Rosen, Duft
Powerfrau Eine ausgewachsene Taglilienpflanze kann in einer Saison bis zu 500 Blüten hervorbringen – auch ohne einen Rückschnitt.

Gartenpraxis Pflanzenschnitt im Sommer

Im Juni greifen wir wieder zu den Gartenscheren. Stauden und Rosen werden dadurch angeregt ein zweites Mal zu blühen. Aber auch Obstbäume und Spalierobst freuen sich über einen sogenannten Sommerschnitt.

Remontierschnitt
Wunder der Natur Kaum zu glauben, aber wahr! Nach so einem Rückschnitt bilden sich noch im gleichen Spätsommer oder Herbst neue Blüten.
Taglilie, Rückschnitt Taglilie, Rückschnitt
Faszinierend Einige Taglilien remontieren nach einem starken Rückschnitt und bilden zu Beginn des Altweibersommers eine Nachblüte.

„Mit dem Schnitt wird eine zweite, nicht ganz so starke Blüte im Spätsommer gefördert.“

Remontierschnitt bei Stauden

Unmittelbar nach der Blüte, meist so ab Mitte Juni, können remontierende Stauden wie Rittersporn, Katzenminze, Ziersalbei, Lavendel, Kugeldisteln, Schleierkraut oder Storchschnabel etwa 5 bis 10 Zentimeter über dem Boden zurückgeschnitten werden. Das regt bereits unterirdisch angelegte Knospen zum Austrieb an und im August/September werden Sie mit einem zweiten Blütenflor verwöhnt. Falls krankes Laub vorhanden ist, wird dies ebenfalls entfernt. Mit dem Schnitt wird eine zweite, nicht ganz so starke Blüte im Spätsommer gefördert. Pflanzen wie Knäuel-Glockenblumen oder Sonnenhut blühen zwar nicht nach, allerdings belohnen sie einen bodennahen Rückschnitt mit einem gesunden frischgrünen Neuaustrieb. Beachten Sie, dass eine Selbstaussaat und Verbreitung im Garten durch den Rückschnitt verhindert werden. Durch den Schnitt sind die Pflanzen geschwächt, daher ist eine Nachdüngung mit Kompost oder organischem Dünger sowie Bewässerung für eine zweite Blüte hilfreich.

Rosen, Rückschnitt
Kontrollgang Damit der Sommerflor nicht verloren geht, werden die Rosen einmal die Woche überprüft und wenn nötig zurückgeschnitten.

Schnitt öfterblühender Rosen

Der Sommerschnitt ist eine wichtige Schnittmaßnahme, die die Wuchsfreudigkeit, das Blütenreichtum und die Gesundheit der Rosen fördert. Öfter- oder nachblühende Rosen blühen, wenn sie regelmäßig ausgeputzt werden, ein zweites oder sogar noch ein drittes Mal, allerdings nicht mehr so stark wie bei der ersten Blüte. Das Verblühte wird mitsamt den darunter stehenden zwei oder drei Blättern kurz über dem ersten voll entwickelten Laubblatt (also je nach Sorte einem mit fünf oder sieben Fiederblättern) abgeschnitten und die Rose blüht etwa vier bis sechs Wochen später erneut. Auch überlange Triebe werden eingekürzt. Damit die remontierenden Rosen genug Energie für eine zweite Blüte haben, brauchen sie Dünger. Am besten eignet sich organischer oder organisch-mineralischer Rosendünger. Eine große Auswahl an geeigneten Düngern finden Sie natürlich in Ihrem OBI Markt.

Rosen, Rückschnitt
Kontrollgang Damit der Sommerflor nicht verloren geht, werden die Rosen einmal die Woche überprüft und wenn nötig zurückgeschnitten.
Strauchrose
Wie gemalt Die kompakt wachsende Strauchrose 'Leonardo da Vinci' verwöhnt uns mehrmals im Jahr mit ihren dicht gefüllten Blüten.
Rispenhortensie, Blickfang Rispenhortensie, Blickfang
Schönheitspflege Um das Wachstum zu begrenzen und die Ästhetik zu erhalten, ist ein Erhaltungsschnitt im Sommer an Spalierobstbäumen wichtig.

Spalierobstschnitt

Wer wenig Platz im Garten hat oder einer Mauer eine besondere Optik verleihen möchte, greift zu Spalierobst. Besonders Äpfel und Birnen eignen sich prima als Spalierobst mit einer streng waagerechten Erziehung vor warmen Südwestwänden. Kirschen, Nektarinen oder Aprikosen bevorzugen eher einen lockeren, fächerförmigen Aufbau. Der eigentliche Schnitt erfolgt im Frühjahr, vor dem neuen Austrieb. Dann werden sämtliche Seitentriebe auf etwa fünf Blätter eingekürzt und alle Konkurrenztriebe entfernt.

Im Sommer entwickeln sich aber schnell immer mehr Seitentriebe, als zur Kronengestaltung und zur Fruchtbildung notwendig sind. Werden diese nicht gekürzt, würde das Laub der neuen Triebe die reifenden Früchte verdecken und diese würden zu wenig Sonne bekommen.

Sommerschnitt, Apfelbaum
Sommerschnitt Durch ihn wird das Wachstum reguliert und die Apfelbäume erhalten mehr Licht.

Wird kein Erhaltungsschnitt vorgenommen, würden die Bäume außerdem zu viel Wuchskraft entwickeln, schnell ihre Form verlieren und eventuell für ihren Standort sogar zu groß werden. Daher werden von Juni bis August alle Neuaustriebe, die senkrecht direkt aus dem Stamm wachsen, entfernt. Alle anderen Austriebe entlang des Stamms oder der Leitäste werden auf rund 15 bis 20 Zentimeter zurückgeschnitten. Triebe der Seitenäste werden auf etwa vier Blätter bzw. Knospen zurückgeschnitten. Dies fördert die Belichtung der reifenden Früchte, regt die Blütenknospenbildung sowie einen gleichmäßigen Aufbau der Krone an und erhält die Fruchtbarkeit des Spalierbaums.

Sommerschnitt, Apfelbaum
Sommerschnitt Durch ihn wird das Wachstum reguliert und die Apfelbäume erhalten mehr Licht.
Kirschen, Rückschnitt Kirschen, Rückschnitt
Rundumschlag Bei Kirschen erfolgt der Rückschnitt direkt nach der Ernte, dabei wird auch krankes oder abgestorbenes Holz entfernt.

„Besonders Birnen gedeihen an warmen Südwestwänden wunderbar als Spalierobst.“

Sommerschnitt Obstgehölze

Der Sommerschnitt findet während der Vegetationsperiode im belaubten Zustand statt. Bei stark wachsenden Obstgehölzen, die in einer erzogenen Form heranwachsen, ist er eine unentbehrliche Erziehungsmaßnahme. Er ist eine ergänzende Maßnahme zum Winterschnitt und reguliert das Wachstum des Baumes sowie das Ausbilden der Früchte auf sanfte Art. Außerdem führt der Schnitt zur Bildung neuer Fruchttriebe für das nächste Jahr und sorgt dafür, dass die schon vorhandenen Früchte besser ausreifen. Sie bekommen mehr Licht und bekommen daher eine schönere Färbung. Wird im Sommer geschnitten, findet außerdem die Wundheilung schneller und besser statt als im Winter. Der richtige Zeitpunkt für den Sommerschnitt an Apfel- und Birnbäumen ist etwa Ende Juni. Dann werden alle starken einjährigen Triebe (auch Wasserschosse genannt), die senkrecht nach oben wachsen, entfernt. Nach einem größeren Schnitt im Sommer reagiert der Baum zudem weniger stark und bildet weniger Wasserschosser aus. Triebe mit flachem Winkel dürfen bleiben, da sich an ihnen vermehrt die Blütenknospen für das Folgejahr bilden. Falls Ihr Baum nur sehr wenige Triebe hat, dürfen auch schwache Wasserschosse stehen bleiben.

Bei Steinobst wie Süß- und Sauerkirschen sowie Pflaumen-, Zwetschgen- und Aprikosenbäumen ist der Sommerschnitt üblich, da sich bestimmte Pilzkrankheiten in den Wintermonaten schnell verbreiten könnten. Im Juli nach der Ernte kann mit dem Auslichten begonnen werden. Dank der Ausdünnung bekommt die Krone wieder mehr Licht und Luft und auch die untersten Zweige bekommen wieder dauerhaft Licht. Der Schnitt reduziert zudem ein Übermaß an Blüten und Früchten und verbessert dadurch ihre Qualität. Ein regelmäßiger Schnitt sorgt außerdem dafür, dass der Baum nicht zuwächst, und auch die Wunden verheilen zu dieser Jahreszeit schneller.

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