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Vier Rollen graue Strukturtapete liegen neben einem Tapetenroller auf Laminatboden.

Vinyltapeten sind langlebig, robust und pflegeleicht. Sie eignen sich gut für stärker beanspruchte Räume. Wie du beim Kleben und Tapezieren von Vinyltapete vorgehst, erfährst du in diesem Ratgeber Schritt für Schritt.

Vinyltapeten – Eigenschaften und Verwendung

Vinyltapeten, häufig auch als Strukturprofiltapete oder Strukturtapete bezeichnet, bestehen aus einer Oberfläche aus Polyvinylchlorid (PVC). Das PVC wird bei der Fertigung auf ein Trägermaterial gegeben. Dieses Trägermaterial besteht je nach Ausführung aus einer Vliestapete oder einer Papiertapete. Für die besondere Optik dieser Kunststofftapete sorgt die Veredelung der Oberfläche. Dazu wird ein sichtbares wie tastbares Muster in die Kunststoffbeschichtung geprägt, wodurch sich die Oberflächenstruktur der Tapete ergibt.

Durch die Kunststoffbeschichtung ist die Vinyltapete sehr robust und belastbar. Sie ist abwaschbar und wasserabweisend. Viele Varianten sind zudem scheuerbeständig. Die Vinyltapete zeichnet sich durch eine hohe Pflegeleichtigkeit aus und du kannst die Oberfläche bei Verschmutzungen problemlos abwischen. Daher wird die Strukturprofiltapete gerne in der Küche, im Badezimmer, im Flur oder in anderen stärker beanspruchten Räumen verwendet.

So kannst du Vinyltapeten kleben

Beim Tapezieren von Vinyltapeten solltest du auf den Musterversatz des Wandbelages achten, um ein einheitliches und stimmiges Gesamtbild zu erhalten. Außerdem kommt es beim Anbringen von Strukturtapeten auf die Materialzusammensetzung der Tapete an: Besteht das Trägermaterial aus Papier, wird die Tapete eingekleistert. Bevor du sie an die Wand kleben kannst, sollte sie zunächst etwas einweichen. Bildet das Trägermaterial eine Vliestapete, kannst du den Tapetenkleister auf die Wand auftragen und die Tapete ohne Einweichzeiten direkt an die Wand anbringen.

Bei der Wahl des Tapetenkleisters kommt es ebenso auf die Beschaffenheit der Tapete an. Bei Vlies als Trägermaterial verwende idealerweise einen passenden Vlies-Tapetenkleister. Ein Spezialkleister mit hoher Klebkraft sorgt für optimale Ergebnisse beim Tapezieren. Für besonders schwere und dicke Tapeten eignet sich Dispersionskleber. Dieser kann einem geeigneten Kleister beigemischt werden und sorgt so für noch bessere Haftkraft. Wie du Vinyltapeten kleben und tapezieren kannst, erfährst du in der folgenden Anleitung Schritt für Schritt.

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Vinyltapete kleben und tapezieren – Anleitung

1Vorbereitung des Untergrunds

Jemand gießt Kleister in einen blauen Eimer, der Boden ist mit Abdeckvlies ausgelegt.

Auf einen Blick

  • Boden abdecken

  • Untergrund vorbereiten

  • Hilfslinie auf die Wand zeichnen

  • Kleister anrühren

  • Fenster schließen, Heizung abstellen

2Bahnen zuschneiden

Jemand legt eine Tapetenbahn auf einen Tapeziertisch.

Auf einen Blick

  • Bahnen mit einem Cutter zurechtschneiden

  • Musteransatz beachten

3Einkleistern

Zwei Personen tragen Tapetenkleister auf einer Wand auf.
Zwei Personen tragen Tapetenkleister auf einer Wand auf.
Zwei Personen gießen Tapetenkleister in ein Kleistergerät.

Auf einen Blick

  • Bei Papiertapete als Trägermaterial: Tapete einkleistern und einweichen lassen

  • Bei Vliestapete als Trägermaterial: Wand einkleistern

4Tapezieren

Jemand klebt eine Tapetenbahn an.
Jemand klebt eine Tapetenbahn an.
Jemand drückt die Nähte mit einem Nahtroller fest.

Auf einen Blick

  • Bahn anlegen und leicht andrücken

  • Tapete mit Tapezierbürste glätten

  • Kanten mit Nahtroller festdrücken

  • Überstände beschneiden

Das benötigst du für dein Projekt

  • Vinyltapete

  • Kleister

  • Spachtelmasse

  • bei Bedarf: Tapetengrund

  • Wasserwaage oder Senklot

  • Spachtel

  • Zollstock

  • Cuttermesser

  • Tapetenquast

  • Tapezierbürste

  • Nahtroller

  • Beschneidelineal

  • Tapeziertisch

  • Abdeckvlies

  • Lappen

  • bei Bedarf: Kleistergerät

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Vinyltapete streichen

Mehrere Eimer mit bunter Wandfarbe.

Wie auch Raufasertapeten, Vliestapeten oder Glasfasertapeten kannst du Vinyltapete allgemein problemlos mit einer geeigneten Wandfarbe überstreichen. Dabei solltest du die tapezierte Wand zunächst gründlich trocknen lassen, bestenfalls 24 Stunden. Falls noch nicht geschehen, deckst du den Boden mit Abdeckvlies ab und überklebst Steckdosen sowie Lichtschalter mit Klebeband.

Wähle für den Anstrich idealerweise eine Latexfarbe. Für einen deckenden Anstrich trägst du die Farbe in zwei Streichgängen auf. Für eine verbesserte Haftung kannst du vor dem Streichen noch einen Haftgrund als Grundierung auf die Tapete auftragen.

Verstreiche die Farbe mit Farbrollen und Pinsel auf der Wand. Warte zwischen den beiden Schichten, bis die erste durchgetrocknet ist. Das Klebeband von den Lichtschaltern oder Sockelleisten entfernst du, solange die Farbe noch feucht ist – so blättert nichts ab.

Vor- und Nachteile von Vinyltapete

Vorteile

Vinyltapeten besitzen einen Untergrund aus Papier- oder Vliestapete und eine Beschichtung aus Kunststoff. Daraus ergibt sich einer der wichtigsten Vorteile dieser Tapete: Sie sind abwischbar und beständig gegenüber Wasser sowie Feuchtigkeit. Verschmutzungen kannst du einfach und problemlos mit einem feuchten Lappen abwischen. Wassertropfen und Spritzer verbleiben auf der Oberfläche und dringen nicht ins Material ein.

Durch die Kunststoffbeschichtung sind diese Tapeten außerdem überaus robust, beständig und reißfest. Sie sind lichtecht und behalten auch bei direkter Sonneneinstrahlung ihre Farbe. Viele Strukturprofiltapeten sind außerdem feuerhemmend und lassen sich daher zum Beispiel für Fluchtwege einsetzen. Vinyltapeten sind langlebig und behalten über viele Jahre ihre ansprechende Optik.

Aufgrund dieser Vorteile sind diese Tapeten besonders für die Verwendung in der Küche, im Badezimmer, im Flur und anderen stärker beanspruchten Räumen ideal geeignet. Da du Strukturprofiltapeten in vielen verschiedenen Dekoren, Farben und Strukturen bekommst, eignen sie sich ideal für eine dekorative Wandgestaltung. Varianten mit einer Trägerschicht aus Vliestapete sind außerdem leicht zu verarbeiten und somit auch für Tapezieranfänger eine gute Wahl.

Die folgenden Vorteile zeichnen Vinyltapeten aus:

  • robust

  • lichtecht

  • dekorativ

  • langlebig

  • abwischbar

  • pflegeleicht

  • viele Varianten feuerhemmend

  • beständig gegenüber Wasser und Feuchtigkeit

  • leicht zu verarbeiten, wenn die Basis eine Vliestapete bildet

Nachteile

Bedenke, dass Vinyltapeten aufgrund ihrer Kunststoffbeschichtung nicht atmungsaktiv sind. Sie können Feuchtigkeit nicht absorbieren, sodass in Räumen mit erhöhter Feuchtigkeit die Bildung von Schimmel möglich ist. Denke daher immer daran, diese Räume besonders gründlich und regelmäßig durchzulüften.

Beachte weiterhin, dass manche PVC-Verbindungen sogenannte Phthalate als Weichmacher enthalten können. Diese Weichmacher stehen in Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein. Viele Hersteller verzichten bereits auf die Zugabe solcher bedenklicher Stoffe. Dazu unterliegen die Tapetenhersteller hierzulande strengen gesetzlichen Grenzwerten bei Schadstoffen in Tapeten. Du kannst beim Kauf von Vinyltapeten auf das RAL-Gütezeichen achten, das einen gesundheitlich unbedenklichen Wandbelag kennzeichnet.

Folgende Nachteile können Vinyltapeten besitzen:

  • nicht atmungsaktiv

  • Bildung von Schimmel möglich

  • einige Varianten können bedenkliche Weichmacher enthalten

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