Wand fliesen in 7 Schritten

Heimwerker in einem Raum, der an den Wänden gefliest werden soll.

Um Wandfliesen in Bad oder Küche selbst zu verlegen, müssen Sie kein Profi sein. Mit einer guten Vorbereitung und ein wenig handwerklichem Geschick ist das Fliesen von Wänden kein Problem. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie dabei achten sollten.
Nehmen Sie sich zunächst ausreichend Zeit, um die passenden Fliesen auszuwählen. Wählen Sie das gewünschte Fliesendesign und nutzen Sie Bordüren, Dekorfliesen oder Mosaikmatten für die individuelle Gestaltung Ihrer Fliesenflächen. Um Ihren Materialbedarf zu ermitteln, bestimmen Sie zunächst die zu verfliesenden Bereiche, vermessen die betroffenen Wandflächen und rechnen zur Gesamtfläche noch 10% für Verschnitt und Bruch hinzu. Ein Paket Fliesen bewahren Sie außerdem am besten als Reserve für spätere Reparaturen auf.
Der richtige Fliesenkleber für Ihren Untergrund sorgt dafür, dass Ihre Fliesen sicher halten. Zementkleber eignet sich für saugfähige mineralische Baustoffe wie Zementestrich oder Beton. Für arbeitende und andere kritische Untergründe sowie bei hoher Beanspruchung durch Wärme oder Feuchtigkeit wählen Sie kunststoffvergüteten Flexkleber. Dispersionskleber sind erste Wahl für glatte Untergründe im Innenbereich, z. B. Gipskarton- und Hartschaumplatten oder glatten Putz. Wählen Sie auch Grundierung und Fugenmörtel passend zum verwendeten Kleber aus – am besten vom gleichen Hersteller.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Werkzeugliste
3 - Materialliste
Untergrund wird mit Rolle grundiert.

Schritt 1 - Untergrund vor dem Verlegen der Wandfliesen vorbereiten

Vor dem Verfliesen Ihrer Wand prüfen Sie zunächst den Untergrund und bereiten ihn sorgfältig vor. Sorgen Sie dafür, dass alle Flächen sauber, trocken, staubfrei, eben und tragfähig sind. Glätten Sie sämtliche Unebenheiten ebenso wie kleine Risse mit Spachtelmasse, die Sie mit einem Spachtel auftragen.

Nach der erforderlichen Trocknungszeit (Herstellerangaben beachten) reinigen Sie die gesamte Fläche sorgfältig von Fett und Schmutz. Entfernen Sie auch nicht wasserfeste, alte Anstriche. In Spritzwasserbereichen streichen Sie die Wände mit einer Abdichtung. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber „Nasszellen richtig abdichten“.

Grundieren Sie nun die Wandfläche mit Tiefengrund oder Haftemulsion. Saugende Untergründe wie z. B. Zementestriche, Kalk- oder Zementputze oder Gipskarton werden mit Tiefengrund vorbehandelt. Bei nicht saugfähigen Untergründen wie Beton oder sehr glatten Flächen sorgen Sie mit Haftgrund für eine bessere Haftung. Tragen Sie die vorbereitete Grundierung mit einem breiten Pinsel oder einer Farbrolle gleichmäßig auf und lassen Sie sie ihn nach Herstellerangaben vollständig durchtrocknen.

Heimwerkerin strukturiert Fliesenkleber mit Zahnspachtel an einer Wand.

Schritt 2 - Fliesenkleber auf Wand auftragen

Ist der Untergrund vorbereitet, können Sie den Fliesenkleber gemäß den Herstellerangaben vorbereiten. Fliesenkleber auf Zementbasis sowie Flexkleber werden im angegebenen Verhältnis klumpenfrei mit Wasser vermischt und können nach einer kurzen Reifezeit verarbeitet werden. Für das Anmischen können Sie eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz in niedriger Drehzahl verwenden. Dispersionskleber sind dagegen bereits gebrauchsfertig.
Tragen Sie den Fliesenkleber mit einer Kelle oder Glättkelle gleichmäßig auf den Untergrund auf und kämmen Sie ihn mit einem Zahnspachtel so durch, dass eine ebene Fläche entsteht. Halten Sie dabei den Zahnspachtel in einem Winkel von ca. 45 Grad. Die Zähnung des Zahnspachtels hängt vom Profil der Fliesenrückseite, der Fliesengröße und dem Untergrund ab. Je stärker die Fliesenrückseite profiliert ist, desto größer ist die Zähnung. Arbeiten Sie etappenweise und bringen Sie pro Durchgang nur so viel Kleber auf, wie Sie in ca. 30 Minuten verarbeiten können (Richtwert je nach Verarbeitungszeit 1 bis 1,5 m²).

Schemazeichnung zum Fliesen einer Wand.

Schritt 3 - Verlegetechnik für Wandfliesen

Wandfliesen werden von innen nach außen symmetrisch verlegt, weil zugeschnittene Fliesen in den Ecken weniger auffallen. Daher beginnen Sie an Außenkanten mit ganzen Fliesen und arbeiten sich dann in Richtung Innenecken vor.
Wenn Sie die Wand nicht in voller Höhe fliesen möchten, beginnen Sie mit der ersten Fliesenreihe an der oberen Begrenzung. Zeichnen Sie hier mit Hilfe einer Wasserwaage eine waagerechte Grundlinie an. Eine weitere Linie zeichnen Sie senkrecht dazu in der Mitte der Wand. Dabei hilft ein Senklot. Entlang der Markierungen kleben Sie Malerkrepp, das Sie nach dem Auftragen des Klebers wieder entfernen können. Beginnen Sie mit der ersten Fliesenreihe mittig entlang der waagerechten Grundlinie. Als oberen Flächenabschluss können Sie hier z. B. Bordüren nutzen. Setzen Sie dann das Fliesen nach unten an der senkrechten Linie fort (T-Form). Platzieren Sie an dieser Linie entweder eine Fuge oder die Fliesenmitte. Von dieser ersten senkrechten Fliesenreihe aus können Sie das Verfliesen nach außen zu den Ecken hin fortsetzen.

Heimwerker verklebt Fliese an der Wand.

Schritt 4 - Wandfliesen verkleben

Um die Fliesen zu verkleben, drücken Sie sie mit einer leichten Drehbewegung ins Kleberbett ein. Klopfen Sie dann die Fliesen mit einem Gummihammer leicht an. Überprüfen Sie zwischendurch stichprobenartig durch Abheben, ob sich ausreichend Kleber auf der Rückseite befindet (mindestens 80% Bedeckung ist erforderlich, bei Natursteinfliesen 100%). Prüfen Sie regelmäßig auch mit der Wasserwaage die waagerechte Lage der Fliesen, denn solange der Kleber noch nicht angezogen hat, sind noch Korrekturen möglich.
Fliesenkreuze helfen Ihnen, gleichmäßige Abstände zwischen den Fliesen einzuhalten. Sie sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Stecken Sie die Fliesenkreuze einfach zwischen die Fliesen, denken Sie aber daran, die Fliesenkreuze vor dem Verfugen wieder zu entfernen. Falls sie eine deutlich geringere Höhe als Ihre Wandfliesen haben, können Sie sie auch einfach überspachteln. Für saubere Abschlusskanten nutzen Sie bei Bedarf Fliesenschienen (Eck- bzw. Abschlussprofile).

Heimwerker schneiden Randfliesen zu.

Schritt 5 - Randfliesen zuschneiden

Für das Zuschneiden von Randfliesen benötigen Sie spezielles Werkzeug. Ein Fliesenschneider sorgt für saubere und gerade Kanten. Für dünne und weiche Fliesen können Sie auch eine Fliesenzange nutzen. Ritzen Sie die Fliese auf der Glasurseite an und brechen sie über die Kante. Für runde Aussparungen schneiden Sie mit einer Fliesen-Lochzange (Papageienschnabel) die Öffnung Stück für Stück heraus. Alternativ können Sie auch eine Bohrmaschine mit Lochfräsenaufsatz verwenden.

Heimwerker verfugt geflieste Wand.

Schritt 6 - Wandfliesen-Flächen verfugen

Fugen zwischen den Fliesen dienen dazu, Bewegungen und Spannungen auszugleichen. Sie werden mit Fugenmörtel ausgefüllt. Der Mörtel muss zu Grundierung und Kleber passen: Wenn Sie also zum Beispiel Flexkleber nutzen, sollten Sie auch einen flexiblen Fugenmörtel (Flexfuge) nutzen. Kratzen Sie zunächst Fliesen-, Eck- und Anschlussfugen mit einem Holzkeil sauber. Beginnen Sie mit dieser Arbeit noch bevor der Kleber ausgehärtet ist (nach ca. 60 Minuten). Beginnen Sie erst nach dem Aushärten des Fliesenklebers mit dem Verfugen. Beachten Sie die Herstellerangaben und planen Sie mindestens 24 Stunden Trocknungszeit ein. Achtung: Dispersionskleber benötigen für das Durchtrocknen noch deutlich länger als Zementkleber.
Rühren Sie den Fugenmörtel mit Wasser im angegebenen Mischungsverhältnis zu einem sämigen Brei an. Schützen Sie sich bei der Verarbeitung durch Gummihandschuhe.
Verteilen Sie den Fugenmörtel mit einem Fugengummi gleichmäßig auf den Fliesen und drücken Sie ihn diagonal in die Fugen. Überschüssigen Mörtel streichen Sie sorgfältig mit einem Gummirakel/-wischer ab. Verbleibende Mörtelreste entfernen Sie nach dem Antrocknen mit einem angefeuchteten Schwamm. Einen letzten Mörtelschleier wischen Sie mit einem sauberen trockenen Tuch ab.

Heimwerker verfugt Dehnungsfuge über Badewanne.

Schritt 7 - Eck- und Dehnungsfugen der Wandfliesen abdichten

Alle Dehn-, Eck- und Anschlussfugen werden nicht mit Fugenmörtel verfugt, sondern mit einem dauerelastischen Sanitär-Dichtstoff abgedichtet, in der Regel mit Silikon. Durch sorgfältiges Verfugen beugen Sie der Gefahr von Schimmelbildung vor. Dazu kleben Sie zunächst die Fugenränder beidseitig mit Malerkrepp ab und entfernen Sie Kleberreste aus den Fugen. Poröse, sehr saugfähige Untergründe behandeln Sie mit einer Grundierung vor. Füllen Sie dann das Silikon aus einer Kartusche gleichmäßig in die Fugen. Mit einem Fugenglätter entfernen Sie überschüssige Dichtungsmasse und streichen die Silikonfuge glatt. Zum Schluss ziehen Sie das Klebeband schräg nach hinten und seitlich von der Fuge weg ab. Bitte beachten Sie grundsätzlich bei allen Materialien die Hersteller- und Bearbeitungshinweise.
Mit ein bisschen Fingerfertigkeit und ein wenig Geduld bringen Sie Wandfliesen ganz einfach selbst an.

An einem in Seifenwasser getauchten Fugenglätter bleibt kein Dichtstoff kleben.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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