Die fleischfressende Venusfliegenfalle
Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) ist eine fleischfressende Pflanze. Damit zählt sie zu den Karnivoren. Die Venusfliegenfalle ernährt sich also nicht allein über Nährstoffe aus Substrat und Gießwasser. Zusätzlich verspeist sie von Zeit zu Zeit kleine Insekten wie eben Fliegen.
Manche haben die Venusfliegenfalle genau deshalb gekauft. Sie wollen das Gewächs beim Fangen und Verdauen ihrer Beute beobachten.
Doch welche Lebewesen stehen bei der Venusfliegenfalle auf dem Speiseplan? Wie viele der Beutetiere verspeist sie davon in welchen zeitlichen Abständen? Und sollten Besitzer der Pflanze sie von Hand „füttern“? Die Antworten auf diese Fragen haben wir im Folgenden für dich gesammelt.
Wie fängt die Venusfliegenfalle ihre Beute?

Gerät ein Tier in die Klappfalle, schnellt diese blitzschnell zu. Für das Tier gibt es dann keine Rettung mehr.
Die Venusfliegenfalle fängt ihre Beute wie andere fleischfressende Pflanzen mit einem Fangmechanismus. Bei der Venusfliegenfalle ist dieser Mechanismus eine Klappfalle. Sie setzt sich aus den Fangblättern und den Fühlborsten vorn an der Öffnung zusammen.
Sobald an diesen Blättern oder Borsten ein Reiz auftritt, schnappt die Falle zu. Die Beute ist gefangen.
Im Anschluss beginnt die Venusfliegenfalle mit dem Verdauungsprozess. Dabei wird die gefangene Beute mithilfe von Enzymen zersetzt. Rund zwei Wochen dauert das. Danach sind nur noch unverdauliche Reste wie beispielsweise der Chitinpanzer eines Insekts übrig.
Hat die Venusfliegenfalle alle gelösten Nährstoffe aufgenommen, öffnen sich die Fangblätter wieder. Sie sind dann bereit, das nächste Beutetier zu fangen.
Was frisst eine Venusfliegenfalle?
In der freien Natur ernährt sich die Venusfliegenfalle vor allem von lebenden Tieren. Dazu gehören Insekten wie Mücken, Fliegen, Asseln, Ameisen oder auch Spinnen. Steht die Venusfliegenfalle im Haus, verspeist sie außerdem Fruchtfliegen und Trauermücken.
Bei der Beute geht es der Venusfliegenfalle vor allem um die tierischen Eiweißverbindungen in den Tieren. Diese kann sie aufbereiten und so an den darin enthaltenen Stickstoff und Phosphor gelangen.
Sofern Besitzer einer Venusfliegenfalle die Pflanze per Hand füttern wollen, sind diese Vorlieben wichtig. Wird die Pflanze mit toten Tieren oder mit Resten von Nahrung gefüttert, entfällt der Bewegungsreiz. Dann schnappt die Falle zwar zu, aber die Pflanze setzt die Verdauungsenzyme nicht frei.
Die Folgen für die Pflanze können sehr ernst sein. Wird die Beute nicht zersetzt, verwest sie nach und nach. So kann sie im Ernstfall die ganze Pflanze in Mitleidenschaft ziehen. Das Gewächs fängt dann von den Blättern ausgehend an zu verfaulen. Außerdem wird die Pflanze dadurch anfälliger für Pilzkrankheiten.
Auch die Größe der Beute ist für die Pflanze wesentlich. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die ideale Beute etwa ein Drittel der Größe des Fangblatts hat. So kann die Venusfliegenfalle sie gut greifen und zersetzen.

Aus der tierischen Beute gewinnt die Venusfliegenfalle vor allem die Eiweißverbindungen. Daraus zieht sie Stickstoff und Phosphor.
Solltest du die Venusfliegenfalle füttern?
Die Venusfliegenfalle ernährt sich nicht ausschließlich karnivor. Über die Wurzeln entnimmt sie ebenfalls viele Nährstoffe aus der Erde. Steht sie auf mageren, kargen und sandigen Böden, kann das aber unter Umständen nicht reichen. Dann ist die Pflanze auf die zusätzlichen Nährstoffe aus der Beute angewiesen.
Gepflegte Zimmerpflanzen, die in geeignetem oder sogar speziellem Substrat stehen, bekommen über die Wurzeln reichlich Nährstoffe. Diese Pflanzen musst du also in der Regel nicht füttern.
Möchtest du deiner Pflanze aber etwas zu fressen geben, um sie dabei zu beobachten, mache das nur hin und wieder. Füttere dann unbedingt ein geeignetes, lebendes Insekt. Zu häufiges Füttern schadet der Pflanze. Das Öffnen und auch das rasante Schließen der Fangblätter kosten besonders viel Energie. Die Pflanze könnte dadurch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden.
Die fleischfressende Pflanze kann die Fangblätter außerdem maximal fünf- bis siebenmal benutzen. Dann sterben sie ab. Mit einer zu häufigen Fütterung riskierst du also nicht nur eine Überversorgung mit Nährstoffen. Du bringst die Pflanze auch insgesamt in Gefahr.










