Putz, Mörtel und Zement – kleines Baustofflexikon

Heimwerker nutzt mit Mörtelkelle Mörtel für das Aufziehen einer Hauswand.

Zement, Mörtel und Putz gehören zu den wichtigsten Baustoffen überhaupt. Zement dient dabei vor allem als Bindemittel für andere Stoffe: Mit Wasser und einem Gesteinszusatz entstehen je nach Körnung Mörtel oder auch Beton. Mörtel wiederum fungiert als Verbindung zwischen Mauersteinen und Putz schützt die äußeren sowie inneren Wände von Häusern.

Erfahren Sie im kleinen OBI Baustofflexikon, woraus diese Baustoffe bestehen, wie sie angemischt werden und welche Arten und Anwendungsbereiche es gibt.

1. Zement 2. Mörtel
3. Putz 4. Materialliste
5. Werkzeugliste
Zement-Säcke von OBI auf einer Palette.

1. Zement

Zement ist in erster Linie ein Bindemittel, das vor allem in Form von Mörtel beim Mauern und bei der Herstellung von Beton eingesetzt wird. Zement ist mineralisch, besteht zum größten Teil aus gemahlenem Kalk und Ton, je nach Verwendungszweck kommen aber weitere Stoffe hinzu. Mit Wasser vermischt, kann Zement verschiedene Gesteinssorten binden, denn nach dem Trocknen wird das Gemisch zu einer harten Substanz: Kies wird mit Zement zu Beton, Sand und Zement werden zu Mörtel. Mörtel wiederum ist Basis vieler Putze. Zement bildet damit die Grundlage für einige der weltweit essenziellsten Baustoffe.

Zwei wichtige Zementarten sind Portlandzement und Trasszement:

Portlandzement (PZ)

  • besteht zu über 90 % aus pulverisiertem Portlandklinker
  • sehr günstiger, sehr verlässlicher Baustoff
  • typisch graue Farbe (Grauzement)
  • weltweit am meisten verbreiteter Zement
  • wird vor allem zur Herstellung von Beton genutzt

Trasszement

  • Zugabe von Trass, einem Naturstein aus erhärteter Vulkanasche (Anteil bis zu 35 %)
  • bildet wasserdichten, widerstandsfähigen, elastischen Mörtel bzw. Beton
  • weniger Poren und deshalb geringere Anfälligkeit für Flecken und Ausblühungen
  • für das Verlegen und Verfugen von Natursteinen, für Denkmalrestaurierungen

Heimwerker nutzt Mörtelkelle und Mörtel (Verbindungselement) zum Verlegen von Mauersteinen.

2. Mörtel

Mörtel ist eine formbare Masse und besteht meist aus Sand, Wasser, Zement und gebranntem Kalk. Das zugesetzte Kalkhydrat gibt dem Mörtel seine Elastizität. Mörtel dient dazu, Verbindungen zwischen Bausteinen zu schaffen und Zwischenräume zu schließen. Der Baustoff ist besonders wichtig beim Vermauern von Ziegel- und Kalksandsteinen, kommt aber auch beim Fliesenlegen und Verputzen zum Einsatz. Mörtel kann fertig gekauft (Trockenmörtel) und mit Wasser angesetzt werden oder er wird auf der Baustelle selbst gemischt.

Drei Arten von Maurermörtel werden allgemein unterschieden:

Kalkmörtel

  • durchschnittliches Mischungsverhältnis: 2 Teile Kalkhydrat, 6 Teile Sand, 1 Teil Zement
  • leicht zu verarbeiten
  • gute Feuchtigkeitsregulierung und deshalb empfehlenswert für Innenputze
  • nicht so robust und wasserdicht wie andere Mörtelmischungen und in der Folge nur für Mauern mit geringer Druckbelastung

Kalkzementmörtel

  • durchschnittliches Mischungsverhältnis: 1 Teil gebrannter Kalk, 6 Teile Sand, 1 Teil Zement
  • vereint die Vorteile der zugesetzten Stoffe: durch Zement widerstandsfähiger, durch Kalk leichter zu verarbeiten
  • für die meisten normalen Mauern geeignet

Zementmörtel

  • durchschnittliches Mischungsverhältnis: 5 Teile Sand, 1 Teil Zement
  • sehr widerstandsfähig und wasserdicht
  • schnell bindend
  • Einsatz bei Stützpfeilern, gewölbten Gebäudedecken, Mauern mit Bewehrung

Heimwerker verputzt Außenwand mit Putzkelle und passender Arbeitskleidung.

3. Putz

Putz – auch Verputz genannt – ist eine Schicht aus Mörtel und verschiedenen mineralischen oder organischen Bindemitteln, die Mauern innen und außen glättet, verschönert und schützt.

Nach dem Auftragen des Innenputzes auf das Mauerwerk oder den Beton kann die Mauer weiter tapeziert, gestrichen oder gefliest werden. Innenputz entzieht den Wänden in nassen Räumen wie der Küche oder dem Badezimmer Feuchtigkeit und lässt die Wohnraumfeuchtigkeit nach draußen.

Der aufgetragene Außenputz hält schädliche Umwelteinflüsse wie Regen, Sonnenstrahlung und Schmutz von der Fassade ab. Der 2 mm starke Münchner Rauputz etwa kann sowohl als Innen-, als auch als Außenputz verwendet werden.

Je nach Untergrund wird der Putz in mehreren Lagen angebracht. Der Fachmann spricht dann von Unter- und Oberputz. Der Unterputz kann mehrere Schichten umfassen und besteht in der Regel aus Mörtel und mineralischen Bindemitteln wie Kalk. Für den Oberputz, der der Wand als Dekorputz nicht selten ihre Oberflächenstruktur gibt, können auch pastöse Putzsorten mit organischen Bindemitteln wie Kunstharz zum Einsatz kommen. Kunstharz ist fast ausschließlich als fertig gemischtes Produkt erhältlich.

Für jedes Einsatzgebiet gibt es den passenden Putz. Die meisten Sorten basieren auf einer Mischung aus Mörtel und Bindemittel. Entsprechend lassen sich die Putzarten mittels des zusätzlichen Stoffs voneinander abgrenzen. Die folgende Tabelle gibt einen schnellen Überblick über gängige Putzarten, deren Besonderheiten und Einsatzgebiete.

ArtSorteBesonderheitEinsatz
Innenputze
(mineralisch)
Kalkputz gute Feuchtigkeitsregulation
lange Trockenzeit
vielseitig verwendbar, auch in Feuchträumen wie Bad, Küche und Keller
eher für ältere Gebäude
Gipsputz guter Luftaustausch
oft Tapetenuntergrund
für Feuchträume eher ungeeignet
Innenputze
(pastös)
Kunstharz-Rollputz sehr einfach mit dem Farbroller aufzutragen
strukturierbare Oberfläche
Oberputz
Dekorputz
Außenputze
(mineralisch)
Kalkzementputz flexibel und belastbar sehr gängiger Putz, auch als Leichtversion erhältlich
Zementputz sehr strapazierfähig, unelastisch
feuchtigkeitsbeständig
Keller, Untergeschosse
Außenputze (pastös) Kratzputz charakteristische Oberflächenstruktur
sehr robust, elastisch und wasserabweisend
Oberputz
Mosaikputz interessante Struktur, Natursteingranulat
widerstandsfähig, wetterbeständig
Oberputz
neben Außenwänden auch im Sockelbereich und in Treppengängen nutzbar

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