Kompost anlegen in 5 Schritten

Heimwerker  mit Spaten steht zufrieden vor einem Komposter.

Als umweltfreundlichste Möglichkeit, dem Boden Nährstoffe zu zuführen und seine Struktur zu verbessern, ist Kompost nicht nur im naturnahen Garten besonders wichtig. Der im Komposthaufen entstehende Humus ist lebendiger Boden, der Wasser speichern, aber auch rechtzeitig abgeben kann. Der Kompost belebt die Bodenorganismen, die wiederum eine gute Bodenstruktur herstellen. Er macht sandige Böden gehaltvoller, indem er verhindert, dass das Wasser zu schnell abrinnt und mit dem Wasser auch die Nährstoffe verschwinden. In schwere lehmige Böden eingebracht, lockert und lüftet Humus das Erdreich auf. Grundsätzlich kann man zwischen zwei verschiedenen Vorgehensweisen wählen, um Kompost anzulegen: einen Komposthaufen errichten oder einen Kompostbehälter aufstellen. Letztere eignen sich besonders für kleinere Gärten und sollten an einem windgeschützten und leicht schattigen Ort ihren Platz finden.

Größere Kompostbehälter sollten zerlegbar oder zumindest seitlich vollständig zu öffnen sein. Ideal sind, je nach Größe des Gartens, zwei bis drei Komposthaufen bzw. -behälter. Dann kann man stets mindestens einen in Betrieb halten, während ein anderer in der Ruhephase ist.

OBI erklärt Ihnen in dieser Anleitung Schritt für Schritt, wie Sie einen Kompost selbst anlegen und was alles auf den Kompost gehört. Grundsätzliche Informationen lesen Sie am besten in unserem Basiswissen „Kompost“ nach.

1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
Querschnitt durch einen Komposthaufen.

Schritt 1 - Den Kompost anlegen

Der Kompost wird schichtweise angesetzt. Die erste Lage ist ca. 30 cm hoch und kommt direkt auf die Erde. Sie enthält kleingeschnittene Gartenabfälle wie Rasenschnitt, kleingeschnittene Zweige und Ähnliches. Wenn Sie in einem Behälter mit geschlossenem Boden kompostieren, empfiehlt sich die Verwendung eines Kompoststarters, den Sie direkt auf die erste Schicht streuen.

Als Nächstes kommt eine 5 bis 10 cm hohe Schicht Gartenerde, um den Komposthaufen zu „impfen“, das heißt, ihm die benötigten Mikroorganismen zuzuführen. Ist der eigene Gartenboden durch Bauarbeiten oder anderes geschädigt, fragen Sie doch Nachbarn mit gut funktionierenden Komposthaufen um diese „Impfung“. Damit schaffen Sie die Grundlage, auf der weitere Abfallschichten angehäuft werden können. Um den Kleinstlebewesen genügend Sauerstoff zu garantieren, streuen Sie gelegentlich kleingeschnittenes Astwerk ein. Achten Sie darauf, den Komposthaufen bei Trockenheit regelmäßig zu gießen.

Heimwerker wirft einen Haufen Blätter in einen Kompostbehälter.

Schritt 2 - Den Kompost schließen

Hat Ihr Komposthaufen eine Höhe von ca. 1,20 m erreicht, ist es Zeit, ihn zu schließen. Bei Kompostbehältern richtet sich dieser Zeitpunkt nach der jeweiligen Größe. Decken Sie Ihren geschlossenen Komposthaufen mit Rasenschnitt oder Ähnlichem ab, da der Kompostierungsprozess Insekten anlockt, die Fäulnisbakterien und Pilze auf Nutzpflanzen übertragen können. Alternativ können Sie Kürbis oder Gurken in die oberste Kompostschicht setzen und sie, falls notwendig, mit etwas Gartenerde verankern. Mit ihren großen Blättern decken sie den Kompost auf natürliche Weise ab. Da Blätter viele Nährstoffe benötigen, fühlen sie sich auf diesem Platz besonders wohl.

Gärtner setzt Kompost mit einem Spaten um.

Schritt 3 - Komposthaufen umsetzen

Wenn der Kompost nach einigen Wochen auf ein Drittel der ursprünglichen Masse geschrumpft ist, setzen Sie ihn mit einer Schaufel oder einem Spaten um. So kommen die inneren Schichten nach außen und die äußeren nach innen. Das fördert die Durchlüftung und gleichmäßige Durchmischung, beschleunigt den Kompostierungsprozess und zeigt, ob Mischungsverhältnis und Feuchtigkeitsgehalt passen. Ist der Kompost zu feucht, kommt es zu Fäulnis. Dagegen hilft das Einarbeiten von grobem, trockenem Material.

Heimwerker verteilt mit einer Schaufel fertige Komposterde durch ein Wurfgitter im Garten.

Schritt 4 - Verwendung des fertigen Komposts

Nach ca. einem Dreivierteljahr können Sie den Kompost verwenden. Reifer Kompost hat eine krümelige Struktur und riecht nach Walderde. Ideal ist es, die Masse durch ein Wurfgitter zu sieben. Grobe Reste kommen auf einen neuen Komposthaufen. Eine eventuell zu lange Lagerung erkennen Sie daran, dass der Kompost nur noch wenig Substanz hat. Doch dann können Sie ihn immer noch zum Mulchen verwenden. Wie Sie richtig mulchen verrät Ihnen unser gleichnamiger Ratgeber. 

Auch für kleine Flächen lohnt es sich, Kompost anzulegen. Dank spezieller Kompostgeräte und sogenannter Schnellkomposter ist dies auch bei wenig Platz auf Balkon und Terrasse kein Problem.

Gesplittetes Bild: Kompost mit Laub, welken Blumen und Küchenabfällen auf der einen, Kompost mit Knochen, Fleischresten, Sondermüll und Chemie auf der anderen Seite.

Schritt 5 - Dauerhaft richtig kompostieren

Hierauf müssen Sie bei der Kompostierung achten: Auf den Kompost gehören Gartenabfälle wie Laub (kein Nusslaub), Grasschnitt, Reste aus dem Gemüsebeet, verwelkte Blumen, Heu, Stroh und zerkleinerte Zweige – Unkraut nur, solange es keine Samen ausgebildet hat. Auch Küchenabfälle wie Kaffee, Teebeutel, Eierschalen, Gemüse- und Obstreste sowie Schalen ungespritzter Zitrusfrüchte dürfen Sie mit gutem Gewissen auf dem Kompost entsorgen. Sogar Holzasche, Papier – auch Küchenkrepp in kleineren Mengen – und den Mist von pflanzenfressenden Kleintieren landen auf dem Kompost.

Entsorgen Sie jedoch auf keinen Fall Knochen, Fleisch- und Speisereste sowie verdorbene Lebensmittel auf Ihrem Kompost, weil diese Tiere anlocken können. Kranke Pflanzen und Pflanzenteile sollten Sie eher verbrennen oder als Sondermüll entsorgen und auch Kohlenasche, chemische Reststoffe oder die Inhalte des Katzenklos gehören nicht auf einen Kompost.

Das Anlegen eines Komposts lohnt sich in jedem Fall und ist in wenigen Schritten einfach zu bewerkstelligen. Die wertvolle Humuserde bereichert Ihren Garten und versorgt Ihre Pflanzen. Außerdem ist der Kompost eine langfristige Investition, wenn Sie nur einige Regeln befolgen. Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema, berät Sie gern ein Mitarbeiter in Ihrem OBI Markt.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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