Kamin und Ofen: Heizen mit Holz und Kohle

Heiz-Berater

Angesichts steigender Öl- und Gaspreise feiern Kamine, Holz-, Kohle- und Kachelöfen ein Comeback. Großer Vorteil dieser Art des Heizens: Die Wärme entsteht da, wo man sie braucht – etwa im Wohnzimmer – ohne dass man die Zentralheizung des ganzen Hauses einschalten muss. Zur Befeuerung eignen sich Holz und Kohle.

Wir haben die Vor- und Nachteile von Holz, Holzbriketts und Braunkohlebriketts als Brennstoffe für Sie zusammengefasst und informieren Sie darüber, wie Sie richtig anheizen und bieten Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Öfen und Kamine.

1. Holz als Brennstoff für Kamine und Öfen 2. Holzbriketts als Brennstoff
3. Braunkohlebriketts für Dauerbrandöfen 4. Holz und Braunkohle richtig anzünden
5. Welche Öfen gibt es? 6. Materialliste
Holzscheite vor einem brennenden Kaminofen.

1. Holz als Brennstoff für Kamine und Öfen

Dank der Methoden der modernen und meist schon ökologischen Holzwirtschaft ist der nachwachsende Rohstoff Holz als Brennstoff in ausreichendem Maße vorhanden. Aktuell wachsen in den deutschen Wäldern täglich rund 260.000 m³ Holz, wovon ein Drittel im Moment nicht genutzt wird. Holz ist somit ein ökologisch durchaus sinnvoller, nachwachsender Brennstoff.

Die Vorteile von Holz bestehen zum einen in seinem günstigen Preis – wenn Sie es selbst hacken. Zum anderen ist es leicht anzuzünden und sorgt für besondere Gemütlichkeit. Andererseits hat Holz einen deutlich geringeren Brennwert (4,03 kWh/kg) als Braunkohle oder Holzbriketts und beansprucht in der Lagerung viel Platz. Zudem ist es nicht für den Dauerbetrieb des Ofens geeignet, da stetig Brennmaterial nachgelegt werden muss.

Die Lagerung

Am besten stapelt man die Holzscheite unter einem vorgezogenen Dach. Keinesfalls sollte es im Keller oder unter einer Plastikplane aufbewahrt werden. Ideal zum Verbrennen ist Holz nach zwei bis drei Jahren trockener Lagerung.

Welcher Ofen?

Feuerholz kann in Kaminen, Kachel- und Holzöfen verbrannt werden. Hier kommt die benötigte Luftzufuhr von der Seite oder von oben.

Feuerstätten sind keine Müllverbrennungsanlagen. Deshalb gehört Papier nicht in Kamin und Ofen. Als Hilfe zum Anzünden sollten stattdessen Kaminanzünder verwendet werden.

Mehrere Holzpellets

2. Holzbriketts als Brennstoff

Holzbriketts werden durch das maschinelle Zusammenpressen von Holzabfällen wie Sägespänen oder Holzmehl hergestellt. Voraussetzung ist, dass diese unbehandelt sind. Dank dieses Verfahrens haben die Briketts einen geringen Wassergehalt von nur 10%, weshalb sie im Vergleich zu normalem Holz einen hohen Brennwert besitzen.

Gegenüber Holzscheiten haben Holzbriketts klare Vorzüge. Mit 4,8 bis 5,5 kWh/kg haben sie einen deutlich höheren Brennwert und produzieren weniger Asche. Zudem benötigen sie in der Lagerung wesentlich weniger Platz, sorgen für eine neutrale CO2-Bilanz und sind nachhaltig aus Abfallprodukten der Holzindustrie hergestellt. Im Vergleich zu Kohle lassen sich Holzbriketts zwar leichter anzünden, haben aber einen niedrigeren Brennwert.

Welcher Ofen?

Holzbriketts können ebenso wie normales Holz in Kaminen, Kachel- und Holzöfen verbrannt werden. Hier kommt die benötigte Luftzufuhr von der Seite oder von oben.

Weichholz- oder Hartholzbriketts?

Weichholzbriketts sind leicht entflammbar, brennen aber auch schnell und unruhig ab. Hartholzbriketts sind zwar schwerer entflammbar als Weichholzbriketts und Holz, brennen dafür aber länger bei gleichmäßiger Flamme ab.

Ein Stapel Braunkohlebriketts

3. Braunkohlebriketts für Dauerbrandöfen

Braunkohle ist im Gegensatz zu Holz ein fossiler Brennstoff, der im Tagebau gefördert wird. In der ehemaligen DDR war Braunkohle der wichtigste Brennstoff. Aktuell erlebt Braunkohle vor allem in Brikettform eine Renaissance, im Gegensatz zu Steinkohle, die immer weniger Verwendung findet.

Ihr Vorteil liegt dabei in der Möglichkeit des Dauerbetriebs mit Dauerbrandöfen, wodurch sie eine sinnvolle Ergänzung zur Zentralheizung darstellt. Sie verbrennt langsam und gleichmäßig bei einem hohen Brennwert von 5,9 kWh/kg und benötigt viel weniger Platz als Holzscheite.

Welcher Ofen?

Theoretisch kann man zwar Braunkohlebriketts auch in einem Holzofen oder Kamin verbrennen, besser eignen sich jedoch spezielle Kohleöfen. Entscheidend ist, dass bei diesen Öfen die Luftzufuhr von unten kommt, und nicht von der Seite und oben, was für die Verbrennung von Braunkohle von Vorteil ist.

Sie können auch Holz und Kohlebriketts kombinieren. Holz ist ideal zum Anfeuern, da es schnell große Hitze erzeugt. Um sich ständiges Nachlegen zu ersparen und die Temperatur zu halten, legen Sie anschließend Kohle nach.

Frisch angeheiztes Feuer mit Braunkohlebriketts

4. Holz und Braunkohle richtig anzünden

Holz und Braunkohle unterscheiden sich auch beim Anzünden: Holz brennt schneller, Braunkohle braucht eine höhere Energiezufuhr, um richtig zu brennen. So zünden Sie Ihren Kamin oder Ofen richtig an.

Um Kaminholz richtig anzuzünden, legen Sie einen flachen Holzscheit parallel zur Tür auf den Boden des Brennraums, schließen die obere Zugluft und öffnen die untere Zugluft komplett. Legen Sie ein bis zwei Anzünder oder mehrere Holzspäne auf den Holzscheit und zünden Sie sie an. Auch Rinde, Zapfen, Reisig oder Sägespäne eignen sich zum Anzünden. Sobald das Holz brennt, können Sie weitere Holzscheite auf das Feuer legen. Öffnen Sie die obere Zugluft wieder komplett und schließen Sie die untere halb.

Bevor Sie Holzbriketts anzünden, sollten Sie sie in einzelne Scheiben oder Stücke brechen und den Brennraum damit maximal zur Hälfte füllen. Schließen Sie die obere Zugluft, bei kompletter Öffnung der unteren Zugluft. Legen Sie Anzünder oder Holzspäne unter die Brikettstücke und zünden Sie sie an. Wenn die Briketts brennen, obere Zugluft ganz öffnen und untere Zugluft halb schließen.

Bei Braunkohlebriketts legen Sie ausreichende Mengen an Holzspänen und zusätzlich mehrere Anzünder in die Brennkammer. Auf das Holz legen Sie zwei bis drei Briketts und öffnen die Luftzufuhr von unten vollständig. Entflammen Sie Holzspäne und Anzünder, wenn sich die Briketts vollständig entzündet haben, können Sie die Luftzufuhr etwas drosseln.

Vase mit Herbstblättern auf dem Sims eines offenen Kamins.

5. Welche Öfen gibt es?

Bevor Sie sich einen Kamin oder Ofen anschaffen, müssen Sie klären, ob in dem gewünschten Zimmer die Möglichkeit zur Aufstellung besteht. Unsere Mitarbeiter in den OBI Fachmärkten beraten Sie natürlich gerne und helfen bei der Wahl des richtigen Ofens oder Kamins. Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten:

Offener Kamin und Kachelofen

Die Klassiker sind Kamin und Kachelofen. Sie sind im Aufbau etwas aufwendiger, da sie in der Regel gemauert sind.

Kaminofen

Ein Kaminofen (auch Cheminéeofen oder Schwedenofen) ist eine sehr preisgünstige Alternative zum offenen Kamin und in der Aufstellung weit weniger aufwändig. Kaminöfen werden lediglich mit einem Ofenrohr an den Schornstein angeschlossen und besitzen eine geschlossene, nach vorne verglaste Brennkammer.

Dauerbrandofen

Dauerbrandöfen sind speziell für den Dauerbetrieb ausgerichtet. Sie kommen vor allem zum Einsatz, wenn mit dem Ofen dauerhaft geheizt werden soll und er nicht nur wie der Kaminofen gelegentlich genutzt werden soll.

Werkstattofen

Werkstattöfen wurden für die Beheizung von Werkstätten und Hallen entwickelt, finden aber auch im Wohnbereich Anwendung. Sie sind allerdings nur in größeren Räumen sinnvoll, da die Heizleistung sehr hoch ist. Wie Dauerbrandöfen sind auch Werkstattöfen vor allem für den Dauerbetrieb ausgelegt.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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