Holzterrasse wird von einem Heimwerker in Gummistiefeln mit einem Hochdruckreiniger gereinigt

Holzterrasse reinigen und pflegen

Holz reagiert im Vergleich zu Stein oder Beton empfindlicher auf Witterungseinflüsse. Regen und Wind, Sonne, Schnee und Eis lassen das Material vergrauen und können es langfristig angreifen. Um seine Lebensdauer zu verlängern, ist regelmäßige Pflege entscheidend.

Wie reinige ich eine Holzterrasse richtig?

Witterungseinflüsse sowie der tägliche Gebrauch hinterlassen Spuren: vom oberflächlichen Grauschleier (Patina) bis zu kleinen Rissen in den Dielen. Dort könnte langfristig Feuchtigkeit eindringen und einen Nährboden für Pilze bilden, die dem Holz schaden. Mit einer regelmäßigen Reinigung und der anschließenden Pflege des Belages lässt sich das verhindern. Spezielles Terrassen-Öl schützt die Oberfläche vor Rissen und Feuchtigkeit. Ein anschließender Anstrich frischt die Farbe auf, so dass die Patina verschwindet. Welche Reinigungs- und Pflegemittel sinnvoll sind und wie sie sich schonend und möglichst wirkungsvoll einsetzen lassen, verraten die folgenden Hinweise.

1. Groben Schmutz entfernen und entgrauen

Zunächst ist es ratsam, die Dielen mit einem Besen von grobem Schmutz zu reinigen. Bei einem weichen Nadelholz, wie Lärche oder Douglasie, sollte der Besen möglichst weiche Borsten haben, um die Dielen nicht zu beschädigen. Anschließend kommt der Gartenschlauch zum Einsatz: Das Holz sollte komplett nass sein, wenn es abgespritzt ist. Bei Bedarf lässt sich anschließend ein Entgrauer mithilfe eines Flächenpinsels gleichmäßig auf die Holzdielen auftragen. Nach der vom Hersteller empfohlenen Einwirkzeit folgt eine weitere Reinigung mit einer Bürste oder einem Besen.

2. Dielen säubern

Verwendung von Wasser und Spülmittel

Einige Spritzer Spülmittel in einen Eimer mit heißem Wasser geben und umrühren, bis die Flüssigkeit aufschäumt. Das Wasser-Spülmittel-Gemisch anschließend großzügig auf den Dielen verteilen. Das nasse Holz mit einem hartborstigeren Besen oder einem Schrubber gründlich säubern. Die Fläche danach mit klarem Wasser einmal abspülen.

Verwendung von Soda

Als praktischer und kostengünstiger Helfer aus dem Haushalt hat sich Soda zur Säuberung von Holzterrassen bewährt. Das Pulver ist in der Drogerie erhältlich. Bei verkrustetem Schmutz einfach etwas von dem Pulver mit Wasser vermengen und mit einer Bürste direkt auf die Terrassendielen auftragen. Die Mischung anschließend rund drei Stunden einwirken lassen und die Dielen danach mit klarem Wasser komplett abbürsten.

Hinweis: Wichtig ist, dass keine säurehaltigen Mittel zum Einsatz kommen, da sie das Holz angreifen und langfristig schädigen können. 

Einsatz des Hochdruckreinigers

Heimwerker reinigt die Terrasse mit einem Hochdruckreiniger

Der Einsatz des Hochdruckreinigers ist nicht für alle Holzarten geeignet. Bei weichen Nadelhölzern wie Lärche oder Douglasie ist es ratsam, generell auf diese Vorgehensweise zu verzichten, da der Wasserdruck die Oberfläche der Terrasse beschädigen kann. Bei Harthölzern wie Bambus, Bangkirai oder Kempas lassen sich Verschmutzungen maschinell dagegen leichter entfernen.

Sofern der Hochdruckreiniger zum Einsatz kommt, empfiehlt es sich dennoch, vorsichtig vorzugehen: Zunächst den Terrassen-Aufsatz montieren und den Wasserdruck niedrig einstellen. Bei zu hohem Druck und ohne Spezialaufsatz kann das Holz Schaden nehmen. Die Fasern könnten sich beispielsweise aufstellen und die Oberfläche rau und splittrig machen.

Entscheidend ist, die gesamte Fläche zu reinigen, damit sie einen einheitlichen Farbton bekommt. Anschließend muss die Terrasse zunächst mindestens 24 Stunden trocknen. Dieses Vorgehen verhindert, dass Feuchtigkeit im Holz zurückbleibt. Sie kann die Dielen unter der späteren Pflegeschicht aus Öl faulen lassen.

3. Ölen

Heimwerker pflegt die Holzterrasse mit Terrassenöl

Neben einer regelmäßigen Reinigung brauchen Holzterrassen auch Pflege. Die Dielen mit einem geeigneten Öl zu behandeln, ist sinnvoll, um Risse in der Oberfläche zu vermeiden und gleichzeitig zu verhindern, dass sich eine graue Patina bildet.

Ein transparentes Öl empfiehlt sich, wenn die Farbe des Materials unverändert erhalten bleiben soll. Farbige Produkte, wie beispielsweise ein naturgetöntes Douglasien-Öl, heben den ursprünglichen Holzton wieder deutlicher hervor.

Die Produkte glätten die Oberfläche der Dielen und umgeben sie mit einer Schutzschicht, die wasser- und schmutzabweisend ist. Ungeeignet für die Pflege von Terrassendielen sind dagegen Holzschutz-Lasuren und Lacke. Sie blättern durch die häufige Nutzung schnell ab.

Beim Ölen der Dielen sollte es möglichst windstill und bewölkt sein. Eine solche Wetterlage sorgt dafür, dass die Produkte tief in das Holz eindringen können. Denn bei intensiver Sonneneinstrahlung trocknet die Fläche zu schnell. 

Empfehlenswert ist, sich etwa drei bis vier Dielen nacheinander vorzunehmen und das Pflege-Öl mit einem Pinsel oder einer kurzhaarigen Rolle aufzutragen. Wenn es eingezogen ist, den Vorgang wiederholen und so Schritt für Schritt den gesamten Belag behandeln. Die Holzpflege sollte vor der nächsten Nutzung der Terrasse mindestens 24 Stunden Zeit bekommen, um einzuwirken. 

4. Regelmäßig Schmutz entfernen

Ein Mann fegt mit einem Besen eine Holzterrasse

Bis zur nächsten Grundreinigung genügt es, die Dielen in regelmäßigen Abständen komplett abzufegen. Dabei ist es entscheidend, Laub, Vogelkot und andere Verunreinigungen gründlich zu entfernen, da sie Verfärbungen auf dem Holz verursachen können. Wenn bereits hartnäckige Flecken entstanden sind, lassen sie sich in der Regel mithilfe einer Bürste und etwas Seife entfernen. Sollten sich im Laufe des Jahres verwitterte Stellen auf den Holzdielen zeigen, ist es sinnvoll, die betroffenen Dielen separat nachzuölen. Das spart bei der nächsten Grundreinigung Mühe und Zeit.

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