
Flaschengarten anlegen
Ein Flaschengarten ist ein perfektes Ökosystem, das nur sehr wenig Pflege benötigt. Hier erfährst du, wie du ihn anlegst.
Wie lässt sich ein Flaschengarten anlegen?
Ein Flaschengarten ist eine tolle Möglichkeit, Pflanzen ohne viel Pflege in den eigenen vier Wänden zu halten – er funktioniert völlig autonom und kann durch einen in sich geschlossenen Kreislauf über Jahre bestehen. Um so ein kleines Gewächshaus anzulegen, wird gar nicht so viel benötigt: Mit dem passenden Drainage-Substrat, Erde, Pflanzen und ein bisschen Wasser kannst du in einem Gefäß deiner Wahl deinen eigenen Flaschengarten anlegen und so hautnah beobachten, wie ein Ökosystem funktioniert. Dieser Ratgeber gibt dir einen Überblick, worauf du beim Anlegen eines Flaschengartens achten solltest und wie du dich richtig um ihn kümmerst.
Was ist ein Flaschengarten?

Ein Flaschengarten ist ein in sich geschlossenes Ökosystem, das dank eines natürlichen Kreislaufs stabil bleibt und daher kaum Pflege benötigt. Er ist daher besonders gut für Pflanzen-Anfänger geeignet. In solch einem geschlossenen System verdunstet Wasser, schlägt sich dann am Glas nieder und kann so von den Pflanzen wieder aufgenommen werden. Diese filtern außerdem durch Photosynthese – das Umwandeln der Lichtenergie der Sonne in chemische Energie – das Kohlendioxid, das sie nachts ausgestoßen haben, wieder aus der Luft und geben frischen Sauerstoff ab.
Die Idee des Flaschengartens oder einer so genannten „Hermetosphäre“ (aus dem lateinischen „hermetice“ = verschlossen und dem griechischen „sphaira“ = Hülle) ist übrigens schon relativ alt, denn schon vor mehr als 100 Jahren wurden die ersten Flaschengärten von einem englischen Arzt angelegt. Wichtig bei so einem „Mini-Gewächshaus“ ist die Wahl des richtigen Standortes, guter Materialien und passender Pflanzen.
Das gehört in einen Flaschengarten

Um einen Flaschengarten anzulegen, benötigst du zunächst ein Gefäß, das deine Hermetosphäre beinhalten soll. Du kannst dafür eine herkömmliche Flasche verwenden, ideal sind dabei bauchige Modelle sowie Bonbon- oder Einmachgläser. Wichtig: Die Flasche muss luftdicht verschließbar sein. Ein wichtiger Bestandteil ist außerdem eine Drainageschicht, damit sich später keine Staunässe bildet und die Erde anfängt zu Schimmeln. Hier hast du die Wahl zwischen Blähton, Kies oder speziellem Granulat, das für Hydrokulturen verwendet wird – Lavagranulat oder Basaltsplitt sind hier ideal. Um Schimmel zu vermeiden, kannst du zusätzlich ein bis zwei Esslöffel auf 0,5 bis 1 cm zerkleinerte Holzkohle nehmen. Diese bindet auch Gerüche durch eventuell stehendes Wasser am Boden. Außerdem brauchst du neben den richtigen Pflanzen noch etwas Pflanzenerde, die am besten an die Ansprüche deiner Pflanzen angepasst ist. Achte darauf, eine nicht zu nährstoffreiche Erde zu nehmen - so stellst du sicher, dass die Pflanzen in deinem Flaschengarten nicht zu groß werden und es ihnen im Glas zu eng wird. Möchtest du zusätzlich noch einen kleinen Hingucker schaffen, kannst du noch größere Steine, Muscheln, Äste oder Wurzeln platzieren. Aber Achtung: Holz beginnt aufgrund des feuchtwarmen Klimas schnell zu schimmeln.
Die idealen Pflanzen für deinen Flaschengarten

Nimm für deinen Flaschengarten am besten Pflanzen, die sich in einem feuchtwarmen Klima wohlfühlen. Exotische Pflanzen eignen sich hier hervorragend, denn das Klima in deiner Hermetosphäre ähnelt den Lebensbedingungen ihres Herkunftsortes. Wähle beispielsweise Zierpfeffer, Zebrakraut oder die Ufopflanze. Auch kleinwüchsige Farne eignen sich gut für deinen Flaschengarten. Bromelien sorgen zusätzlich für Farbakzente, und sogar kleinwüchsige Orchideen kannst du verwenden. Etwas Torfmoos darf auch nicht fehlen, denn es reguliert das Wasser in deinem kleinen Gewächshaus.
Verwende Ableger von Pflanzen, spezielle Minipflanzen oder teile deine Pflanzen, denn der Platz in der Flasche ist doch meist kleiner als gedacht. Ableger treiben im feuchtwarmen Klima meist auch gut aus.
Die passenden Materialien für deinen Flaschengarten


So legst du einen Flaschengarten an
Reinige als erstes das Gefäß mit kochendem Wasser, um Keime und Schimmelsporen abzutöten. Verwendest du Kies oder Lavagranulat als Drainageschicht, solltest du auch diese mit kochendem Wasser reinigen.
Fülle dann je nach Größe des Gefäßes 2-3 cm Substrat (Kies, Hydro- oder Blähton o.Ä.) ein. Nimm zur Einfüllhilfe entweder eine Papprolle oder einen Trichter, wenn der Flaschenhals zu klein ist.
Darüber kommt ein bis zwei Esslöffel auf 0,5 bis 1 cm große Holz- oder Aktivkohle.
Fülle dann je nach Flaschengröße eine 3-4 cm dicke Schicht trockene Pflanzerde in dein Glas. Die Pflanzen sollten nachher genauso tief in der Erde stehen, wie sie vorher im Topf stand. Auch hier hilft eine Papprolle beim Einfüllen, damit du die Erde gleichmäßig verteilen kannst.
Jetzt kannst du die Pflanzen einsetzen. Kürze zunächst lange Wurzeln, um die Pflanze anzuregen, neue zu bilden. Untersuche die Pflanze außerdem auf kleine Tierchen wie Blattläuse, Raupen oder Schnecken, damit diese nicht im Flaschengarten landen. Mach dann mit einem langstieligen Löffel eine Mulde in die Erde und setze die Pflanze mit einer Pinzette ein. Drücke sie danach mit einem Stäbchen vorsichtig an. Lass außerdem genug Platz zwischen deinen Pflanzen. Jetzt kannst du noch Moos zwischen den Pflanzen verteilen. Lasse dabei nicht die komplette Erdoberfläche mit Moos zuwachsen, da sonst keine Luft mehr an die Erde und die Pflanzen kommt.
Füge nach Bedarf Dekoelemente wie Steine, Muscheln oder kleine Äste hinzu.
Wenn du möchtest, kannst du dir zusätzlich im Zoo-Fachgeschäft Springschwänze für deinen Flaschengarten besorgen. Sie ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenresten und halten dein Glas von Schimmel frei.
Gieße deinen Flaschengarten und verschließe ihn luftdicht.






Standort und Pflege
Suche dir in deinen vier Wänden für deinen Flaschengarten einen hellen Ort, der jedoch nicht direkt in der Sonne liegt, denn sonst könnte sich das Glas zu sehr aufheizen. Stelle den kleinen Garten dann so hin, dass du ihn gut beobachten kannst. Hast du deinen Flaschengarten angelegt, wässerst du ihn und verschließt ihn danach luftdicht. Gieße dabei lieber weniger als zu viel und nimm am besten kalkarmes, handwarmes Wasser. Hier eignet sich Regenwasser sehr gut. Beobachte danach deine Hermetosphäre gut: Im Idealfall bildet sich über Nacht Kondenswasser an den Glaswänden und das Glas ist beschlagen. Im Laufe des Tages sollte das Glas wieder frei werden. Sollte das nicht der Fall sein, musst du nochmal nachjustieren. Ist das Glas morgens nicht beschlagen, musst du noch etwas Wasser hinzufügen. Ist das Glas jedoch permanent beschlagen oder rinnt sogar Wasser an den Glaswänden herunter, ist es zu feucht. Öffne dann dein Glas tagsüber einige Stunden und lass das Wasser entweichen. Bei einem Gefäß mit einem kleinen Flaschenhals musst du das einige Tage lang wiederholen.
Danach musst du deinen Flaschengarten nur sehr selten gießen – etwa einmal im Monat oder sogar noch seltener. Düngen musst du übrigens gar nicht. Es hilft außerdem, die Flasche zwischendurch kurzzeitig zu öffnen, um Schimmelbildung zu vermeiden. Entferne zusätzlich kranke oder faulende Pflanzenteile.








