Top 10 TIPPS Die wichtigsten Tipps
und Tricks für den Monat
September

Holunderbeergelee im Glas mit frisch gepflückten Holunderbeeren
1

Holunderbeeren verlocken zu Erntestreifzügen

Halten Sie beim Spaziergang die Augen auf nach Holunderbüschen. Am Waldrand, am Feldweg oder sogar im eigenen Garten warten die schwarz-violetten Beerendolden darauf, geerntet zu werden. Der gute alte „Hollerbusch“ ist der Klassiker schlechthin unter den Wildfrüchten. Pflücken Sie ganze Dolden und waschen Sie diese gründlich im Sieb ab, bevor Sie sie zu Saft, Marmelade oder Gelee verarbeiten. Roh sind die Beeren allerdings giftig! Sie enthalten das Gift Sambunigrin, welches aber durch das Erhitzen vollständig zerfällt. Holunderbeeren tragen nicht nur wertvolle Vitamine und entzündungshemmende Stoffe in sich, sondern auch reichlich Farbstoffe. Deswegen sollte man beim Ernten und Verarbeiten besser Handschuhe tragen. Sogar als Ziergehölz hat es Sambucus mit ʹBlack Laceʹ in unsere Gärten geschafft. Sein auffallend fein geschlitztes, dunkelrotes Laub bildet im Mai und Juni einen aufregenden Kontrast zu den weißen Blütendolden.

Moos wird mit dem Federrechen aus dem Rasen entfernt
2

Zeit für eine Rasenkur

Das beliebte Rasengrün erfordert auch im September unsere Aufmerksamkeit. Nachdem sich im Sommer dort allerlei abgespielt hat – vom Kaffeeklatsch über Gartenpartys bis zum Fußballspiel –, tut ihm etwas Pflege gut. An einigen Stellen ist der Rasen vergilbt oder hat Lücken bekommen. Das lässt sich mit einer speziellen, schnell keimenden Rasennachsaat wieder beheben. Bevor Sie mit dem Lückenaufbessern beginnen, sollte man den gesamten Rasen mähen und anschließend vertikutieren. Das ist im Herbst besonders empfehlenswert, denn so wird nochmals Moos und Unkraut komplett entfernt und der Wurzelfilz durchlüftet. Der Boden sollte gut trocken sein, dann fällt das Vertikutieren leichter. Ist das erledigt, gönnen Sie dem Rasen noch eine Portion Herbstdünger. Damit gehen die Grashalme gestärkt in den Winter. Anschließend den gesamten Rasen sanft, aber gründlich mit dem Sprenger beregnen, damit die Nachsaat keimt und auch der Rasendünger rasch Wirkung zeigen kann. Übrigens: Im September kann man auch prima einen Rasen ganz neu anlegen.

Verschiedene Blumenzwiebeln liegen bereit für die Herbstpflanzung
3

Jetzt den Frühling pflanzen

Was wäre die Aussicht auf den nächsten Frühling ohne die Farbenpracht von Tulpen, Narzissen und Zierlauch? Pflanzen Sie jetzt die Zwiebeln, damit Sie sich im Frühjahr an den Blüten erfreuen können! Wenn Sie frühzeitig dran sind, lassen der noch warme Boden und ausreichend Herbst-Niederschläge die Wurzeln vorm Winter kräftig sprießen. Im Beet lassen sich zwischen den Stauden einzelne Pflanzlöcher leicht mit einem Blumenzwiebelpflanzer ausheben. Geben Sie etwas Sand als Dränage mit ins Pflanzloch. Dann die Zwiebel mit der Nase nach oben daraufsetzen, leicht andrücken und mit dem Erdaushub aus dem Pflanzer bedecken. Oder starten Sie mit einer kunterbunten Krokuswiese in den Frühling: Stechen Sie dazu mit dem Spaten größere Grassoden ab und klappen Sie diese zur Seite. Lockern Sie den Boden mit einem Handgrubber. Dann die Knollen hineinsetzen, mit etwas frischer Erde auffüllen und die Grassode wieder zurückklappen. Diese leicht festtreten oder andrücken und anschließend gut wässern, damit das Rasenstück wieder anwächst. Für die Pflanztiefe der Zwiebeln gilt: zwei- bis dreimal so tief wie die Zwiebel hoch ist.

Frau versorgt Rosenstock mit Kaliumdünger und trägt dabei Handschuhe.
4

Rosen brauchen Kalium

Rosen beglücken unser Gärtnerherz seit Juni mit ihrer Blütenfülle und dann meist noch ein zweites Mal mit einer Nachblüte. Was sie jetzt brauchen, damit sie auch im nächsten Jahr ihre volle Schönheit und Blühwilligkeit entfalten, ist ein kalibetonter Dünger (Kalimagnesia), der auch Magnesium enthält. Beide Komponenten fördern die Frosthärte der Rosen. Die im Dünger enthaltenen Salze reduzieren den Wassergehalt in den Pflanzen und lassen die Triebe besser verholzen. Zusätzlich werden die Rosenstöcke widerstandsfähiger gegen Pilzerkrankungen wie Mehltau, Sternrußtau und Rosenschädlinge. Als Faustregel gilt: 15 Gramm Kalidünger pro Rose, verteilen Sie jedoch nicht mehr als 20 bis 30 Gramm Kalimagnesia pro Quadratmeter. Tragen Sie dabei Handschuhe, da der Dünger die Haut reizen kann. Einen Mangel an Kalium erkennt man meist daran, dass die unteren Blätter der Pflanze von der Spitze und vom Rand aus gelb, später dann braun bis grau werden und schließlich absterben. Wer ganz sichergehen will, dass der Boden zu wenig Kalium enthält, lässt einen Bodentest machen.

Frisch gekeimte Reihen von Gründünger in Form von Gelbsenf im Gemüsebeet
5

Die machen müde Beete munter

Oh je, die Gemüsebeete sind fast abgeerntet und immer mehr nackte Erde kommt zum Vorschein. Was tun? Entweder man sät noch echte Schnellstarter wie Radieschen, Kresse, Wintergemüse und -salate oder aber man verpasst dem Boden eine Wellnesskur, die Gründüngung lautet. Diese alte Methode aus der Landwirtschaft macht auch müde Gartenbeete wieder munter, da die Erde mit wertvollen Nährstoffen angereichert und die Bodenstruktur verbessert wird. Im Frühjahr spart man sich dadurch den Kunstdünger und obendrein bekommen die fleißigen Bodenlebewesen eine wärmende Winterdecke und produzieren so länger wertvollen Humus. Wer sandige Böden hat, sät jetzt Winterroggen oder Rotklee. Bei schweren Böden greift man bewusst zu nicht winterhartem Gelbsenf oder Bienenfreund. Vor dem nächsten Saisonstart werden die Pflanzen „abgemäht“ und landen zerkleinert auf dem Kompost; kleine Pflanzenreste und feines Wurzelwerk der Gründünger gräbt man einfach unter, letzte grobe Pflanzenteile holt man mit dem Rechen aus den Beeten.

Geteilte Rhabarberpflanzen vom Vorherbst, die im Frühjahr wieder kräftig austreiben.
6

Aus alt mach jung – jetzt ist Rhabarber-Teilzeit

Warum bis zum Frühjahr warten, wenn man in gärtnerischer Voraussicht schon im September für reichlich Nachschub an Rhabarber sorgen kann? Die alten Pflanzen müssen nämlich nach acht bis zehn Jahren geteilt und dadurch verjüngt werden, sonst fällt die Ernte immer spärlicher aus. Inzwischen sind die Blätter des köstlichen Frühlingsgemüses vergilbt oder braun geworden – der beste Zeitpunkt, um die „Oldies“ zu teilen. Dafür buddelt man den ganzen Wurzelstock aus und teilt ihn mit dem Spaten in mehrere Stücke. Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück drei bis vier Knospen hat. Kalkulieren Sie zwischen den neuen Pflanzen mindestens einen Meter Abstand, denn das Stangengemüse mit seinen riesigen, dekorativen Blättern braucht viel Platz. Bereiten Sie die neuen Pflanzlöcher am besten schon vor und geben Sie reichlich Kompost mit hinein, dann liegen die Wurzelstücke nicht unnötig lange an der Luft und trocknen aus. Jedes Wurzelstück darf nur so tief gesetzt werden, dass die Knospen etwa acht bis zehn Zentimeter tief unter der Erde landen. Danach mit Gartenerde auffüllen und reichlich wässern, damit sich die Erde setzt und die Wurzeln Kontakt zum feuchten Boden bekommen.

Mehrere Kompostbehälter platziert im hinteren Gartenbereich
7

Den Komposthaufen umsetzen

Kompost ist Gold wert! Er versorgt Ihre Pflanzen mit vielen wichtigen Nährstoffen (vor allem Phosphor und Kalium) und verbessert zugleich die Bodenstruktur. Im Garten fallen das ganze Jahr über jede Menge Pflanzenabfälle an, die nicht ungenutzt in der Biotonne landen, sondern als wertvolles Ausgangsmaterial für kostbaren Humus zum Nulltarif genutzt werden sollten. Wer schon im letzten Jahr fleißig Gartenabfälle gesammelt und geschichtet hat, wird jetzt belohnt. Denn jetzt ist quasi „Erntezeit“ für das schwarze Gold des Gärtners. Beim sogenannten Umsetzen beziehungsweise Leeren des Komposts geht es darum, dass alles, was innen war, nach außen kommt und alles, was oben war, nach unten soll. So gelangen größere Bestandteile, die noch weiter zersetzt werden müssen, nach unten, und alles, was an reifem Kompost zu Tage befördert wird, landet jetzt in den Beeten. Das funktioniert am besten mit einer Spatengabel oder der guten alten Mistgabel. Das Umsetzen und „Ernten“ hat außerdem den Vorteil, dass ausgewogene Feuchtigkeitsbedingungen für den Zersetzungsprozess geschaffen werden.

Verblühte Blütenköpfe an Dahlien werden mit der Gartenschere abgeschnitten.
8

Schönheitspflege im Dahlienbeet

Dahlien sind die unbestrittenen Spätsommer-Schönheiten. Seit Juli blühen sie unermüdlich. Damit das bis weit in den Herbst auch so bleibt, muss man regelmäßig Verwelktes ausputzen. Dann bilden die Knollenpflanzen neue Knospen anstelle von Samen. Am besten greift man schon zur Schere, sobald die ersten Blütenblätter aus den bunten Bällen und Pompons rieseln. So vermeidet man, dass sich Pilzsporen über die dicht gefüllten Blütenköpfe hermachen. Neben ihrer Blütenfülle entwickeln Dahlien auch eine enorme Blattmasse, die regelmäßig mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden muss. Organischer Dünger in Form von Hornspänen oder Rinderdung ist empfehlenswert. Geben Sie den hohen Sorten unbedingt etwas Halt mit Bambusstäben oder Staudenstützen, damit die bunte Pracht der großen, schweren Blüten beim nächsten Wind nicht umknickt. Und gönnen Sie sich ruhig öfter ein paar Stiele für die Vase. Das regt die Bildung neuer Blütenansätze an.

Riesige Einzelblüte der Strauchpfingstrose Paeonia-rockii-Hybride ʹGuang Mang Si Sheʹ
9

Holen Sie sich die prächtigen Strauchpfingstrosen in den Garten

Strauchpfingstrosen werden in ihrer Heimat China seit Jahrhunderten verehrt und wurden wegen ihrer aparten Schönheit zur „Blume der Kaiserin“ ernannt. Kein Wunder – ihre leicht gerüschten Blüten in Weiß, Rosa, Violett, Schwarzrot und Gelb erreichen eine Größe von 25 Zentimetern Durchmesser! Die beste Pflanzzeit der früh austreibenden Pflanzen ist der Frühherbst. Die Pflanzen können bis in den Dezember hinein gesetzt werden, solange der Boden frostfrei ist. Als Geheimtipp gelten nach wie vor die noch relativ neuen Paeonia-rockii-Hybriden. Diese Züchtungen haben den Charme der Wildarten und sind frosthart und widerstandsfähig gegen Pilzerkrankungen wie den Grauschimmel. Strauchpfingstrosen bevorzugen geschützte, sonnige Plätze und fühlen sich auf nicht zu humusreichen, kalkhaltigen Böden wohl. Staunässe vertragen sie nicht! Pflanzen Sie veredelte Strauchpfingstrosen so ein, dass die Veredelungsstelle 10 bis 15 Zentimeter tief unter der Erde liegt. Das 50 x 50 Zentimeter große Pflanzloch wird mit einem Gemisch aus Pflanzerde und reifem Kompost gefüllt.

Frisch geerntete Äpfel der Sorte Roter Boskoop werden sorgfältig in Stroh gebettet und gelagert.
10

Ran an die Apfelernte!

Das Highlight des Gartenjahrs steht an: die Apfelernte. Ob unser Lieblingsobst schon erntereif ist, findet man mit dem Kipptest heraus. Heben Sie die Äpfel leicht an und drehen Sie sie dabei um 90 Grad. Löst sich die Frucht samt Stiel leicht vom Ast, ist sie erntereif. Wenn Sie die Stiele an den Äpfeln lassen, bleiben sie deutlich länger frisch. Stellen Sie all die nützlichen Erntehelfer aus dem Gartenschuppen bereit. Willkommen sind Körbe und Kisten, Apfelpflücker und eine Leiter. Hilfreich sind auch Haken, mit denen man die Körbe gut an die Leiter hängen kann. Nicht alle Apfelsorten sind gleichermaßen lagerfähig. Zur Lagerung geeignet sind zum Beispiel Jonathan, Freiherr von Berlepsch, Roter Boskoop, Finkenwerder Herbstprinz, Cox Orange, Glockenapfel und Ontario. Am besten sind die Früchte an einem kühlen und dunklen Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit aufgehoben. Etwa im Keller oder im Schuppen mit Lüftungsmöglichkeit in Obstregalen oder flachen Kisten. Um Druckstellen zu vermeiden, legt man zwischen die einzelnen Obstlagen Stroh, Holzwolle, Sackleinen oder Wellpappe.

Nach oben