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Weidenzaun flechten

Zuletzt aktualisiert: 30.09.20215 MinutenVon: OBI Redaktion
Ein geflochtener Weidenzaun im Garten

Wie du aus Weidenruten einen Weidenzaun flechten und so einen natürlichen Sichtschutz herstellen kannst, erfährst du im Ratgeber. Wir zeigen dir, welche Pflanzen sich eignen und geben Ideen zum Flechten.

Weidenzaun flechten: diese Pflanzen eignen sich

Um einen Weidenzaun zu flechten, kannst du auf eine große Auswahl an Flechtmaterialien aus der Natur zurückgreifen. Vor allem Weidenruten sind für solch ein Projekt beliebt. Verwende dafür die Ruten der Korb-Weide.

Es muss aber nicht immer eine Weide sein. Die Ranken und Wurzeln der Weinrebe eignen sich ebenfalls. Einen feinen Weidenzaun kannst du aus den laublosen Ranken von Efeu, Geißblatt und Waldrebe flechten. Neben Haselnussruten sind auch Ruten aus Sträuchern wie Duftjasmin, Felsenbirne, Flieder und Hartriegel möglich.

Dank der Vielfalt kannst du Muster unterschiedlicher Tönung in deinen Zaun flechten. Verwende dafür Ruten verschiedener Arten. Es eignen sich alle Zweige, die sich biegen lassen und dabei nicht brechen. Einjährige dünne Zweige nimmst du für einfache Zäune. Für stärkere Zäune bieten sich zwei- oder dreijährige Ruten an. Sie sind stabiler, aber auch schwerer zu formen.

Weiden anpflanzen

Harlekin-Weide im Garten

Mit einer Weide im Garten wächst der Rohstoff für deinen Weidenzaun direkt vor der Tür.

Hast du den Platz, pflanzt du einfach selbst Weidensträucher an, statt einzelne Weidenruten zu kaufen. So kannst du das benötigte Material jederzeit selbst schneiden. Wähle eine passende Weidenart für den Boden in deinem Garten und achte je nach Vorhaben auf die passende Wuchshöhe.

Weidenarten zum Flechten im Überblick

Um einen Weidenzaun zu flechten, kannst du auch die Zweige von Reif-Weide, Grau-Weide und Ohr-Weide verwenden.

Lebendiger Sichtschutz

Ein eng geflochtener Weidenzaun als natürlicher Sichtschutz.

Ein Weidenzaun ist ein natürlicher und lebendiger Sichtschutz. Verarbeitest du sie direkt nach dem Schneiden, treiben die Triebe aus.

Willst du einen lebenden Sichtschutz aus Ruten der Korb-Weide flechten, verarbeitest du sie direkt nach dem Schnitt. Dann treiben sie aus. Lagerst du sie längere Zeit, verlieren sie an Biegsamkeit und treiben weniger aus. Vor dem Flechten legst du die Ruten zwölf Stunden lang ins Wasser.

Anschließend steckst du die Ruten in die Erde. Hebe dafür einen 40 cm bis 60 cm tiefen Graben aus. Die Ruten sind etwa dreimal so lang. Halte einen Pflanzabstand von 15 cm ein und fülle den Graben mit feinkrümeliger Erde. Schlämme diese reichlich ein. Die Ruten wachsen im ersten Jahr an. Kontrolliere regelmäßig, ob sie austreiben, und entferne Seitentriebe mit einer Gartenschere. Den Boden hältst du stets feucht. Im Februar oder März des zweiten Jahres verflechtest du die Triebe rautenförmig. Mit einer Sisalschnur fixierst du die Kreuzungspunkte, falls es notwendig ist.

In den folgenden Jahren arbeitest du die Seitentriebe in den Weidenzaun ein, wodurch er dichter wird. Schneide die Haupttriebe im Februar oder März ab, wenn der Zaun die gewünschte Höhe erreicht hat. Kürzt du Seitentriebe ein, achte auf die Form der Hecke: Sie sollte unten 1 m breit sein, nach oben wird sie schmaler.

Hainbuche, Hasel, Feldahorn, Weiß-Weide oder Sal-Weide eignen sich ebenfalls für Flechtzäune. Bei diesen Pflanzen kannst du auch zwei Jahre altes eintriebiges Pflanzmaterial nutzen. Die stärksten Triebe setzt du mit einem Abstand von 15 cm bis 20 cm. Nach ein bis zwei Jahren sind sie angewachsen. Seitentriebe entfernst du regelmäßig. Im darauffolgenden Winter arbeitest du nicht angewachsene Triebe in den Zaun ein.

Weidenzaun flechten: schneller Sichtschutz

Schneller zu errichten und pflegeleichter sind Weidenzäune aus toten Weiden. Sie brauchen keinen Rückschnitt und sind direkt blickdicht. Für Beete oder Uferbegrenzungen nimmst du niedrigere Zäune. Setze einen Pfosten in die Erde und winde die Ruten um ihn. Verflechte vor allem die oberste Reihe gut. Sie gibt dem Zaun Stabilität.

Eine naturnahe Wind- und Sichtschutzwand kannst du auch mit Weidengeflecht-Fertigelementen zusammenbauen. Der Vorteil von Weidenzäunen ist, dass sie keinen Schutzanstrich brauchen. Kombiniere die Begrenzungen mit Bauerngartenpflanzen wie Malven, Astern oder Sonnenblumen. Fertigelemente für hohe Zäune bekommst du in der Größe 160 cm x 120 cm. 

Weidenzaun aus toten Trieben

Ein toter Weidenzaun braucht keine Pflege und keinen Rückschnitt. Er ist sofort blickdicht.

Böschungen sichern mit Weidenzäunen

Soll dein Weidenzaun eine Böschung sichern, baust du Faschinen, das sind Reisig- beziehungsweise Rutenbündel, in den Hang ein. Es gibt austriebsfähige Faschinen und Totholzfaschinen. Letztere bleiben blattlos und braun. Austriebsfähige Faschinen entwickeln Blätter. Sie breiten sich auf den Erdterrassen aus.

Für den Weidenzaun brauchst du zunächst Pflöcke, welche du 40 cm tief in die Erde schlägst. Halte einen Abstand von 50 cm ein. Flechte 3m bis 4m lange Ruten um die Pflöcke und stecke die Enden der Ruten rund 20 cm tief in den Boden. Verwendest du vorgefertigte Geflechte, befestigst du sie an den Pflöcken.

Zwischen den Faschinen füllst du die Fläche auf Geflechtshöhe auf. Den Untergrund drückst du gut an und wässerst ihn anschließend. Nur dann treibt das Geflecht aus und Erdterrassen entstehen. Zäune aus Totholzfaschinen bepflanzt du mit Blumen oder Bodendeckern.

Ideen zum Flechten und Biegen

Ein lebender Weidenpavillon auf einer Wiese

Die Triebe der Weide sind sehr flexibel. Daher kannst du aus ihnen auch fantasievolle Konstruktionen bauen.

Aus Weidenruten kannst du nicht nur Zäune flechten, sondern auch natürliche Spielplätze und Gartenelemente. Wir zeigen dir, was du noch alles aus dem Naturmaterial entstehen lassen kannst.

Krabbeltunnel

Um einen Krabbeltunnel zu flechten, hebst du zwei Pflanzgräben aus. Sie sind 40 cm tief und 20 cm breit. Lege sie in einem Abstand von 1 m bis 2 m an. In die Gräben steckst du im Abstand von 25 cm etwa 2 cm dicke Gerüstruten. Anschließend füllst du mit Erde den Graben auf und trittst alles fest. Über der Tunnelmitte verbindest du die Ruten der beiden Seiten zu einer Kuppel. Zwischen den folgenden Bögen flechtest du zwei diagonale Weidenruten ein. Dadurch bekommt der Tunnel mehr Halt.

Weidenzelt

Auch ein Zelt lässt sich aus Weidenruten flechten. Verwende dafür austriebsfähige Gerüstruten. Sie haben einen Durchmesser von 2 cm bis 3 cm und sind rund 4 m lang. Stecke sie tief in den Boden. Mit einer Sisalschnur bindest du alle Ruten in 2 m Höhe zusammen. Verflechte die angewachsenen Triebe mit Weidentrieben.

Sonnenschutz

Um einen Sonnenschutz zu erreichten, verflechtest du Äste und Triebe von acht hochstämmigen Weidenbäumen zu einem Dach. Sie sind austriebsfähig und bilden im Sommer ein dichtes Blätterdach. Schneide die Weiden mehrmals im Jahr.

Weidenpavillon und Gartenlaube

Weidenzweige sind sehr biegsam. Aus ihnen entsteht ein Weidenpavillon oder eine Gartenlaube mit hohen Bögen.

Kleine Bauwerke

Weidenruten sind ideal, um kleinere Bauwerke zu flechten. Probiere dich einfach aus. Beachte, dass nur das Material Blätter bildet, das Erdkontakt hat.

Verankere austriebsfähige Ruten 40 cm bis 60 cm tief in den Grund. Dafür hebst du mit einem Spaten einen Graben mit einer Mindesttiefe von 40 cm aus. Schlämme Grundruten gut ein. Bis sie Blätter bilden, hältst du die Erde stets feucht. Sind die Ruten angewachsen, kannst du Wände zwischen den bewurzelten Grundruten hindurchweben. Dadurch erhalten sie mehr Stabilität.

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