Hauptinhalt
Schimmel wird mit Sprühflasche und Handschuh von der Wand entfernt.

Wenn du die Ursachen und Anzeichen von Schimmelbefall kennst, kannst du Schimmel vorbeugen und diesen rechtzeitig entfernen. Lies hier, worauf du achten musst, damit deine Wohnung schimmelfrei bleibt.

Wie kann man Schimmel entfernen?

Schimmel im Wohnraum ist gesundheitsschädlich und substanzschädigend für das Haus. Hast du einen Schimmelbefall entdeckt, ist es wichtig, die Ursache zu finden und zu beseitigen. So beugst du erneuter Schimmelbildung vor.

Wenn du Schimmel entfernst, arbeite ausschließlich mit Schutzkleidung bei frischer Luft mit geöffnetem Fenster und geschlossenen Türen. Mit einer FFP3-Atemschutzmaske schützt du dich vor dem Einatmen der Schimmelsporen. Bevor du die Tapete, Verkleidungen oder Silikonfugen an den betroffenen Stellen entfernst, besprühe sie mit einem Anti-Schimmel-Mittel. Durch Anfeuchten vermeidest du, dass Schimmelsporen in die Luft geraten.

Bei starkem Schimmelbefall empfehlen wir, den betroffenen Putz abzuschlagen. Anschließend behandelst du die Oberfläche gründlich mit einem Schimmelentferner ein. Nach der Anwendung muss die Mauer komplett trocknen. Stelle sicher, dass die Ursache für den Befall beseitigt ist. Nun kannst du die Wand neu verputzen und tapezieren.

Hinweis: Einen größeren Schimmelbefall, beispielsweise im Keller oder auch im Wohnraum des Hauses, beseitigst du immer mithilfe eines Fachbetriebes. Die Fachleute helfen dir dabei, die Ursachen eindeutig zu identifizieren und geeignete Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen. Unabhängig davon, ob es sich um einen großen oder kleinen Befall handelt, nur die vollständige Beseitigung der Ursachen sowie die korrekte Ausführung der Schimmelsanierung schalten den Schimmel dauerhaft aus.

Schimmelentferner

Schimmelentferner im Onlineshop finden

Jetzt die passenden Produkte auswählen und loslegen.

Ursachen für Schimmelbildung

Ein häufiger Grund für Schimmel im Haus ist falsches Lüften und Heizen. Schimmelpilze gedeihen bei hoher Luftfeuchtigkeit und feuchtkalten Hauswänden. Auch Schäden an Wasserleitungen sowie Baumängel begünstigen den Schimmelbefall. Ein defektes Dach oder Risse im Mauerwerk können ebenso verantwortlich für Schimmel sein wie ein Rohrbruch oder aufsteigende Feuchtigkeit im Keller.

Damit Feuchtigkeit wieder aus Böden und Wänden entweichen kann, beachte bei Bauarbeiten stets auch die korrekte Trocknungszeit der Baustoffe. Ist das Haus nicht richtig gedämmt, können Wärmebrücken zwischen verschiedenen Bauteilen und Bereichen entstehen. Dadurch bilden sich gegebenenfalls Feuchtigkeit und Kondenswasser, die wiederum Schimmel begünstigen.

Wasserschaden am Fenster hinter einem Möbelstück.

Unentdeckte Wasserschäden – zum Beispiel hinter Möbelstücken – können zur Schimmelbildung führen.

Anzeichen für einen Schimmelbefall

Die ersten Anzeichen für Schimmel sind häufig ein muffiger Geruch sowie Flecken an Wänden, in Fugen, auf Möbeln, Teppichen oder anderen Gegenständen.

Neben dem im Haus oft auftretenden schwarzen Schimmel gibt es auch weißen, grünen und gelben sowie roten Schimmelbefall. Besonders schädlich sind dabei Schwarzer und Gelber Schimmel.

Mehr zu den unterschiedlichen Schimmel-Arten erfährst du im Folgenden.

Mann misst Feuchtigkeit in der Wand.

Verschiedene Schimmelarten und Ursachen der Schimmelbildung

Schwarzer Schimmel

Diese Art tritt bei Feuchtigkeitsproblemen im gesamten Haus auf. Oft bilden sich schwarze Punkte und dann Flächen, die aufgrund vieler verschiedener Schimmelarten ganz unterschiedlich von trocken bis schleimig geschaffen sein können. Schwarzer Schimmel ist schwer gesundheitsschädigend.

Weißer Schimmel

In ungeheizten, kühlen und feuchten Räumen wie dem Keller kann weißer Schimmel auftauchen. Er ist gerade auf weißen Untergründen nicht immer leicht zu erkennen. Dann helfen andere Anzeichen: Ein modriger Geruch sowie gehäuftes Auftreten von Kellerasseln und Silberfischen sind Hinweise für einen möglichen Schimmelbefall. Weißer Schimmel gilt als Risikofaktor für verschiedene Krankheiten. Betroffene beklagen häufig Beschwerden wie bei trockener Raumluft. Dies kann zu falschen Diagnosen und kontraproduktiver Raumbefeuchtung führen.

Grüner Schimmel

Grüner Schimmel tritt im Haushalt auf Lebensmitteln, Pflanzenerde sowie in Feuchträumen und Fugen auf. Häufig bildet der Pilz einen pelzig-flauschigen Belag aus. Grüner Schimmel kann beispielsweise Allergien und Asthma auslösen, gilt aber im Vergleich zu anderen Arten als weniger gesundheitsschädigend.

Gelber Schimmel

Gelber Schimmel ist hierzulande eher selten. Er kann aber vor allem bei mangelnder Hygiene vorkommen. Er bevorzugt feuchte Ecken, Polster oder Baumwollstoffe. Gelber Schimmel ist wie schwarzer besonders schädlich für die Gesundheit von Mensch und Tier.

Roter Schimmel

Auf zellulosehaltigen Untergründen wie Papiertapeten kann sich roter Schimmel bilden. Er bevorzugt eine feuchte Umgebung wie das Bad. Roter Schimmel ist weniger stark gesundheitsschädlich als schwarzer oder gelber Schimmel, kann aber zum Beispiel Asthma verursachen.

Schimmel richtig entfernen

Wenn ein kleiner Bereich, beispielsweise an einer Wand, von Schimmel befallen ist und die Ursache nicht bei schwerwiegenden baulichen Mängeln liegt, kannst du die Schimmelsanierung selbst durchführen.

Bevor du mit dem Entfernen des Schimmelpilzes beginnst, öffnest du die Fenster des betroffenen Raumes und schließt alle Türen zu anderen Bereichen.

Wir empfehlen, alle befallenen Möbel, Teppiche und sonstigen Gegenstände fachgerecht zu entsorgen. Auf diese Weise gelangen keine Schimmelsporen in andere Bereiche von Haus oder Wohnung.

Jemand reinigt Schimmel im Badezimmer

4 Schritte

1Bereich freiräumen

Auf einen Blick

  • Befallene Gegenstände entsorgen

  • Möbel und weitere Gegenstände vor Schimmelreinigung aus dem Weg räumen

  • Schutzkleidung und Atemmaske tragen

2Befallene Materialien entfernen und entsorgen

Auf einen Blick

  • Tapete abziehen und entsorgen

  • Putz abschlagen und entsorgen

3Befallene Stelle reinigen

Auf einen Blick

  • Passenden Schimmelentferner oder Hausmittel wählen

  • Stelle feucht reinigen

4Wand trocknen

Auf einen Blick

  • Große Flächen mit Bautrockner trocknen

  • Kleine Flächen mit Föhn trocknen

Mittel zur Entfernung von Schimmel

Um Schimmelpilze von Oberflächen zu entfernen, kannst du zu verschiedenen Mitteln greifen. Die bekanntesten Mittel stellen wir dir im Folgenden einmal vor.

Hinweis: Trage beim Entfernen von Schimmel immer passende Schutzkleidung – egal, welches Reinigungsmittel du nutzt. Dazu gehört neben Handschuhen und einer Schutzbrille auch ein Atemschutz, der die Schimmelsporen aus der Luft filtert. Achte außerdem drauf, dass du nur kleinen Schimmelbefall auf eigene Faust bekämpfst. Hast du einen großflächigen Befall bei dir zuhause, wendest du dich für eine professionelle Beseitigung an einen Fachbetrieb.

Spezielle Anti-Schimmel-Mittel

Auf dem Markt findest du zahlreiche Reinigungsmittel, die du fürs Beseitigen von Schimmelflecken nutzen kannst. Je nach chemischer Zusammensetzung zerstören einige lediglich die Schimmelsporen, andere Mittel bleichen zudem die Schimmelflecken. Häufig hast du die Wahl zwischen chlorfreien und chlorhaltigen Mitteln. Informiere dich vorab genaustens über die Handhabung sowie die Zusammensetzung. Teste das Reinigungsmittel an einer kleinen Stelle der zu behandelnden Fläche an. So stellst du sicher, dass das Mittel nur den Schimmel und nicht die Oberfläche selbst angreift.

Anti-Schimmel-Mittel im OBI Onlineshop

Wasserstoffperoxid

Bei Wasserstoffperoxid handelt es sich um ein Desinfektions- beziehungsweise Bleichmittel, das du unter anderem für die Entfernung von Schimmelflecken nutzen kannst. Dafür nutzt du eine 3%-Lösung des Stoffes. Die Pilzsporen werden durch die chemische Verbindung des Wasserstoffperoxids zerstört. Außerdem hat es eine bleichende Wirkung, wodurch dunkle Schimmelflecken reduziert werden können.

Alkohol

Ähnlich wie Wasserstoffperoxid hat auch Isopropylalkohol eine desinfizierende Wirkung. Dafür ist es wichtig, dass er einen Alkoholgehalt von 70 % bis 80 % besitzt. Den bekommst du zum Beispiel in der Apotheke. Alkohol hat jedoch keine bleichende Wirkung, wodurch nach der Schimmelentfernung noch Rückstände oder Verfärbungen sichtbar sein können.

Brennspiritus

Bei Brennspiritus handelt es sich um Ethyl-Alkohol, den du ebenfalls zur Abtötung von Schimmelzellen nutzen kannst. Wie beim Isopropylalkohol werden Verfärbungen nicht entfernt.

Essig

Oft wird als Hausmittel gegen Schimmel Essig empfohlen – wie gut Essig wirklich gegen Schimmel wirkt, ist jedoch umstritten. Mit Essig entfernst du lediglich sichtbare Schimmelflecken, nicht aber die Schimmelsporen, die sich anschließend weiter ausbreiten können. Greife statt zu Essig also lieber zu einem anderen Hausmittel oder Reinigungsmittel.

Backpulver

Oberflächlichen, kleinen Schimmelbefall kannst du mit einer Paste aus Wasser und Backpulver entfernen. Mische dabei Wasser und Backpulver zu einem Brei, trag es auf die befallene Stelle auf und lass es einwirken. Anschließend kannst du die Paste abwischen.

Tipp: Spüle die Fläche anschließend mit Wasser nach, damit sich keine Backpulverreste ansammeln. Diese können sonst als Nährboden für neue Schimmelpilze dienen.

Alternativ nutzt du statt Backpulver Natron. Auch hier ist wichtig zu wissen, dass Backpulver kein ausreichendes Reinigungsmittel für einen tiefgehenden, sondern lediglich für einen oberflächlichen Schimmelbefall ist. Schimmelsporen bleiben im Zweifel intakt und können sich weiter vermehren.

Anti-Schimmel-Produkte im OBI Onlineshop

Maßnahmen zum Vorbeugen von Schimmel

Frau öffnet ein Fenster im Haus, um zu lüften.

Luftfeuchtigkeit überprüfen

Überprüfe die Luftfeuchtigkeit in deinem Haus oder der Wohnung regelmäßig und insbesondere bei Verdachtsfällen mit einem Hygrometer. Mit dem Feuchtigkeitsmessgerät bestimmst du die relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Diese sollte in Wohnräumen auf Dauer etwa zwischen 55 % bis 60 % liegen, im Winter auch etwas tiefer. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit wirkt sich negativ auf die menschliche Gesundheit aus. Eine höhere Feuchtigkeit unterstützt die Schimmelbildung.

Wohnung und Haus richtig heizen

Neben der Luftfeuchtigkeit ist auch die Raumtemperatur wichtig. Wohnräume wie Kinderzimmer, Ess- und Wohnzimmer, also Räume in denen sich Bewohner aktiv aufhalten, heizt du auf etwa 20 °C. Für andere Wohnbereiche wie das Schlafzimmer sowie die Küche und bei Abwesenheit sind etwa 17 °C bis 18 °C empfehlenswert. Nachts können diese Temperaturen wiederum um mindestens 5 °C tiefer liegen. Diese Angaben empfiehlt das deutsche Umweltbundesamt. Beim Heizen gilt es, Wärmebrücken zwischen Räumen oder Materialien zu vermeiden. Andernfalls kann sich Kondenswasser bilden, was wiederum die Schimmelbildung unterstützt. Schließe deshalb Türen zwischen Räumen, die du unterschiedlich heizt. Sind die Wohnräume gut gedämmt, kannst du den gesamten Wohnraum auch auf die gleiche Temperatur heizen.

Richtig lüften

Zum richtigen Heizen und zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit gehört zudem das korrekte Lüften. Nur durch richtiges Lüften wird überschüssige Luftfeuchtigkeit aus dem Wohnraum transportiert. Statt Fenster längere Zeit zu kippen, führe mehrfach am Tag fünf bis zehn Minuten eine Stoßlüftung durch. Besonders wichtig ist das im Schlafzimmer, Bad und in der Küche. Ist Lüften nicht regelmäßig oder aus baulichen Gründen nicht möglich, nutze einen Luftentfeuchter. In der Küche trägt wiederum eine leistungsstarke Dunstabzugshaube zur Senkung der Luftfeuchtigkeit bei.

Im Badezimmer empfehlen wir, besonders sorgfältig zu lüften. Trockne Dusche, Badewanne und gegebenenfalls Böden nach jeder Nutzung ab und hänge Handtücher umgehend zum Trocknen auf. Trockne deine Wäsche generell nicht in Räumen mit ohnehin höherer Luftfeuchtigkeit. In Bädern ohne Fenster kommt der Regulierung der Luftfeuchtigkeit ein besonderer Stellenwert zu. Nutze hier beispielsweise geeignete Bad- oder Raumlüfter.

Weitere Maßnahmen zur Schimmelvermeidung

Stelle Möbel oder Ähnliches nicht direkt vor kalte Außenwände. Mit einem Abstand von circa 5 cm bis 10 cm zur Außenwand ermöglichst du die ungehinderte Luftzirkulation im Raum. Halte Heizkörper frei und isoliere deren Rückwand an Außenwänden. Problematische Wände in Haus oder Wohnung kannst du mit Anti-Schimmelimprägnierung behandeln oder beim Anstrich auf Anti-Schimmel-Farbe setzen. Grundsätzlich gehst du aber immer zunächst die Ursachen in deinem Haus oder der Wohnung an, um Schimmelpilzen keine Chance zu bieten.

service-tool-rental

Mieten statt kaufen

Du brauchst eine Maschine oder ein Hilfsmittel nur einmalig? Miete benötigte Produkte mit dem OBI Mietgeräteservice.

FAQ – Fragen und Antworten zur Schimmelentfernung

Das könnte dich auch interessieren