Kellerfenster austauschen in 6 Schritten

Mann und Frau im Keller vor Kellerfenster.

Der Einbau moderner Kellerfenster kann bares Geld sparen, den Gebrauchswert des Kellers steigern und zudem das Haus vor gefährlichen Schimmelpilzen schützen. Unser Ratgeber gibt Tipps für die Auswahl des richtigen Fenstertyps und zeigt Ihnen, wie Sie in 6 einfachen Schritten Ihr Kellerfenster selbst austauschen können und welche Werkzeuge Sie dafür benötigen.
Alte Kellerfenster mit einfacher Verglasung und ungedämmtem Metallrahmen haben meist einen sehr hohen U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) – durch sie kann erheblich mehr Wärme nach außen gelangen als durch moderne Fenster. Hinzu kommt, dass ältere Fenster durch die Korrosion am Rahmen im Laufe der Zeit undicht werden. Das führt nicht nur zu Energieverlusten, alte Kellerfenster können auch zu sogenannten Wärmebrücken werden. Wenn Wärme durch sie schneller nach außen transportiert wird als durch angrenzende Flächen, entsteht Kondenswasser und die Gefahr von Schimmelbildung steigt. Deshalb lohnt sich auch im Keller der Einbau eines modernen Kunststofffensters mit einem effizient dämmenden Rahmen, dicht schließendem Flügel und Isolierverglasung.

Dient Ihr Keller ausschließlich der Lagerung, reicht auch ein einfaches Nebenraumfenster. Achten Sie bei der Auswahl Ihres neuen Kellerfensters darauf, dass es ohne größeren Anpassungsaufwand in die vorhandene Fensteröffnung passt. Zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk muss ringsherum eine 10 bis 25 mm breite Arbeitsfuge bleiben, die Sie mit PU-Schaum abdichten. Entscheiden Sie außerdem vor dem Kauf, ob Ihr Kellerfenster einen Links- oder Rechtsanschlag haben soll, und achten Sie darauf, dass es sich einbruchsicher von innen verschließen lässt. 

Im Folgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihr altes Fenster in Eigenregie durch ein modernes Kellerfenster ersetzen. Schauen Sie sich auch unser ausführliches Erklär-Video zum Thema „Fenster einbauen“ an.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Werkzeugliste
3 - Materialliste
Heimwerker beim Ausbau des Kellerfensters.

Schritt 1 - Altes Kellerfenster ausbauen

Um das alte Kellerfenster auszubauen, hängen Sie zunächst den Fensterflügel aus. Entfernen Sie ggf. mit Hammer und Meißel die Verputzung der Fensterfuge, lösen Sie die Verankerung des Rahmens und stemmen Sie das Fenster aus der Maueröffnung. Ältere Kellerfenster mit Metallrahmen wurden meist mit dem Mauerwerk verschraubt, verklebt oder auch nur eingeklemmt.

Vorhandene Schraubverbindungen lösen Sie mit dem Akkuschrauber. Sind sie zu verrostet, schlagen Sie sie mit dem Meißel ab. Durch vorsichtige Schläge mit dem Hammer von außen können Sie nun den Rahmen lösen. Bei hartnäckigen Verankerungen nehmen Sie Meißel oder Hebeleisen zur Hilfe. Reicht auch das nicht aus, zerschneiden Sie den Rahmen mit dem Winkelschleifer. Ist der alte Rahmen aus Holz, genügt dafür ein Fuchsschwanz.

Kellerfensterrahmen mit Montagekeilen.

Schritt 2 - Neues Kellerfenster einpassen

Bevor Sie Ihr neues Kellerfenster einpassen können, entfernen Sie Schmutz und Staub von der Fensterlaibung, damit Montageschaum und Mörtel später gut haften. Mauerschäden in der Laibung bessern Sie falls nötig mit Mörtel aus. Auch die Abmessungen Ihrer Fensteröffnung können Sie so ggf. noch etwas anpassen. Messen Sie zuvor Breite und Höhe des neuen Fensterrahmens aus und markieren Sie sie auf der Fensterlaibung (dabei für die Fuge auf allen 4 Seiten etwa 2 cm zugeben).

Nach ausreichender Aushärtungszeit können Sie mit dem Einsetzen des Fensterrahmens beginnen. Beachten Sie dazu die Herstellerangaben. Neue Fenster werden meist komplett inklusive Rahmenschrauben und Dübel geliefert. Setzen Sie den Rahmen in die Fensteröffnung ein, richten Sie ihn aus und fixieren Sie ihn mit Montagekeilen in der richtigen Position: mittig und sowohl waagerecht als auch lotrecht. Nutzen Sie die Wasserwaage für eine korrekte Positionierung.

Bohren der Löcher für die Fensterrahmendübel.

Schritt 3 - Rahmen befestigen

Nun befestigen Sie das Fenster mit Hilfe der Fensterrahmendübel. Bei vielen modernen Fenstern sind die notwendigen Bohrungen im Rahmen bereits vorhanden. Wenn nicht, bohren Sie mit der Bohrmaschine die notwendige Anzahl Löcher. Bei kleineren Kellerfenstern genügen in der Regel je zwei Rahmendübel auf der linken und rechten Rahmenseite. Verwenden Sie beim Durchbohren des Rahmens einen Metallbohrer, weil viele Kunststofffenster einen Metallkern enthalten. Bohren Sie dann mit einem Steinbohrer durch das Loch im Rahmen das Dübelloch in die Wand. Nun setzen Sie die passenden Schrauben in die Fensterrahmendübel ein, schieben diese in die Dübellöcher und schlagen sie vorsichtig mit einem Hammer ein. Wenn alles sitzt, drehen Sie die Schrauben mit dem Akkuschrauber fest. Die Montagekeile verbleiben in der Fuge.

Heimwerkerin dichtet Fensterfuge mit Montageschaum ab.

Schritt 4 - Abdichten mit Montageschaum

Füllen Sie nun Montageschaum (PU-Schaum) gemäß den Herstellerangaben in die Fuge zwischen Kellerfensterrahmen und Wand. Berücksichtigen Sie dabei, dass Montageschaum sich bei Sauerstoffkontakt stark ausdehnt. Nach 1 bis 2 Stunden sind die meisten Schäume soweit ausgehärtet, dass Sie überschüssiges Material mit einem Cuttermesser abschneiden können. Tragen Sie bei der Verarbeitung von PU-Schaum stets Handschuhe.

Befeuchten Sie zur besseren Haftung des Montageschaumes die Fensterlaibung und den Fensterrahmen mit einer Sprühflasche mit Wasser. 

Fensterfuge abdecken durch Verputzen.

Schritt 5 - Fensterfuge abdecken

Zum Abdecken der Fensterfuge verputzen Sie diese oder benutzen Sie selbstklebende Flachleisten aus Kunststoff. Damit Sie später weniger Reinigungsaufwand haben, kleben Sie den Fensterrahmen mit Kreppband ab. Eventuell müssen Sie auch vorstehende Montagekeile abschneiden. Je nach Untergrund tragen Sie ggf. Haftgrund auf die zu verputzende Fläche auf. Bringen Sie nach ausreichender Wartezeit den Putz mit einem Spachtel auf und ziehen Sie ihn mit einem Glätter glatt. Nach dem Trocknen können Sie die Flächen streichen.

Bei beheizten Kellerräumen schreibt die Energieeinsparverordnung in Deutschland weitere Wärmeschutzmaßnahmen vor. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an einen unserer OBI Fachverkäufer.

Heimwerker setzt Fensterflügel ein.

Schritt 6 - Fensterflügel einsetzen

Nun können Sie den Fensterflügel einhängen. Ziehen Sie vorher vorhandene Schutzfolien ab und montieren Sie den Fenstergriff. Prüfen Sie abschließend, ob alles funktioniert und ob das Fenster dicht hält, z. B. mit einer brennenden Kerze: Wenn nichts flackert, haben Sie es geschafft!

Sparen Sie Energie, beugen Sie Schimmelbildung vor und erhöhen Sie den Einbruchschutz, indem Sie Ihre Kellerfenster austauschen. Erfahrene Heimwerker machen dies ganz einfach selbst – neue Fenster und das richtige Werkzeug erhalten Sie im OBI Markt in Ihrer Nähe.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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