Böden und Wände aus Massivholz

Massivholzboden aus Nussbaum in einem Wohnzimmer mit Sesseln.

Böden und Wände aus Massivholz sorgen für ein warmes, wohnliches und natürliches Wohngefühl. Die Unregelmäßigkeiten in der Maserung und Astlöcher sind gewollt und unterstreichen das individuelle Flair, das ein Dielenboden oder Wände aus Vollholz vermitteln. Massivholz punktet durch seine Langlebigkeit und sorgt durch Feuchteregulierung für ein besseres Raumklima. Die richtige Pflege und Oberflächenbehandlung schützt das Material nicht nur, sondern unterstreicht Struktur und Farbe.

1. Was ist Massivholz? 2. Massivholz ist:
3. Massivholz ist nicht: 4. Massivholzarten und ihre Besonderheiten
5. Tipps zum Verlegen von Holzböden und Verbauen von Wänden aus Massivholz 6. Oberflächenbehandlung und Pflege
Aus dem Stamm geschnittenes Massivholz mit Ast.

1. Was ist Massivholz?

Massivholz steht für Qualität. Nur Holz, das in seiner gewachsenen Struktur verarbeitet wird, darf auch so genannt werden. Spanplatten, Faserplatten oder Sperrholz dürfen nicht als Massivholz verkauft werden. Ebenso müssen Furnier und Teilfurnier kenntlich gemacht werden. Massivholz ist immer das aus dem Stamm geschnittene Brett.

Robustes mittelbraunes Massivholz.

2. Massivholz ist:

Natur pur: Sie zeigt sich in der Maserung und der Struktur des Holzes. Kein Brett gleicht dem anderen. Unregelmäßigkeiten und Astlöcher machen das Material interessant. Unterschiedlicher Lichteinfall verändert die Ausstrahlung und sorgt für abwechslungsreiche Effekte. Ob an der Wand oder auf dem Boden: Massivholz strahlt natürliche Wärme aus, wirkt weich und riecht angenehm.

Gut für das Raumklima: Massivholz ist offenporig. Das Material atmet. Es reguliert die Feuchtigkeit im Raum und trägt zu einem verbesserten Raumklima bei. Geölte Massivholzböden minimieren das Staubaufkommen und sind ideal für Allergiker geeignet. Holz ist ein toller Wärmespeicher, ein Holzboden ist daher immer angenehm fußwarm. Wände aus Massivholz wirken wie natürliche Klimaanlagen. Sie speichern Wärme deutlich länger als Wände aus Ziegeln oder Beton. Die Speicherleistung der Wand ist dabei von der Dicke der Holzverkleidung abhängig.

Robust und stabil: Massivholz ist ein robuster Werkstoff. Selbst wenn es feucht wird, quillt es deutlich weniger auf als Span- oder Faserplatten. Ausbrechende Kanten oder Absplitterungen sind die Ausnahme. Die Robustheit hängt dabei vom verwendeten Holz ab.

Langlebig und wertbeständig: Ein Boden aus Massivholz ist nicht nur robust. Kratzer und Beschädigungen lassen sich einfach beseitigen. Massivholz kann mehrmals abgeschliffen werden und behält über Jahre seinen Wert. Ein massiver Dielenboden kann Generationen überdauern. Richtig gepflegte Holzwände behalten lange Zeit ihren gemütlichen Charme.

Pflegeleicht: Richtig behandelt sind Böden und Wände aus Massivholz Schmutz und Wasser abweisend sowie leicht zu reinigen. Mit der richtigen Oberflächenbehandlung durch Öl und Wachs lässt sich Massivholz auch als Wandverkleidung in stärker strapazierten Räumen wie der Küche verbauen. In Bereichen mit Spritzwasser sollten Sie allerdings auf Holz verzichten und Fliesen oder Glas verwenden.

Ein guter Dämmstoff: Gerade Wände aus Massivholz sorgen für eine gute Geräuschdämmung zwischen den Räumen, gleichzeitig jedoch für eine tolle Akustik in den Räumen selber.

Bei der richtigen Pflege und Verarbeitung des Holzes sogar für Nassräume geeignet

Wand aus Holz.

3. Massivholz ist nicht:

Starr und leblos: Holz arbeitet. Bei Temperaturschwankungen dehnt es sich aus oder zieht sich zusammen. Bei falscher Lagerung kann sich das Material verziehen oder Risse bekommen. Ein Feuchtigkeitswert des Holzes von etwa 10% ist ideal, um diesen Problemen entgegen zu wirken.

Für Fußbodenheizungen geeignet: Auch für die Verlegung auf Fußbodenheizungen ist das Material nur bedingt geeignet. Da Massivholz ein hervorragender Wärmespeicher ist, ist der Boden aber auch ohne zusätzliche Heizung immer angenehm fußwarm.

Massivholzboden aus Eiche.

4. Massivholzarten und ihre Besonderheiten

Buche: leichte Rotfärbung des Holzes – besonders hart und damit relativ unempfindlich gegen Kratzer und andere Beschädigungen

Eiche: braunes Holz – Tradition pur, starke Maserung, mittelhartes Holz, hohe Festigkeit und unempfindlich gegen Beschädigungen

Esche: hellbraunes Holz – hoher Abnutzungswiderstand, einfach zu verarbeiten und pflegeleicht

Nuss: mittelbraunes bis schwarzes Holz – hochwertig, hohe Festigkeit und einfache Verarbeitung

Kiefer: helles Holz – ausdrucksstarke Maserung, relativ weiches Holz

Ahorn: gelblich-weißes Holz – elastisch und zäh, hart, trotzdem leicht zu bearbeiten

Kirsche: gelblich-weißes bis rotbraunes Holz – mittelhart, einfach zu polieren, quillt kaum auf

Fichte: weißes oder gelbliches Holz – weich, leicht zu verarbeiten, als Boden nur geringe Abriebfestigkeit

Heimwerker verlegt Massivholzboden auf Unterkonstruktion.

5. Tipps zum Verlegen von Holzböden und Verbauen von Wänden aus Massivholz

Lagerung: Bauholz muss unbedingt trocken und vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden. Eine Luftfeuchtigkeit von 50% bei einer Temperatur von 18–20 Grad ist ideal, damit sich das Holz nicht verzieht. Vollholz sollte ohne Folie gelagert werden, damit es sich an das bestehende Raumklima anpassen kann. Die Bretter sollten bei der Lagerung auf Unterleghölzern (alle mit den gleichen Maßen, Feuchtigkeitswert nicht über 16%, Abstände gleichmäßig und nicht zu weit) aufliegen. Die Enden und die Mitte werden als Schutz gegen Verwinden mit Kreppband zusammengehalten.

Schwimmende Verlegung: Bei der schwimmenden Verlegung von Massivholzböden werden die Dielen nicht verklebt oder verschraubt. Die Vorteile: das Holz kann arbeiten, einzelne Dielen können bei Beschädigung ausgetauscht werden.

Verlegung auf Rahmenkonstruktion: Die andere Möglichkeit, einen Massivholzboden zu verlegen, ist die Montage auf einer Rahmenkonstruktion. Die einzelnen Massivholzdielen werden dabei mit der Unterkonstruktion verschraubt oder verklebt. Diese Variante ist in vielen Räumen nicht möglich, da der Boden durch die Unterkonstruktion zu hoch wird.

Wände und Decken: Wenn Sie eine Wand verkleiden möchten, können Sie die Bretter sowohl senkrecht als auch waagrecht an der Wand anbringen. Wichtig ist, dass die Unterkonstruktion, auf der die Bretter befestigt werden, im rechten Winkel zur Verlegerichtung verläuft. Die unterliegende Konstruktion aus Holzlatten sorgt nicht nur für sicheren Halt, sondern auch für eine ideale Durchlüftung der Wandverkleidung. Besonders leicht lässt sich eine Wandverkleidung mit Brettern mit Nut und Feder anbringen. Die Bretter werden dabei einfach ineinandergesteckt. Für die Verkleidung von Decken gibt es spezielle Klicksysteme, die die Anbringung über Kopf extrem erleichtern.
 
Dunkle Hölzer lassen Räume kleiner wirken und sollten deshalb nur in großen Räumen verbaut werden. Sie lassen sich hervorragend mit hellen Möbeln kombinieren und sorgen für ein edles Wohnambiente.

Heimwerker schleift Massivholz mit einer Schleifmaschine ab.

6. Oberflächenbehandlung und Pflege

Schleifen und Bürsten: Massivholzböden und Wände aus Vollholz bekommen durch Schleifen oder Bürsten eine einzigartige Struktur. Dabei wird weiches Holz abgetragen, härteres Holz bleibt stehen. Die bestehende Maserung wird hervorgehoben. Das Bürsten kann mit Bohrmaschine und Scheibenbürste (aus verschiedenen Materialien für unterschiedliche Effekte) leicht selber durchgeführt werden.

Beizen: Durch Beize lassen sich Massivholzoberflächen färben. Vor dem Beizen muss die Oberfläche geschliffen werden. Weiche Holzflächen werden beim Beizen dunkler, harte Stellen bleiben heller.

Ölen: Öle schützen das Holz, ohne die Atmungsaktivität des Materials zu verringern. Zusätzlich verstärkt diese Holzpflege die natürliche Farbe des Holzes, die Maserung tritt noch deutlicher hervor. Geölte Dielen und Wände schimmern matt und wirken hochwertig und modern.

Wachsen: Wachs schützt besser gegen Feuchtigkeit als Öl, zudem ist es ein hervorragender Schutz gegen Abrieb. Gewachste Oberflächen glänzen, vor allem gebeizte Hölzer profitieren von dieser Behandlung. Wenn Sie einen stark beanspruchten Holzboden pflegen und ideal schützen wollen, eignet sich Wachs besonders gut. Für Wände aus Holz ist eine Behandlung mit Wachs meist nicht nötig.

Lackieren: Mit Lack lässt sich die Oberfläche nachhaltig versiegeln. Dazu wird erst eine Grundierung aufgetragen, nach der Trocknung muss nachgeschliffen werden. Anschließend wird der Boden mit Siegellack versiegelt. Der Boden ist durch die Behandlung geschützt, durch den Verschluss der Poren leidet allerdings auch die Atmungsaktivität darunter. Lackierte Böden sind besonders pflegeleicht.

Lasieren: Lasieren verschließt die Poren des Holzes nicht und wirkt sich damit positiv auf das Raumklima aus. Lasuren bewahren den natürlichen Charakter des Materials, bieten aber nur geringen Schutz gegen schädliche Einflüsse.

Böden und Wände aus Massivholz sind natürlich, gesund, nachhaltig, robust und langlebig. Die Vielfalt an Materialien und unterschiedliche Oberflächenbehandlungen machen Massivholz zu einem vielseitig einsetzbaren Material mit tollen Eigenschaften.

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