
Tillandsien – Eigenschaften im Überblick
Tillandsien gibt es in verschiedenen Formen und Farben. Was du bei den Aufsitzerpflanzen beachten solltest, damit sie ihre beeindruckenden Blüten zeigen, erfährst du hier.
Woher kommen Tillandsien?
Tillandsien (Tillandsia) bilden eine Gattung. Sie gehört zur Familie der Bromelien (Bromeliaceae). Unter den Ananasgewächsen ist sie mit mehr als 550 Arten die größte Gattung.
Die Heimat der Tillandsien ist in Südamerika. Dort wachsen sie in tropischen und subtropischen Gegenden. Im Regenwald findet man sie genauso wie in Hochsteppen auf über 4.000 m Höhe und sogar in der Atacama-Wüste.
Für den Export wurden zahllose Pflanzen aus der Natur entnommen, was zum Verschwinden einiger Arten geführt hat. Achte beim Kauf daher darauf, Zuchtexemplare zu wählen, um dies zu vermeiden.
Wie sehen Tillandsien aus?
Tillandsien sind meist sogenannte Aufsitzerpflanzen (Epiphyten). Sie wachsen auf anderen Pflanzen, aber auch auf Felsen.
Tillandsien bilden Haftwurzeln, aber keine Feinwurzeln. Die Nährstoffe sowie Wasser nehmen die Pflanzen über ihre silbrigen Saugschuppen an den Blättern auf. Einige Tillandsien formen mit den Laubblättern Trichter, in denen sie Wasser sammeln. Manche Arten wurzeln jedoch auch in der Erde.
Die Blätter der Gewächse bilden oft eine Rosette, manchmal sind sie verzweigt oder spiralig angeordnet.
Tillandsien blühen je nach Art zwischen Februar und Oktober. Dabei sind die leuchtend gefärbten Hochblätter besonders auffällig. Hier bilden sich die Blüten. Zum ersten Mal blühen Tillandsien oft erst nach einigen Jahren.

Bis Tillandsien das erste Mal blühen, vergehen oft mehrere Jahre.
Der richtige Standort und Boden
Graue Tillandsien brauchen einen sehr hellen und sonnigen Standort. Die Gewächse sind kalte Nachttemperaturen aus der Heimat gewohnt. Den Sommer über können daher einige Arten auch nachts draußen bleiben.
Grüne Tillandsien setzt du an einen hellen, warmen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit. Dieser muss nicht genau am Fenster sein. Die Temperatur sollte bei den Pflanzen nicht unter 15 °C bis 18 °C sinken.
Im Winter brauchen Graue Tillandsien Temperaturen von 10 °C bis 15 °C. Grüne Tillandsien benötigen die gleichen Bedingungen wie im Sommer.
Tillandsien pflanzen
Epiphytische Tillandsien benötigen keine Erde. Die Pflanzen halten sich stattdessen an einem Gegenstand fest. Das kann Holz genauso sein wie ein Stück Rinde, ein kalkarmer Stein oder Draht.
Klebe oder binde die Tillandsien an den Gegenstand. Das unterstützt sie bei der Bewurzelung. Verzichte auf Heißkleber, er beschädigt die Pflanze. Verwende stattdessen beispielsweise klares Silikon oder Sekundenkleber.
Für das Festbinden haben sich dünne Streifen einer Nylonstrumpfhose bewährt. Das Material verrottet nicht, ist elastisch und fast nicht sichtbar. Sobald die Pflanze ohne Unterstützung hält, nimmst du den Nylonstreifen ab.
Graue Tillandsien mit denselben Ansprüchen an den Standort kannst du so attraktiv kombinieren.
Erdwurzelnde Tillandsien setzt du in eine Mischung aus Torfmoos, grobem Sand und Rinde. Das Gemisch ähnelt Orchideenerde.
Tillandsien pflegen
Graue Tillandsien sprühst du einmal am Tag mit kalkarmem Wasser ein. Mineralwasser ohne Kohlensäure eignet sich auch dafür. Im Winter sprühst du nur noch zwei- bis dreimal wöchentlich. Alternativ zum Sprühen tauchst du die Tillandsien einmal pro Woche in Wasser.
Graue Tillandsien verfärben sich grün, wenn Feuchtigkeit auf die Blätter kommt. Je trockener es ist, umso weißer werden sie.
Gib ab April einmal monatlich etwas flüssigen Orchideendünger in die Sprühflasche. Grüne Tillandsien brauchen vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit zum Gedeihen.
Lasse das Substrat bei grünen Tillandsien nie ganz austrocknen. Gib ihnen einmal monatlich Blumendünger. Nutze dabei die Hälfte der angegebenen Menge. Grüne Tillandsien topfst du etwa alle drei Jahre um.
Sortentipps
Graue Tillandsien
Die Luftblüte (Tillandsia aeranthos) ist eine besonders bekannte Vertreterin der grauen Tillandsien. Sie wird etwa 15 cm breit. Die silbrigen Blätter laufen spitz zu, die große Blüte ist rot bis dunkel purpurfarben.
Die Blätter der „Tillandsia fuchsii“ sind schmaler und spitzer als die der Luftblüte. Die Blüten sind röhrenförmig. Sie zeigen sich von Juni bis August an langen roten Hochblättern.
Spanisches Moos (Tillandsia usneoides) wächst ähnlich wie Bartflechten. Seine Triebe sind lang, dünn und hängen wie dichtes Haar herab. Die Blüte ist eher unauffällig.

Die „Tillandsia aeranthos“, auch Luftblüte genannt, hat spitz zulaufende Blätter und eine große Blüte.
Grüne Tillandsien
„Tillandsia cyanea“ hat einen auffälligen Blütenstand mit rosafarbenen und violetten Deckblättern. Dazwischen erscheinen große rote und lilablaue Blüten.
Die „Tillandsia lindenii“ hat lange, gebogene Laubblätter. Sie sind rotbraun gestreift. Im Herbst bildet sie dunkelblaue Blüten an rosaroten Hochblättern.
„Tillandsia flabellata“ erreicht eine Höhe von bis zu 25 cm. Zwischen Februar und März entwickelt sie rote Röhrenblüten.
Tillandsien vermehren
Tillandsien vermehrst du mit Ablegern. Die Pflanze bildet diese sogenannten „Kindel“ selbst. Brich oder reiße sie ab und setze sie an den gewünschten Standort. Dort bringst du sie entweder wie beschrieben auf neuem Untergrund an oder setzt sie in sandige Erde.
Hinweis: Die Mutterpflanze geht meist ein, nachdem sie Ableger gebildet hat.
Krankheiten und Schädlinge
Blattläuse sind hin und wieder ein Problem an Tillandsien. Wasche die Pflanze gründlich ab, damit sie verschwinden. Vermeide zu viel Feuchte, sonst fault die Tillandsie.








