
Raufaser tapezieren – Schritt für Schritt
Raufaser-Tapete ist pflegeleicht und einfach anzubringen. Diese Anleitung und das dazugehörige Video zeigen dir Schritt für Schritt, wie du mit Raufaser tapezieren kannst, welche Materialien du benötigst und wie du dein Projekt vorbereitest.
Wie gelingt das Tapezieren mit Raufaser?
Bevor du einen Raum mit Raufaser tapezierst, ermittele den Materialbedarf, indem du den Raum in Höhe und Breite ausmisst sowie zusätzlichen Verschnitt einplanst. Dann bereitest du den Raum entsprechend vor und löst die alte Tapete von den Wänden. Nun beginnst du, die neuen Tapetenbahnen einzukleistern und Stück für Stück an die Wand zu bringen.
Hinweis: Um den Tapetenbedarf auszurechnen solltest du zunächst die Raumfläche ermitteln. Hier multiplizierst du die Wandhöhe mit der Wandlänge. Addiere dann das Ergebnis jeder Wand. Rechne im Anschluss die Fläche der Fenster und Türen aus und ziehe dies von der Gesamtfläche des Raumes ab. Um nun die Anzahl an Tapetenrollen zu erhalten, teilst du dein Endergebnis durch die Fläche der Tapetenrolle. Das Ergebnis verrät dir, wie viele Tapetenrollen du benötigst.
Möchtest du schwierige Stellen wie Heizkörpernischen, schräge Wände oder gewölbte Decken tapezieren, benötigt dies zusätzliche Schritte. In diesen Fällen solltest du die Tapete auf die Sonderfälle zuschneiden. Hierbei ist es wichtig, die genauen Winkel und Nischen auszumessen. Nacharbeiten kannst du mit einem Cuttermesser.
Tipp: Häufige Fehler beim Tapezieren sind Blasenbildung, ungerade Bahnen oder sichtbare Stöße, die nachträglich korrigiert werden müssen. Blasen kannst du hierfür einfach mit einer Nadel anstechen und die Luft ausdrücken. Schiefe Streifen löst du einfach und richtest sie erneut aus. Stöße und Kanten kannst du mit Tapetenkleister nachbessern.
Wie du Raufaser tapezierst, erfährst du in unserer Video-Anleitung oder detailliert in der Schritt-für-Schritt-Anleitung, die du dir auch als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken kannst.
Tapetentypen im Vergleich
Beim Tapezieren kannst du aus einer Vielzahl an Tapetentypen wählen. Raufasertapeten sind sehr beliebt, dennoch gibt es auch weitere Arten wie Vlies- und Vinyltapeten. Hier findest du einen Vergleich der verschiedenen Tapeten:
Raufaser: Entscheidest du dich für Raufaser, erhältst du eine natürliche Optik. Das Material ist zudem sehr robust und bietet eine gute Grundlage für einen Farbanstrich. Nachteile sind, dass das Tapezieren von Raufaser etwas schwieriger ist und das Material nicht wasserdicht ist.
Vlies: Tapeten aus Vlies sind sehr einfach anzubringen, sie sind in vielen Designs erhältlich und resistent gegen Wasser und Feuchtigkeit. Vliestapeten sind jedoch teuer und anfällig für mechanische Schäden.
Vinyl: Vinyltapeten sind sehr resistent und robust, sie sind widerstandfähig gegen Wasser und eignen sich somit für Bäder und Küchen und sind zudem sehr pflegeleicht. Ein Nachteil ist, dass sich Vinyl nur sehr schwer von der Wand entfernen lässt.
Wählst du Raufaser als Tapete kannst du viele kreative Designs erschaffen und deinen eigenen Stil wählen. Füge deinem Raum mehr Farbe zu, indem du deine Raufasertapete bunt streichst. Nutze Schablonen, um kreative Muster auf deine Tapete zu bringen oder experimentiere mit unterschiedlichen Tapeziertechniken.
Tipp: Möchtest du Tapetenreste recyceln, kannst du diese in verschiedenen Varianten wiederverwenden. Du kannst sie als Dekoration nutzen und DIY-Karten basteln, Vasen und Bilderrahmen bekleben oder Collagen erstellen. Planst du deinen nächsten Umzug oder einen großen Transport, nutze die Reste als Verpackung empfindlicher Gegenstände.
So tapezierst du Raufaser
9 Schritte
1Wand vorbereiten

Auf einen Blick
Strom abstellen
Abdeckungen der Lichtschalter und Steckdosen entfernen
Wand reinigen und ggf. grundieren
2Wand ausmessen

Auf einen Blick
Höhe der Wand messen und 10 cm addieren
Maße auf Tapeziertisch übertragen
Ansatzlinie bestimmen
3Tapete einkleistern

Auf einen Blick
Tapetenkleister anmischen
Kleistergerät am Tapeziertisch befestigen und Kleister einfüllen
4Tapete zuschneiden



Auf einen Blick
Rollenanfang einfädeln und Ecken umschlagen
Bahn mit Cuttermesser schneiden
Tapetenbahn falten und Kleister einwirken lassen
5Tapete anbringen



Auf einen Blick
Tapetenbahnen von oben nach unten anbringen
Tapete entlang der Ansatzlinie verkleben
Bahnen mit Tapezierbürste abbürsten
Überhang mit Flächenspachtel entfernen
6Nähte mit Tapetenroller glätten

Auf einen Blick
Nähte mit Tapetennahtroller glätten
Bahnen bis auf Höhe der Türzarge kleben
Überhang entfernen
Kleisterreste vom Türrahmen entfernen
7Anschlüsse freilegen und Stöße glätten

Auf einen Blick
Steckdosen und Lichtschalter mit dem Cuttermesser freischneiden
Über die Stöße gehen und Wand trocknen lassen
8Wand mit Acryl abziehen

Auf einen Blick
Wand mit Acryl abziehen
Sockelleisten und Türzargen mit Acryl abziehen
Türzargen, Sockelleisten, Lichtschalter und Steckdosen abkleben
9Wand streichen



Auf einen Blick
Dispersionsfarbe durchrühren
Ränder mit Dispersionsfarbe streichen
Restliche Wand mit Dispersionsfarbe streichen
Malerkrepp entfernen und Abdeckungen anbringen
Das benötigst du für dein Projekt
Abdeckvlies
Acryl
Malerkrepp
Raufaserkleister
Raufasertapete
Wandfarbe
Ggf. Fertigspachtel
Grundierung
Arbeitshandschuhe (PSA)
Bleistift
Bohrmaschine mit Rührstab oder -quirl
Cuttermesser
Eimer
Flächenspachtel
Kehrblech und Besen
Kartuschenpistole
Kleistergerät
Leiter
Kleine und große Malerrolle
Pinsel
Schwamm
Tapetennahtroller
Tapezierbürste
Tapeziertisch
Wasserwaage
Zollstock sowie ggf. Spachtel
Quast
Häufige Fehler beim Tapezieren
Beim Tapezieren mit Raufaser können häufige Fehler auftreten. Vermeide diese, indem du sorgfältig arbeitest und auf die richtige Vorbereitung achtest. So erhältst du am Ende dein gewünschtes Ergebnis.
Zu wenig Einwirkzeit des Kleisters: Lasse den Kleister mehrere Minuten einziehen, bevor du die Wand tapezierst.
Unzureichende Grundierung der Wand: Grundiere die Wand sorgfältig, besonders wenn es sich um eine alte Wand handelt.
Falsche Klebermenge: Während zu viel Kleber für Flecken sorgt, verhindert zu wenig Kleber die Haftung der Tapete. Trage den Kleber gleichmäßig auf. Mit einer Rolle fällt dir dieser Schritt besonders leicht.
Falsches Andrücken der Tapete: Wird die Tapete nicht gleichmäßig angedrückt, entstehen Luftblasen. Nutze deshalb einen Tapetenroller, um Fehler vorzubeugen.
Tipp: Damit deine Raufasertapete auch nach dem Tapezieren eine schöne Optik behält, ist eine regelmäßige Pflege wichtig. Entferne Staub mit einem Staubwedel. Flecken kannst du mit einem angefeuchteten Tuch mit etwas Spülmittel abwischen. Bei starken Flecken kannst du einen Tapetenreiniger zur Hand nehmen. Vermeide in allen Fällen aggressive Reiniger sowie zu viel Feuchtigkeit, um Schäden an der Wand zu verhindern.








