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Terrassenüberdachung selber bauen

Zuletzt aktualisiert: 17.07.20194 Minuten
Foto einer Terrasse im Garten mit einer dunklen Terrassenüberdachung an Hausfassade mit roten Ziegelsteinen

Eine passende Überdachung der Terrasse sorgt dafür, dass Sie auch bei starker Sonneneinstrahlung oder Regen draußen entspannen können und schützt Ihre Gartenmöbel vor Wind und Wetter. Was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihre Terrassenüberdachung selbst bauen möchten, erläutert dieser Ratgeber. 

Neue Terrassenüberdachung – Ist eine Baugenehmigung nötig?

Wenn Sie eine Terrassenüberdachung an Ihrem Haus errichten, kann dies im rechtlichen Sinne schon als Umbaumaßnahme gelten. Das bedeutet, dass Sie sich unter Umständen eine offizielle Baugenehmigung einholen müssen. Die genauen Bedingungen hängen von der jeweiligen Bauordnung Ihres Bundeslandes sowie von der jeweiligen Gemeindeverordnung ab. Informieren Sie sich daher vor dem Bau zunächst bei Ihrem örtlichen Bauamt über die Rechtslage in Ihrer Stadt.

Errichten Sie Ihre Terrassenüberdachung ohne erforderliche Genehmigung, droht Ihnen ein Bußgeld. Außerdem kann die Behörde in diesem Fall von Ihnen verlangen, die Bedachung wieder abzubauen. Das Genehmigungsverfahren für Ihre Terrassenüberdachung kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Planen Sie den Gang zur Behörde daher rechtzeitig ein.

Bestandteile der Dachkonstruktion

Grafik von Konstruktion einer Erweiterung für Terrassenüberdachung

Die Überdachung besteht generell aus Stützbalken und Pfetten. Stützbalken tragen die Dachkonstruktion und Pfetten dienen als Auflage für die sogenannten Sparren. Diese tragen die Dachhaut samt Dacheindeckungsmaterialien. Kopfbänder versteifen diese Konstruktion. Die Anzahl der jeweiligen Holzbauteile und die Abmessungen basieren auf statischen Berechnungen oder Abschätzungen und sind abhängig von der Gesamtkonstruktion. Wenn Sie Doppelstegplatten aus Polycarbonat verwenden, sollten die Sparren entsprechend der Plattenbreite etwa 85 cm weit auseinanderliegen. Hat die Dachhaut ein höheres Eigengewicht, verringert sich der Abstand. Dies ist beispielsweise bei Glas oder Dachziegeln der Fall. Für Letztere empfiehlt sich ein Sparrenabstand von etwa 60 cm. Bei einem Bausatz liegen hierzu entsprechende Informationen bei.

Materialien für die Terrassenüberdachung

Fotos einer Terrassenüberdachung aus Aluminium in anthrazit und einer Terrassenüberdachung aus Holz ohne farbige Lackierung im Vergleich

Ihre Terrassenüberdachung soll langlebig sein und starkem Unwetter standhalten. Das macht den Einsatz stabiler Materialien unumgänglich. Für das Gerüst ist Holz eine gute Wahl, da es robust und relativ kostengünstig ist. Zu den beliebtesten Holzarten für Terrassenüberdachungen zählen Douglasie und Leimholz. Letzteres wird industriell hergestellt und ist wegen seiner Verleimung aus mindestens drei Schichten des jeweiligen Holzes besonders stabil. Außerdem weist Leimholz seltener Risse auf.

Holz ist ein Naturmaterial, das unter Berücksichtigung des konstruktiven und chemischen Holzschutzes verbaut und gepflegt werden sollte, um eine lange Haltbarkeit sicherzustellen. Zur Pflege von Holz sind somit wiederkehrende Maßnahmen notwendig. Das verhältnismäßig hohe Eigengewicht des Materials verlangt außerdem, dass der Untergrund entsprechend verdichtet wird.

Pflegeleichter als Holz ist eine Aluminiumkonstruktion mit sogenannter eloxierter Oberfläche. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie hart und kratzfest ist und so einen verlässlichen Schutz gegen Korrosion bietet. Aluminium hält Wind und Wetter besonders gut stand und ist gleichzeitig ein sehr leichter und stabiler Baustoff. In der Anschaffung ist ein Gerüst aus Aluminium teurer als Holz.

Für die Bedachung stehen ebenfalls verschiedene Materialien zur Auswahl. Soll die Terrasse möglichst wenig abgedunkelt werden, sind lichtdurchlässige Überdachungen empfehlenswert. Verbundsicherheitsglas gibt es beispielsweise in klar und milchig. Beachten Sie dabei, dass sein hohes Eigengewicht eine besonders belastbare Unterkonstruktion voraussetzt. Leichter zu verarbeiten sind Doppelstegplatten aus Polycarbonat oder Acryl. Acryl erhalten Sie in glasklarer oder milchglasiger Ausführung sowie dunkel getönt. Eine besonders preiswerte Alternative ist Well-PVC, das durchsichtig, halbtransparent sowie farbig erhältlich ist und Ihnen damit viel Spielraum bei der Gestaltung lässt.

Bausatz oder eigener Entwurf?

Foto einer Hand mit Akkubohrer, die beim Bau einer Terrassenüberdachung eine Schraube in einen Balken schraubt

Wenn Sie handwerklich begabt sind und sich auch größere Projekte zutrauen, können Sie sich an den Entwurf einer eigenen Terrassenüberdachung wagen. Da die Verarbeitung von Aluminium sehr komplex ist und spezielles Werkzeug verlangt, eignet sich für Ihr Projekt idealerweise ein Modell aus Holz. Berücksichtigen Sie außerdem, dass das Dach einer Terrasse ein statisches Gerüst benötigt. Lassen Sie sich für die Berechnung der Statik möglichst von einem Fachmann helfen.

Der Bau der Überdachung setzt den souveränen Umgang mit Bohrmaschine und Säge voraus. Die benötigten Einzelteile können Sie sich zuschneiden lassen. Einfacher ist es jedoch, auf einen Bausatz zurückzugreifen. Fertigbausätze sind bereits berechnet und entsprechend konstruiert. 

Eine solide Basis – Das Gerüst der Terrassenüberdachung

Foto von Fuß von Terrassenüberdachung, befestigt an Betonfundament

Unabhängig davon, ob Sie sich für einen Bausatz oder die selbst kreierte Terrassenüberdachung entscheiden, müssen Sie im ersten Schritt die Pfosten mit dem Fundament verankern. Dazu benötigen Sie Pfostenträger aus Stahl, die in Beton eingegossen oder auf ein Fundament aus Beton aufgeschraubt werden. Mit diesen Trägern werden die Pfosten dann verbunden. Bei einer Terrassenüberdachung aus Holz geben Sie der Konstruktion auf diese Weise nicht nur Halt, sondern schützen die Pfosten auch vor Staunässe oder aufsteigender Feuchtigkeit aus dem Boden. Beachten Sie, dass Pfostenträger nicht in jedem Bausatz enthalten sind und unter Umständen zusätzlich gekauft werden müssten.

Achten Sie bei der Gründung von Fundamenten auf Frostsicherheit. Das Fundament sollte sich in einer Tiefe befinden, in der es keinen Bodenfrost gibt. Normalerweise ist das bei etwa 80 cm der Fall.

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