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Welcher Kamin ist der richtige?

Zuletzt aktualisiert: 14.10.20215 MinutenVon: OBI Redaktion
Ein Holzkaminofen mit Holzregal in der Wand brennt in einem modernen, verglasten Wohnzimmer. Rechts steht ein Stuhl mit einer bunten Decke.

Bei Kaminen gibt es eine breite Auswahl und viel zu beachten. Erfahre hier, welche Kaminöfen in dein Wohnzimmer passen und welche Modelle eine Alternative zur Heizung darstellen.

Was gilt es vor dem Kauf eines Kaminofens zu beachten?

Im Gegensatz zum offenen Kamin ist der Brennraum beim Kaminofen geschlossen und lediglich durch eine Glasscheibe abgetrennt – die sichtbaren Flammen schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Besonders im Winter sind Kaminöfen im Wohnraum eine Bereicherung und eine Alternative zur klassischen Heizung.

Wer sich einen Kaminofen zulegen möchte, muss sich gut informieren. Wenn alle Voraussetzungen stimmen, kannst du die Installation eines Ofens selbst vornehmen. Mache dir vorher Gedanken, welchen Anspruch du an deinen neuen Kamin hast.

Hinweis: Vor dem Kauf eines Kamins ist es ratsam, Rücksprache mit dem Schornsteinfeger zu halten. Dieser kann dir genau sagen, was umsetzbar ist und welcher Ofen sich am besten für dich eignet. Zudem ist er zuständig für die finale Abnahme vor Inbetriebnahme des Kamins, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist. 

Wichtige Fragen vor dem Kaminkauf

  • Wie sind die baulichen Voraussetzungen in deinem Haus?
  • Gibt es einen bestehenden Schornstein oder muss ein Schornstein installiert werden?
  • Beim Heizen mit Gas oder Öl: Sind die nötigen Anschlüsse vorhanden?
  • Soll der Kamin die Heizung ersetzen oder ist er in erster Linie für dekorative Zwecke gedacht?
  • Wie groß ist der Raum, den du beheizen möchtest?
  • Mit welchem Brennstoff möchtest du heizen?
  • Aus welchem Material soll der Kaminofen bestehen?
  • Welchen Rohranschluss benötigst du?

Welche Kaminöfen gibt es?

Die Auswahl an Kaminöfen ist groß – vom Werkstattkaminofen für große Hallen bis hin zum platzsparenden Ölkaminofen. Die verschiedenen Öfen nutzen unterschiedliche Brennmittel. Holz ist der häufigste Brennstoff, aber auch Holzpellets, Gas oder Öl können deinen Kaminofen befeuern. Einige Kaminofen-Modelle können Energie sparen und die Heizkosten senken, indem sie zum Beispiel das Nutzwasser im Haus erhitzen oder produzierte Wärme speichern.

Holzkaminofen

Der Holzkaminofen zählt zu den beliebtesten Kaminofenarten. Im Frühling und im Herbst ist er ein guter Ersatz für die Heizung. Im Winter reicht die Heizleistung eines Holzkaminofens zwar für das Beheizen der Wohnung nicht aus, aber auch hier sorgt er für Gemütlichkeit. Holz ist ein idealer Brennstoff für moderne Feuerstätten, denn diese schlucken ihre eigenen Abgase und verbrennen sehr sauber.

Ob Laubholz, Buche oder Birke – mit der Wahl des Brennholzes können das Erscheinungsbild der Flamme und der entstehende Duft individuell variiert werden. Du solltest das Brennholz vor allem trocken und gut belüftet lagern. Dies funktioniert am besten draußen an einem überdachten Ort – der Keller und geschlossene Räume eignen sich hierfür weniger. Wenn du das Holz gespaltet hast, bietet sich ein Kaminholzregal besonders gut für die Lagerung des Brennholzes im Freien an.

Ein schwarzer Holzkaminofen brennt in einem hellen Wohnzimmer.

Pelletkaminofen

Wie der Name bereits verrät, heizt dieser Kaminofen mit Holzpellets. Pellets haben eine normierte Qualität und bestehen zu 100 % aus Holz – oft handelt es sich sogar um Abfallholz aus der Industrie, das auf diese Weise weiterverwendet wird. Auch in Sachen Sauberkeit bieten die Pelletöfen große Vorteile, denn die Pellets sind nicht mit Erde, loser Baumrinde oder Ähnlichem behaftet und es entsteht weniger Asche bei der Verbrennung.

Ein solcher Ofen hat geringe Emissionen und eine hohe Heizleistung. Er eignet sich gut zum Einsatz im Neubau, aber auch für die Nachrüstung im Gebäudebestand.

Ein roter Pelletofen steht in vor einer weißen Wand in einem Wohnzimmer mit dunklem Holzboden und hohen Wänden.

Dauerbrandofen

Eine beliebte Alternative zu herkömmlichen Heizmethoden bietet der Dauerbrandofen. Er sorgt für eine langanhaltende, wirkungsvolle Wärme. Insbesondere, wenn du deinen Kaminofen nicht nur gelegentlich, sondern als hauptsächliche, dauerhafte Wärmequelle nutzen willst, ist der Dauerbrandofen die richtige Wahl.

Dauerbrandöfen sind robuster verarbeitet und das Brennmaterial muss seltener nachgelegt werden. Eine regelmäßigere Reinigung der Ofenscheiben und des Kamins ist allerdings erforderlich.

Ein grauer Dauerbrandofen aus Speckstein steht an der Wand in einem Flur mit dunklem Holzboden und hellen Wänden.

Werkstattofen

Diese Kaminöfen eigenen sich besonders für das Heizen in Hallen, Werkstätten und anderen Räumlichkeiten, die über den privaten Gebrauch hinausgehen – aber auch für den Wohnbereich können sie eine Alternative darstellen.

Bei den Werkstattöfen steht das Heizen im Vordergrund. Werkstattöfen können mit Holzscheiten, Holz -und Braunkohlebriketts, aber auch mit Holzabschnitten, Bauholz oder alten Paletten befeuert werden. So entsorgst du anfallende Baureste umweltfreundlich und effizient. Alle Werkstattöfen eignen sich für den Dauerbrand ohne Abkühlzeiten. Mit diesem Kamin kannst du eine Fläche von bis zu 1.500 m² beheizen.

Ein schwarzer Werkstattofen steht vor einer Steinwand neben einer Sitzbank in einem Wohnzimmer.

Gaskaminofen und Ölkaminofen

Beide Öfen heizen nicht mit Holz, Kohle oder Pellets, sondern mit Öl oder Gas. Diese Öfen heizen sehr schadstoffarm und haben dennoch einen hohen Wirkungsgrad. Sowohl der Gas- als auch der Ölkaminofen haben einen besonders hohen Bedienkomfort. Per Knopfdruck und Zündautomatik entfacht im Gaskaminofen die einstellbare Flamme.

Zudem verfügen Gaskaminöfen in der Regel über ein offenes Design. Der Gaskamin eignet sich nicht als dauerhafte Wärmequelle, der Wirkungsgrad ist hierfür zu niedrig. Die einzige technische Voraussetzung in Ihrem Wohnraum ist ein Gasanschluss.

Der Ölkaminofen ist vor allem platzsparend. Obwohl der Ölkaminofen beim Verbrennen keinen Schmutz verursacht, sollte er auf einem leicht zu reinigenden Untergrund stehen, wie Glas oder Granit, denn auch beim Befüllen mit Öl können Flecken entstehen.

Ein brauner Ölkaminofen im Wohnzimmer.

Wasserführender Kaminofen

Wasserführende Kaminöfen können die hauseigene Heizanlage entlasten und basierend auf moderner Technik Ihre Energiekosten senken. Sie erwärmen die Umgebung sofort und erhitzen gleichzeitig Brauch- und Heizungswasser. In diesem kompakten Kamin ist ein Wärmetauscher integriert, der sich problemlos mit dem bestehenden Heizungssystem kombinieren lässt. Eine großzügig dimensionierte Scheibe gibt einen Teil der erzeugten Wärme als Strahlungsenergie ab. Diese der Sonnenstrahlung sehr ähnliche Wärme sorgt in Kombination mit der erhitzten Raumluft für ein angenehmes, lebendiges Raumklima.

Einen wasserführenden Kaminofen kannst du problemlos parallel zu einer bewährten Gas- oder Ölzentralheizung oder sogar zu einer Solarheizung betreiben.

Ein wasserführender Kamin steht. Er ist mit dem Ofenrohr an eine weiße Wand angeschlossen und in Betrieb. Dieser steht in einem Wohnzimmer mit roten Wänden.

Raumluftunabhängiger Kaminofen

Ein raumluftunabhängiger Kaminofen ist erforderlich, wenn du deine Wohnräume kontrolliert be- oder entlüftest. Allerdings besteht die Gefahr, dass Gase aus dem Kaminofen durch die Lüftungssysteme in die Wohnräume gelangen können.

Dieser Kaminofen nutzt nicht die Raumluft als Zuluft zum Heizen, sondern externe Verbrennungsluft. Diese wird entweder über einen externen Zuluftkanal oder beispielsweise über einen doppelzügigen Schornstein zugeführt. Soll ein Kaminofen also raumluftunabhängig arbeiten, muss er über einen Anschlussstutzen verfügen, über den er auf externe Verbrennungsluft zugreifen kann. Zertifizierte raumluftunabhängige Kaminöfen eignen sich besonders für Niedrigenergie- und Passivhäuser.

Ein schwarzer Kamin steht in einem dunkel eingerichteten, modernen Wohnzimmer.

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