haben eine besonders dichte Struktur und sind damit spürbar schwerer als heimische Hölzer. Sie sind sehr faserreich und haben eine enge Gefäßanordnung – genau das macht sie besonders widerstandsfähig und langlebig. Für feuchtere oder schattigere Teile des Gartens sind sie daher besser geeignet als heimische Hölzer.

Bangkirai ist an seiner roten bis rotbraunen Tönung gut zu erkennen. Astlöcher und Harzausbildungen sind eher selten, so dass die Oberfläche der Dielen sehr gleichmäßig wirkt.

Bambusdielen sind dagegen überwiegend dunkelbraun und sehr gleichmäßig gezeichnet, die typische Bambusoptik ist stets erkennbar.

Kempas ist eher hell, die Farbgebung variiert von einem goldenen Rotton bis zu einem dunklen Orange. Die Maserung ist verhältnismäßig eben. Die Struktur der Fasern ist allerdings eher unregelmäßig.

Die eher dunklen Töne lassen die Dielen im Vergleich zu Nadel- oder Thermoholz eleganter erscheinen, was der gesamten Terrasse ein hochwertiges Ambiente verleiht.

Das Oberflächenprofil ist – je nach Verlegerichtung – entweder glatt oder geriffelt. Da sich das Material auch bei starker Sonneneinstrahlung nicht aufheizt, sind die Dielen in gepflegtem Zustand sehr angenehm barfuß zu betreten.

Detailansicht von Hartholz aus Bangkirai

Vorteile
  • Hohe Witterungsbeständigkeit
  • Lange Lebensdauer
  • Mittlerer Pflege- und Reinigungsbedarf
  • Sehr gute Pilz- und Insektenbeständigkeit
  • Geringers Quell- und Schwindverhalten
  • Kein Verziehen durch hohe Formstabilität
  • Hohe Tragkraft
Nachteile
  • Schwieriger zu verarbeiten (Vorbohren nötig)
  • Nicht sehr gut für Anstriche geeignet
  • Mittlerer Verzug
  • Schlechteste Ökobilanz der Naturhölzer (außer Bambus)

Terrassendielen aus Nadelholz

Detailansicht einer Terrassendiele aus Douglasie

Nadelholz von Douglasie, Lärche oder Kiefer ist erheblich leichter und die Fasern sind weniger dicht als bei Hartholz. Die Dielen sind daher auch nicht ganz so widerstandsfähig gegenüber Wind und Wetter, Pilzbewuchs und Insektenbefall. Sie sind allerdings erheblich günstiger als Bambus oder Bangkirai.

Sibirische Lärche ist blass rötlich bis gelblich und dunkelt wie die hellere Douglasie unter Sonneneinstrahlung deutlich nach. Beide haben eine etwas unregelmäßigere Maserung und häufiger Astlöcher als Tropenhölzer. Die Dielen wirken daher etwas rustikaler und eignen sich gut für eine naturnahe Gartengestaltung. Im Gegensatz zu Harthölzern nehmen sie Farbe deutlich besser auf. Damit bieten sie mehr Möglichkeiten einer Individualisierung.

Ähnlich wie die Produkte aus Übersee sind auch heimische Hölzer weitgehend temperaturneutral und wirken bei Hautkontakt stets angenehm warm. Da ihre Struktur jedoch nicht ganz so fest ist, können sich im Laufe der Zeit Splitter und Risse bilden, die neben der Optik auch das Barfuß-Gefühl beeinträchtigen.

Vorteile
  • Leicht zu verarbeiten
  • Hoher Harzgehalt sorgt für Witterungsbeständigkeit
  • Nehmen Farbanstriche besser auf als Harthölzer
  • Bessere Ökobilanz als Harthölzer
  • Temperaturneutral
Nachteile
  • Geringe Pilz- und Insektenresistenz
  • Kann schnell splittern und reißen
  • Nicht so langlebig wie Harthölzer
  • Haben öfter Astlöcher
  • Hoher Hartgehalt kann zu Harzaustritten führen

Terrassendielen aus Thermoholz

Thermoholz hat eine spezielle Wärmebehandlung bekommen, um seine natürlichen Eigenschaften zu verbessern. Dabei wird das Eschen- oder Kiefernholz unter Sauerstoffentzug kurzfristig auf Temperaturen von maximal 230 °C erhitzt. Danach ist es deutlich langlebiger, widerstandsfähiger gegen Schädlinge und reagiert weniger empfindlich auf Witterungsveränderungen. Gleichzeitig ist es jedoch anfälliger für Risse und Splitter und damit weniger belastbar.

Thermoholz ist sichtbar dunkler als Holz in unbehandelten Zustand. Das lässt es im Vergleich zu reinem Nadelholz eleganter erscheinen. Im Gegensatz zu Tropenhölzern neigt es jedoch eher zu Rissen und erscheint damit rustikaler. Aufgrund der bewusst veränderten Funktionen sind die Dielen nicht ganz so tragfähig wie naturbelassenes Material. Die Produkte nehmen außerdem nicht alle Leime und Beschichtungen an.

Thermoholz fühlt sich sehr natürlich an und ist auch ohne Schuhe angenehm zu betreten. Splitter und Risse können das Barfuß-Laufen auf Dauer allerdings beeinflussen.

Detailansicht einer Thermoholzdiele aus Esche

Vorteile
  • Widerstandsfähig gegen Schimmel und Schädlinge
  • Astarm und dadurch barfußfreundlich
  • Geringer Verzug
  • Kein Ausharzen
  • Hohe Formstabilität
  • Hohe Langlebigkeit
Nachteile
  • Wird mit der Zeit spröde, kann splittern und reißen
  • Schlechtere Tragfähigkeit
  • In der ersten Zeit (ca. 12 Monate) können bei Regen natürliche Farbstoffe aus dem Holz gespült werden, die angrenzende Bauteile verfärben

Terrassendielen aus WPC

Detailansicht grauer WPC-Hohlkammer-Terrassendielen

WPC steht für Wood Polymer Composites und ist ein industriell gefertigter Werkstoff aus 50 bis 90 Prozent Holzfasern, Kunststoff und weiteren Zusätzen wie UV-Licht-Blockern, Bindern und Farbpigmenten. Das Material hat sich inzwischen als gute Alternative zu Holzdielen etabliert. Die Produkte sind entweder als Voll- oder Hohlkammerprofil erhältlich.

Die speziell entwickelte Materialzusammensetzung ermöglicht eine lange Lebensdauer, vor allem von massiven Modellen im Vollprofil. Sie sind leichter zu reinigen als Holz und brauchen weder Öl noch weitere Pflege.

Die einzelnen Dielen sind glatter und gleichmäßiger als reine Naturprodukte. Sie wirken daher etwas nüchterner und unterstreichen einen modernen Terrassenstil. Aufgrund der zahlreichen Farben lässt sich eine WPC-Terrasse sehr gut auf den Grundton der Fassade sowie auf Pflanzen und Mobiliar abstimmen.

Sofern die Terrasse an einem eher feuchten oder schattigen Standort geplant ist, bieten sich Dielen im robusteren WPC-Vollprofil eher an als Holzprodukte. Das Material ist rutschfester und trocknet erheblich schneller.

Die ebenmäßige Oberfläche fühlt sich sehr angenehm an. Sie kann sich bei starker Sonneneinstrahlung allerdings spürbar aufheizen und lässt sich dann barfuß kaum noch betreten.

Vorteile
  • Langlebig
  • Sehr pflegeleicht
  • Massivdielen gut im Nassbereich einsetzbar
  • Keine Splitterbildung oder Risse
  • Rutschfest
Nachteile
  • Ökobilanz nicht so gut wie bei heimischen Hölzern
  • Relativ kostenintensiv
  • Werden in der Sonne sehr heiß
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