DOs & DONts

Manchmal ist es gar nicht so leicht zu erkennen, was bei der Gartenarbeit richtig ist und was falsch. Damit Sie auf Nummer sicher gehen können, stellen wir Ihnen jeden Monat passend zur Jahreszeit einige empfehlenswerte Tätigkeiten vor und sagen Ihnen, was Sie vermeiden sollten.

DOs

Sellerie anhäufeln
1

Porree und Sellerie anhäufeln

Damit die jungen Gemüsepflanzen, beispielsweise von Porree und Stangensellerie, zarte Schäfte und Blätter bilden, werden sie bereits im jungen Stadium mit Erde angehäufelt. Darunter werden die Triebe besonders lang, bleiben hell und entwickeln weniger Bitterstoffe. Ihrem Aroma tut das keinen Abbruch, sondern sie schmecken dann mild und sind besonders bekömmlich. Sie können stattdessen auch eine leere Rolle vom Haushaltspapier über die Pflanzen stülpen. Weiterer Tipp: Vom Stangensellerie gibt es mittlerweile selbstbleichende Sorten, die nicht mehr angehäufelt werden müssen.

Kirschbaum Sommerbelaubung
2

Sommerschnitt bei Obstgehölzen

Sogenannte Wasserschosse sind bei Obstbäumen einerseits ein Zeichen von großer Wuchskraft, andererseits ist es wünschenswert, dass diese Kraft in die Neubildung von Fruchtgehölz gelenkt wird. Wasserschosse treiben senkrecht nach oben und entwickeln keine seitlichen Fruchttriebe. Es ist daher besser, sie zu entfernen, ebenso wie sich kreuzende und nach innen wachsende Äste, um die Krone auszulichten. Der Schnitt im Sommer ist dafür eine gute Zeit. Anders als beim Winterschnitt hat er eine bremsende Wirkung auf die Neubildung von Zweigen, sodass der Baum seine Kraft in die Bildung von Früchten investieren kann. Achten Sie für einen sauberen Schnitt darauf, mit einer gut geschliffenen Astschere zu arbeiten.

Möhren Karotten
3

Wurzelgemüse gleichmäßig feucht halten

Die Kunst beim Gemüseanbau besteht nicht nur im regelmäßigen Hacken und Düngen. Auch richtiges und gezieltes Gießen ist unabdingbar. Insbesondere bei Wurzelgemüse ist eine gleichmäßige Wasserversorgung sehr wichtig, damit die Wurzeln nicht platzen oder zu weich bleiben. Radieschen beispielsweise werden pelzig und bleiben hohl, wenn sie zu wenig Wasser bekommen. Möhren platzen schnell, wenn sie nach längerer Trockenheit plötzlich viel Wasser auf einmal erhalten. Gießen Sie deshalb regelmäßig und so viel, dass das Wasser auch in tiefere Bodenschichten dringt. Die günstigste Tageszeit dafür sind die frühen Morgenstunden.

Mulch Gemüsebeet
4

Boden mulchen

Das Mulchen des Bodens ist für die meisten Pflanzen eine Wohltat und spart viel Mühe bei der Gartenarbeit. Unter einer Mulchschicht bleibt der Boden locker und krümelig, das Wasser verdunstet weniger stark und der Unkrautaufwuchs wird unterbunden. Sprich: Sie sparen sich eine Menge Arbeit beim Gießen, Düngen und Jäten. Wichtig ist aber, mit dem richtigen Material zu mulchen. Baumrinde beispielsweise eignet sich wegen des hohen Stickstoffverbrauchs beim Verrotten nicht für das Gemüsebeet, sondern eher für Gehölzbereiche. Ideal für Zier- und Nutzbeete ist eine Mischung aus Rasenschnitt, klein gehäckselten Staudenresten und Laub. In Steppenbeeten ist eine Auflage aus Kies sinnvoll, der die Wärme im Boden hält und unerwünschten Nährstoffeintrag mindert.

Tomaten
5

Blumen auf Südbalkon schattieren

Selbst dem eingeschworensten Sonnenanbeter wird es irgendwann zu heiß in der prallen Mittagshitze. Auch licht- und wärmeliebende Pflanzen lassen auf südexponierten Terrassen und Balkonen über Mittag im Sommer oft die Blätter hängen und machen schlapp. Um diese für die Pflanzen stressigen Stunden zu überbrücken, ist eine Schattierung durch Sonnenschirm, Sonnensegel oder Markise sinnvoll. Unter Umständen reicht es schon, Balkonkästen und Topfpflanzen in dieser Zeit auf den Boden ans Geländer zu stellen. Das Abdecken mit Vlies ist nicht empfehlenswert, weil sich darunter die Hitze staut.

DONts

Aster Gießkanne
1

Nicht in der Mittagszeit gießen

Sonne pur bedeutet für viele Pflanzen Stress, denn dann läuft ihr Stoffwechsel auf Hochtouren. Über Drüsen in den Blättern verdunsten sie viel Wasser und der Wurzelsog ist besonders groß. Es ist aber nicht ratsam, Pflanzen in den Mittagsstunden zu gießen. Erstens wirken Wassertropfen auf den Blättern in der prallen Sonne wie Brenngläser, zweitens ist kaltes Wasser dann für die Pflanzen ein Schock. Außerdem kann das Wasser von den Pflanzen gar nicht so schnell im Gewebe eingelagert werden, wie es wieder verdunstet.

Tomatenpflanze gießen
2

Wasser nicht im Übertopf stehen lassen

Überschüssiges Gießwasser kann empfindlichen Pflanzenwurzeln schaden. Anders als bei Sumpfgewächsen faulen diese, wenn sie länger im Wasser stehen. Es ist daher besser, nach einer Weile zu kontrollieren, ob die Pflanzen das Gießwasser komplett aufgenommen haben oder etwas in der Schale oder im Übertopf stehen geblieben ist. Reste sollten Sie dann abgießen.

Engelstrompete in Blüte
3

Flechten nicht an Bäumen entfernen

Die Borke ist nicht nur das äußere Zeichen des Alterungsprozesses bei vielen Gehölzen, sie bietet dem Holzgewebe auch Schutz. Wird sie brüchig, finden Schädlinge leichter Zugang. Auf der Borke sitzende Flechten dagegen schaden dem Gehölz überhaupt nicht. Sie nutzen die raue Oberfläche, um darauf zu siedeln, sind aber keine Parasiten. Beim Entfernen würde vermutlich auch die Rinde beschädigt. Um das zu vermeiden, ist es besser, die Flechten zu belassen. Flechten sind empfindliche Organismen und wachsen nur in reiner Luft. Treten sie auf, ist dies ein Zeichen für gute Luftqualität. Nur an schwachwüchsigen überalterten Gehölzen kann flächiger Wuchs das Auftreten von Schädlingen eventuell begünstigen.

Gesunder Rasen
4

Heckenschnitt nicht zu früh

Zum Schutz der Vogelbrut und zum Erhalt des Blütenangebots für Insekten ist es in Deutschland durch § 39 im Naturschutzgesetz geregelt, in welchem Zeitraum Gehölze gefällt oder radikal zurückgeschnitten werden dürfen. Zwischen 1. März und 30. September ist dies nur in Ausnahmefällen gestattet, beispielsweise wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist und für schonende Form- und Pflegeschnitte. Sichergestellt werden muss in jedem Fall, dass zum Schnittzeitpunkt keine Vögel im Gehölz brüten.

Blumenerde
5

Nicht zu oberflächlich wässern

Richtiges Gießen will gelernt sein. Ungeduld jedenfalls ist dabei fehl am Platz. Erst bei durchdringender Bewässerung von circa 15 Zentimetern Bodentiefe ist gewährleistet, dass die Pflanzenwurzeln ausreichend mit Wasser versorgt werden. Das gilt für Rasenflächen ebenso wie für Zier- und Gemüsebeete. Dafür reicht es normalerweise, einmal pro Woche ausgiebig zu gießen. Das ist besser als jeden Tag ein bisschen. Die Pflanzen werden auf diese Weise auch animiert, tiefere Bodenschichten zu durchwurzeln und unabhängig von der Wasserversorgung an der Oberfläche zu werden.

Nach oben