Richtig dämmen

Wärmeverlust an einem Haus mit Wärmebildkamera

Viele Gründe sprechen für die Durchführung einer Wärmedämmung an Gebäuden. Diese reichen von finanziellen Überlegungen bis hin zu gesetzlichen Verpflichtungen. Abhängig vom Kaufdatum, dem Ausmaß eventuell geplanter Instandhaltungsmaßnahmen und dem Alter Ihres Objekts sind Sie unter Umständen verpflichtet, das Gebäude oder einzelne Teile zu dämmen. Neben der gesetzlichen Verpflichtung sind die wichtigsten Gründe für eine Wärmedämmung die Senkung der Heizkosten durch Energieeinsparung, die Schonung der Umwelt sowie die Erhöhung des Wohnkomforts und Wertes der Immobilie, insbesondere bei Altbauten. Außerdem können Sie so ungenutzte Bereiche wie etwa den Keller oder das Dachgeschoß als Wohnraum erschließen.
Die höchste Energieeinsparung wird durch eine Dämmung des gesamten Gebäudes erreicht. Das Dämmen einzelner Bereiche, wie Dach oder Keller, kann aber auch viel bewirken.

Die Schwachstellen an Ihrem Objekt lassen sich mit einer speziellen Wärmebildkamera deutlich aufzeigen. An den rot dargestellten Bereichen sieht man eine erhöhte Oberflächentemperatur. An diesen Stellen entweicht die meiste Wärme.

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema „Gesetzliche Anforderung bei der Wärmeschutzdämmung“.
Tipp: Aus Kostengründen ist es sinnvoll, Dämmmaßnahmen an Ihrer Immobilie  parallel zu ohnehin geplanten Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen, z. B. im Zuge eines Dachausbaus, durchzuführen.

1. Was muss ich über Wärmedämmung wissen? 2. Der Energieausweis
3. Außen- oder Innendämmung? 4. Dämmverfahren für die Fassade
5. Das Dach dämmen 6. Kellerdecke und Kellerboden dämmen
7. Rollladenkästen dämmen
Miniaturhaus mit einer roten Pudelmütze.

1. Was muss ich über Wärmedämmung wissen?

Maßnahmen zur Wärmedämmung sind an gesetzliche Vorgaben gebunden. Haus- und Wohnungsbesitzer sollten sich vor der Planung und Umsetzung einer Modernisierungsmaßnahme mit der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) vertraut machen. Diese regelt detailliert, welchen Energiestandard ein Gebäude (oder einzelne Bereiche, wie die Kellerdecke oder das Dach) nach einer Sanierungsmaßnahme erreichen muss. Dies ist auch für die Beantragung möglicher Fördermittel – etwa bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – entscheidend, da die Beantragung bereits vor Baubeginn erfolgen muss. Auch für Neubauten hat der Gesetzgeber bezüglich der Energieeffizienz eine ganze Reihe von Mindestanforderungen festgelegt.

Die Missachtung der Energieeinsparverordnung zieht inzwischen sogar Bußgelder nach sich. Ab dem Jahr 2016 muss auch der U-Wert der obersten Geschossdecke einer bestimmten Mindestanforderung zum Wärmeschutz entsprechen. Der Grund: Die meisten nicht gedämmten Altbauten verbrauchen deutlich mehr Energie als Neubauten. Doch in der Regel helfen hier bereits einfache, günstige Maßnahmen.

2. Der Energieausweis

Der energetische Zustand einer Immobilie wird mit dem Energieausweis (oder Energiepass) dokumentiert. Daraus kann man ablesen, wie energieeffizient ein Gebäude ist und wie viel Heizenergie verbraucht wird. Aus den Werten lassen sich auch mögliche Modernisierungs-maßnahmen ableiten, sie ersetzen jedoch keine Energieberatung.

Es gibt viele unterschiedliche Dämmstoffe: Steinwolle, Mineralwolle, Styropor (EPS), Hartschaum,  XPS, Mineraldämmplatten (Kalziumsilikat-Platten), Baumwolle, Hanf – die Wahl des richtigen Dämmmaterials wird dabei maßgeblich von Ihrem Projekt (Außenfassade, Innenraum, Keller, Dachgeschoß) und Ihrem Geldbeutel  bestimmt.

WärmeleitgruppeBrandschutzkasseSchallschutzVerarbeitungsaufwandEinsatzbereicheVorteile
Mineralfaser
  • Zwischensparren/ Steildachdämmung
  • Holzständerwände
  • Trennwände
  • Sehr gute Wärme- und Schalldämmung
  • unverrottbar
Glaswolle WLG 032 - WLG 040 A1 +++ ++
Steinwolle WLG 035 A1 +++ ++
Polystyrol-Hartschaum-Platten
  • Dämmung unter Estrich
  • Dachboden-/ Kellerdecken-Dämmung
  • Wärmedämm-Verbund-Systeme
  • XPS: Perimeterdämmung/ Flachdachdämmung
  • Feuchtebeständig
  • Formbeständig
  • Druckbelastbar
EPS WLG 035 + WLG 040 B1-B2 + ++
Neopor WLG 032 B1 + +++
XPS WLG 035 + WLG 040 B1 + ++
Dachboden-Dämmelement WLG 040 B1 + +
  • Dämmung oberste Geschossdecke
  • Sofort begehbar
  • Einfache Handhabung
Wärmedämmschüttung WLG 050 A1 ++ +
  • Verfüllen von Hohlräumen/ Schüttdämmung
  • Unverrottbar
  • Lückenlose Wämredämmung
Mineraldämmplatte (Mulltipor, Kalzium-Silikat-Platte u.a.) WLG 045 - WLG 060 A1 ++ ++
  • Innenraumdämmung
  • feuchteregulierend
  • Formbeständig
  • Schimmelverhindernd
  • Feuchteregulierend
Phonestar B2 +++ ++
  • Schalldämmung für Wand und Boden
  • Stark schalldämmend
  • Einfache Handhabung

Wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Dämmstoffes sind seine Wärmeleitfähigkeit und das Feuchtigkeitsverhalten. Lassen Sie sich diesbezüglich am besten in Ihrem OBI Markt beraten.

Mann mit roter Mütze dämmt eine Außenfassade

3. Außen- oder Innendämmung?

Über die Außenwände und das Dach entweicht bei älteren Gebäuden die meiste Wärme. Durch eine Außendämmung lassen sich durchschnittlich bis zu 15% des Energieverbrauchs einsparen. Dies heißt jedoch nicht automatisch, dass die Heizkosten entsprechend sinken. Denn diese werden beispielsweise auch vom Alter des Gebäudes, seinem sonstigen Dämmzustand (Dach, Fenster, Keller, usw.), der Fläche und Ausrichtung der Außenwände sowie der Effektivität der Heizanlage beeinflusst. Wer handwerklich begabt ist, kann die Außenfassade seines Hauses selbst dämmen.

Handwerker steht auf einem Gerüst und dämmt eine Außenfassade

4. Dämmverfahren für die Fassade

Die Außenwände können mit Hilfe eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) gedämmt werden. Hierbei verwendet man z. B. Dämmplatten aus Styropor (EPS), Neopor oder Steinwolle.
Innendämmung
Wenn eine Fassadendämmung nicht möglich ist, beispielsweise bei denkmalgeschützten Gebäuden, Fachwerkhäusern oder ähnlichem, bietet sich eine Innendämmung an (Wie das geht, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Innenwand dämmen“. Hier wird die Wärme im Haus gehalten. Neue Dämmstoffe wie Mineraldämm- oder Kalziumsilikat-Platten schaffen ein angenehmes Wohnklima und verhindern Feuchtigkeitsprobleme. Beide zählen zu den mineralischen Dämmstoffen und sind einfach zu verarbeiten. Hauptbestandteil von Mineraldämmplatten ist Kalk, der sowohl dampfdurchlässig als auch kapillaraktiv ist, d. h. Feuchtigkeit gut ableiten kann.
Die niedrige Wärmeleitfähigkeit dieses Dämmstoffs begünstigt eine effektive Innendämmung und birgt großes Energiespar-Potential. Kalziumsilikat-Platten bestehen aus den Rohstoffen Sand, Kalk, Zement und Wasser. Die Platten sind diffusionsoffen, formstabil und nicht brennbar. Aufgrund der ökologischen Eigenschaften ist auch die Entsorgung problemlos möglich.

Beachten Sie: Eine Innendämmung kann je nach Dicke des Dämmmaterials die Wohnfläche merklich verkleinern. Ist das Gebäude luftdicht gedämmt, ist es wichtig, mehrmals täglich stoßzulüften.

Mann mit blauer Mütze und Schutzanzug schneidet Dämmmaterial in einem Dachboden zu.

5. Das Dach dämmen

Die meiste Wärme eines Hauses entweicht über das Dach. Eine gute Dämmung hilft nicht nur bei der Energieeinsparung, sondern hält auch die Feuchtigkeit draußen – im Sommer bleibt es kühl und im Winter warm. Sie haben die Wahl: Ist das Dachgeschoss unbewohnt bzw. unbewohnbar, bietet es sich an, die Geschossdecke zu dämmen. Die Dämmung wird auf der Decke einfach mit z. B. einem Dachbodendämmelement oder zwischen den Deckenbalken angebracht, Hohlräume werden zusätzlich noch mit Mineralwolle oder einer Wärmedämmschüttung ausgefüllt.
Wenn das Dachgeschoss als Wohnraum genutzt wird, ist eine Dämmung des Steildachs sinnvoll. Wie Sie dabei vorgehen und welche Materialien und Werkzeuge Sie dafür benötigen, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Dabei werden Hartschaumplatten oder Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle) als Dämmstoffe verwendet.
Zwei wichtige Begriffe, die man beim Thema Dämmen außerdem beachten sollte, sind der Wärmedurchgangskoeffizient und der Diffusionswiderstand.  
Der Wärmedurchgangskoeffizient – auch U-Wert genannt – gibt die Wärmemenge an, die innerhalb einer Stunde durch einen Quadratmeter eines Bauteils (einer Wand etwa) inklusive Dämmung  übertragen wird – bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin. Je kleiner der U-Wert, desto besser die Wärmedämmwirkung.
Der Diffusionswiderstand (eigentlich Wasserdampfdiffusionswiderstand) dagegen drückt aus, wie stark ein Baustoff die Ausbreitung von Wasserdampf verhindert. Besonders im Winter ist der Wasserdampfgehalt der Luft auf beiden Seiten eines Bauteiles meist unterschiedlich. Ist der Diffusionswiderstand hoch, kommt es zu Staunässe und Schimmelbildung.  

Je niedriger die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG), desto besser ist das Dämmverhalten. Die WLG 032 spart bei gleicher Dämmstärke gegenüber der WLG 040 25% Energie ein.

Mann dämmt die Decke eines Kellers.

6. Kellerdecke und Kellerboden dämmen

Ist der Keller nicht gedämmt, können bis zu 10% der Heizenergie verloren gehen. Auch beim Keller hängt die Wahl der Dämmmaßnahme davon ab, wie er künftig genutzt werden soll. Wenn der Keller nicht bewohnt und nicht geheizt wird, genügt eine Dämmung der Kellerdecke. Die Dämmung von Boden und Wänden ist dann notwendig, wenn der Keller als Wohnraum genutzt werden soll.

Eine Dämmung der Außenwände (Perimeterdämmung) wird angewendet, wenn diese die Erde berühren. Dabei wird der Taupunkt nach außen verlagert, sodass die Gefahr von Schimmelbildung im Innenbereich sinkt. Das Verfahren ist jedoch sehr aufwändig, da dafür das Fundament des Gebäudes freigelegt werden muss.

Wenn Sie planen, auch die Heizungsanlage Ihres Hauses zu erneuern, führen Sie zuerst die Dämmmaßnahmen durch. So steigern Sie von Anfang an die Effizienz Ihrer neuen Anlage und senken den Energieverbrauch.




Querschnitt eines ungedämmten Rolladenkastens.

7. Rollladenkästen dämmen

Vor allem bei älteren Gebäuden kann über die Rollladenkästen viel Wärme entweichen, da diese meist schlecht oder gar nicht gedämmt sind. Dabei ist eine nachträgliche Dämmung in der Regel sehr einfach vorzunehmen, preisgünstig und schont die Umwelt, denn die Wärmeverluste gegenüber einem ungedämmten Rollladenkasten vermindern sich um bis zu 60%. Zudem bietet ein gedämmter Rollladenkasten auch einen Schallschutz, sowohl gegen Geräusche von außen als auch gegen die Klappergeräusche des Rollladens. OBI bietet spezielle Rollladendämmungen an.
Für die Dämmung werden meist Rollmatten verwendet, die durch Zuschneiden leicht in jeden Rollladenkasten eingepasst werden können. So lassen sich alle Innen- und Seitenwände nachträglich dämmen. Und auch von außen wird der Boden des Kastens noch mit einer Matte versehen. Das Dämmmaterial wird dabei einfach mit Zargenschaum festgeklebt, dieser dichtet auch die Fugen ab.
Auch das Dämmen von Heizkörpernischen und das Abdichten von Fenstern und Türen kann Wärmeverlust verhindern.
Gründe, die Dämmung Ihres Hauses zu verbessern oder zu erneuern, gibt es viele. Wie umfassend Sie dabei vorgehen, hängt von Ihrem Budget und Ihrem Objekt ab. In jedem Fall helfen aber oft schon einfache Maßnahmen, die Energieeffizienz Ihres Hauses zu steigern.

Achten Sie darauf, dass die Dämmmatten diffusionsoffen sind, damit sich kein Kondenswasser oder Schimmel bilden kann.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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