Sonnenhut, Präriebeet
Augenweide Roter Sonnenhut mit seinen langen, hängenden Blättern prägt zusammen mit zartem Federgras dieses herrliche Präriebeet.

Gartenpraxis Präriestauden­garten

Weite, baumlose, schier unendliche Graslandschaften im mittleren Westen, auf denen Bisonherden in einer Staubwolke vorbeiziehen und Cowboys am Horizont reiten; so stellen sich viele die Prärie vor. Doch tatsächlich stammen viele beliebte Gartenstauden wie Sonnenbraut, Sonnenhut, Astern oder Mädchenauge gerade aus dieser Region. Mit den typischen Pflanzen dieser Landschaft lassen sich auch in unseren Breiten herrlich naturnahe Präriegärten kreieren, die an Naturwiesen erinnern. Dafür werden weniger die typischen Hochgräser genutzt als vielmehr die farbenfrohen, oft spät blühenden Stauden. Es müssen nicht nur nordamerikanische Stauden sein: Ein Beet wirkt umso spannender, wenn es noch mit passenden heimischen Stauden gemischt wird.

Präriegarten
Farbenmeer Präriegärten leuchten in tollen Farben und sind pflegeleicht. Besonders wichtig ist ein sonniger, offener Standort.

„Mit den typischen Pflanzen dieser Landschaft lassen sich auch in unseren Breiten herrlich naturnahe Präriegärten kreieren.“

Sonnenhut
Faszinierend Mit der lockeren Bepflanzung wird das natürliche und typische Bild der Prärie perfekt aufgegriffen und nachgebildet.

Präriegarten anlegen

Sonnige, große und offene Gärten sind beste Voraussetzungen, um einen Präriegarten anzulegen und in einem Meer von Sonnenhut, Rudbeckien und Prärie-Astern zu schwelgen. Je größer das Beet, desto schöner ist der Effekt der wiesenartig gepflanzten Stauden und Gräser. Ein Präriebeet sollte mindestens 15 Quadratmeter groß sein.

Pro Quadratmeter benötigen Sie – je nach Größe, Wuchs oder Struktur der Pflanze – etwa sieben bis acht Pflanzen, die, wie es für einen Präriegarten typisch ist, dicht und scheinbar durcheinander gepflanzt werden. So wird das natürliche Bild der Prärie wunderbar nachgebildet. Wählen Sie etwa fünf Leitpflanzen, die das Pflanzbild bestimmen, möglichst lange attraktiv sind und immer wieder auftauchen. Mit ergänzenden Pflanzen sorgen Sie für Abwechslung und können an bestimmten Stellen Akzente setzen. Unterschiedliche Höhen können beispielsweise durch Wellen im Boden erzeugt werden. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten für Gärten mit weniger Platz. Wer nur ein kleines Beet zur Verfügung hat, arbeitet am besten mit halbhohen Gräsern und beschränkt sich auf entweder wenige Arten oder auf schwach wachsende beziehungsweise halbhohe Arten. So entstehen hübsche kleine Staudenwiesen.

Frühling und Herbst sind gute Zeiten, um Präriebeete anzulegen. Wird im Frühjahr gepflanzt, haben die Pflanzen mehr Zeit einzuwurzeln. Im Herbst ist es nicht mehr so heiß und trocken wie im Sommer und es muss nicht mehr so viel gegossen werden wie bei einer Pflanzung im Frühjahr. Zunächst muss jegliches Unkraut aus der Erde entfernt werden, da diese die Stauden sonst in Kürze überwuchern. Präriepflanzen brauchen einen eher frischen und nährstoffreicheren Boden, der auch in unseren Gärten überwiegend zu finden ist. Daher können Präriegärten auch hier problemlos verwirklicht werden. Achten Sie beim Pflanzen auf das Zusammenspiel und die Kontraste der Pflanzen und vermeiden Sie feste Strukturen. So wirkt das Beet noch natürlicher.

Wer das ganze Jahr über eine Blütenpracht erleben möchte, kann Zwiebelpflanzen wie Allium oder Wildtulpen und andere Stauden, die nicht aus Nordamerika stammen, mit den Präriepflanzen kombinieren und locker in der Pflanzung verstreuen. Allium macht sich bestens als Lückenfüller, da er im Boden kaum Platz benötigt. Wenn die Stauden anfangen zu blühen, ist er wieder spurlos verschwunden.

Duftrosen
Prachtstauden Durch die Kombination von nur wenigen Arten entsteht schnell ein stimmiger und gleichmäßig wachsender Blütenteppich.
Gelber Sonnenhut Gelber Sonnenhut
Unverzichtbar Gelber Sonnenhut (Echinacea) blüht von Juli bis Oktober und ist eine typische Pflanze für eine Präriebepflanzung.

Die Pflanzen

Die Prärien in Nordamerika zählen zu den artenreichsten Regionen der Erde. Nordamerikanische Stauden blühen länger als heimische Arten und bieten daher Insekten und Vögeln länger Nahrung. Präriepflanzen sind sehr ausdauernd und robust und kommen auch mit langer Trockenheit klar. Dank ihrer langen Wurzeln, die tief in fruchtbares Erdreich hinabreichen, überleben sie Dürreperioden und Präriefeuer und können immer wieder austreiben. Brände fördern das Wachstum sogar, da die Asche wie eine Düngerzufuhr wirkt.

Wichtig sind nur ein vollsonniger Standort und ein gut durchlässiger Boden. Außerdem lieben sie den Wind, der Bewegung ins Beet bringt und ihre Blütenköpfe hin und her schaukeln lässt.

„Präriepflanzen sind sehr ausdauernd und robust und kommen auch mit langer Trockenheit klar.“

Sonnenhut, Federgras
Bezauberndes Trio Gelber Sonnenhut (Echinacea), Seidenpflanzen und schwungvoll wachsendes Federgras harmonieren wunderbar miteinander.

Dank ihrer Herkunft kommen die Pflanzen sogar mit Kälte und großer Hitze klar. Im Gegensatz zu vielen europäischen Stauden sind sie sehr wüchsig. Die Hochzeit der Blüte, der sogenannte Indian Summer, ist von Juli bis Oktober. Dann begeistert der Präriegarten mit einer unglaublichen üppigen Farbfülle.

Achten Sie bei der Auswahl der Pflanzen darauf, wie hoch sie werden sollen und wann sie blühen. Am besten haben sie unterschiedliche Blühzeiten, damit sie nacheinander blühen oder die Blütezeit ineinander übergeht. Im Sommer verweben sich die Pflanzen wie Mädchenauge, Sonnenbraut, Prachtscharte, Indianernesseln, hoher Phlox, Purpur- und Scheinsonnenhut zu einer naturhaften Wiese. Kombiniert werden die Stauden am besten mit filigranen halbhohen bis hohen Gräsern, die in kleinen Gruppen oder als Solitär in die Bepflanzung integriert werden und sich seicht im Wind bewegen. Sie werden in kleinen Gruppen oder als Solitär locker eingestreut und durchweben die Präriepflanzung elegant. Im Herbst übernehmen die Gräser zusammen mit verschiedenen Astern-Arten die Führung im Beet.

Für jeden Standort im Garten gibt es das passende Gras, zum Beispiel eignen sich Pfeifengras, Chinaschilf oder Lampenputzergras sehr gut für trockene Standorte. Lampenputzergras färbt sich im Herbst intensiv Gelb oder Rot und wirkt auch im Winter noch sehr schön. Im Halbschatten fühlen sich zum Beispiel Seggen oder Japanisches Flammengras sehr wohl.

Gräser, Wildstauden
Wirkungsvoll Dank des Mixes aus schwungvollen Gräsern und Pflanzen mit Wildstaudencharakter faszinieren Präriebeete mit Kontrasten.
Sonnenhut, Zinnien Sonnenhut, Zinnien
Feuer und Flamme Von der üppigen Blüte des Sonnenhuts und der Zinnien bis weit in den Herbst profitieren viele Bienen und Schmetterlinge.

Pflege

Die Kombination aus Gräsern und Stauden ist nicht nur schön und farbenfroh, sondern auch äußerst pflegeleicht und nachhaltig. Sie halten es lange ohne Wasser aus und brauchen keinen Dünger. Und ganz nebenbei lockt ein Präriegarten auch noch Insekten wie Bienen und Schmetterlinge an.

Nach der Pflanzung müssen die Pflanzen zunächst kräftig gewässert werden (auch wenn der Boden schon feucht ist), später dann nur noch falls es wochenlang nicht regnen sollte. Bei frisch angelegten Beeten sollte außerdem eine Schicht Mulch auf die Erde aufgetragen werden. Dafür eignen sich Splitt, Natursteingranulat oder Kies auf der Erde. Letzterer bekämpft Unkraut und sorgt für einen gesunden Feuchtigkeitsaustausch im Boden. Sind die Pflanzen noch jung, muss regelmäßig Unkraut gejätet und gewässert werden. Später ist kein Gießen, Düngen oder gar Teilen der Pflanzen mehr nötig.

Stauden und Gräser werden erst im Frühjahr, etwa Ende Februar, zurückgeschnitten. Erstens sind sie auch im Winter wunderschöne Blickfänge und zweitens sind die meisten Stängel hohl. Wird zu früh zurückgeschnitten, dringt Feuchtigkeit in die Pflanzen ein und sie beginnen zu faulen. Um die vielen Gräser und Stauden nicht mühsam von Hand zu schneiden, können Sie im Frühjahr (Ende Februar, Anfang März) auch einfach abgebrannt werden. Das muss natürlich sehr vorsichtig und unter strenger Kontrolle geschehen und nur, wenn die Pflanzen weit genug vom Haus oder von anderen Gegenständen entfernt sind. Wem das zu gefährlich ist, der greift zur Sense oder zum Freischneider.

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