Innenwände verputzen in 9 Schritten Anleitung Glättkelle Heimwerker

Innenwände verputzen – Schritt für Schritt

Sind beim Hausbau oder bei der Renovierung die Schlitze für Leitungen und Rohre gestemmt, folgt das Verputzen der Innenwände. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie das funktioniert – inklusive Anbringen von Putzprofilen und Grundieren.

Wie lassen sich Innenwände selbst verputzen?

Ein wichtiger Teil der Arbeiten beim Verputzen der Innenwände ist die gute Vorbereitung. Die zu verputzende Wand muss sauber und der Boden abgedeckt sein. Nachdem im nächsten Schritt spezielle Eck- und Putzprofile angebracht sind und die Oberfläche grundiert ist, beginnt die Arbeit mit dem Putz, in mehreren Schritten. Zum Abschluss heißt es noch: Werkzeuge reinigen. 

Beim Verputzen ist es wichtig, zügig zu arbeiten, da Putz schnell trocknet. Es ist daher sinnvoll, dass immer alle notwendigen Materialien direkt griffbereit zu haben. Besonders wichtige Werkzeuge wie Spachtel, Kelle und Glättekelle sollten bestenfalls in doppelter Ausführung vorhanden sein.

Warum benötigt man Innenputz?

Putz für den Innenbereich ist ein Belag aus Mörtel und unterschiedlichen Bindemitteln. Er schafft eine glatte Oberfläche, um später zum Beispiel Tapeten anzubringen. Zudem schützt er die Innenwände und verbessert die Feuchtigkeitsregulation im Innenraum. Die Wahl der Putzsorte richtet sich nach der Beschaffenheit der Mauer.

Innenwände verputzen

9 Schritte

1
Vorbereitung: Boden abdecken, Einbauteile abkleben, Wand säubern
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 1 Wand abfegen und säubern
Auf einen Blick
  • Umgebung mit Folie abdecken
  • Alten Putz abklopfen
  • Wand abbürsten
So wird es gemacht

Eingebaute Teile wie Fenster, Türen und Schränke sowie den umliegenden Boden (speziell Parkett und Fliesen) zum Schutz abkleben beziehungsweise mit einer Folie abdecken. Muss alter Putz entfernt werden, diesen mit Hammer und Meißel von der Mauer klopfen.

Die zu verputzende Wand muss komplett trocken, sauber und frei von losen Bestandteilen wie Schmutz oder Staub sein. Etwaige Flecken mit Wasser, Reinigungsmittel und Fettlöser bearbeiten. Die getrocknete Wand abbürsten und gegebenenfalls Löcher mit Spachtelmasse glätten.

2
Eckprofile setzen
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 2 Eckprofile setzen
Auf einen Blick
  • Putzprofilmörtel auftragen
  • Eckprofil andrücken
  • Trocknen lassen
So wird es gemacht

An Ecken, deren anliegende Wände verputzt werden sollen, Eckprofile aus Blech setzen. Dazu Putzprofilmörtel (Mischverhältnis auf der Verpackung beachten) in kleinen Mengen an den Kanten auftragen und das Blech mit einer Richtlatte andrücken. Immer nur so viel Mörtel wie nötig verwenden, gegebenenfalls überschüssigen, herausquellenden Mörtel mit der Kelle glattstreichen. Sind alle Eckprofile gesetzt, den Putz mindestens eine Stunde trocknen lassen.

3
Putzprofile setzen
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 3 Putzprofile setzen
Auf einen Blick
  • Putzprofile senkrecht anbringen
So wird es gemacht

Die Putzprofile, auch Putzlatten, Putzleisten oder Putzschienen genannt, dienen zusammen mit den Eckprofilen als Orientierung beim Verputzen. Sie sorgen für eine möglichst plane Verputzfläche. Die Dicke, in der der Putz letztlich aufgetragen wird, entspricht der Tiefe dieser Profile. Wie auch die Eckprofile verbleiben die Putzprofile an der Wand und verschwinden vollständig unter der Putzschicht.

Putzprofile auf die gleiche Weise wie die Eckprofile aus dem vorigen Schritt punktuell mit Mörtel an den Wänden befestigen. Die Putzprofile müssen exakt senkrecht stehen, deshalb eine Wasserwaage nutzen. Den Abstand zwischen jedem Element zwischen 1 und 1,5 m wählen.

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Wand vornässen oder grundieren
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 4 Wand benässen und grundieren
Auf einen Blick
  • Wand vornässen
  • Grundierung auftragen
So wird es gemacht

Stark saugende Wände wie rote Ziegelmauern großzügig mit Wasser vornässen, um zu verhindern, dass die Wand den Wasseranteil des Putzmörtels frühzeitig aufnimmt. Hilfreich für diese Arbeit: ein Malerquast.

Untergründe wie Beton, Trockenbauplatten oder Altputze mit einer Grundierung vorbehandeln. Die Grundierung mit einer Walze oder einem Quast gleichmäßig auf der Wand auftragen. Gut in die Wand einziehen und komplett austrocknen lassen.

5
Putz anrühren
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 5 Putz anrühren
Auf einen Blick
  • Putzmörtel mit Wasser anrühren
  • Mischverhältnis beachten
So wird es gemacht

Den Putzmörtel mit klarem, sauberem Wasser in einem Eimer oder Kübel anrühren. Beim Mischverhältnis auf die Vorgaben des Herstellers achten. Ein Rührquirl für die Bohrmaschine erleichtert das Anrühren. Sind keine Klumpen mehr zu sehen, Putz kurzzeitig zum Reifen stehenlassen. Nach einigen Minuten (Herstellerangabe beachten) erneut gut verrühren.

6
Die erste Putzschicht auftragen
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 6 Unterputz auftragen
Auf einen Blick
  • Unterputz mit Spritzbewurf auftragen
  • Glattstreichen
  • Trocknen lassen
So wird es gemacht

Die erste Putzschicht – der Unterputz – soll Unebenheiten auf der Wand ausbessern. Er dient als Grundlage für die zweite Putzschicht, den Oberputz. Zum Auftragen bietet sich ein Spritzbewurf an: Dazu mit der Kelle den Putz aufnehmen und mit einer geschwungenen Armbewegung gefühlvoll an die Wand werfen.

Sind 2 bis 3 m² Putz an der Wand angebracht, diesen mit der Glättekelle glattstreichen. Die Stärke der ersten Putzschicht sollte bei etwa 1 cm liegen. Je nach Tiefe schauen die Putzprofile noch unter dem Putz hervor.

Ist die Wand komplett verputzt, den Mörtel einige Stunden trocknen lassen. Die Verpackung gibt Näheres zur Trocknungszeit an.

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Die zweite Putzschicht auftragen
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 7 Oberputz mit Kelle auftragen
Auf einen Blick
  • Unterputz befeuchten
  • Oberputz mit Glättekelle auftragen
So wird es gemacht

Nach Ablauf der Trockenzeit die erste Putzschicht erneut mit dem Quast befeuchten. Die zweite Putzschicht nicht per Spritzbewurf, sondern direkt mit der Glättekelle auftragen. Dazu eine kleine Menge Putz mit der Kelle aufnehmen und direkt auf die Glättekelle in der anderen Hand geben. Den Putz auftragen und die Kelle dabei leicht schräg halten.

Die Wand auf diese Weise abschnittsweise vollständig verputzen. Die Dicke der zweiten Putzschicht richtet sich nach den Putzprofilen, sollte zehn Millimeter aber nicht überschreiten.

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Putz glätten bzw. strukturieren
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 8 Putz glätten
Auf einen Blick
  • Putz mit Abziehbrett oder Kartätsche glätten
  • Struktur- oder Reibeputz strukturieren
So wird es gemacht

Ist der gesamte Putz überall auf der Wand gleichmäßig verteilt, die Wand mit einer Kartätsche oder einem Abziehbrett glätten. Das Abziehwerkzeug dabei gleichmäßig an der Wand entlang ziehen. Nach einigen Stunden (Herstellerangabe beachten) hat der Putz angezogen, das heißt, dass die äußere Schicht sichtbar abgetrocknet ist.

Bei der Verwendung von Struktur- oder Reibeputzen gestaltet sich dieser finale Schritt anders: Der Putz wird nicht glatt abgezogen, sondern nach dem Antrocknen z. B. mit einem Reibebrett strukturiert.

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Werkzeuge reinigen
Innenwände verputzen in 9 Schritten Schritt 9 Werkzeuge reinigen Raum lüften
Auf einen Blick
  • Werkzeuge mit Wasser säubern
  • Raum lüften
So wird es gemacht

Alle Werkzeuge, die mit Putz in Berührung gekommen sind, ausreichend mit Wasser abspülen. Getrocknetes Material lässt sich fast nicht mehr ablösen. Den verputzten Raum einige Tage lang lüften, damit das Wasser im Putzmörtel komplett verdunstet. Danach kann die Wand weiter bearbeitet werden (gestrichen, tapeziert o. Ä.).

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Putz
  • Klebeband
  • Folie
  • Spachtelmassen, Füllstoffe
  • Putzprofile
  • Mörtel
  • Grundierung
  • Putzträger
  • Spachtel
  • Kelle
  • Glättekelle
  • Eimer
  • Reibebrett
  • Malerquast
  • Bohrmaschine
  • Mörtelrührer
  • Wasserwaage
  • Kartätsche oder Abziehbrett

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