Dämmstoffe in der Übersicht

Paar schaut aus dem Fenster.

Wollen Sie ein älteres Gebäude sanieren, kommen Sie um eine effektive Wärmedämmung nicht herum. Die Dämmung sorgt dafür, dass das Haus gegen Temperaturextreme isoliert ist – das spart auf lange Sicht bares Geld. Um ein Gebäude, die Fassade oder auch nur einzelne Fensternischen und Hohlräume zu isolieren, stehen verschiedene Dämmmaterialien zur Auswahl. Sie werden als Matten, Filze, geschäumte Dämmstoffe, Schüttungen oder Platten angeboten. Die Dämmmaterialien bestehen aus organischen oder anorganischen Materialien, welche sich beim Feuchtigkeitseintrag, der die Dämmung herabsetzt und bei der Wärmeleitfähigkeit – also der Dämmwirkung – unterscheiden. Auch der Wärmespeicherwert differiert bei unterschiedlichen Matarialien zur Dämmung. Speichert das Material die Temperatur länger, reagiert also träger, wirkt sich das beispielsweise in den Sommermonaten positiv im Dachgeschoss aus.

Zudem wird unterschieden, für welchen Bereich des Hauses die Dämmung verwendet werden soll. Manche Dämmstoffmaterialien sind nicht druckbelastbar und können nur in Wänden oder Decken genutzt werden, andere eignen sich sogar für den Boden von Parkdecks. Weitere Aspekte, die Sie vor dem Kauf eines Dämmmaterials in Betracht ziehen sollten, sind die Brandschutzeigenschaften und der Schallschutz.

1. Mineralische Dämmstoffe 2. Mineralisch-synthetische Dämmstoffe
3. Geschäumte Dämmstoffe 4. Pflanzliche und tierische Dämmstoffe
5. Materialliste 6. Werkzeugliste
Heimwerker dämmt Innenwand mit Platten

1. Mineralische Dämmstoffe

Mineralische Dämmstoffe sind vielfältig einsetzbar, da sie diffusionsoffen, also feuchtigkeitsregulierend, relativ druckstabil und nicht brennbar sind. Einer der populärsten mineralischen Dämmstoffe ist Perlit. Dabei handelt es sich um ein nicht verrottendes, ungezieferbeständiges Granulat aus vulkanischem Glas. Der große Vorteil von Perlit ist sein breites Anwendungsfeld. Der Stoff kommt als Schüttdämmung sowohl in Decken als auch Fußböden, in der Kerndämmung oder als Dämmplatte in der Innendämmung zum Einsatz. Nachteil des Materials ist seine eher mittelmäßige Dämmeigenschaft.

Über bessere Dämmeigenschaften verfügt Schaumglas, das jedoch in der Herstellung sehr energieintensiv und auch etwas teurer als andere mineralische Dämmstoffe ist. Darüber hinaus verfügt Schaumglas aber über andere, ausgezeichnete Eigenschaften: Schaumglas ist nicht nur nicht brennbar, sondern auch wasser- und druckfest, sowie robust gegen Frost, Ungeziefer und Witterungseinflüsse.

Kalziumsilikat ist der Dämmstoff der Wahl, wenn Schimmelprävention und Brandschutz eine besondere Rolle spielen, denn in beiden Aspekten schneidet der druckfeste Dämmstoff sehr gut ab. Allerdings hat Kalziumsilikat, das vor allem als Innendämmung von Fassaden genutzt wird, von den drei genannten mineralischen Dämmstoffen die schlechteste Wärmedämmleistung.

Heimwerker dämmt Dach mit mineralischem Dämmstoff zwischen den Sparren.

2. Mineralisch-synthetische Dämmstoffe

Stein- und Glaswolle sind mineralisch-synthetische Dämmstoffe mit guten Wärmedämmeigenschaften, die resistent gegen Ungeziefer und Schimmelpilze sind. Diese Mineralwollen, die zu einem Vlies gesponnen werden, weisen zudem gute Schallschutzeigenschaften auf. Deshalb kommt das Material häufig zur Raumabschottung und zum Schallschutz in Geschossdecken zum Einsatz. Beim Schallschutz ist Steinwolle Glaswolle etwas überlegen, allerdings geht das auch mit einem höheren Gewicht einher, weshalb Glaswolle bevorzugt in Dächern verbaut wird.

Übersicht über geschäumte Dämmstoffe

3. Geschäumte Dämmstoffe

Extrudiertes Polystyrol, kurz XPS, hat hervorragende Dämmeigenschaften und ist zudem robust und feuchtigkeitsbeständig. Auch dem expandiertem Polystyrolpartikelschaum (EPS) – auch unter dem Markennamen Styropor bekannt – ist XPS bei der Feuchtigkeits- und Druckbeständigkeit überlegen. So ist XPS insbesondere dort beliebt, wo mit Feuchtigkeit zu rechnen ist, beispielsweise in Kellerräumen.

Eine Weiterentwicklung des XPS ist das geschützte Produkt Neopor, das noch bessere Wärmedämmeigenschaften aufweist. Der große Nachteil aller drei Stoffe ist, dass sie aus Mineralöl hergestellt werden, also weder besonders umweltfreundlich produziert werden, noch als Brandschutz dienen. Sowohl EPS als auch XPS bzw. Neopor sind brennbar.

Auch PUR (Polyurethan)-Hartschaumplatten werden aus Erdöl hergestellt und sind daher brennbar. Sie haben dafür jedoch sehr gute Wärmedämmeigenschaften, sind elastisch, druckbeständig und leicht.

Schafwolle als Dämmmaterial bei der Verfüllung in Mauer.

4. Pflanzliche und tierische Dämmstoffe

Neben mineralischen und synthetischen Dämmstoffen gibt es außerdem auch pflanzliche und sogar tierische Dämmstoffe. Wer denkt, dass organische Stoffe wie Flachs, Schafwolle oder Schilf den synthetischen grundsätzlich unterlegen sind, liegt falsch. So ist Flachs ein guter Wärmedämmer, schützt vor Schimmel und Feuchtigkeit, dient als Schallschutz und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Allerdings ist er auch brennbar und nicht so flexibel einsetzbar wie beispielsweise Mineralwolle.

Die Brennbarkeit ist auch das Manko anderer organischer Dämmstoffe wie Schafwolle und Hanf. Allerdings weisen sie andere Vorteile auf: So kann Schafwolle viel Feuchtigkeit aufnehmen und die Luft reinigen, Kokosfasern sind äußert robust und können vielfältig eingesetzt werden und Kork sorgt insbesondere im Sommer für ein angenehmes Wohnklima.

Ob die Wahl auf einen mineralischen, synthetischen oder gar pflanzlichen Dämmstoff fällt, hängt vor allem vom Einsatzgebiet des Materials ab. Muss das Material elastisch sein? Darf ein bestimmtes Gewicht nicht überschritten werden? Wird nur ein Rollladen gedämmt oder ein ganzes Dach? Neben der Dämmleistung spielen auch der Feuchtigkeitsschutz, der Brandschutz und der Preis eine entscheidende Rolle. Eine Patentlösung, beziehungsweise das einzige richtige Produkt, gibt es nicht – welches Dämmmaterial ideal ist, muss individuell abgewogen werden. Dabei – und beim Finden des ergänzenden Dämmstoff-Zubehörs – hilft Ihnen der Experte in Ihrem OBI Markt.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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