Schreibtisch mit Lampe, Notizbuch, Stifthalter und Uhr steht vor Raufaser-Tapete.

Raufaser tapezieren – Schritt für Schritt

Raufaser-Tapete ist pflegeleicht und einfach anzubringen. Diese Anleitung zeigt, wie Sie Raufaser tapezieren.

Wie gelingt das Tapezieren mit Raufaser?

Bevor Sie einen Raum mit Raufaser tapezieren, ermitteln Sie den Materialbedarf, indem Sie den Raum in Höhe und Breite ausmessen sowie zusätzlichen Verschnitt einplanen. Dann bereiten Sie den Raum entsprechend vor und lösen die alte Tapete von den Wänden. Nun können Sie beginnen, die neuen Tapetenbahnen einzukleistern und Stück für Stück an die Wand zu bringen. Die folgenden Schritte erläutern, wie das Tapezieren gelingt.

So tapezieren Sie Raufaser

9 Schritte

1
Materialbedarf vor dem Tapezieren ermitteln
Auf einen Blick
  • Raum ausmessen
  • Bedarf bestimmen
  • Verschnitt einplanen
So wird es gemacht

Um den Bedarf an Raufasertapete zu bestimmen, messen Sie den Raum in Höhe und Breite aus. Die Länge der Bahnen entspricht der Wandhöhe von der oberen Kante bis zum Boden beziehungsweise bis zur Fußleiste. Pro Raufaser-Bahn empfiehlt es sich, die gemessene Wandhöhe plus 10 cm zu veranschlagen – das erleichtert den späteren Zuschnitt.

Vergleichen Sie die Raummaße mit den Maßangaben auf der Verpackung der Raufaser und berechnen Sie Ihren Bedarf. Bedenken Sie dabei möglichen Verschnitt – etwa bei Schrägen, Fenstern oder durch Fehler. Notieren Sie sich die berechneten Mengen für den Kauf und planen Sie Tapetenkleister ein.

2
Raum vor dem Tapezieren vorbereiten
Auf einen Blick
  • Umgebung mit Folie abdecken
  • Abdeckungen von Steckdosen und Rahmen entfernen
So wird es gemacht

Decken Sie zunächst alle sensiblen Bereiche wie Böden oder Möbel ab. Idealerweise ist der Raum weitgehend leer, bevor Sie die Wände mit Raufaser tapezieren. Zum Abdecken nutzen Sie Folie, gegebenenfalls Abdeckvlies sowie Kreppband.

Schalten Sie dann die Sicherungen im Raum aus und sichern Sie diese gegen Wiedereinschalten, bevor Sie die Rahmen-Abdeckungen von Steckdosen und Schaltern entfernen.

3
Alte Tapete ablösen und Wände vorbereiten
Auf einen Blick
  • Alte Tapete entfernen
  • Wände reinigen und ausbessern
  • Ggf. Untergrund grundieren
So wird es gemacht

Sollte noch alte Tapete auf der Wand sein, müssen Sie diese zunächst komplett entfernen. Versuchen Sie hierbei zuerst, die Tapete trocken von der Wand zu lösen. Lässt sich die Tapete nicht einfach entfernen, kommt Wasser oder, in hartnäckigeren Fällen, Tapetenlöser zum Einsatz.

In diesem Fall perforieren Sie die Tapete mit einer Stachelwalze oder einem Tapetentiger, damit Wasser oder Löser tiefer eindringen können. Gehen Sie hierbei vorsichtig vor, um den Unterputz nicht zu beschädigen. Anschließend weichen Sie die Tapete mit Wasser oder Tapetenlöser ein. Die Einwirkzeit beträgt etwa 40 Minuten. Dann lösen Sie den alten Wandbelag vorsichtig mithilfe eines Spachtels ab. Bei besonders hartnäckigen Tapeten sowie großen Flächen empfiehlt sich der Einsatz eines Dampf-Tapetenablösers.

Ist die alte Tapete entfernt, reinigen Sie die Wände gründlich und bessern Risse oder Löcher mit Spachtelmasse aus. Dichten Sie außerdem Anschlussfugen ab und schleifen Sie grobe Unebenheiten mit einem Bandschleifer glatt. So erhalten Sie eine ebene Wand.

Stark saugende und sandende Untergründe grundieren Sie vor dem Tapezieren mit Tiefengrund, da sonst keine Haftbrücke zwischen Wand und Tapete erreicht wird. Durch das Grundieren vermeiden Sie aufgeplatzte Nähte und sich lösende Tapeten.

4
Kleister für das Tapezieren anrühren
Auf einen Blick
  • Tapetenkleister auswählen
  • Kleister anrühren
So wird es gemacht

Für Raufasertapete gibt es spezielle Kleistersorten, die mit Wasser angerührt werden. Der Hersteller gibt das korrekte Mischverhältnis an. Gängig ist ein Verhältnis von 1:20, ein Teil Kleister und 20 Teile Wasser.

Geben Sie zuerst kaltes, klares Wasser in einen Eimer, fügen Sie dann den Kleister unter Rühren – beispielsweise mit einem Stück Holz – langsam hinzu und lassen Sie das Gemisch nach Herstellerangaben quellen. Vor Beginn der Tapezierarbeiten rühren Sie noch einmal kräftig um. Für Vlies-Raufasertapeten empfehlen wir Vliestapeten- oder Roll-Kleister. Diesen können Sie direkt auf die Wand aufbringen.

5
Tapetenbahnen einkleistern
Auf einen Blick
  • Tapeten zuschneiden
  • Bahnen satt einkleistern und Kleister einziehen lassen
So wird es gemacht

Zum Zuschneiden der Tapeten gemäß der Wandabmessungen legen Sie diese auf einem Tapeziertisch aus. Dann streichen Sie die Tapetenbahnen großzügig mithilfe eines Quasts mit Kleister ein. Bei großen Flächen bietet sich ein Kleistergerät an.

Schlagen Sie die Bahnen locker zusammen, sodass sich die bekleisterten Seiten berühren. Vermeiden Sie scharfe Knicke. Die eingeschlagenen Bahnen lassen Sie circa 10 bis 15 Minuten liegen, damit der Kleister einziehen kann.

Mit Vlies-Raufasertapeten geht das Tapezieren noch einfacher: Hierbei tragen Sie den Vliestapeten-Kleister direkt auf die Wand auf. Dann setzen Sie die Tapete an, rollen diese ab und schneiden die Bahn am Boden zu. Bringen Sie immer nur 3 Bahnen hintereinander an, damit der Kleister in der Zwischenzeit nicht trocknet.

6
Linie vor der ersten Tapetenbahn vorzeichnen
Auf einen Blick
  • Startpunkt festlegen
  • Erste Tapetenbahn ausrichten
So wird es gemacht

Beginnen Sie mit dem Tapezieren der Raufaser an der lichtstärksten Stelle im Raum – idealerweise in der Nähe eines Fensters. Durch den Lichteinfall verringert sich der Schattenwurf bei überlappenden Tapetenbahnen. Dadurch fallen etwaige Ungenauigkeiten weniger auf.

Achten Sie bei der ersten Tapetenbahn darauf, dass diese gerade verläuft. Die Ausrichtung der Bahn beeinflusst den Verlauf im gesamten Raum. Zeichnen Sie eine gerade Linie mit Bleistift und Wasserwaage oder Lot an die Wand, an der Sie die erste Bahn ausrichten.

7
Tapete anbringen und glatt streichen
Auf einen Blick
  • Tapetenbahn oben beginnend anbringen
  • Tapete glatt streichen
So wird es gemacht

Beginnen Sie mit der Tapetenbahn immer oben an der Wand: Lassen Sie den oberen Teil der Bahn ein wenig überstehen und drücken Sie die Tapete darunter leicht an. Anschließend bringen Sie die gesamte Bahn vorsichtig und gleichmäßig an der Wand an. Nun streichen Sie die Tapetenbahn mit Malerbürste oder Andrückspachtel glatt und entfernen möglichst alle Luftblasen.

Hinweis: Achten Sie beim Tapezieren mit der Leiter auf einen sicheren Stand und arbeiten Sie idealerweise zu zweit.

8
Überstehende Tapetenenden abschneiden
Auf einen Blick
  • Tapezierte Bahnen zuschneiden
  • Nächste Tapetenbahn ansetzen und tapezieren
So wird es gemacht

Sobald die Bahn tapeziert ist, schneiden Sie die überstehenden Enden oben und unten gemäß Wand- und Bodenverlauf ab. Dazu drücken Sie mit einer Rakel die Enden an die Kante und ziehen überstehende Tapetenstücke vorsichtig an der Rakel ab. Wichtig beim Umgang mit Cuttermesser und Schere: Eingeweichte Tapetenbahnen reißen leicht ein.

Jede weitere Bahn muss direkt an die Kante der letzten anschließen. Vermeiden Sie Zwischenräume und Überlappungen. Beim Glätten der Nahtstellen hilft ein Tapeten-Nahtroller.

9
Ecken, Kanten und schwierigere Bereiche tapezieren
Auf einen Blick
  • Innen- und Außenecken tapezieren
  • Türen, Fenster und Heizkörper tapezieren
  • Steckdosen und Schalter übertapezieren
So wird es gemacht

Innenecken: Setzen Sie die Tapetenbahn so an, dass die Raufaser 1 bis 2 cm über die Ecke hinausreicht. Den Überstand drücken Sie vorsichtig in und um die Ecke, bis die Bahn vollständig und ohne Wellen sitzt. Loten Sie die nächste Bahn neu aus und setzen Sie die Tapete möglichst bündig in der Ecke an. Die neue Bahn wird den Überstand der alten Bahn vollständig verdecken.

Außenecken: Gehen Sie ähnlich vor wie bei Innenecken. Lassen Sie die Raufaser 1 bis 2 cm über die Ecke hinausstehen und drücken Sie die Tapete um die Kante herum. Setzen Sie die neue Bahn bündig an der Kante an. Durch den Überstand verhindern Sie ein späteres Aufplatzen der Naht.

Türen, Fenster und Heizkörper sowie andere Hindernisse: Schneiden Sie die Tapete in diesen Bereichen nicht zurecht. Tapezieren Sie stattdessen die ganze Bahn und trennen anschließend Überlappungen ab. Bei Heizkörpern bringen Sie die Tapete soweit wie möglich auf dem Untergrund dahinter an.

Steckdosen und Lichtschalter: Nachdem Sie die Abdeckungen demontiert haben (Schritt 2) tapezieren Sie Steckdosen, Schalter und ähnliche Aussparungen in der Wand einfach über. Sobald die Tapete komplett getrocknet ist, schneiden Sie die markierten Stellen vorsichtig mit dem Cuttermesser wieder frei. Wichtig: Der Strom sollte noch immer ausgeschaltet sein! Dann können Sie die Blenden wieder montieren und abschließend den Strom wieder einschalten.

Mit der OBI Schritt-für-Schritt-Anleitung und dem richtigen Werkzeug ist das Tapezieren schnell erledigt. Jetzt können Sie Ihre Raufasertapete in der gewünschten Farbe streichen.

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Raufasertapete
  • ggf. Spachtelmasse
  • ggf. Tiefgrund
  • Abdeckvlies
  • Klebeband
  • Tapetenlöser
  • Tapetenkleister
  • Zollstock
  • ggf. Tapetenstachelwalze oder -tiger
  • ggf. Bandschleifer
  • Tapeziertisch
  • Spachtel
  • ggf. Dampftapetenlöser
  • ggf. Kleistergerät
  • Eimer
  • Wasserwaage oder Senklot
  • Tapezierbürste
  • Tapetennahtroller
  • Rakel
  • Cuttermesser oder Schere
  • Leiter

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