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Streichputz auftragen – So geht es

Zuletzt aktualisiert: 19.01.20225 MinutenVon: OBI Redaktion
Streichputz auftragen

Streichputz ist eine moderne Alternative zu Tapeten und Fliesen. Wie du ihn richtig aufträgst und gestaltest, erfährst du hier.

Was ist Streichputz?

Eine einfache Methode, um Wände abzudichten, ist Streichputz. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Wasser, Sand und einem Bindemittel.

Lange Zeit war Putz eine beliebte Art der Wandgestaltung. Dann hat er an Bedeutung verloren, liegt mittlerweile aber wieder im Trend. Die unkompliziertere Art der Verarbeitung führt zur wachsenden Beliebtheit des Baustoffes. Mit Putz gestaltest du ohne großen Aufwand Innenwände und Fassaden. Neben Streichputz gibt es auch Reibeputz, Kalkputz und Rollputz.

Vorteile und Nachteile von Streichputz

Vorteile

  • Einfach aufzutragen
  • Individuell gestaltbar
  • Geruchsneutral
  • Gesundheitsverträglich
  • Haftet sehr gut
  • Für alle Untergründe geeignet

Nachteile

  • Eignet sich nicht für sehr filigrane Muster.
  • Ist er zu flüssig angerührt, hält er nicht an der Wand.
  • Putz ist schwer einzufärben.
  • Das Entfernen ist aufwendig.

Das benötigst du, um Streichputz aufzutragen

Material und Werkzeug zum Auftragen von Streichputz

Lege dir das nötige Material und Werkzeug bereit. Dazu gehören auch ein Spachtel und eine Maurerkelle.

  • Staubsauger und Handbesen
  • Abdeckplane, Malervlies und Malerkrepp
  • Gegebenenfalls Spachtelmasse und Spachtel
  • Eventuell weiße Wandfarbe
  • Gegebenenfalls Tief- oder Haftgrund
  • Zwei Kellen, Malerrolle, Strukturrolle, Pinsel
  • Streichputz, fertig gemischt, Körnung 0,5 mm
  • Alternativ: Streichputz in Pulverform mit Mischwanne, Wasser, eine Bohrmaschine und Rühraufsatz
  • Eimer mit Wasser und einen Lappen

Tipp: Du trägst Streichputz rund 1 mm dick auf der Wand auf. Dafür brauchst du 1 kg Putz pro 1 m². Frage in deinem OBI Markt nach, ob du Streichputz dort mit echten Farbpigmenten einfärben kannst. Dies geht schneller als mit Abtönfarbe.

Vorarbeiten, um Streichputz aufzutragen

Wand für Streichputz vorbereiten

Bereite die zu verputzende Wand sorgfältig vor. Umso schöner wird das Ergebnis.

  1. Haftet an der zu verputzenden Wand Tapete, dann entferne diese vor dem Auftragen. Beseitige auch stark gekörnten Putz von den Wänden. Dafür schleifst du die Wand mit einer Schleifmaschine ab und glättest sie.
     
  2. Anschließend säuberst du die Oberfläche mit einem Besen und befreist sie von Staub, Schmutz und Spinnweben.
     
  3. Klebe nun Fenster, Simse, Türen und Steckdosen mit Klebeband ab. Lege auf den Fußboden Malervlies oder Planen. Möchtest du die Decke mit Streichputz bearbeiten, klebst du die Wände ab. Dies erleichtert dir später die Putzarbeit. Denke auch daran, die Sicherungen herauszunehmen. Unter Umständen kann der feuchte Putz sonst einen Kurzschluss in Steckdosen verursachen.
  1. Wichtig ist außerdem, dass du sämtliche Löcher, Risse und Unebenheiten in den Wänden mit Spachtelmasse ausgleichst, denn Streichputz überdeckt diese Makel nicht. Bessere die Beschädigungen daher sorgfältig aus. Risse von mehr als 20 cm Länge überdeckst du zusätzlich mit einem Reparaturband. Es kann auch eine Schicht Sanierputz notwendig sein, bevor du den Streichputz auftragen kannst.
     
  2. Sind die zu verputzenden Wände sehr dunkel oder bunt gemustert, streichst du nach den Reparaturarbeiten mit weißer Farbe über. Verdünne die Farbe mit ein wenig Wasser. Dadurch verhinderst du, dass das Weiß dunkler als Streichputz ist. Dies würde ansonsten fleckig aussehen.
     
  3. Zum Schluss optimierst du den Untergrund. Dafür verwendest du einen Tief- oder Haftgrund. Dies ist bei allen Wänden außer Ziegelwänden notwendig. Die Grundierung ist wichtig, damit der Putz später nicht von der Wand abfällt. Streiche auch Holz- und Metallteile mit dem Tiefgrund. Somit trägst du später den Putz unter anderem auch auf der Abdeckung des Rollladenkastens auf.

Streichputz innen auftragen

Streichputz mit einer Maurerkelle auftragen

Mit einem Spachtel oder einer Kelle bringst du den Streichputz auf die große Maurerkelle. Mit ihr ziehst du über die Wand und verteilst so den Putz.

Nach den Vorarbeiten beginnst du mit dem Auftragen des Streichputzes. Gehe dabei wie folgt vor:

  1. Hast du fertig gemischten Streichputz gekauft, rührst du ihn vor dem Verarbeiten gut durch. Verwende dafür entweder einen stabilen Kochlöffel oder ein Stück Holz. Streichputz in Pulverform rührst du selbst an. Du benötigst dafür einen Eimer und eine starke Bohrmaschine mit Rühraufsatz. Folge den Angaben des Herstellers.

    Tipp: Arbeitest du zum ersten Mal mit Streichputz, greife besser auf eine Fertigmischung zurück. Diese kannst du nach Gebrauch wieder verschließen und später weiter nutzen.
     
  2. Stelle dir einen Eimer mit Wasser bereit. Mit einem Lappen wischst du Putzreste vom Boden direkt auf, wenn er noch nass ist. Sobald der Putz ausgehärtet ist, lässt er sich nur mühsam entfernen.
     
  3. Trage den Putz mit einer Malerrolle oder einem Pinsel auf. Besprühe vor Beginn der Arbeiten das Werkzeug mit Wasser. Auf diese Weise erhöhst du die Aufnahmefähigkeit der feinen Haare für den Streichputz.
     
  4. Beim Auftragen gehst du immer von oben nach unten vor. Setze die Malerrolle daher unterhalb der Decke an und arbeite dich anschließend in Richtung des Fußbodens vor. Übe dabei stets gleichmäßigen Druck auf die Rolle aus. Für Ecken und Kanten wechselst du von der Rolle auf den Pinsel. Auch eine Kelle ist dafür geeignet. Möchtest du kein Muster in den Putz malen, bist du bereits nach dem Auftragen fertig.
     
  5. Nicht immer lässt sich der Streichputz mit der Malerrolle gut auftragen. In so einem Fall nimmst du eine Kelle, um den Putz auf die Wand anzubringen. Mit der Rolle verteilst du anschließend die Masse.
     
  6. Für Anfänger bietet sich die Kelle zum Auftragen an. Streiche den Putz mit einer Kelle auf die andere Kelle und setze diese anschließend an der Wand an. Ziehe die Kelle samt Masse in einer wischenden Bewegung ab.

    Tipp: Bei dieser Methode bietet es sich an, von unten nach oben zu arbeiten.
  1. Willst du ein Muster in deinen Streichputz einbringen, nimmst du dafür eine Kelle, einen Pinsel oder eine Strukturrolle. Wichtig ist hierbei, dass du den Putz zügig verarbeitest, denn etwa 15 Minuten lässt er sich gut verarbeiten. Hole dir, wenn möglich, eine zweite Person als Unterstützung: Während einer den Putz aufbringt, gestaltet der andere das Muster in den Streichputz.
     
  2. Sind abgeklebte Stellen mit dem Putz in Berührung kommen, wartest du 45 Minuten, bevor du das Klebeband abziehst. Dies betrifft meist Lichtschalter und Sockelleisten.
    Warte nicht zu lange damit, denn nach 60 Minuten ist die Masse ausgehärtet. Ziehst du jetzt erst das Band ab, reißt du Stücke vom Putz wieder von der Wand.

Streichputzwand streichen

Streiche den unverputzten Streifen zwischen Wand und Decke mit einem Pinsel in der gleichen Farbe.

Tipp: Lasse zwischen dem oberen Ende der Wand und der Decke einen kleinen Streifen von 2 cm bis 3 cm frei und trage den Streichputz nicht bis ganz nach oben auf. Streiche zum Schluss den Streifen in einer ähnlichen Wandfarbe wie der des Putzes. Einen besonderen Hingucker erzielst du mit einer anderen passenden, kräftigen Farbe.

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