Der richtige Dübel für jeden Zweck

Bunte Dübel  auf einer Holzunterlage.

Sollen Regale, Schränke oder Lampen an Wand oder Decke befestigt werden oder lässt sich eine Schraube nicht direkt in ein Material eindrehen, ist ein Dübel unerlässlich. Die kleinen Helfer aus Kunststoff und Stahlanker sorgen dafür, dass beispielsweise auch der schwer beladene Küchenschrank fest an der Wand sitzt und Schrauben keinesfalls aus der porösen Leichtbetonwand rutschen. Der Untergrund ist auch der entscheidende Faktor bei der Wahl des passenden Dübels. Soll der Dübel im Mauerwerk sitzen, in Beton oder im Plattenbaustoff? Der zweite Faktor, der beachtet werden muss, ist, wie stark der Dübel belastet wird. Hält er lediglich eine dekorative Deckenlampe oder soll er den voll beladenen Küchenoberschrank halten? Hier geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Dübelarten mit ihren Charakteristika und ihren Einsatzgebieten sowie Tipps zur Montage in schwierigem Untergrund. Außerdem erfahren Sie, was Sie tun können, wenn das Bohrloch zu groß geraten ist oder Sie Zweifel an der Tragfähigkeit der Dübel haben.

Der Universaldübel kann sich, wie der Name schon sagt, in die unterschiedlichsten Untergründe verspreizen. So ist der Universaldübel der Allrounder, den Sie immer im Werkzeugkoffer haben sollten. Nichtsdestotrotz ist dieser Alleskönner den Spezialdübeln unterlegen, wenn es um bestimmte Einsatzgebiete geht. Der wichtigste Aspekt auch dabei ist dabei der Untergrund.

1. Der Untergrund 2. Montage
3. Belastung 4. Dübelarten
Dübel wird in Bohrloch in der Wand gesteckt.

1. Der Untergrund

Als Erstes stellt sich die Frage, in welchem Untergrund etwas befestigt werden soll. Handelt es sich um einen Untergrund mit vielen Hohlräumen, wird die Arbeit erschwert. Druckbeständige, kompakte Materialien wie Beton eignen sich dagegen gut zum Verankern eines Dübels. Allerdings ist Beton nicht gleich Beton. Sogenannter Leichtbeton enthält Zuschläge wie Bims und Blähton, die ihn weniger druckfest und zu einer größeren Herausforderung für den Dübel machen. Greifen Sie hier zu einem Dübel mit langer Spreizzone, um die Kräfte des Dübels zu optimieren. Normalbeton lässt sich mit Bohrhammer und Universaldübel bearbeiten. Ein Spezialdübel ist nötig, wenn ein Dübel in Porenbeton eingebracht werden soll. Hier ist der Gasbetondübel mit seinen spiralförmigen Außenrippen die beste Wahl – und zwar in der Kombination mit der passenden Sicherheitsschraube.

Auch beim Mauerwerk muss man unterscheiden: Handelt es sich um Vollsteine oder Lochsteine mit einem dichten Gefüge? Erstere sind druckfest und daher unproblematisch. Hier kann praktisch jeder Dübel zum Einsatz kommen. Handelt es sich um einen Lochstein, muss ein Dübel benutzt werden, der die Hohlräume ausfüllen bzw. überbrücken kann. Weist der Lochstein zudem noch ein poriges Gefüge auf, muss wieder ein Dübel, der sich weit aufspreizt genutzt werden, da er sonst keinen Halt finden wird.

Plattenbaustoffe wie Rigips, Spanplatten oder Sperrholz weisen oft nur eine geringe Festigkeit und Dicke auf und sind daher nicht unproblematisch, wenn es um das Verankern eines Dübels geht. Hier kommt ein sogenannter Hohlraumdübel zum Einsatz, der sich an der Rückseite der Platte im Hohlraum verankern kann. Dabei gibt es den Allrounder in Form des Plattendübels, der sich in beinahe jede Plattenart und -dicke einspreizen kann, sowie spezielle Varianten für Gipskarton oder aus Metall für besonders hohe Ansprüche in Sachen Tragkraft – dazu später mehr.

Mann befestigt Halterung für Autoreifen an der Wand.

2. Montage

Damit der Dübel in die Wand kommt, muss vorgebohrt werden – außer es handelt sich um einen sogenannten Schlag- oder Nageldübel. Der wird direkt in die Wand geschlagen. Wer nicht weiß, wie der Untergrund beschaffen ist, tastet sich am besten langsam vor. Bohren Sie vorsichtig und exakt rechtwinklig zum Mauerwerk mit der Schlagbohrmaschine im normalen Drehgang. Ist der Untergrund sehr fest, erhöhen Sie langsam den Druck oder schalten den Schlag hinzu. Versinkt der Bohrer jedoch sofort im Untergrund, ist Vorsicht geboten. Das Loch sollte auf keinen Fall zu groß werden – was gerade bei angebohrten Lochsteinen schnell passieren kann. Bei weichem Untergrund sollte das Bohrlocher eher 1 mm kleiner sein, als der Dübeldurchmesser. Das erhöht die Tragfähigkeit und Drehsicherheit.

Des Weiteren unterscheidet man zwischen Durchsteckmontage und Vorsteckmontage. Bei Ersterer wird der Dübel durch das Bauteil in das Bohrloch gesteckt und verspreizt. Bei der Vorsteckmontage schließt der Dübel bündig mit der Oberfläche des Verankerungsgrundes ab. Das Bohrloch ist dabei größer als das Loch im Anschlussbauteil. Als dritte Variante gibt es noch die Abstandsmontage, die beispielsweise an Fassadenelementen eingesetzt wird. Hierbei wird das Anschlussbauteil mit Abstand fixiert.

Reinigen Sie das Bohrloch nach der Arbeit mit der Düse des Staubsaugers, da Staub die Arbeitsweise des Dübels beeinträchtigt.



Kleine und große Schraube

3. Belastung

Als Faustformel gilt: Je größer der Dübel, desto mehr kann er tragen. Hersteller sind bei den Angaben zu Tragkraft zurückhaltend, denn schließlich ist der Faktor Untergrund maßgeblich – und der ist beinahe nicht zu kalkulieren. Daher ergibt es durchaus Sinn, im Zweifel zu einem etwas längeren Dübel zu greifen bzw. einen mehr zu setzen. Aus diesem Grund gibt es viele angebotene Dübelarten auch in einer Langversion, die im Zweifel bei schweren Waschtischen oder Hängeschränken zum Einsatz kommen. Beachten Sie auch, dass die höchste Tragfähigkeit nur dann erreicht wird, wenn Sie auch den maximalen Schraubendurchmesser beachten.

Auf einen Dübel wirken je nach Montage mehrere Kräfte, die er in die Wand ableiten muss. Die Zugkraft zieht beispielsweise die Deckenlampe samt Dübel senkrecht nach unten. Die Querkraft wirkt auf einen Wandspiegel und den horizontal zum Boden gesetzten Dübel. Der Schrägzug resultiert aus Zug- und Querkraft und spielt vor allem bei schweren Wandbefestigungen wie Waschtischen und Hängeschränken eine Rolle. Die Lastentabellen der Dübelhersteller geben Aufschluss darüber, welches Gewicht der jeweilige Dübel – in Newton und kg – tragen kann.

Wurde ein Dübel falsch montiert oder ausgewählt, rutscht er leicht aus der Wand heraus. Für diese ausgerissenen Bohrlöcher gibt es aber auch eine Hilfe. Und zwar in Form von Reparaturvlies. Das wird um den Dübel herumgewickelt, sodass er ohne erneutes Bohren wieder in das vorhandene Bohrloch gesteckt werden kann.

Sechs unterschiedliche Dübel, der Größe nach, nebeneinander aufgestellt.

4. Dübelarten

Dübel werden unter anderem aus Stahlanker, chemischen Verbindungen oder Kunststoff –vor allem aus hochwertigem Nylon – hergestellt. Neben den eingangs erwähnten Spreiz- und Universaldübeln in unterschiedlicher Ausführung gibt es auch ein beinahe unüberschaubares Feld von Spezialisten. Die für den Heimgebrauch wichtigsten sind auch hier die Generalisten unter den Spezialisten. Dazu gehört der Plattendübel, der sehr flexibel ist und sich auf verschiedene Plattenmaterialien und -dicken einstellen kann. Häufig zum Einsatz kommt auch der Gipskartondübel, der sich mittels seines selbstschneidenden Gewindes einfach in das Baumaterial einschrauben lässt und sich nicht ausspreizt. Ein weiterer Spezialist für Untergründe mit Hohlräumen ist der Hohlraum-Metalldübel. Er hat eine hohe Tragkraft, weshalb er unter anderem für Hängeschränke eingesetzt wird, und lässt sich sowohl mit metrischer als auch Sechskantschraube sowie Winkelhaken einsetzen. Auch der Federklappdübel gehört zum Standardrepertoire, wenn zum Beispiel eine Lampe in einer Hohldecke oder leichte Hängeschränke an Gipskarton- oder Gipsfaserplatten angebracht werden sollen. Eine Besonderheit sind Flüssigdübel. Diese „Dübel“ werden in das zu groß geratene Bohrloch gespritzt, sie härten fast sofort aus und lassen sich in allen Baustoffen verwenden. Das Material verhält sich nach dem Trocknen wie Holz, sodass Schrauben direkt in die „Dübel“-Masse geschraubt werden können.

Darüber hinaus gibt es noch unzählige Spezialdübel für Sanitärinstallationen, für wärmeisolierte Bereiche, Rohre oder Elektrokabel, um nur einige zu nennen. Letztlich können Sie sich die Wahl vereinfachen, wenn Sie sich vor der Auswahl über folgende Fragen klar werden:

  • Was soll befestigt werden: Welche Kräfte (Zug-, Quer- und/oder Schräglast) wirken auf den Dübel? Welches Gewicht hat das  zu befestigende Teil? 
  • In welchem Untergrund soll der Dübel wirken: Ist das Material porös? Weist es Hohlräume auf? Benötige ich einen Schlagbohrer oder Bohrhammer?


Gewappnet mit diesen Informationen kann Ihnen ein OBI Experte in Ihrem Markt bei der Wahl des idealen Dübels helfen.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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