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Ratten vertreiben: Befall erkennen

Ratten können Krankheiten übertragen und Schäden am Haus und im Garten anrichten. Sie nagen an Leitungen, fressen Vorräte und hinterlassen Kot. Am besten vertreibst du Ratten schnellstmöglich, bevor sie zu einer Plage werden. Dafür musst du die Anzeichen eines Befalls frühzeitig erkennen. Je länger du wartest, desto mehr Nager breiten sich aus: Die Weibchen bringen jeden Monat bis zu 20 Jungtiere zur Welt.

Nagespuren und frischer Kot sind deutliche Anzeichen für die ungewollten Bewohner. Folgst du den Spuren, kommst du in der Regel zu einem Rattennest. Dunkle Ecken, wenig genutzte Räume, Dachböden und Keller sind die bevorzugten Rückzugsorte für Ratten. Kontrolliere sie deshalb regelmäßig.

Die folgenden Warnsignale deuten auf einen Rattenbefall hin:

  • Kotspuren: Dunkler, spindel- oder bananenförmiger Kot entlang von Wänden und Ecken

  • Nagespuren: Spuren in Form von zwei parallelen Rillen im Holz, an Kabeln, Verpackungen oder Vorräten

  • Starker Geruch: Intensiver und beißender Geruch nach Ammoniak

  • Unbekannte Geräusche: Kratzen, Trippeln oder Scharren; meist nachts in Wänden oder Zwischendecken

  • Nester: Nester aus Papierresten, Stoff oder Dämmmaterial in geschützten, dunklen Bereichen

Hausratte oder Wanderratte: So erkennst du das Tier

Eine Ratte sitzt in einem Küchenschrank

Hausratten stehen auf der Liste der bedrohten Tierarten. Du darfst sie deshalb nicht töten.

Die Hausratte, manchmal auch Dachratte oder Schiffsratte genannt, ist eine von über 65 bekannten Rattenarten. Du erkennst sie an ihrem kleinen und schlanken Bau. Sie hat große Ohren, einen langen Schwanz und eine spitze Schnauze. Die Hausratte steht vor dem Aussterben und wird auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten geführt. Aus diesem Grund darfst du Hausratten nicht töten – aus dem Haus vertreiben allerdings schon.

So gehst du bei einem Hausrattenbefall richtig vor:

  1. Deine Beobachtungen dokumentieren – z. B. Fundort, Fotos, Kotspuren.

  2. Die untere Naturschutzbehörde deiner Stadt oder deines Landkreises kontaktieren.

  3. Unter keinen Umständen Fallen oder Gift einsetzen!

Die zweite Rattenart, die in Deutschland gelegentlich für Ärger sorgt, ist die Wanderratte oder Kanalratte. Sie unterscheidet sich von der Hausratte unter anderem durch ihr graubraunes Rückenfell. Das Bauchfell ist hellgrau bis weiß gefärbt. Ihr Schwanz ist etwas kürzer als ihr Körper. Den Namen Kanalratte verdankt der Nager seiner Lebensweise in der Nähe von Gewässern beziehungsweise Abwassersystemen.

Die folgende Tabelle zeigt die äußerlichen Unterschiede zwischen Haus- und Wanderratten:

Äußerliches Merkmal
Größe
Hausratte
15 bis 20 cm, dünn gebaut
Wanderratte
20 bis 27 cm, kräftig gebaut
Äußerliches Merkmal
Gewicht
Hausratte
ca. 150 bis 250 g
Wanderratte
ca. 250 bis 500 g
Äußerliches Merkmal
Fellfarbe
Hausratte
Schwarz bis dunkelbraun, glänzend
Wanderratte
Grau bis braun, matt
Äußerliches Merkmal
Ohren
Hausratte
Groß & dünn, zeigen deutlich aus dem Fell
Wanderratte
Klein & behaart, liegen näher am Kopf
Äußerliches Merkmal
Schwanz
Hausratte
Länger als der Körper, dünn
Wanderratte
Kürzer als der Körper, kräftiger
Äußerliches MerkmalHausratteWanderratte
Größe
15 bis 20 cm, dünn gebaut
20 bis 27 cm, kräftig gebaut
Gewicht
ca. 150 bis 250 g
ca. 250 bis 500 g
Fellfarbe
Schwarz bis dunkelbraun, glänzend
Grau bis braun, matt
Ohren
Groß & dünn, zeigen deutlich aus dem Fell
Klein & behaart, liegen näher am Kopf
Schwanz
Länger als der Körper, dünn
Kürzer als der Körper, kräftiger

So vertreibst du Ratten wirksam

Haben nur wenige Ratten dein Haus befallen, kannst du sie normalerweise selbst ohne größere Probleme vertreiben. Einen Kammerjäger brauchst du erst bei einem größeren Befall.

In Haushalten mit Kindern oder Haustieren sollten nur sichere und giftfreie Methoden zur Rattenabwehr eingesetzt werden. Empfehlenswert sind z. B. mechanische Schlag- oder Lebendfallen in verschließbaren Sicherheitsboxen, die den Zugang zu Köder und Falle begrenzen. Gefangene Ratten bringst du an einen weit entfernten Ort, wo du sie wieder freilässt. Bist du zu nah an deinem Haus oder Garten, finden die Tiere schnell wieder zurück. Auch elektronische Ultraschallgeräte, die Ratten mit hochfrequenten Tönen vertreiben, gelten als unbedenkliche Option – vorausgesetzt, sie stören keine Haustiere.

Weitere humane und sanfte Hausmittel zum Vertreiben der Nagetiere:

  • Pfefferminze: Ratten mögen den starken Geruch von Minze nicht. Minzpflanzen im Garten oder Minzöl auf Wattepads in Zugängen im Haus können die Nager vertreiben.

  • Lavendel: Der starke Duft von Lavendel schreckt Ratten ebenso ab. Lavendelpflanzen, Duftsäckchen oder ätherisches Öl in der Nähe von Nestern oder Laufwegen können helfen.

  • Wermut oder Rainfarn: Die Bitterstoffe dieser Pflanzen meiden die schlauen Nager. Zur Bekämpfung kannst du frische Zweige oder getrocknete Kräuter in betroffene Bereiche legen.

  • Knoblauch und Zwiebeln: Auch einfache Hausmittel wie Knoblauch oder Zwiebeln können helfen. Der beißende Geruch wirkt abschreckend auf die Tiere.

Ratten bekämpfen kannst du auch mit Schlagfallen, sofern es sich nicht um eine geschützte Rattenart handelt. Diese helfen aber nur gegen kleinere Rattenfamilien oder Einzeltiere. Die Falle verfügt über einen spannbaren Metallbügel, der bei Kontakt zuschnappt. Allerdings gewöhnen sich die Artgenossen unter Umständen auch an diese Fallenart und meiden sie anschließend.

Gegen einzelne Tiere hilft zum Beispiel auch Rattengift. Dieses darfst du jedoch keinesfalls gegen eine der bedrohten Rattenarten anwenden. In Gruppen lernen Ratten schnell, was für sie ungesund ist. Lege vergiftete Köder deshalb immer an neuen Orten aus. Als Privatanwender darfst du Gifte mit den Wirkstoffen Chlorphacinon, Coumatetralyl und Warfarin beziehungsweise Natrium-Warfarin kaufen.

Hinweis: In Deutschland ist der Einsatz von Rattengift nur in speziell zugelassenen, geschlossenen Köderstationen erlaubt. In allen anderen Fällen ist die Anwendung ausschließlich Fachpersonal vorbehalten. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Hol dir bei einem starken Rattenbefall stattdessen Rat bei einem Kammerjäger. Dieser kann dir passende Fallen und Gifte empfehlen. Achte aber darauf, dass der Experte tatsächlich unbedenkliche Mittel verwendet. Wichtig sind außerdem anerkannte Zertifikate oder eine Mitgliedschaft im Schädlingsbekämpferverband.

Ratte wird in einer Lebendfalle weggetragen.

Ratten in Lebendfallen zu fangen, ist zwar aufwendig, dafür jedoch die humanste Art, die Nager zu vertreiben.

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Weitere legale Methoden zur Rattenbekämpfung im Vergleich

Die folgende Tabelle gibt dir einen kompakten Überblick über drei gängige und legale Methoden zur Rattenbekämpfung – mit einer Einschätzung zu Wirksamkeit, Aufwand, Tierwohl und gesetzlicher Zulässigkeit:

Methode
Lebendfalle
Wirksamkeit
Mittel
Aufwand
Mittel bis hoch
Tierwohl
Hoch
Gesetzliche Zulässigkeit
Erlaubt; regelmäßige Kontrolle notwendig
Methode
Schlagfalle
Wirksamkeit
Hoch
Aufwand
Mittel
Tierwohl
Niedrig
Gesetzliche Zulässigkeit
Erlaubt, wenn tierschutzkonform
Methode
Giftköder
Wirksamkeit
Hoch
Aufwand
Gering bis Mittel
Tierwohl
Sehr niedrig
Gesetzliche Zulässigkeit
Nur durch Fachpersonal erlaubt
MethodeWirksamkeitAufwandTierwohlGesetzliche Zulässigkeit
Lebendfalle
Mittel
Mittel bis hoch
Hoch
Erlaubt; regelmäßige Kontrolle notwendig
Schlagfalle
Hoch
Mittel
Niedrig
Erlaubt, wenn tierschutzkonform
Giftköder
Hoch
Gering bis Mittel
Sehr niedrig
Nur durch Fachpersonal erlaubt

Was Ratten wirklich anlockt: Die besten Köder für Lebendfallen

Um eine Ratte auf humane Art und Weise in der Lebendfalle zu erwischen, benötigst du die richtigen Köder. Ratten sind zwar grundsätzlich Allesfresser, aber sie bevorzugen stark duftende, energiereiche Nahrung. Mit dem passenden Lockmittel erhöhst du die Fangchancen deutlich.

Hier findest du eine praxisbewährte Auswahl an geeigneten Ködern:

  1. Erdnussbutter: Intensiver Geruch und nährstoffreich – einer der zuverlässigsten Köder überhaupt.

  2. Speck: Besonders attraktiv durch Fett und Geruch.

  3. Getrocknete Früchte: Ratten lieben Zuckerquellen, womit sich Rosinen, Datteln oder Feigen bestens als Köder eignen.

  4. Nüsse: Geröstete Nusssorten wie Haselnuss, Erdnuss oder Walnuss gelten als besonders geruchsintensiv und fettreich und sind sehr beliebt bei den Nagern.

  5. Schokolade: Der süße Geruch zieht die Ratten an.

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So beugst du einem Rattenbefall vor

Damit du Ratten erst gar nicht bekämpfen musst, ist die richtige Vorbeugung wichtig. Entsorge Essensreste ausschließlich im Abfall und niemals im Ausguss oder der Toilette. Denn in der Kanalisation dienen die Reste als gute Nahrungsquelle für die Tiere. Das gilt vor allem für Erdgeschosswohnungen: Dort sind Toiletten über das Abwasserrohr gut für die Schädlinge zugänglich.

Rückstauklappen verhindern, dass Ratten durch die Toilette ins Haus gelangen. In Neubauten sind sie in der Regel standardmäßig installiert. In alten Gebäuden musst du sie eventuell nachrüsten.

Die meisten Essensreste entsorgst du am besten in der Biotonne, Gartenabfälle landen direkt auf einem gut durchmischten Kompost. Fleischreste kommen hingegen unbedingt in den Restmüll. Räume zudem regelmäßig Schuppen und Keller auf – so entdeckst du mögliche Rattennester sofort.

Deinen Keller lüftest du am besten kurz, aber gründlich. So haben Ratten weniger Zeit, um ins Haus zu gelangen. Alternativ bringst du Gitter an der Außenseite von Kellerfenstern an, um die Nager draußen zu halten. Die Lichtschächte sollten ein Abdeckrost mit engen Maschen haben.

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Gefahren durch Ratten

Ratten sind potenzielle Überträger von gefährlichen Krankheiten. Besonders gesundheitsgefährdend ist die Wanderratte: Zu den möglichen Krankheiten, die von ihr ausgehen, gehören Tollwut, Tuberkulose, Hepatitis, Fleckfieber und die Amöbenruhr. Deshalb ist es notwendig, einem Rattenbefall vorzubeugen und die Schädlinge zu vertreiben.

Spätestens wenn du Ratten im Haus entdeckst, solltest du alle Lebensmittel in fest verschlossene Dosen oder Gläser umlagern. Wasche die bisherigen Behälter vor dem Öffnen mit heißem Wasser ab.

Verschiedene Lebensmittel in zuschraubbaren Gläsern.

Lagere deine Lebensmittel in fest verschlossenen Behältern, um Ratten vorzubeugen. So hältst du sie außer Reichweite der Tiere.

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FAQ – Fragen und Antworten zum Ratten vertreiben

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