
Hobbyraum einrichten – Tipps von der Expertin
Ob Nähen, Zocken oder Musizieren – unsere Expertin für Interior Design, Nadine Büker, gibt Tipps, wie du selbst auf kleinem Raum viel Platz für Spaß und große Ideen schaffst. Erfahre hier, wie du einen Hobbyraum einrichten kannst.
Hobbyraum einrichten – So geht das
Ein Hobbyzimmer bietet dir den Freiraum, deiner Kreativität, Sammelleidenschaft oder einer anderen Passion nachzugehen, ohne Familienmitglieder oder Mitbewohner zu stören. Mit den Einrichtungstipps unserer Expertin schaffst du einen Rückzugsort, wo Bastelutensilien, Musikinstrumente oder technisches Zubehör gut verstaut sind und keine Gemeinschaftsflächen versperren, wenn du die Materialien einmal nicht sofort wegräumst.
Ein ungenutzter Raum wie das Kinderzimmer, wenn der Nachwuchs aus dem Haus ist, oder ein nur selten genutzter Raum wie das Gästezimmer eignet sich besonders gut als Hobbyzimmer. Für manche Tätigkeiten bietet sich ein Hobbykeller oder auch die Garage an. Wenn das Platzangebot stimmt, lässt sich dort beispielsweise eine Werkbank unterbringen. Wenn dann bei Holzarbeiten oder anderen handwerklichen Tätigkeiten die Späne fliegen oder Schmutz entsteht, hast du diesen jedenfalls nicht in den Wohnräumen.
Damit dein Hobby aber kein tristes Dasein im Untergeschoss oder im kalten Anbau fristet, prüfe zunächst, ob der Keller oder die Garage trocken, ausreichend durchlüftet und hell genug ist. Gegebenenfalls lässt sich eine Heizung nachrüsten. Wichtig ist: Du solltest dich in deinem Hobbyraum wohlfühlen, um dort gerne Zeit zu verbringen.
Tipp: Je nach Einrichtung kann ein Hobbyraum auch von mehreren Personen im Haushalt genutzt werden oder eine Doppelfunktion erfüllen und bei Bedarf zum Partyraum werden. Letzteres gilt insbesondere für ein Musikzimmer mit guter Schalldämmung.




“„Hobbys helfen, Stress abzubauen und einen Ausgleich zum Alltag zu finden.“Nadine Büker
Nadine, welches Hobby hast du?
Nadine: Mein Hobby ist definitiv Inneneinrichtung. Damit beschäftige ich mich eigentlich schon immer. Das bietet auch viel Gelegenheit für DIYs und bringt immer wieder neue Inspiration für mein eigenes Zuhause. Deshalb ist es umso schöner, dass ich meine Leidenschaft auch noch beruflich ausleben kann.
Glaubst du, dass sich in den letzten Monaten mehr Menschen ein Hobby zugelegt haben?
Nadine: In den letzten Monaten haben wir alle sicher mehr Zeit zu Hause verbracht und uns nach Abwechslung gesehnt. Viele Hobbys mussten erst mal ruhen, da waren andere Freizeitbeschäftigungen gefragt.
Hobbys helfen, Stress abzubauen und einen Ausgleich zum Alltag zu finden. Für viele Menschen ist das die Gelegenheit, ihre Talente auszuleben und eine gesunde Work-Life-Balance zu schaffen.
Insbesondere Handarbeiten wie Stricken und Arbeiten mit Holz erleben gerade ein Revival. Wer viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt, will sich dort auch wohlfühlen. Kreative DIY-Ideen und Möbel zum Selberbauen erfüllen also gleich zwei wichtige Aufgaben: Sie verschönern das Zuhause und sind kreative Hobbys.
Einrichtung für den Hobbyraum im OBI Onlineshop
Erlebt auch der dazugehörige Hobbyraum ein „Revival“?
Nadine: Das kann man so sagen! Alle Räume in unserem Zuhause erfüllen eine bestimmte Funktion. Der Hobbyraum war lange aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden. Vielleicht auch, weil man da häufig automatisch an einen kleinen muffigen Kellerraum denkt. Aber so muss der Hobbyraum zum Glück lange nicht mehr aussehen und selbst ein Hobbykeller lässt sich komfortabel wie funktional gestalten.
Warum ist es wichtig, unserem Hobby auch räumlich Platz in unserem Leben zu geben?
Nadine: Jedes Hobby, das man ausübt, stellt besondere Anforderungen an einen Raum. Wer ein Instrument spielt, sollte besonderen Wert auf die Akustik des Raumes legen. Und eine Werkbank braucht mehr Platz als eine Briefmarkensammlung. Deshalb ist es wichtig, den Raum an das eigene Hobby anzupassen. Und es macht natürlich mehr Spaß, in einem Raum zu musizieren, der genau darauf ausgelegt ist. Sonst schlägt man sich oft mit Provisorien herum, die nur bedingt praktisch sind.
Außerdem hilft es sich zu konzentrieren, wenn man ein komplettes Zimmer zur Freizeitgestaltung hat und auch den Alltag einfach mal aussperren kann. Selbst wenn nicht ein ganzer Raum zur Verfügung steht, lässt sich mit Raumtrennern eine gemütliche Nische als Hobbyecke herrichten.
Du bist Expertin für Einrichtungstipps. Was sollte ich bei der Planung eines Hobbyraums beachten?
Nadine: Egal, welches Hobby ausgeübt wird, ein gutes Ordnungssystem ist essenziell. Man wird viel Zeit in dem Zimmer verbringen, das wird natürlich einfacher und schöner, wenn alles seinen festen Platz hat. Das spart langes Suchen nach dem passenden Equipment und es ist immer klar, wo sich die Bastelschere finden lässt. Am besten sortiert man unbrauchbare Utensilien vor dem Einzug ins neue Hobbyzimmer einmal aus. Was später nicht rumsteht, fängt auch keinen Staub – der Hobbyraum soll schließlich Spaß machen und nicht zu einer weiteren arbeitsintensiven Baustelle werden.
Bei vielen Hobbys gehört ein stabiler Tisch zur Grundausstattung. Zum Beispiel ein Schreibtisch – wer den selbst baut, kann Länge und Breite perfekt an den Raum anpassen. So hat man den Platz bestmöglich ausgenutzt und hat genug Fläche für kreatives Arbeiten.
Wer Küchenmöbel statt eines Schreibtischs verwendet, erhält extra viel Stauraum. So wirkt der Raum viel ruhiger. Außerdem kann auch mal im Stehen gearbeitet werden. Beim Nähen zum Beispiel können hohe Arbeitsflächen nützlich sein und den Rücken entlasten. Mit dem OBI Küchenplaner lassen sich die Möbel perfekt an die Gegebenheiten anpassen.
Übrigens: Die passende Sitzgelegenheit wird oft unterschätzt. Wer ein Hobby hat, bei dem viel gesessen wird, sollte darauf achten, dass es nicht nur bequem, sondern auch ergonomisch ist. Schreibtischsessel oder höhenverstellbare Hocker können dabei helfen, den Rücken zu schonen, auch wenn man nicht unbedingt vor dem Computer sitzt.
Die passende Ausstattung




“„Die Aufbewahrungsmöglichkeiten sollten zum Hobby passen!“ Nadine Büker
Du hast vorhin schon angesprochen, dass Ordnung im Hobbyzimmer eine große Rolle spielt. Welche Tipps hast du dafür?
Nadine: Auch hier gilt: Die Aufbewahrungsmöglichkeiten sollten zum Hobby passen. Musikinstrumente werden anders verstaut als Garnrollen oder Bastelperlen.
Was sich für mich immer bewährt hat, ist eine Lochwand. Dadurch, dass man an der Wand viele verschiedene Haken und Behälter anbringen kann, findet sich für alles ein Platz. Garnrollen können aufgesteckt werden, Kabel für die Instrumente lassen sich organisieren – so ist an alles gedacht.
Für Hobbys mit vielen kleinen Teilen ist ein Setzkasten oder ein Werkstattmagazin praktisch. Am besten überlegt man sich vor dem Sortieren, was wie oft gebraucht wird. Auch transparente Boxen lassen sich gut organisieren und müssen nicht beschriftet werden.
Welche Möglichkeiten gibt es, kreatives Chaos schnell mal verschwinden zu lassen?
Nadine: Dafür hat man den Hobbyraum ja – um etwas liegenzulassen. Große Projekte dürfen hier auch mal ruhen und müssen nicht sofort aufgeräumt werden.
Ansonsten sind Schränke und Regale mit Türen immer eine gute Idee. Gerade in kleinen Räumen verschwinden darin angefangene Projekte und Materialien: Das hält die Oberflächen frei und sorgt so für eine ruhige und entspannte Optik – selbst wenn kreatives Chaos herrscht.
Wer sich eine Hobbyecke eingerichtet hat, kann sie geschickt mit einem Vorhang oder einer Jalousie vom restlichen Wohnraum abtrennen. Mit unterschiedlichen Farbakzenten an der Wand oder geschickt gesetztem Licht kann für zusätzliche Abgrenzung der Hobbyecke gesorgt werden. Und für alle, die noch mehr Stauraum brauchen: Regale lassen sich super als Raumtrenner nutzen.
Das richtige Licht

Hast du Tipps für die richtige Lichtstimmung?
Nadine: Meine Empfehlung ist, mit verschiedenen Lichtquellen zu arbeiten. Neben der Deckenleuchte bringen Spots Helligkeit, wo sie gebraucht wird. Das hilft enorm – beim Modellbau genauso wie beim Einfädeln von Garn.
Flexible Lichtquellen sind Gold wert, wenn man kleinteilig arbeitet. Schreibtischlampen und Tischleuchten lassen sich schnell umstellen und erleichtern feine Arbeiten ungemein. Außerdem ist man mit verstellbaren Lichtquellen nicht an eine bestimmte Position der Möbel gebunden. Bei fest installierten Lampen sollte die spätere Arbeitsposition bedacht werden, um nicht im eigenen Schatten zu werkeln.
Wer gerne stimmungsvolles Licht möchte, kann indirekt beleuchten. Das kommt vor allem im Gaming-Zimmer richtig gut. LED-Streifen lassen sich leicht an vorhandene Möbel oder die Decke anbringen und können sogar auf Knopfdruck die Farbe ändern. So lässt sich das Ambiente an die Welt des Spiels und das Set-up anpassen.
Großes Hobby: Musik
Was ist mit Hobbys, für die ich mehr Platz benötige: Hast du zum Beispiel Ideen für ein Musikzimmer?
Nadine: Beim Musikzimmer geht es vor allem um Akustik. Da ist es besonders wichtig, wie die Akustik im Raum ist – und die Schalldämmung. Was viele nicht wissen, das sind zwei völlig unterschiedliche Sachen. Bei der Schalldämmung soll die Ausbreitung des Schalls in andere Räume unterbunden werden. Die Raumakustik lässt sich durch gezieltes Dämpfen des Schalls verbessern.
Wer jetzt an die gebrauchten Eierkartons an der Wand denkt, den kann ich beruhigen: Es gibt sehr viel stilsichere Wege, ein Musikzimmer zu verzieren. Neben verschiedenen Elementen für die Wand wie Akustikpaneelen kann man hier auch mit Textilien arbeiten. Schalldämmende Teppiche und Vorhänge können Schall absorbieren, verbessern die Raumakustik und sehen auch noch gut aus.
Großes Hobby, wenig Raum?

Was, wenn kein ganzes Zimmer für das Hobby übrig ist? Gibt es trotzdem Möglichkeiten, dem Hobby Raum zu geben?
Nadine: Klar, dass nicht jeder unbedingt ein ganzes Zimmer zur Verfügung hat. Aber dafür lassen sich einfache Alternativen finden: Eine Hobbyecke kann überall eingerichtet werden, wo Platz für einen Schrank ist. Der lässt sich leicht ins restliche Mobiliar integrieren. Außerdem bietet er ausreichend Platz für einen Klapptisch und Stauraum für alle Materialien. Auch in einem Hobbyschrank lassen sich Lichtquellen, eine Lochwand oder andere coole Ideen für das eigene Hobby integrieren.
Guter Tipp! Aber geht es auch noch kleiner?
Nadine: Natürlich! Für manche Hobbys reicht zum Beispiel ein Servierwagen auf Rollen. Hier lassen sich Stifte, Klebepistolen, Bastelpapiere und noch viel mehr verstauen und ordnen. Außen können Haken oder eine ganze Lochwand befestigt werden. Das schafft extra viel Platz, ohne welchen einzunehmen. So ein Wagen passt in die meisten Wohnungen und lässt sich schnell hinaus- und wieder hineinrollen, wenn man ihn braucht.
Außerdem kann man damit arbeiten, wo man möchte. Auf der Couch, am Küchentisch – sogar im Schlafzimmer. Mit einem rollbaren Hobby-Wagen muss man sich also nicht mal auf einen Raum beschränken. Das kann auch viele Vorteile haben.








