OBI Ratgeber Tipps für die Pflaumenernte

Ein bekanntes Sprichwort lautet: Man soll die Früchte feiern, wie sie fallen. Oder so ähnlich. Elke Schwarzer kann da jedenfalls nie Nein sagen und feiert nun schon seit ein paar Wochen ihr ganz persönliches Pflaumenfest. Da hat sie auch einiges nachzuholen, denn seit zehn Jahren hatte sie sozusagen „Pflaumen auf den Augen“ und daher nicht bemerkt, dass in ihrer Siedlung ein Baum mit leckeren Früchten herumsteht, der anteilig sogar ihr gehört.

Pflaumenernte im Spätsommer
Pflaumenernte im Spätsommer

Pflaumenfest

Seit ich Pflaume nun endlich mal gemerkt habe, dass ein prächtiger Pflaumenbaum in meiner Siedlung steht, ist das Obst nicht mehr vor mir sicher. Ich habe das fabriziert, was ich am besten kann: Marmelade. Dazu gehört nicht viel, man braucht lediglich einen Topf, einen Herd, einen Löffel und Gelierzucker, aber kein Talent. Und natürlich leere Schraubdeckelgläser, die gern recycelt sein dürfen. Obwohl die feierliche Entdeckung des Baums ein Jahrzehnt in Anspruch nahm, ist mir bei der Zubereitung binnen Minuten einiges klar geworden. Erstens: Je blauer die Frucht, desto weniger Gemetzel ist nötig, um den Kern loszuwerden. Zweitens: Die Dinger nie entkernen, wenn man kurz darauf unter Leute geht – der Saft färbt die Finger so gut, dass man am Ende aussieht, als wäre eine starke Nikotinabhängigkeit nicht von der Hand zu weisen. Und nun brauche ich Namen und wüsste doch ganz gerne, was das überhaupt für eine Art ist. Ist das nun eine Kirschpflaume oder Myrobalane (Prunus cerasifera) oder eine übereifrige Reneklode oder Kreike (Prunus domestica)? Geblüht wurde sehr früh Anfang April in strahlendem Weiß, aber ohne Blätter. Die Schale der Früchte schmeckt sauer, obwohl das Fruchtfleisch sehr süß ist. Die Reifezeit Mitte Juli müsste eigentlich für eine Myrobalane sprechen, aber wer weiß, ob mittlerweile nicht andere frühreife Früchtchen erfunden wurden.

Elke Schwarzer

Die Biologin, Software-Entwicklerin und Buchautorin Elke Schwarzer bloggt auf „Günstig Gärtnern“ charmant unprätentiös über ihr eigenes Wildbienen-Volk, insektenfreundliche Bepflanzung und heimische Gewächse.

guenstiggaertnern.blogspot.de
Elke Schwarzer
Pflaumen im Gras liegend
Pflaumen im Glas
Einzelne Pflaume am Baum

Pflaumen reifen je nach Lichteinfall sehr unterschiedlich, deshalb ist es ratsam sie abschnittsweise vom Baum zu pflücken und von oben an zu ernten, da die Sonne dort den stärksten Einfluss hat. Pflückt man die Pflaumen zu früh, können diese zwar bei Zimmertemperatur nachreifen, trotzdem schmecken sie aromatischer, je perfekter der ideale Erntezeitpunkt abgepasst wurde. Empfohlen wird die Ernte etwa zwei Wochen nachdem sich die Pflaumen blau gefärbt haben.

Nahansicht von Pflaumen
Nahansicht von Pflaumen

Pflaumen reifen je nach Lichteinfall sehr unterschiedlich, deshalb ist es ratsam sie abschnittsweise vom Baum zu pflücken und von oben an zu ernten, da die Sonne dort den stärksten Einfluss hat. Pflückt man die Pflaumen zu früh, können diese zwar bei Zimmertemperatur nachreifen, trotzdem schmecken sie aromatischer, je perfekter der ideale Erntezeitpunkt abgepasst wurde. Empfohlen wird die Ernte etwa zwei Wochen nachdem sich die Pflaumen blau gefärbt haben.

Pflaumenbäume

Herrlich schmackhafte Pflaumen

Entweder für den Frischverzehr geeignet oder hervorragend zum Einkochen – finden Sie hier die passende Sorte.

Pflaumenbäume entdecken
Heranreifende Pflaumen in verschiedenen Stadien

Heimische Früchte aus dem Garten

In der ersten Woche, als ich Pflaumen vom Baum geschüttelt habe, waren sie kugelrund und rötlich. Obwohl sie unreif aussahen, schmeckten sie hervorragend, und das Gehölz versuchte mit bemerkenswerter Entschlossenheit, sich ihrer zu entledigen. In der zweiten Woche waren sie immer noch rundlich, aber herrlich pflaumenblau. Das hat dem Baum dann selbst so gut gefallen, dass er sie doch nicht heruntergeworfen hat. Versteh einer diese Pflaume! Ein anderes Rätsel ist, warum ich beim Ernten offenbar die Einzige bin. Erkennt denn niemand, dass dort etwas Essbares und noch dazu Kostenloses wächst? Schmecken Obst und Marmelade aus dem Supermarkt denn besser als frisch vom Baum?

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