Zargen für Innentüren: Maße, Materialien, Arten

Türzarge in einem Neubau

Die Zarge ist der feststehende, umrahmende Teil einer Tür – oder eines Fensters – an dem der bewegliche Teil aufschwingt. Dabei ist die Türzarge weit mehr als ein dekoratives Element, auch wenn die Optik des Türrahmens ebenso zum Gesamtbild beiträgt wie die gewählte Zimmertür. Im Rahmen findet sich aber beispielsweise auch Platz für das Sicherheitsschloss und so kommt der Zarge an Wohnungstür und Fenster auch eine Rolle beim Einbruchschutz zu.

Vor dem Einbau einer Zarge für eine Innentür stellt sich die Frage, welche die passende für Ihr Projekt ist: Ist sie für eine Flügeltür oder eine Schiebetür bestimmt? Soll sie eine schwere Glastür einrahmen? Wie passt die Zarge zur Wandstärke? Soll sie aus Holz oder einem Holzwerkstoff sein – aus Aluminium oder Stahl? Des Weiteren unterscheidet man Umfassungszargen, Eckzargen und Blockzargen, zwischen Zargen mit Rundkanten, Glattkanten oder profilierten Kanten. Und zuletzt spielt natürlich auch die Optik eine Rolle: Soll die Zarge beinahe unsichtbar sein oder einen farbenfrohen Kontrast zu Innentür und Eingangsbereich bilden?

Bei der Wahl der passenden Zarge für eine Innentür gibt es eine Reihe von Aspekten zu beachten. OBI erklärt Ihnen, worauf Sie achten sollten und erleichtert Ihnen die Kaufentscheidung

Am einfachsten ist die Montage der Zarge beim Hausbau. Dann lässt sich der Rahmen vormontiert in die Wandöffnung einsetzen und mit Montageschaum befestigen. Sind die Bauarbeiten schon abgeschlossen, muss die Zarge in der Regel aus zwei bis drei Komponenten aufgebaut werden. Aber auch das ist für Heimwerker zu bewerkstelligen. Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitung und lassen Sie sich inspirieren.

1. Ausmessen der Zarge für die Innentür 2. Material von Türzargen
3. Zargenarten für Innentüren 4. Schiebe- und Flügeltüren
5. Dekorative Aspekte 6. Materialliste
7. Werkzeugliste
Heimwerker misst Maueröffnung für Zarge einer Innentür aus.

1. Ausmessen der Zarge für die Innentür

Zargen sind in der Regel um einige Zentimeter verstellbar, sodass sie sich problemlos an die Maße Ihrer Türöffnung anpassen lassen. Die Zarge muss sich aber auch Ihrer Wandstärke anpassen. Hersteller bieten Zargen für Mauerdicken von etwa 75 mm bis an die 400 mm an. Um die richtige Zarge zu finden, messen Sie die Wanddicke an ihrer stärksten Stelle und, falls vorhanden, inklusive Putz und Fliesen. Messen Sie außerdem die Maueröffnungsbreite und -höhe. Die Standardhöhe einer Zarge liegt bei 198,5 cm. Es gibt aber auch größere Varianten mit 211 cm beziehungsweise 223,5 cm Höhe.

Zur Wahl stehen nicht nur verschiedene Größen, sondern auch „rechte“ und „linkeTüren. Von einer „rechten Tür“ spricht man, wenn die Bänder – die Scharniere – rechts sichtbar sind, bei „linken“ Türen sind sie links zu sehen.

Moderne Glastür mit einer Stahlzarge in einem hellen Wohnzimmer mit hohen Fenstern.

2. Material von Türzargen

Beim Material können Sie aus einem breiten Sortiment wählen – je nach Geschmack wird das Material in der Regel an das Material des Türblatts angepasst. Gängig sind Zargen aus Massivholz und Holzwerkstoffen wie Vollspan oder CPL sowie aus Stahlblech.

Holz gehört wegen seiner wohnlichen Ausstrahlung zu den verbreitetesten Materialien beim Türkauf und dementsprechend auch für Zargen – dabei muss die natürliche Maserung des Holzes nicht sichtbar sein, sondern kann sich hinter einer modernen Farbe verbergen. Massivholz ist teurer als Holzwerkstoffe, wobei der Unterschied zwischen den beiden Materialien oftmals kaum zu sehen ist. Holzverbund hat den Vorteil, dass es weniger empfindlich auf Stöße reagiert als Echtholz.

Stahlzargen für Innentüren halten hohen Belastungen stand und sind deshalb eher in öffentlichen Gebäuden anzutreffen. Sie sind nicht nur robust, sondern lassen sich quasi an jede Wandstärke und jedes Wandmaterial anpassen.

Haben Sie sich für eine Glastür entschieden, bietet sich wegen des höheren Gewichts Stahl oder verstärktes Massivholz an. Optisch stehen Stahlzargen für Innentüren anderen Materialien in nichts nach. Den Stahl gibt es matt oder glänzend und er kann mit Sonderlacken in allen erdenklichen Farben gestaltet werden.

Tür und Zarge aus Holz

3. Zargenarten für Innentüren

Umfassungszargen

Die Umfassungszarge ist die klassische Zarge und kommt am häufigsten im Privatbereich zum Einsatz. Die Türöffnung wird mit ihr von beiden Seiten mit einem umlaufenden Profil abgeschlossen, sodass die Umfassungszarge die gesamte Türlaibung umfasst. Am häufigsten wird bei der Umfassungszarge zu Holz und Holzwerkstoffen gegriffen, es gibt sie aber auch aus Stahl.

Eckzargen

Ist die Mauerleibung besonders breit, kommt keine Umfassungszarge, sondern eine Eckzarge zum Einsatz. Sie umfasst nicht die gesamte Türöffnung, sondern nur die Vorderkante der Türlaibung. Daher ist die Eckzarge für Innentüren eher funktional und meist nicht aus Holz, sondern aus Stahlblech gefertigt.

Blockzargen

Die Blockzarge wird entweder in die Türlaibung montiert und füllt diese in ihrer gesamten Breite aus. Dann nennt man diesen Typus auch Stockrahmen. Wird die Blockzarge vor der Wandöffnung angebracht, handelt es sich um einen sogenannten Blendrahmen. Bei dieser Zargenart kommt häufig Massivholz zum Einsatz, aber auch Stahlblech ist beliebt.

Wandbündige Zargen

Wer einen besonders puren Look wünscht oder aber die Innentür richtig in Szene setzen will, montiert eine wandbündige Zarge. Sie ist quasi unsichtbar und sorgt je nach Modell dafür, dass die Tür bündig mit der Wand abschließt.

Wie Sie eine Innentür einbauen erfahren Sie in unserer Anleitung „Innentüren einbauen“ und in unserem Erklär-Video „Innentüren einbauen".

Schiebetüren vor einem Durchgang mit einer Zarge.

4. Schiebe- und Flügeltüren

Auch Flügel- oder Schiebtüren kommen nicht ohne Zarge aus. Bei einer raumsparenden Schiebetür können Sie zwischen zwei grundsätzlichen Zargenarten wählen. Die eine verläuft in der Wand, also unsichtbar, die andere vor der Wand. Bei Material und dekorativen Elementen unterscheidet sich das Angebot kaum von dem für Schwingtüren. Auch Flügeltüren stellen für die Zarge kein Problem dar – allerdings müssen Sie dann wohl auf eine breitere Zarge zurückgreifen, damit sie gegebenenfalls Raum für zwei schwingende Türteile bietet.

Profilierte Zarge an einer Schlafzimmer-Tür

5. Dekorative Aspekte

Das OBI Sortiment bietet eine Reihe dekorativer Zargentypen. So gibt es Zargen mit profilierter Zierbekleidung, die je nach Ausführung einen romantischen Look haben können, oder z. B. bombiert sind. Letztere halten sich optisch elegant im Hintergrund, indem sie von der Tür zur Wand hin flacher werden. Zargen mit Rundkanten sind das Gegenstück zur modernen, geradlinigen Optik der Glattkanten-Zargen.

Die Wahl der passenden Zarge richtet sich dabei vor allem nach dem bereits ausgewählten Türblatt. Dazu bietet die Zarge den passenden Rahmen, so wie ein Bilderrahmen noch positiv zum Gesamteindruck eines Gemäldes beitragen kann. Bei der Suche nach dem passenden Rahmen für Ihre Tür ist Ihnen gerne das Fachpersonal in Ihrem OBI Markt behilflich.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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