Frau, die eine Terrasse auf einem Stück Papier skizziert

Terrasse planen – 9 Tipps

Bevor der Bau beginnt, sollte der neue Sitzplatz im Grünen sorgfältig durchdacht sein. Neben der Ausrichtung und der Größe sind auch der Belag sowie mögliche Schattenspender und eine gemütliche Gestaltung entscheidend. Die folgenden Tipps helfen bei der Planung.

Wie lässt sich eine neue Terrasse planen?

Unabhängig davon, ob jemand seine neue Terrasse selbst bauen möchte oder die Umsetzung einem Experten überlässt – vorab empfiehlt es sich, die wichtigsten Punkte für das Projekt festzulegen. In die Überlegungen sollte vor allem die spätere Nutzung miteinfließen. Denn Grillabende mit vielen Freunden erfordern mehr Fläche als ein kleiner Platz an der Sonne für einen Liegestuhl samt Sonnenschirm. Die Ausrichtung nach Süden, Osten oder Westen bestimmt die Zahl der Sonnenstunden. An heißen Sommertagen sollte möglicherweise eine Markise oder ein Segel für Schatten sorgen und ein Wasseranschluss für die Pflanzen vorhanden sein. Je konkreter die Vorstellungen vor der Umsetzung sind, umso besser lassen sich die Kosten sowie die nötigen Arbeitsschritte und der damit verbundene Aufwand abschätzen. Die folgenden Tipps liefern Anhaltspunkte für eine individuelle Projektplanung.

1. Sonnenstand bei der Ausrichtung berücksichtigen

Beginnen sollte die Planung mit der Ausrichtung. Auf einer südwestlich gelegenen Terrasse scheint die Sonne vom späten Vormittag bis weit in den Abend. Liegt die Terrasse an der Südseite des Hauses, ist sie den ganzen Tag über lichtdurchflutet.

Wer der sommerlichen Mittagshitze etwas entgehen möchte, richtet seine Terrasse nordöstlich aus. So bietet sie Morgensonne zum Frühstück, kühlenden Schatten am Nachmittag. Eine nordwestliche Lage bietet tagsüber ein kühles Plätzchen und abends goldenes Licht.

Tipp: Sofern sich die Ausrichtung nicht aus den baulichen Gegebenheiten ergibt, einfach auf einer Sonnenliege zu verschiedenen Tageszeiten ausprobieren, ob der gewählte Platz den eigenen Wünschen entspricht.

Die Ausrichtung der Terrasse entscheidet über den Schatten im Tagesverlauf
Die Ausrichtung der Terrasse entscheidet über den Schatten im Tagesverlauf

2. Passende Größe berechnen

Sitzmöbel und Sonnenschutz braucht viel Platz

Wie groß die Terrasse sein sollte, hängt von ihrer Nutzung ab: Wenn sich regelmäßig Freunde umgeben von Kübelpflanzen um einen großen Tisch versammeln sollen, empfiehlt es sich, großzügig zu denken. Für einen Sitzplatz mit sechs Stühlen ist es sinnvoll, etwa 25 Quadratmeter einzuplanen, bei acht Plätzen sind es rund 30 Quadratmeter. Geht es dagegen mehr um entspannte Treffen im kleinen Kreis, kann die Fläche deutlich kleiner sein: Eine Sonnenliege benötigt lediglich drei Quadratmeter, ein Sonnenschirm zwei und ein Tisch mit vier Stühlen 20 Quadratmeter. Besondere Elemente wie eine Hollywoodschaukel oder eine Feuerstelle sollten ebenfalls in die Flächenberechnung einfließen.

Tipp: Probehalber die Fläche abstecken, um ihre Größe im Verhältnis zum gesamten Garten besser abschätzen zu können.

Sitzmöbel und Sonnenschutz braucht viel Platz

3. Terrassenform festlegen

Die Form bestimmt das Erscheinungsbild der neuen Terrasse. Gerade Linien wirken modern und schlicht, gleichzeitig sorgen sie für eine klare Abgrenzung zu anderen Teilen des Gartens. Geschwungene Formen lassen den Sitzplatz lebendiger und dynamischer erscheinen, sind aber aufwändiger zu bauen und nicht für jedes Grundstück geeignet. Für harmonische Übergänge von Haus, Terrasse und Garten ist es wichtig, bereits in der Planungsphase Ein- und Ausgänge sowie Beete oder Gartenwege sinnvoll miteinander zu verbinden.

Eine Terrasse kann verschiedenste Formen annehmen
Eine Terrasse kann verschiedenste Formen annehmen

4. Stilrichtung festlegen

Eine Holzterrasse mit gemütlichen Sitzmöbeln im maritimen Stil

Als kleine Urlaubsinsel im Alltag sollte die neue Terrasse den eigenen Stil und den Charakter des Hauses unterstreichen. Für ein harmonisches Gesamtbild ist es daher entscheidend, die einzelnen Elemente frühzeitig aufeinander abzustimmen. Viel Holz und üppige Pflanzen schaffen eine sehr natürliche und zugleich wohnliche Atmosphäre.

Platten oder Fliesen mit großem Format in schlichtem Grau oder Anthrazit wirken dagegen eher nüchtern und passen gut zu einem Mobiliar mit klaren Linien und schlichter Eleganz. Ein rustikaler Natursteinboden mit Terrakotta-Töpfen und einer verspielten Gartenbank schafft ein romantisches Ambiente mit mediterranem Flair. Es ist daher sinnvoll, bereits in der Planungsphase ein entsprechendes Thema sowie ein passendes Farb- oder Materialkonzept festzulegen und sich während der Umsetzung daran zu orientieren.

Eine Holzterrasse mit gemütlichen Sitzmöbeln im maritimen Stil

5. Terrassenbelag

Das Material für den Belag ist ein zentrales Element, das den individuellen Stil unterstreicht und das Ambiente beeinflusst. Da ein nachträglicher Austausch der Platten oder Dielen sehr aufwändig ist und hohe Kosten verursacht, sollte er sorgfältig auf den Charakter des Hauses, die persönlichen Gestaltungswünsche und die künftige Nutzung abgestimmt sein. Von Naturstein über Holz- und WPC-Dielen bis zu Kies oder Klickfliesen gibt es eine große Auswahl. Steinplatten oder Pflaster sind sehr robust und pflegeleicht, wirken aber nicht so warm und wohnlich wie Holz. Klickfliesen bieten zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten, sind sehr flexibel, aber nicht so langlebig. Kies ermöglicht auch außergewöhnliche Terrassenformen, bietet aber kaum ebene Flächen für Tische und Stühle und ist für Barfußgänger unangenehm. Hinsichtlich ihrer Pflege und der Kosten unterscheiden sich die einzelnen Materialien ebenfalls erheblich, so dass sie genau auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sein sollten.

Terrasse mit Holzdielen als Belag
Terrasse mit Holzdielen als Belag

6. Umfeld und Nachbarschaft

Terrasse im mediterranen Design mit Sonnenschirm und Sichtschutz aus Holz

In die Entscheidung für den perfekten Platz der neuen Terrasse sollte auch die Nähe zur Nachbarschaft einfließen. Wer ungestörte Entspannung schätzt, sollte einen Sichtschutz oder eine Hecke in seine Überlegungen miteinbeziehen. Sie schirmen das grüne Wohnzimmer vor neugierigen Blicken ab und können zugleich ein dekoratives Element sein.

Das unmittelbare Umfeld der Sitzfläche sollte ebenfalls Teil der Planung sein. Wenn beispielsweise große Bäume den Sitzplatz umrahmen, hat das Vor- und Nachteile. Ihre Kronen sorgen an heißen Sommertagen für eine wohltuende Kühle, sobald im Herbst die Blätter fallen, erhöht sich jedoch der Reinigungsaufwand. Angrenzende Beete sind ein Blickfang und können den Stil der Terrasse unterstreichen: Lavendel, Salbei oder Oleander unterstreichen eine mediterrane Gestaltung, verschiedene Gräser wirken skandinavisch schlicht und zur Grillecke passt ein Hochbeet mit verschiedenen Kräutern.

Terrasse im mediterranen Design mit Sonnenschirm und Sichtschutz aus Holz

7. Sonnenschutz

Schattenspender sind vor allem bei Terrassen mit südlicher Ausrichtung ein wichtiges Element. Daher ist es hilfreich, bereits in der Planungsphase eine mögliche Überdachung einzukalkulieren oder sich über Alternativen wie Markisen, Sonnensegel oder Sonnenschirm Gedanken zu machen.

Markisen und andere fest montierte Sonnenschutz-Varianten sollten rechtzeitig in die Berechnungen einfließen, da die Installation mit größerem Aufwand und höheren Kosten verbunden ist. Ein Sonnenschirm lässt sich dagegen nachträglich aufstellen, den nötigen Platz für den Ständer empfiehlt es sich jedoch zu berücksichtigen.

Terrasse mit einem einer Faltdachmarkise als Sonnenschutz
Terrasse mit einem einer Faltdachmarkise als Sonnenschutz

8. Wasseranschlüsse einplanen

Wasseranschlüsse für das Bewässerungssytem vorab mitdenken

Wasseranschlüsse lohnen sich bereits beim Bau der Terrasse zu verlegen. Dort lassen sich später Gießkannen befüllen, ein Schlauch oder ein Bewässerungssystem anschließen, um die Pflanzen in der unmittelbaren Umgebung zu versorgen. Unterirdische Leitungen transportieren dann das Wasser an die nötigen Stellen im Garten oder eine Tropfbewässerung führt direkt in Töpfe, zu Beeten, Hecken und Sträuchern. Über unterirdische Versenkregner bekommt auch der Rasen gleichmäßig genügend Wasser. Solche Systeme sorgen auch in der Urlaubszeit dafür, dass die Pflanzen nicht vertrocknen.

Wasseranschlüsse für das Bewässerungssytem vorab mitdenken

9. Stromversorgung sicherstellen

Licht spielt eine entscheidende Rolle, um eine stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen. Daher gehören die Leitungen für spätere Wand- oder Stehlampen, Bodenstrahler oder LED-Leisten unbedingt zu den Vorbereitungen. Selbst wenn zunächst keine elektrische Beleuchtung vorgesehen ist, lohnt es sich vorzusorgen. Zwei Leerrohre unter der Terrasse an die äußersten Eckpunkte zu verlegen, erleichtert ein späteres Nachrüsten erheblich. Lampions und Lichterketten mit Solarmodulen, die an Büschen oder dem Sichtschutz befestigt sind sowie Fackeln oder Kerzen lassen sich dagegen auch nachträglich noch problemlos ergänzen.

Foto einer Terrasse mit Hintergrundbeleuchtung, Fackeln und Sitzmöglichkeit
Foto einer Terrasse mit Hintergrundbeleuchtung, Fackeln und Sitzmöglichkeit

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