Übersicht Dachformen

Pultdachkonstruktion mit Doppelstegpatten

Wir zeigen und erläutern Ihnen die unterschiedlichen Dachformen – denn vom klassischen Satteldach bis zum modernen Pultdach gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Gleiches gilt auch für die Dachmaterialien, aus denen das Dach gefertigt wird. Neben klassischen Dachsteinen aus Ton können Dächer u. a. aus Metall oder Kunststoff gefertigt werden. Bei der Bedachung von Häusern sollten Sie auf jeden Fall Profis zu Rate ziehen. Bei kleineren Dachprojekten wie einer Terrassenüberdachung oder der Bedachung eines Carports oder Gartenhauses können Sie hingegen auch selbst Hand anlegen. Wir helfen Ihnen bei der Entscheidung für das perfekte Dach für Ihr Projekt.

1. Dachformen im Überblick 2. Klassische Bedachungsmaterialien für geneigte Dächer
3. Bitumenbedachungen für kleine Dachprojekte 4. Bedachungen aus Kunststoff
5. Materialliste 6. Werkzeugliste
Bungalow mit Walmdach

1. Dachformen im Überblick

Die klassische Dachform ist das Satteldach. Es besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die am höchsten Punkt aufeinander treffen. Ein Satteldach eignet sich auch zur Bedachung von Gartenhäusern. Beim Walmdach wird auf freiliegende Giebel verzichtet. Das Dach fällt an vier Seiten eines Hauses ab, sind die Flächen an den Stirnseiten kürzer, spricht man von einem Krüppelwalmdach.

Das Walmdach bietet guten Witterungsschutz und ist deshalb die optimale Bedachung für einen Carport. Für kleinere Dachprojekte ist diese Form allerdings zu überdimensioniert. Gleiches gilt für das Mansarddach, ein zweigeteiltes Satteldach mit sehr steiler Dachneigung im unteren Bereich. Durch die zwei Neigungswinkel weisen die Dachflächen einen Knick auf, der die im unteren Bereich wesentlich steilere Dachfläche von der flacheren Fläche im oberen Dachbereich trennt. Die Dachschrägen werden kürzer, die Abseiten des Dachraumes höher und dadurch als Stellfläche besser nutzbar. Unter dem Dach entsteht so zusätzlicher Wohnraum. Mit dieser Dachform lässt sich die größtmögliche Flächenausnutzung eines Vollgeschosses unter einem Dach erreichen.
 
Flachdächer, die eine Neigung von maximal 10° aufweisen, und Pultdächer, die im Prinzip stärker geneigte Flachdächer mit nur einer Dachfläche sind, eignen sich ebenfalls gut zur Bedachung von Carports und zur Überdachung von Terrassen. Beide können mit etwas handwerklichem Geschick relativ kostengünstig selbst gebaut werden.

Dachpfanne wird aus Bedachung entnommen

2. Klassische Bedachungsmaterialien für geneigte Dächer

Klassischerweise werden geneigte Dächer mit Dachziegeln, Dachpfannen oder Dachschindeln aus Ton bzw. seltener auch aus Schiefer eingedeckt. Optisch davon kaum zu unterscheiden sind Dachsteine, die in der Regel aus quarzhaltigem Sand und Zement gefertigt werden. Dachsteine bieten einen besseren Schall- und Wärmeschutz als Dachziegel und sind frostbeständiger. Andererseits neigen Dachsteine stärker zu Moos- und Algenbewuchs als Dachpfannen aus Ton, die aufgrund der höheren Porosität schneller trocknen. Da das Eindecken eines Dachs mit einzelnen Dachsteinen oder -ziegeln relativ aufwändig ist, sollten Sie für kleinere Bedachungsprojekte lieber zu praktischeren Lösungen aus Kunststoff oder Bitumen greifen.

Mit Bitumenschindeln gedecktes Gartenhaus

3. Bitumenbedachungen für kleine Dachprojekte

Aus Erdöl hergestellte Bitumenbedachungen werden in zahlreichen Formen angeboten und eignen sich gut für kleinere Dachprojekte. Klassiker unter den Bitumenbedachungen sind die auch als Dachpappe bekannten Bitumenbahnen. Wie Sie diese verlegen, können Sie in unserem Ratgeber „Dachbahnen mit Kaltkleber verlegen in 6 Schritten“ nachlesen. Großer Vorteil von Bitumen ist das zuverlässige Abdichtungsverhalten des Materials.

Bitumenbahnen werden häufig für Flachdächer eingesetzt, doch auch kleine geneigte Dächer mit durchgängigem Untergrund, beispielsweise von Gartenhäusern, können mit Bitumenbahnen eingedeckt werden. Für Gartenhäuser und andere geneigte Dächer sind Bitumenschindeln eine visuell ansprechende Option. Bitumenschindeln werden auch als größere Elemente, die optisch einer Schindelbedachung nachempfunden sind, angeboten. Solche Schindelelemente reduzieren den Aufwand beim Eindecken erheblich.

Noch einfacher zu verwenden sind Bitumenplatten, die sich vor allem für Anbauten und auch zur Überdachung von Terrassen eignen. Neben der einfachen Verarbeitung und den geringen Kosten bieten Bitumenplatten den Vorteil, besonders langlebig und wartungsfrei zu sein.

Acryl-Wellplatte

4. Bedachungen aus Kunststoff

Kunststoffbedachungen werden als einfache und günstige Lösung für die Bedachung von Terrassen, Balkonen und Gewächshäusern eingesetzt – auch, weil es sie in transparenter Ausführung gibt. Kunststoffbedachungen sind als Steg- und Wellenplatten erhältlich. Stegplatten bieten durch den innen liegenden Hohlraum eine bessere Isolierung. Wellplatten sind robuster und kommen beispielsweise besser mit Hagel zurecht. Dieser kann ab einem Durchmesser von 2 cm für Doppelstegplatten problematisch werden.

Kunststoffbedachungen werden aus Polycarbonat, Acryl, PVC oder Polyester hergestellt. Die optischen Unterschiede sind gering, doch jedes Material hat seine Vorzüge. Acryl besticht vor allem durch seine hochtransparente Optik. Das robuste Material ist langlebig und hat eine hohe UV-Stabilität. Polycarbonat ist weniger transparent, wartet dafür aber mit guter Temperaturbeständigkeit auf. PVC und Polyester sind die günstigen Alternativen, die sich vor allem für Bedachungen ohne großen optischen Anspruch eignen. PVC-Bedachungen haben eine kürzere Haltbarkeit und empfehlen sich für den zeitlich begrenzten Einsatz. Polyester ist nicht in glasklarer Ausführung erhältlich, sondern nur in matt.

Sie können also aus einer Vielzahl von Bedachungsarten wählen. Die Mitarbeiter in Ihrem OBI Markt beraten Sie gern und unterstützen Sie bei Ihrem Projekt.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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