Richtig lüften

Frau öffnet Fenster.

Je nach Beschäftigung verbringen wir teilweise bis zu 90% des Tages in geschlossenen Räumen. Daher sind gute Luft und ein gesundes Raumklima von zentraler Bedeutung. Regelmäßiges Lüften ist dafür unerlässlich, häufig wird allerdings nicht optimal gelüftet. Die Folgen können höhere Heizkosten und Schimmelbildung sein. Beides lässt sich ganz einfach vermeiden, wenn Sie beim Lüften einige simple Regeln beachten. OBI erklärt, worauf es beim Lüften ankommt und zeigt Ihnen, wie Sie ein gutes, gesundes Raumklima schaffen und gleichzeitig Energie sparen.

1. Bedeutung von richtigem Lüften 2. Richtig lüften: Stoß-, Quer- und Kipplüftung
3. Richtig lüften: Wann und wie lang? 4. Luftfeuchtigkeit beachten
5. Raumspezifisches Lüften für Bad, Küche und Keller
Fensterecke mit Schimmelbildung.

1. Bedeutung von richtigem Lüften

Durch Lüften wird die Schadstoffkonzentration in der Raumluft reduziert. Beim Atmen produzieren Menschen Kohlendioxid, das in hohen Dosen gesundheitsschädlich ist. Und auch Möbel und Textilien sowie Baumaterialien können Schadstoffe an die Raumluft abgeben. Befinden sich viele Schadstoffe in der Raumluft, wirkt sich dies negativ auf die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden aus. Durch gezieltes Lüften lässt sich die schadstoffbelastete Raumluft gegen Frischluft austauschen.

Der zweite wichtige Effekt ist die Regulierung der Luftfeuchtigkeit. Über den Tag verteilt werden in einem Vier-Personen-Haushalt 10 bis 12 l Wasser in Form von Wasserdampf an die Raumluft abgegeben. Dies geschieht nicht nur beim Baden oder Duschen, sondern auch bei Tätigkeiten wie Hausarbeit, Spielen und Schlafen. Auch Zimmerpflanzen geben Luftfeuchtigkeit ab. Wird die feuchte Luft nicht gegen trockenere Außenluft ausgetauscht, besteht die Gefahr von Schimmelbildung.

Frau öffnet Fenster zur Stoßlüftung.

2. Richtig lüften: Stoß-, Quer- und Kipplüftung

Wichtig beim Lüften ist, dass die Raumluft möglichst komplett ausgetauscht wird. Dies sollte in den kälteren Monaten schnell geschehen, um den Wärmeverlust so gering wie möglich zu halten. Am effektivsten geschieht der Luftaustausch durch Stoß- oder Querlüften. Unter Stoßlüften versteht man das vollständige Öffnen des Fensters bei geschlossener Zimmertür. Bei der Querlüftung wird zusätzlich auch eine gegenüberliegende Tür und im Idealfall ein gegenüberliegendes Fenster weit geöffnet, sodass Durchzug entsteht. Die Querlüftung ist die effizienteste Lüftungsmethode, ist aber aufgrund baulicher Gegebenheiten nicht in jedem Zimmer möglich.

Fenster zum Lüften nur in Kippstellung zu bringen, ist nicht empfehlenswert. Der Luftaustausch bei Kipplüftung dauert 30 bis 60 Minuten – bis zu fünfmal länger als bei der Stoßlüftung. Während dieser Zeit kühlen Wände und Boden stark aus und sorgen für höhere Heizkosten. Die starke Auskühlung des Mauerwerks rund um das Fenster erhöht zudem das Risiko der Schimmelbildung.

Offenes Fenster vor verschneiten Nadelbäumen.

3. Richtig lüften: Wann und wie lang?

Wie häufig gelüftet werden muss, hängt davon ab, wie stark ein Raum genutzt wird. Als Faustregel gilt, dass Räume je nach Nutzung drei- bis viermal täglich gelüftet werden sollten. Wenn Sie tagsüber kaum zu Hause sind, reicht es aus, morgens und abends gründlich zu lüften. Während des Lüftens sollten Thermostate und Heizkörper abgestellt werden, um nicht unnötig Heizenergie zu verbrauchen.

Wie lange gelüftet wird, ist abhängig von der Außentemperatur. Da der Luftaustausch bei Kälte schneller von statten geht, reichen von Dezember bis Februar 5 Minuten Stoßlüftung aus. Von Juni bis August sollten Sie hingegen 25 bis 30 Minuten lang lüften. Für März und November gelten 10 Minuten als Richtwert, für April, Mai, September und Oktober 15 Minuten. Im Sommer sollten Sie früh morgens lüften, wenn die Außentemperatur noch relativ niedrig ist. An feucht-heißen Tagen kann auf das Lüften verzichtet werden.

Ein mechanisches Lüftungssystem sorgt automatisch für einen regelmäßigen Luftaustausch und reduziert den Aufwand erheblich. Sollten Sie einen Neu- oder Umbau planen, könnte dies überlegenswert sein.

Hygrometer.

4. Luftfeuchtigkeit beachten

Für ein optimales Raumklima sollten Sie die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten. Der optimale Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft liegt zwischen 40 und 60%. Bei höherer Luftfeuchtigkeit besteht vor allem im Winter das Risiko gesundheitsschädlicher Schimmelbildung. Zu trockene Raumluft ist ebenfalls nicht gesund und kann zu Haut- und Schleimhautreizungen sowie gereizten Augen führen.

Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mithilfe eines Hygrometers, das Sie in Ihrem OBI Markt erhalten, ganz einfach kontrollieren. Verwenden Sie am besten ein digitales Gerät, da diese in der Regel genauere Messergebnisse liefern. Zu hohe Luftfeuchtigkeit senken Sie durch gezieltes Lüften. Gegen dauerhaft zu trockene Raumluft hilft ein Luftbefeuchter.

Frau in mit Wasserdampf beschlagener Duschkabine.

5. Raumspezifisches Lüften für Bad, Küche und Keller

In Küchen und Badezimmern ist die Feuchtigkeitsbelastung der Luft besonders hoch. Daher sollte hier direkt im Anschluss an feuchtigkeitsproduzierende Tätigkeiten wie Kochen oder Duschen gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit zu senken. Auch beim Schlafen gibt der Körper viel Feuchtigkeit ab. Daher sollte das Schlafzimmer direkt nach dem Aufstehen gelüftet werden.

Auch ungeheizte Räume sollten regelmäßig gelüftet werden, denn bei Temperaturen unter 15 °C kondensiert Feuchtigkeit. Dies gilt auch für Kellerräume. Kellerfenster sollten allerdings nicht dauerhaft geöffnet sein, um das Schimmelrisiko möglichst gering zu halten.

Vermeiden Sie Temperaturunterschiede von mehr als 4 °C zwischen beheizten und unbeheizten Räumen und halten Sie die Türen zu nicht geheizten Räumen geschlossen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass warme Luft an den kalten Wänden kondensiert.

Richtiges Lüften ist also kein Hexenwerk. Wenn Sie ein paar Regeln beachtet, haben Sie in den meisten Fällen auch keine Schimmelprobleme.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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