Heidegarten anlegen

Wildes Heidekraut.

Leuchtende Blüten selbst im Winter – ein Heidegarten ist bei richtiger Planung das ganze Jahr über ein wunderbarer Anblick. Noch dazu sind die Pflanzen robust und pflegeleicht: Alles, was sie brauchen, ist ein sandiger Boden und ein sonniges Plätzchen. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie Sie einfach und schnell Ihren eigenen Heidegarten anlegen.

1. Die Voraussetzungen für den Heidegarten 2. Heidegarten anlegen: die Pflanzenwahl
3. Mit welchen Pflanzen Sie Heidekräuter am besten kombinieren 4. Die richtige Pflege für den Heidegarten
5. Krankheiten und Schädlinge 6. Materialliste
7. Werkzeugliste
Detailaufnahme eines Blütenstandes von Heidekraut.

1. Die Voraussetzungen für den Heidegarten

Bevor Sie Ihren eigenen Heidegarten anlegen, prüfen Sie zuerst, ob Ihr Boden die Anforderungen erfüllt. Zwar sind Heidekräuter relativ anspruchslos, in lehmigem Boden wachsen Sie aber nur schwer. Am liebsten mögen Heidekräuter, auch Heide oder Erika genannt, einen sauren Boden, dessen pH-Wert unter 5 liegt. Wenn die Erde in Ihrem Garten einen höheren Wert erreicht, können Sie für optimale Bedingungen sorgen, indem Sie den Boden ca. 40 cm tief auswechseln. Hierzu finden Sie im OBI Markt spezielle Erde für Rhododendren und Heidepflanzen. Ist der pH-Wert nur leicht erhöht, reicht es meist, eine größere Menge Rhododendronerde in den Boden einzuarbeiten. Heidekräuter benötigen außerdem viel Sonne, daher eignet sich ein Garten mit Südlage besonders gut. Ideal entwickeln sich die Pflanzen, wenn sie etwa zwei Drittel der täglichen Sonne abbekommen.

Keine Notwendigkeit, aber ein optischer Hingucker sind kleine Hügel im Garten, denn durch mehrere Ebenen wirkt der Heidegarten besonders natürlich. Schütten Sie dafür einfach etwas Erde auf.

Nahaufnahme von einigen Stängeln Erika.

2. Heidegarten anlegen: die Pflanzenwahl

Für Ihren Heidegarten steht Ihnen eine große Auswahl an verschiedenen Sorten zur Verfügung. Achten Sie bei der Kombination auf unterschiedliche Blütezeiten, damit Sie das ganze Jahr über Freude an der Farbenpracht haben. Die Schneeheide hat entsprechend ihres Namens im Winter ihre Hochzeit und blüht meist bis April – Ähnliches gilt für die Englische Heide. Blütenpracht von Sommer bis Herbst versprechen unter anderem Besenheide, Cornwall-Heide, Irische Heide und Glockenheide. Beachten Sie, dass letztere zum Beispiel nicht winterhart ist. Bei solchen Sorten ist es sinnvoll, sie in Kübel zu pflanzen, um diese im Winter an einen geschützten Ort zu stellen. Viele Arten gibt es in mehreren Farben, neben der Blüte kann auch die Laubfarbe für eine Pflanze sprechen.

Die beste Jahreszeit zum Anlegen des Heidegartens ist der Herbst: In September und Oktober können die Pflanzen noch vor dem ersten Frost anwachsen. Aber auch im Frühjahr dürfen Sie Heidekräuter ins Freiland setzen. Bedenken Sie beim Einpflanzen, dass die Erikas noch wachsen und planen Sie daher ausreichend Platz ein. Aus der Natur kennen wir Heidelandschaften als großen Farbenteppich. Den Effekt können Sie in größeren Gärten ebenfalls erzielen, wenn Sie die Heiden in mehreren Gruppen einpflanzen. Acht bis zwölf Pflanzen auf einem Quadratmeter sind optimal, je nachdem wie üppig die Sorten wachsen. Wenn Ihnen nur eine relativ kleine Fläche zur Verfügung steht, pflanzen Sie am besten vor allem flach wachsende Sorten wie Heidezwerg oder Rubinteppich. Grauheide oder Irische Heide machen sich zudem auch im Blumenkübel gut.

Heidekraut im Beet mit anderen Pflanzen.

3. Mit welchen Pflanzen Sie Heidekräuter am besten kombinieren

Ein Heidegarten lässt sich mit anderen Pflanzenarten stimmig kombinieren. Kleine Nadelbäume wie Kiefer oder Fichte lockern den Farbenteppich ebenso hübsch auf wie Wacholder. Auch Rhododendren sind im Heidegarten häufig anzutreffen.

Die lilafarbenen Blüten von Katzenpfötchen und Distel sowie das Weiß von Schafgarben fügen sich harmonisch in die Heidelandschaft ein. Im Frühling können Sie außerdem durch Zwiebelblumen weitere Farbtupfer setzen. Wildnarzissen, Wildtulpen und Schneeglöckchen unterstreichen das natürliche Flair der Heiden. Wenn Sie dann noch weiteren Platz im Garten haben, können Sie zusätzlich Gräser wie Blauschwingel oder Sträucher mit Früchten wie Preiselbeeren in Ihren Heidegarten integrieren.

Wiese mit unterschiedlichen Heidesorten.

4. Die richtige Pflege für den Heidegarten

Als Besitzer eines Heidegartens können Sie sich über eine vergleichsweise pflegeleichte Gartenform freuen. Düngen Sie dennoch einmal pro Jahr in Form von Kompost oder Hornspänen. Der beste Zeitpunkt dafür ist zwischen März und April, kurz nachdem Sie die Pflanzen zurückgeschnitten haben.

Der regelmäßige Schnitt gewährleistet auch im Heidegarten üppiges Wachstum und gute Knospenbildung. Dabei genügt es, wenn Sie die Gewächse einmal im Jahr etwas kürzen. Blüht die Heide im Winter oder Frühjahr, wird sie nach dem Ende der Blütezeit beschnitten. Sommerblüher beschneiden Sie hingegen im März oder April, wenn Ihnen der Frost kaum noch etwas anhaben kann.

Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu tief ins Holz schneiden, sondern hauptsächlich verblühte Triebe entfernen. Je üppiger das Heidekraut wächst, desto großzügiger dürfen Sie Zweige entfernen. Bei schwächer wuchernden Sorten ist entsprechend Zurückhaltung gefragt. Noch pflegeleichter als ihre Artgenossen ist die Schneeheide: Sie muss sogar nur alle paar Jahre zurückgeschnitten werden.

Ein Teppich bunter Heide.

5. Krankheiten und Schädlinge

Ein weiterer Vorteil von Heidepflanzen ist, dass sie gegen eine Großzahl von Krankheiten und Schädlingen resistent sind. Zum Problem wird lediglich der Hallimasch, ein Pilz, der die Gewächse befallen und zerstören kann. Sollten Sie an der Rinde eines Heidekrauts weißen Pilzbewuchs feststellen, müssen Sie diese sofort entfernen und den Boden in der Umgebung erneuern.

Sensibel reagieren die Pflanzen außerdem auf einen zu hohen Kalkgehalt in der Erde. Ein Indiz hierfür ist das Laub der Heidekräuter, das sich erst gelb und dann braun färbt. Hier können Sie mit einer eisenhaltigen Nährlösung entgegenwirken, die Sie über die Pflanzen gießen.

Ein Garten aus Heidekräutern ist besonders pflegeleicht und somit optimal für Gärtner, die wenig Zeit haben. Die kargen Gewächse punkten zusätzlich durch Ihre Farbenpracht, die sich bei der richtigen Kombination sogar bis zum Winter erhalten lässt. Wenn Sie einen Heidegarten anlegen wollen, achten Sie auf unterschiedliche Blühzeiten der verschiedenen Pflanzen. Haben Sie eine Fläche mit viel Sonne und sandigem, saurem Boden, können Sie im nächsten Herbst starten – dies ist die günstigste Zeit, um Heidegewächse einzupflanzen.

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