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Aquarium einrichten – Tipps für den Start

Zuletzt aktualisiert: 26.08.20199 Minuten
Aquarium einrichten Unterwasserlandschaft Aquascape Zierfische

Ein eigenes Aquarium setzt in der Wohnung optische Akzente und kann ein willkommener Ruhepol sein. Vom Beckenkauf bis zur fertigen Unterwasserlandschaft gibt es einige Dinge zu beachten, damit sich Pflanzen und Tiere darin wohlfühlen.

Wie richtet man ein Aquarium ein?

Um ein eigenes Aquarium einzurichten, braucht es vor allem Planungsvorlauf. Welche Fische darin leben sollen, welches Modell sich am besten eignet, an welchem Ort es stehen soll – all diese Punkte müssen individuell abgeklärt werden. Die Einrichtung selbst ist in wenigen Schritten vollzogen – diese Anleitung erläutert, wie sich der Plan vom eigenen Aquarium ganz einfach in die Tat umsetzen lässt.

Das richtige Aquarium finden

Aquarium einrichten Auswahl leeres Aquarium

Vor der Anschaffung eines Aquariums sollten Sie zunächst einige wichtige Punkte planen. So müssen Sie entscheiden, welche Größe Ihr Aquarium haben soll. Das hängt nicht nur von der Größe Ihrer Räumlichkeiten ab, sondern auch davon, welche Fische Sie darin halten wollen und wie viel Platz diese benötigen. Es gibt bereits Nano-Aquarien ab 10 Liter zu kaufen. Ein großes Aquarium macht allerdings weniger Arbeit, weil es die stabileren Wasserwerte hat. Je weniger Wasser im Aquarium ist, desto schneller können sich Nitrat- und Nitritwert, der pH-Wert, die Wasserhärte, der CO2- und der Sauerstoffgehalt zum Negativen verändern. Desto schneller können auch Tiere und Pflanzen gefährdet und Wasserpflegemittel erforderlich werden. Aber nicht nur Einsteiger sollten mindestens ein 54-Liter-Becken wählen – auch für eine artgerechte Tierhaltung ist ein Aquarium von ausreichender Größe mit mindestens 60 cm Kantenlänge unerlässlich.

Zudem gilt es, den passenden Standplatz für das Aquarium ausfindig zu machen. Zum einen muss das Aquarium dort sicher stehen, da ein befülltes Aquarium sehr schwer ist. Deshalb muss sich vor allem eine Unterkonstruktion finden, die das Gewicht ohne Schwierigkeiten trägt. Hier bieten sich Aquarienkombinationen an, bei denen das Becken gleich mit passendem Unterschrank zu kaufen ist. So hat das Aquarium die richtige Höhe, um es ohne Schwierigkeiten pflegen zu können. Wird das Aquarium auf ein anderes Möbelstück gestellt, empfiehlt sich eine Schaumstoffmatte zwischen Aquarium und Unterkonstruktion. Diese fängt Unebenheiten ab und verhindert damit Spannungen im Aquarienglas und daraus resultierende Lecks. Bei Aquarien über 300 Liter, die beispielsweise in der Mitte eines Raumes stehen sollen, kann außerdem eine Prüfung der Statik sinnvoll sein. Für gewöhnlich sollte der Boden die punktuelle Belastung zwar tragen, wenn Sie sich aber bei der Beschaffenheit Ihres Hauses nicht sicher sind, sollten Sie vorsichtshalber einen Statiker konsultieren.

Zum anderen sollten Sie bei der Wahl des passenden Standplatzes darauf achten, dass das Aquarium dort möglichst keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Diese fördert nämlich das Algenwachstum im Becken. Auch Türen oder Stereoanlagen in direkter Nähe zum Aquarium sind nicht zu empfehlen. Der Standort sollte ruhig und gut sichtbar sein.

Das passende Zubehör

Um es für Fische und Pflanzen bewohnbar zu machen, braucht jedes Aquarium eine technische Grundausstattung. Dazu gehören ein Filter, ein Heizstab, ein Thermometer sowie die Beleuchtung. Klassische Einsteigersets verfügen in der Regel bereits über das wichtigste Zubehör, größeren Becken liegt häufig zudem ein Außenfilter bei.

Wer den Pflanzen in seinem Aquarium etwas Gutes tun will, der kann sich außerdem eine CO2-Anlage zulegen. Diese unterstützt die Wasserpflanzen bei der Photosynthese und fördert so das Wachstum. Eine CO2-Anlage ist kein Muss, kann aber besonders beim Pflanzen von anspruchsvollen Gewächsen hilfreich sein.

Der Filter

Aquarium einrichten Technik Innenfilter

Der Filter reinigt Tag und Nacht das Wasser und ist damit für das Gleichgewicht des Aquariums unverzichtbar. Es gibt zwei Arten von Filtern: Innenfilter werden mit Saugnäpfen innerhalb des Aquariums befestigt. Vor allem kleinere Aquarien bis ca. 100 Liter verfügen über einen Innenfilter, es sind aber auch größere Komplettsets mit Innenfilter erhältlich. Dieser hat den Vorteil, dass er sich direkt im Becken befindet – auf diese Weise droht kein Auslaufen. Weil das Wasser weniger Strecke zurücklegen muss, ist ein Innenfilter außerdem oft stromsparender. Zudem ist er leichter zu reinigen als ein Außenfilter, muss dafür allerdings häufiger gesäubert werden. Auch nimmt er im Becken trotz seiner Kompaktheit natürlich etwas Platz weg, auch wenn er mit Pflanzen oder einer dekorativen Rückwand kaschiert werden kann.

Vor allem bei größeren Aquarien ist oft ein Außenfilter sinnvoll. Dieser wird im Schrank unter dem Aquarium platziert und mit Schläuchen mit dem Becken verbunden. Er kann je nach Filtervolumen größere Mengen Wasser filtern und es finden je nach Größe mehr Filtermedien darin Platz. Zudem muss er seltener gereinigt werden, dafür gestaltet sich die Reinigung allerdings aufwendiger. Dass sich der Filter außerhalb des Beckens befindet, kann sowohl Vorteil als auch Nachteil sein – zwar nimmt der Filter keinen Platz im Becken weg, allerdings besteht die Gefahr des Auslaufens im Falle eines Defekts.

Die Heizung

Aquarium einrichten Technik Heizung Bodenheizung Heizstab

Die meisten Zierfische benötigen eine Wassertemperatur zwischen 24° und 26°C. Um diese zu erzeugen und langfristig zu erhalten, benötigen Sie eine eigene Heizung für das Aquarium. Diese springt an, wenn es im Becken zu kalt wird und wieder aus, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist. Neben dem Heizstab, der wie der Innenfilter mit Saugnäpfen innerhalb des Aquariums angebracht wird, gibt es Filter mit integrierter Heizung sowie Bodenfluter, die sich unter dem Bodengrund befinden. Um die Temperatur jederzeit prüfen zu können, ist es außerdem ratsam, ein Aquarienthermometer anzubringen.

Die Beleuchtung

Aquarium einrichten Technik Beleuchtung LED

Da das Aquarium nie in der Sonne stehen soll, sind die Fische und Pflanzen auf eine künstliche Beleuchtung angewiesen. Diese erfolgt entweder mittels LED oder mit herkömmlichen Leuchstoffröhren. Sie sollte mithilfe einer Zeitschaltuhr gesteuert werden, damit die Leuchtdauer nicht mehr als zehn bis zwölf Stunden beträgt und ein natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus aufrechterhalten wird. Eine LED-Beleuchtung hat den Vorteil, dass viele Modelle mittels Steuerung zum Beispiel Sonnenauf- und Untergänge simulieren können und sie ist zudem besonders stromsparend.

Das Aquarium gestalten

Wenn das Aquarium und die passende Technik vorhanden sind, können Sie es mit Boden, Bepflanzung und Dekoration gestalten. Vom Fels-Hintergrund bis zum Piratenschiff – hier können Sie kreativ sein. Bevor Sie allerdings mit der Gestaltung beginnen, sollten Sie das Aquarium auswaschen – entweder nur mit Wasser oder mit Aquarium-Reiniger. Keinesfalls sollten Sie hierfür chemische Reiniger verwenden. Außerdem ist es ratsam, das Aquarium jetzt schon an seinen späteren Platz zu stellen, da es sich in befülltem Zustand kaum noch bewegen lässt.

Die Rückwand

Aquarium einrichten Dekoration Rückwand

Falls das Aquarium eine dekorative Strukturrückwand (zum Beispiel in Fels-Optik) bekommen soll, dann sollten Sie diese zunächst zuschneiden und mit Aquarium-Kleber anbringen. Auch um den Innenfilter herum können Sie zur Rückwand passende Zuschnitte anbringen und diesen so verdecken. Beachten Sie hierbei die Trocknungszeit des Klebers, bevor Sie mit der Gestaltung Ihres Aquariums fortfahren.

Eine Poster-Rückwand hingegen wird von außen an der Rückseite des Aquariums befestigt und kann daher auch nachträglich angebracht werden.

Der Bodengrund

Aquarium einrichten Aquarienkies Bodengrund

Als nächstes geben Sie den Boden in das Aquarium. Zunächst füllen Sie eine etwa 2 cm dicke Schicht Nährboden für die Wasserpflanzen ins Aquarium. Anschließend schütten Sie mit Kies oder Quarzsand den Bodengrund auf. Feiner Kies mit abgerundeten Kanten oder Quarzsand empfehlen sich besonders für Fische, die gerne buddeln oder sich selbst im Untergrund vergraben. Feiner Sand hat den Nachteil, dass er regelmäßig von Futterresten befreit werden sollte und nur eine sehr dünne Schicht von etwa 1 bis 2 cm auf den Nährboden gegeben werden darf, da sonst Schimmelgefahr besteht.

Bevor Kies oder Sand in das Becken kommt, sollte Sie ihn so lange durchspülen, bis das Wasser klar ist, um den Abrieb vom Transport abzuwaschen. Wenn der Boden zur Rückwand hin ansteigt, ergibt sich ein schönerer Eindruck. Je nach Größe des Aquariums sollte die Höhe der Kiesschicht 5 bis 10 cm betragen. Hierbei können Sie auch verschiedene Kiessorten in unterschiedlichen Teilen des Aquariums aufschütten oder diese mischen – hier haben Sie die Möglichkeit, zu experimentieren.

Die Dekoration – Hardscape

Aquarium einrichten Dekoration Hardscape Steine

Die Kunst, ein Aquarium zu dekorieren, nennt sich "Aquascaping". In dieser Disziplin werden sogar Weltmeisterschaften ausgetragen. Ein Aquascape, also eine Unterwasserlandschaft, setzt sich neben Boden und Rückwand aus "Hardscape" und "Softscape" zusammen. Mit der Hardscape sind Dekoelemente wie Steine und Wurzeln gemeint, die den Fischen Möglichkeiten geben, sich zu verstecken, die Softscape umfasst die Bepflanzung.

Bei der Auswahl der passenden Elemente für die Hardscape ist es ratsam, nicht etwa die Funde vom letzten Waldspaziergang zu benutzen, da die Wurzeln meist faulen und die Steine Einschlüsse enthalten können, die das Gleichgewicht des Aquariums stören können. Stattdessen empfiehlt sich ein Einkauf im Fachhandel. Die Auswahl ist groß – neben Steinen und Wurzeln gibt es hier auch Dekofiguren wie Schlösser, Schiffswracks oder Vulkane.

Wenn Sie aus mehreren Steinen ein Arrangement bauen möchten, sollten Sie diese mit Aquariumkleber aneinander befestigen, damit sie sich nicht voneinander lösen und schlimmstenfalls einen der Fische erschlagen. Beim Platzieren der einzelnen Elemente sollten diese möglichst nicht mit den Scheiben des Aquariums in Berührung kommen, da sonst unschöne Kratzer entstehen können. Karton oder Küchenrolle, die vor die Scheiben geklebt werden, können diese während des Dekorierens schützen.

Die Bepflanzung – Softscape

Aquarium einrichten Pflanzen Bepflanzung Softscape

Für den letzten Schliff sorgt schließlich die Bepflanzung des Aquariums. Bevor diese erfolgt, können Sie das Aquarium bereits zu einem Drittel mit lauwarmem Wasser befüllen. Damit der Bodengrund dabei nicht aufgewühlt wird, kann eine Gießkanne mit Brause, über die sich das Wasser gleichmäßiger verteilt, beim Befüllen des Aquariums hilfreich sein. Ebenso kann ein Teller auf dem Bodengrund helfen, über den Sie das Wasser ins Becken lassen. Alternativ können Sie das Wasser über Ihre Handinnenfläche ins Aquarium einlassen.

Danach folgt die so genannte "Softscape", also das Einsetzen der Pflanzen in das Aquarium. Bevor Sie die einzelnen Pflanzen einsetzen, entfernen Sie zunächst das Transportmaterial um die Wurzeln, dann können Sie die Pflanzen mithilfe einer Pinzette in den Boden des Aquariums einsetzen. Falls das Aquarium noch wasserlos ist, befeuchten Sie die Pflanzen regelmäßig mit einer Sprühflasche .

Wenn Sie erst nach der Bepflanzung Wasser einlassen, ist es ratsam, die Pflanzen dabei mit Küchenrolle abzudecken, um zu verhindern, dass sie sich beim Befüllen vom Boden lösen oder durch den Wasserstrahl Schaden nehmen.

Das Aquarium für seine Bewohner vorbereiten

Aquarium einrichten eingerichtetes Aquarium ohne Fische einfahren

Wenn das Aquarium vollständig mit Wasser befüllt ist, können Sie Pumpe und Heizung anlassen und sich Ihr Werk schon einmal im Schein der Beleuchtung anschauen. Manchmal ist das Wasser anfangs noch getrübt, klärt sich aber im Laufe der Zeit.

Bevor die Fische in ihr frisch "renoviertes" Heim einziehen können, müssen allerdings die Wasserwerte stimmen. Beschleunigt werden kann dieser Prozess, der "einfahren" genannt wird, durch die Zugabe von Bakterien ins Wasser. Dann können Sie die Fische schon nach etwa einer Woche in das Aquarium entlassen. Ohne Bakterienpräparat kann der Prozess bis zu vier Wochen dauern. Die Wasserwerte sollten Sie unbedingt mehrfach im Abstand von einigen Tagen anhand eines Test-Streifens überprüfen, bevor Sie die Fische im Zoohandel erstehen und ins Aquarium setzen.

Die Fische ins Aquarium setzen

Aquarium einrichten Anleitung fertiges Aquarium im Wohnzimmer betrachten

Wenn die Wasserwerte stimmen, können Sie die Fische schließlich in ihre neue Heimat entlassen, allerdings gibt es zuvor beim Kauf noch einige Dinge zu beachten. Zum einen sollten nicht zu viele Fische im Aquarium gehalten werden – laut dem Deutschen Tierschutzbund sollte die Besatzdichte der Fische nicht größer sein als 0,5 cm Fischlänge pro Liter Wasser im Aquarium. Zum anderen muss bei der Auswahl der Fischarten auch Rücksicht auf deren Revier- und Sozialverhalten genommen werden. So sollten beispielsweise keinesfalls Fischarten gemeinsam in einem Becken gehalten werden, die in einem Jäger-Beute-Verhältnis zueinander stehen. Wenn Sie sich unsicher sind, holen Sie den Rat eines Spezialisten ein, zum Beispiel eines OBI Mitarbeiters aus der Abteilung Heimtierbedarf.

Wenn Sie die Fische erstanden haben und diese ins Becken setzen möchten, sollten Sie zunächst den geschlossenen Transportbeutel für mindestens 10 Minuten ins Wasser des Aquariums legen, damit sich die Wassertemperatur im Beutel der im Becken anpasst. Danach öffnen Sie den Transportbeutel und geben nach und nach ein wenig Wasser aus dem Aquarium hinein. Wenn sich die Fische einige Minuten später an ihre neue Umgebung gewöhnt haben, werden sie schließlich nach und nach aus dem Beutel ins Becken entlassen und können ihr neues Zuhause erkunden.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.