Abdichten und Dämmen mit PU-Schäumen

Heimwerker dichtet ein Fenster mit PU-Schaum ab

Wer sich mit PU-Schaum beschäftigt, sieht sich einer Vielzahl von Produkten gegenüber: Bauschaum, Zargenschaum, Isolierschaum, Dämmschaum, Füllschaum, Fensterschaum, Montageschaum, Ortschaum, PUR-Schaum oder eben PU-Schaum. Bei allen Produkten handelt es sich um Schaumgemische aus Polyurethan. Wie die Vielfalt an Bezeichnungen bereits verrät, sind die Einsatzgebiete von PU-Schäumen aus der Dose vielfältig.

Damit Sie den Überblick behalten, erfahren Sie hier alle Informationen, die Sie über die Arbeit mit PU-Schaum wissen müssen.

1. Abdichten und Dämmen: Was sind PU-Schäume eigentlich? 2. Adapterschaum oder Pistole?
3. Untergründe und Einsatzbereiche für Polyurethanschaum 4. Wie wird der Füllschaum angewendet?
5. Vor- und Nachteile von PU-Schaum 6. Sicherheit und Hinweise zur Anwendung von PU-Schaum
7. Materialliste 8. Werkzeugliste
PU-Schaum an einer Außenwand

1. Abdichten und Dämmen: Was sind PU-Schäume eigentlich?

PU-Schaum besteht aus Polyurethan. Polyurethane sind Kunststoffe oder Kunstharze. Je nach Herstellungsverfahren können sie von unterschiedlicher Konsistenz sein. Der Schaum dehnt sich aus und wird nach kurzer Zeit zu einer harten Masse. Grundsätzlich wird zwischen einkomponentigen (1K) und zweikomponentigen (2K) PU-Schäumen unterschieden.

Einkomponentiger PU-Schaum ist feuchtigkeitshärtend. Die Stelle, an der er aufgebracht wird, muss vorher und nachher mit Wasser besprüht werden. Dadurch wird eine schnellere Aushärtung und bessere Anhaftung erreicht. Einkomponentiger PU-Schaum eignet sich zum Ausschäumen von Mauerfugen oder Abdichten von Fensterbänken sowie zum Anbringen von Dämmplatten.

Zweikomponentiger PU-Schaum benötigt keine Feuchtigkeit, um auszuhärten. Hier wird ein zusätzlicher Härter mitgeliefert, der entsprechend der Herstellerangaben angewendet wird. Bei einigen Produkten vermischen sich die beiden Komponenten auch schon in der Dose. Er erreicht eine höhere Festigkeit und härtet schneller aus als 1K-Schaum. Aus diesem Grund muss er jedoch auch schneller verarbeitet werden. Da 2K-Schaum um bis zu 50 % seines Volumens zunimmt und dabei trotzdem spreizdruckfrei bleibt, ist er ideal für das Füllen von großen Hohlräumen sowie beim Einsetzen von Dusch- und Badewannen.

Zusätzlich werden PU-Schäume in zwei verschiedene Brandstoffklassen eingeteilt. Brandstoffklasse B1 bedeutet, dass der Schaum „schwer entflammbar“ ist. Dieser PU-Schaum eignet sich für Elektroinstallationen und ähnliche Arbeiten. B2 steht für „normal entflammbar“. Schäume dieser Brandstoffklasse eignen sich für die meisten gängigen Heimwerkerarbeiten wie Dämmen und Verkleben.

PU-Schaum wird mit einem Adapter direkt aus der Dose aufgetragen

2. Adapterschaum oder Pistole?

Sowohl 1K- als auch 2K-Schaum ist entweder als Adapterschaum oder als Pistolenschaum erhältlich. Adapterschaum kann direkt aus der Dose verarbeitet werden, auf die ein Adapter zum Ausschäumen aufgesteckt wird. Eine angebrochene Dose muss innerhalb von etwa 8 Minuten verbraucht werden.

Zur Verarbeitung von Pistolenschaum wird eine Schaumpistole benötigt. Die Schaummenge kann exakt dosiert werden. Mit Pistolenschaum ist auch etappenweises Arbeiten möglich. Die Verwendung einer Schaumpistole ergibt besonders bei der Verarbeitung großer Mengen Schaum Sinn.

PU-Schaum als Adapterschaum wird zum Verkleben und Abdichten einer Dämmplatte verwendet.

3. Untergründe und Einsatzbereiche für Polyurethanschaum

Auf welchen Untergründen und in Verbindung mit welchen Materialien können PU-Schäume zum Einsatz kommen? Geeignete Untergründe sind Beton, Putz, Mauerwerk, Zement, Holz, Aluminium, vorbehandelte Metalle und Kunststoffe. Gips, Glas, Keramik, Silikon, PE- und PP-Kunststoffe sowie Untergründe mit Trennmitteln (z. B. Öl) sollten Sie nicht mit PU-Schäumen in Verbindung bringen.

Die Schäume sind vielseitig einsetzbar und können zum Dämmen, Isolieren, Verfüllen, Montieren, Verkleben und Abdichten verwendet werden. Selbst die Dämmung von Dächern unter der Dachdeckung, die Kerndämmung an Wänden und Fassaden oder die Dämmung von Rollladenkästen stellen kein Problem dar.

Für die Montage von Türen oder Fenstern eignet sich spezieller Zargenschaum: Er quillt weniger stark auf und hat bessere Schalldämmwerte als andere Schäume. Für bestimmte Arbeiten sind vorgeschäumte Dämmstoffe in Form fertiger Dämmplatten die beste Wahl.

Heimwerker füllt Hohlraum mit PU-Schaum bzw. Füllschaum auf.

4. Wie wird der Füllschaum angewendet?

Bei der Arbeit mit 1K-Schaum müssen Sie in jedem Fall den Untergrund vorher gut befeuchten. Dazu eignet sich eine Sprühpistole. Ohne Wasser kann der Schaum nicht richtig aushärten und auch nach Wochen noch auf Grund der Luftfeuchtigkeit weiterhin aufquellen.

Insbesondere 2K-Schaum muss vor der Anwendung gut geschüttelt werden, damit sich die beiden Komponenten in der Dose vermischen können. Der Härter muss gemäß den Angaben des Herstellers vor der Arbeit aktiviert werden.

Halten Sie die Dose kopfüber und tragen Sie den Schaum an der gewünschten Stelle auf. Seien Sie mit der Dosierung vorsichtig und bedenken Sie, dass der Schaum noch aufquillt. Arbeiten Sie gewissenhaft, denn der ausgehärtete Schaum lässt sich nur mit Aufwand wieder entfernen.

Eingesprühter PU-Schaum zwischen Wand und Dämmplatte.

5. Vor- und Nachteile von PU-Schaum

Das Arbeiten mit PU-Schäumen bringt viele Vorteile mit sich: Das Material ist auch für Anfänger einfach zu verarbeiten. Vor allem 2K-Schaum härtet schnell aus, die Renovierungsarbeiten können zügig fortgesetzt werden. Der feinporige Schaum dehnt sich aus und dringt in alle Ecken, Winkel und Spalten.

Eine optimale Dämmwirkung ist garantiert, die Wärmeleitfähigkeit von PU-Schaum ist minimal. Das Material kann problemlos überstrichen, überklebt oder verputzt werden. Der Schaum ist wasserbeständig und resistent gegen Schimmel und Fäulnis. Zudem altert das Material kaum.

In Bereichen, in denen Sonnenlicht direkt auf den Schaum trifft, sollte dieser unbedingt überstrichen werden, da das Material nicht UV-beständig ist. Bei Frost können die Schäume nicht verarbeitet werden.

Sicherheitskleidung für das Arbeiten mit PU-Schäumen: Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille.

6. Sicherheit und Hinweise zur Anwendung von PU-Schaum

Arbeiten Sie nur mit Handschuhen und tragen Sie bei der Arbeit mit Montageschaum eine Atemmaske. In geschlossenen Räumen sollten Sie darüber hinaus während und nach der Arbeit auf gute Belüftung achten. Schaum, der noch nicht getrocknet ist, können Sie mit acetonhaltigen Mitteln entfernen. Nach der Trocknung lässt sich der Schaum nur noch mechanisch durch Schneiden oder Abschleifen entfernen.

PU-Schäume sind zum Abdichten und Dämmen fast universell einsetzbar. Durch die einfache und saubere Handhabung eignen sie sich für Anfänger und Profis gleichermaßen. Für viele Spezialanwendungen gibt es spezielle Schäume. Die Mitarbeiter in Ihrem OBI Markt erklären Ihnen gern, welcher Schaum der richtige für Sie ist.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

Nach oben