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Bonsai im Topf

Bonsais sind kleine Bäume, die in einer Schale wachsen. Sie gedeihen im Garten und auf der Fensterbank. Wie du einen Bonsai pflegst, welche Baumarten sich für die Kultivierung eignen und wie du die Pflanze nach japanischer Art formst, erfährst du in diesem Ratgeber.

Woher kommt der Bonsai?

Ein Bonsai – ein kleiner Baum – kann aus verschiedenen Baumarten geformt werden und aus unterschiedlichen Regionen stammen. Das Wort Bonsai beschreibt die japanische Variante einer Gartenkunst aus dem alten China. „Bon“ bedeutet auf japanisch Schale und „sai“ Pflanze.

Bonsais wachsen immer in einem Pflanzgefäß. Der begrenzte Platz und verschiedene Kulturmaßnahmen halten den Baum klein. In Europa gibt es die Mini-Bäume seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Daneben gibt es Garten-Bonsais, die in vergleichsweise großen Gefäßen wachsen und entsprechend größer sind.

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Der richtige Standort

Bonsai im Topf am Fenster

Stelle deinen Bonsai an einen hellen Platz im Raum. Direkt am Fenster bekommt er besonders viel Licht. Pralle Sonne verträgt er jedoch nicht.

Einen Bonsai stellst du je nach Art ins Zimmer oder ins Kalthaus. Ein Zimmer-Bonsai braucht einen hellen Fensterplatz, verträgt aber keine pralle Sonne. Achte darauf, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig ist. Nachsteuern kannst du zum Beispiel mit einem Luftbefeuchter. Für die Wohnung eignen sich tropische Arten wie Birkenfeige (Ficus) oder Speckbaum (Portulacaria afra). Für das Kalthaus eignet sich zum Beispiel die Chinesische Ulme (Ulmus parvifolia).

Optimale Bedingungen hat ein Bonsai als Freiland-Kultur im Topf, etwa auf der Terrasse oder dem Balkon. Für einen Freiland-Bonsai verwendest du ein heimisches Gehölz oder eine japanische Baumart.

Bonsai überwintern

Bonsais überstehen im Freiland auch tiefere Temperaturen. Bis zu -20 °C machen dem oberirdischen Teil nichts aus. Der Wurzelballen benötigt bereits ab -5 °C einen Schutz.

Achte darauf, eine frostfeste Schale zu verwenden. Im Garten versenkst du den Bonsai samt Schale bis oberhalb des Wurzelhalses in die Erde. Auf dem Balkon oder der Terrasse stellst du ihn in eine Holzkiste. Diese füllst du mit trockenem Laub, Stroh oder Rindenmulch. Wie gut die Wurzeln Kälte vertragen, hängt von der Baumart ab. Besonders winterhart ist zum Beispiel Japanischer Fächer-Ahorn (Acer palmatum).

Stelle deinen Freiland-Bonsai im Winter an einen vollschattigen Platz. Bekommt der Baum Sonne ab, kann ein über Nacht durchfrorener Baum einseitig auftauen. Das führt unter Umständen zu Gewebespannungen und zum Absterben ganzer Baumteile.

Alternativ überwinterst du deinen Freiland-Bonsai in einem ungeheizten hellen Wintergarten oder im Gewächshaus. Dort sollten die Temperaturen nicht über 10 °C liegen. Sonst treiben die Blätter zu früh aus.

Bonsai richtig gießen und düngen

Person gießt Nadelbaum-Bonsai in einer Pflanzschale auf einer Terrasse

In der Schale verfügt der Bonsai nur über vergleichsweise wenige Nährstoffe. Gieße und dünge ihn daher regelmäßig.

Da ein Bonsai in einer Schale wächst, hat er nur wenig Platz. Er braucht daher vergleichsweise oft Wasser und Nährstoffe. Wichtig ist, dass die Erde nie austrocknet. Wie viel du gießt, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Baumart

  • Temperatur

  • Jahreszeit

  • Standort

  • Größe der Schale

Wenn dein Bonsai austreibt, beginnst du mit dem Düngen. Dafür verwendest du speziellen Bonsai-Dünger. Bringe ihn zweimal im Abstand von vier Wochen aus. Im Hochsommer pausierst du, um den Austrieb zu bremsen und die Triebe aushärten zu lassen.

Im Spätsommer und Herbst düngst du nochmals, um den Bonsai zu stärken. Dann bilden sich die Anlagen für das kommende Jahr.

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Bonsai schneiden und drahten

Person schneidet in einen Ast eines Bonsais.

Damit der Bonsai in Form kommt oder bleibt, schneidest und drahtest du ihn.

Ein Bonsai bildet einen alten Baum im Miniformat nach. Alte Bäume haben waagerecht oder abwärts geneigte Äste. Da junge Pflanzen nach oben wachsen, schneidest und drahtest du die Äste, Zweige oder den Stamm deines Bonsais. Damit änderst du die Wuchsrichtung.

Bei Laubbäumen bestimmt vorrangig der Schnitt die Form. Heimische Gehölze schneidest du im zeitigen Frühjahr, bevor sie austreiben. Dabei entfernst du überflüssige Triebe wie sich kreuzende oder nach innen wachsende Äste und solche, die das harmonische Bild stören. Außerdem kürzt du die Zweige des vergangenen Jahres ein: Schneide sie mit einer Gartenschere auf zwei bis drei Augenpaare zurück.

Im Sommer machst du mehrmals einen Erhaltungsschnitt. Dabei stutzt du neue, zu stark wachsende Triebe.

Beim Drahten bestimmst du die Gestalt des Bonsais. Mit einem starken Draht formst du zuerst den Stamm. In der japanischen Bonsaikunst gilt es unter anderem als harmonisch, wenn der Stamm einen Bogen beschreibt oder sich schräg zur Seite neigt. Fixiere zu steil stehende Seitenzweige, sodass sie etwas nach unten gebogen werden.

Der Stabilisierungsprozess kann ein Jahr dauern – wie lange genau, ist abhängig von der Baumart. Entferne den Draht rechtzeitig, weil er sonst die dicker werdende Rinde einschnürt.

Bonsai umtopfen

Person schaufelt Erde in die Pflanzschale eines Bonsais.

Einen Bonsai topfst du nicht um. Stattdessen kürzt du die Wurzeln und setzt ihn mit neuer Bonsaierde in denselbenTopf zurück.

Normalerweise topfst du Pflanzen um, wenn ihr Gefäß zu klein wird. Dies ist beim Bonsai nicht so. Statt ihn in eine größere Schale zu setzen, schneidest du die Wurzeln mit einer Schere zurück. Dadurch erhält dein Bonsai neuen Wurzelraum. Auf diese Weise bildet die Pflanze neue Feinwurzeln für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen.

Bevor du das Bäumchen in dieselbe Schale zurücksetzt, tauschst du die Erde aus. Verwende hierfür spezielle Bonsaierde.

Du topfst deinen Bonsai in der Regel alle zwei bis drei Jahre um – und zwar am besten im Frühjahr. Er ist dann besonders widerstandsfähig. Den richtigen Zeitpunkt zum Umtopfen erkennst du, wenn die Erde beim Gießen kein Wasser mehr aufnimmt.

Um die Wurzelballen von größeren oder schräg wachsenden Bonsais in der Schale zu stabilisieren, fixierst du sie mit zwei Drahtstücken. Lege sie links und rechts vom Stamm über den Wurzelballen. Ziehe dann die Enden von innen durch Löcher der Schale. Verdrehe die Enden auf der Unterseite miteinander. Zum Schluss versteckst du die Drähte auf der Oberseite mit einer flachen Substratschicht.

Diese Baumarten eignen sich für einen Bonsai

Mehrere Bonsais in Pflanzschalen auf bauchigen Podesten

Als Bonsai kultivieren kannst du theoretisch alle verholzenden Pflanzen. Für Anfänger eignet sich besonders Chinesischer Wacholder.

Zum Bonsai eignen sich theoretisch alle verholzenden Pflanzen. Beachte aber, dass nicht alle einen intensiven Schnitt vertragen. Informiere dich vor dem Kauf genauer darüber. Auch die Klimabedingungen sind wichtig, damit dein Bonsai gedeiht.

Für Bonsai-Anfänger eignet sich Chinesischer Wacholder (Juniperus chinensis). Er lässt sich gut beschneiden und kommt mit den Klimabedingungen hierzulande zurecht.

Auch die Hainbuche (Carpinus betulus) ist ein idealer Baum für Einsteiger in die Bonsai-Kultur, weil sie als schnittverträglich und robust gilt. Zudem hat sie attraktives Laub, eine glatte Rinde und Wülste am Stamm. Weitere Laubbäume für Anfänger sind unter anderem Fächer-Ahorn, Dreispitzahorn, Weißdorn und Zierapfel.

Am besten eignen sich Bäume, die von Natur aus kleine Blätter haben und langsam wachsen. Großblättrige Arten wie Trompetenbaum, Rosskastanie oder Walnuss eignen sich nicht zum Kultivieren als Bonsai.

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