Überblick Schneckenbekämpfung

Schneckenbefall auf einer Grünpflanze.

Ein Schneckenbefall ist für jeden Gärtner eine unerfreuliche Erfahrung. Sie müssen gegen die Schädlinge aber nicht immer gleich mit chemischen Mitteln vorgehen – es gibt auch ökologische Wege der Schneckenbekämpfung, z. B durch natürliche Fressfeinde. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten es bei der Schneckenbekämpfung gibt.

1. Welche Schnecken sind eine Gefahr für den Garten? 2. Schneckenbekämpfung – vorbeugen ist besser als heilen
3. Schnecken umweltschonend bekämpfen 4. Natürliche Fressfeinde fördern
5. Im Notfall: Schneckenbekämpfung mit Chemie
Nacktschnecken tummeln sich bei Grünpflanzen

1. Welche Schnecken sind eine Gefahr für den Garten?

Von Schnecken bis auf die Strünke abgefressene Gemüsepflanzen und zerstörte Wurzeln sind der Albtraum eines jeden Gärtners. Doch nicht jede Schnecke im Garten ist ein Übeltäter. Tatsächlich gibt es in Deutschland nur drei Nacktschnecken-Arten, die als Pflanzenschädlinge im Garten gelten: die Spanische Wegschnecke, gut erkennbar an ihrer rötlich-braunen Färbung, die dunkelgraue bis schwarze Gartenwegschnecke und die gelbliche bis braune Ackerschnecke. Vor allem die Spanische Wegschnecke ist ein ganz besonders hartnäckiger Plagegeist. Tritt sie in Massen auf, verdrängt diese Schnecke heimische Exemplare. Sie frisst darüber hinaus und im Gegensatz zu heimischen Arten fast alles Pflanzliche, was ihr vor das Maul komm und ist gegen Trockenheit und Lichteinfluss gut geschützt. Wegen ihrer Zähigkeit und ihrer starken Schleimbildung muss die Spanische Wegschnecke in unseren Breiten kaum Fressfeinde fürchten – selbst Igel und Kröten verschmähen diese Schädlinge.

Andere Arten wie die Weinbergschnecke oder die Bänderschnecke mit ihrem bunten Gehäuse sind im Garten eher nützlich, da sie durch ihren Stoffwechsel die Bodenbildung fördern, verwesende Pflanzenteile und auch tote Tiere fressen sowie die Gelege von Nacktschnecken vertilgen. Nacktschnecken kommen besonders gern nach warmen Regenfällen in der Nacht aus ihren Verstecken – am nächsten Morgen kann meist nur noch der entstandene Schaden beklagt werden. Wenn in Ihrem Garten im Sommer massenhaft Nacktschnecken auftreten sollten, ist das oft ein untrügliches Zeichen dafür, dass das natürliche Gleichgewicht – etwa aufgrund von Monokulturen und fehlenden Fressfeinden – gestört ist.

Beete werden mit einer Grabegabel gelockert.

2. Schneckenbekämpfung – vorbeugen ist besser als heilen

Bei der Schneckenbekämpfung können Sie sich viel Arbeit ersparen, wenn Sie schon vor dem ersten Auftreten der Gartenplage Maßnahmen getroffen haben. Bereits im Spätherbst oder nach dem ersten Frost können Sie Schneckengelege im Boden zerstören, indem Sie Ihre Beete mit einer Grabegabel tiefenlockern. Im Frühjahr sollten Sie die Beete dann noch einmal erneut gründlich durchhacken. Hilfreich ist es zudem, wenn Sie Ihre Beete nicht am Abend, sondern am frühen Morgen gießen – die nachtaktiven Schnecken können dann bei der Nahrungssuche in Ihrem Garten nicht von Feuchtigkeit profitieren. Bewässern Sie zudem nicht flächendeckend, sondern jede Pflanze alle zwei bis drei Tage einzeln. Dadurch finden die Schädlinge keine größeren feuchten Flächen vor, auf denen sie andernfalls schnell vorankämen. Empfindliche Pflanzen können Sie gut mit Salathauben gegen Schnecken schützen – achten Sie aber darauf, den unteren Rand der Hauben sorgfältig mit einer Sandschicht zu bedecken, damit die Tiere nicht darunter hindurchkriechen können.

Wenn Sie Ihren Gartenboden mit Kompost oder Sand durchmischen, werden lehmige Böden feinkrümeliger und bieten den Schnecken keine idealen Lebensbedingungen mehr. So können Sie Schnecken bereits vor dem Auftreten bekämpfen.

Eine Nacktschnecke kriecht über ein Holz

3. Schnecken umweltschonend bekämpfen

Wenn Sie zur Schneckenbekämpfung ausrücken, sollten Sie zunächst über umweltschonende Methoden nachdenken und nicht sofort zu chemischen Mitteln greifen. Oftmals hilft es zunächst, den Boden um die befallenen Pflanzen frei und möglichst trocken zu halten – Schnecken brauchen sehr viel Feuchtigkeit und können ohne sie schlecht auf andere Pflanzen überwandern. Bei einem starken Schneckenbefall in Ihrem Garten müssen Sie die Schädlinge regelmäßig absammeln – am besten tun Sie dies mitten in der Nacht oder am frühen Morgen. Schauen Sie dabei vor allem unter großen Blättern und hohl liegenden Brettern nach. Nur wenn Sie sie danach töten, verhindern Sie mit Sicherheit ihre Rückkehr. Verzichten Sie jedoch darauf, die Schnecken qualvoll mit Salz zu töten. Humaner ist es, die Schädlinge mit kochendem Wasser zu übergießen, was einen schnellen Tod herbeiführt. Die getöteten Schädlinge können Sie anschließend auf dem Kompost entsorgen.
    
Ein bewährtes Mittel zur Schneckenbekämpfung ist es zudem, den Bereich 30 cm um die zu schützenden Pflanzen mit Sägemehl, Kaffeesatz oder Kalkstickstoff zu bestreuen. Schnecken meiden instinktiv raue Oberflächen, Kalk verätzt zusätzlich die Sohle der Tiere. Diese Methode ist aber etwas aufwendiger – nach jedem Regenguss müssen Sie die Streuung erneuern. Bei OBI gibt es auch sogenannte Schneckenzäune,die an der Oberseite halbrund oder winklig geformt sind und von den Tieren nicht überklettert werden können. Diese Schneckenzäune sollten Sie mindestens 15 Zentimeter tief in den Boden eingraben, damit Jungschnecken die Barrieren auch unterirdisch nicht überwinden können. Es gibt sogar Schneckenzäune mit Kupferstreifen – Schnecken meiden instinktiv den Kontakt mit dem Metall.

Der Igel ist ein natürlicher Feind von Schnecken

4. Natürliche Fressfeinde fördern

Schnecken haben eine Vielzahl von natürlichen Fressfeinden – vor allem Igel, Spitzmäuse, Maulwürfe, Vögel oder Kröten können Sie als Verbündete bei der Schneckenbekämpfung betrachten. Wenn Sie das Vorkommen dieser Tiere in Ihrem naturnahen Garten unterstützen, werden Sie wahrscheinlich nie ein größeres Problem mit Schnecken bekommen. Einige Käferarten oder Tausendfüßler vertilgen zudem mit Vorliebe die Eier von Schnecken, während Vögel wie Amseln, Drosseln oder Elstern die Schädlinge aus der Luft erspähen und wegpicken.

Damit sich Schnecken-Fressfeinde wie Igel oder Maulwürfe in Ihren Dienst stellen, muss Ihr Garten möglichst naturnah angelegt sein und den Nützlingen einen Unterschlupf bieten. Igel beispielsweise verstecken sich im Herbst gern in Kompost- oder Laubhaufen. Wollen Sie den Stachelträger als Unterstützer im Kampf gegen die Schnecken gewinnen, dann sollten Sie diese Haufen nicht entfernen. Wenn Sie hingegen etwas Lautstärke in Ihrem Garten ertragen und zudem nicht jedem Salatblatt hinterherweinen, können Sie auch über den Einsatz von Laufenten oder Hühnern bei der Schneckenbekämpfung nachdenken. Die Tiere eignen sich aber nur für große Gärten und müssen natürlich auch artgerecht gehalten werden.

Eine Schnecke frisst das auf einer Pflanze verteilte Schneckenkorn

5. Im Notfall: Schneckenbekämpfung mit Chemie

Zur chemischen Schneckenbekämpfung sollten Sie aufgrund der Nebenwirkungen nur bei äußerst starkem Schneckenbefall greifen und wenn alle anderen Methoden versagt haben. So gibt es eine Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln gegen die Schädlinge, oftmals laufen sie unter der Bezeichnung Schneckenkorn. Allen chemischen Mitteln zur Schneckenbekämpfung liegt eine von drei Substanzen zugrunde: Eisen-III-Phosphat, Metaldehyd oder Methiocarb.

Der Wirkstoff Eisen-III-Phosphat wird von den Schädlingen vertilgt und führt zu einer Fresshemmung. Die Schnecken verkriechen sich dann im feuchten Boden und verenden dort. Der Vorteil: Eisen-III-Phosphat kommt so auch in der Natur vor, schadet anderen Gartenbewohnern nicht und wird von Ihren Pflanzen als Nährstoff aufgenommen. Metaldehyd hingegen bringt den Wasserhaushalt der Schnecken durcheinander und führt durch starke Schleimproduktion dazu, dass die Schädlinge langsam absterben. Achtung: Metaldehyd kann in höheren Dosierungen auch bei anderen Tieren und auch dem Menschen zu Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen oder Krämpfen führen. Kinder oder Haustiere dürfen das Mittel daher auf keinen Fall zu sich nehmen. Methiocarb schließlich ist ein starkes Nervengift, das neben den Schnecken auch andere Organismen schädigen kann. Beim Menschen können Methiocarb-Vergiftungen zu Erbrechen, Durchfall, Atemnot und Lungenödemen führen. Generell sollten Sie chemische Mittel zur Schneckenbekämpfung nur einsetzen, wenn Kinder und Haustiere von den behandelten Gartenflächen sicher ferngehalten werden können.

Wenn Sie mit Schnecken im Garten Probleme haben, müssen Sie nicht immer gleich mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gegen die Schädlinge vorgehen – oftmals reichen auch einfache Fallen oder Schneckenschutzzäune. Am besten stärken Sie jedoch einfach das Ökosystem in Ihrem Garten und unterstützen natürliche Fressfeinde wie Igel oder Maulwürfe.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

Nach oben