Die richtige Farbe für jeden Untergrund

Verschiedene Farben in Büchsen.

Ob Metall oder Raufasertape, Fliesen oder Bücherregal – Farben und Lacke schützen und verschönern gleichermaßen. Aber nicht jede Farbe passt optimal zu jedem Untergrund. Unser Ratgeber sagt Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl von Farben und Lacken achten müssen, damit sie perfekt und möglichst lange die gewünschte Wirkung entfalten. Wir helfen Ihnen bei der Kaufentscheidung.

1. Innenfarben für Mauerwerk, Beton, Putz und Tapeten 2. Fassadenfarben für Untergründe im Außenbereich
3. Farben für Böden in Innen- und Außenbereichen 4. Farben für Holzuntergründe und Holzwerkstoffe
5. Farben für Metall, Fliesen, Badkeramik u. a.
Wohnzimmer mit Wandfarbe gestrichen und bunt bemalt.

1. Innenfarben für Mauerwerk, Beton, Putz und Tapeten

Für Untergründe wie Wände und Decken in Innenbereichen sind vor allem Kunstharzdispersionsfarben (oft auch nur als Dispersionsfarben bezeichnet) geeignet. Sie enthalten Kunstharze, meist Acrylharze, als Bindemittel und Wasser als Lösungsmittel. Dispersionsfarben haften gut auf den meisten Untergründen, z. B. Raufaser, Prägetapeten, alten Dispersionsfarbanstrichen, grundierten Gipskarton- und Zementfaserplatten sowie Mauerwerk, Putz und Beton. Sie sind leicht zu verarbeiten, mit Wasser verdünnbar und trotzdem meist waschfest.

Dispersionsfarben sind als weiße Innenfarbe oder bunte Innenfarbe erhältlich. Wer eigene ästhetische Akzente setzen möchte, kann auch zu Abtönfarben oder Kreativeffektfarben greifen.

Auf stark beanspruchten Wandflächen, z. B. in Fluren oder Treppenhäusern, kommen Strapazierfarben zum Einsatz. Sie werden auch als Latexfarben bezeichnet, enthalten heute aber meist keinen Naturlatex mehr, sondern sind ebenfalls Dispersionsfarben mit erhöhten Kunstharzanteilen. Damit bieten sie Eigenschaften wie sie früher nur echte Latexfarben hatten: Sie sind wasserabweisend, abrieb- und scheuerfest und sehr strapazierfähig. Ähnliches gilt auch für Feuchtraumfarben für Badezimmer und Küchen. Zusätzlich zu einer hohen Wasserfestigkeit schützen sie durch die enthaltenen Fungizide den Farbfilm vor Schimmelbefall und Stockflecken.

Häuser mit bunt gestrichenen Fassaden.

2. Fassadenfarben für Untergründe im Außenbereich

Farben für Untergründe im Außenbereich wie Außenwänden sollen das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen und Schäden durch Abgase schützen. Dafür gibt es spezielle Fassadenfarben – im Heimbereich meist Kunstharzdispersions- oder Dispersionssilikatfarben. Letztere sind Silikatfarben mit Kunstharzanteilen. Sie sind dank Verkieselung mit dem Untergrund haltbarer und schützen besser vor Algen und Pilzbefall als Dispersionsfarben, sind aber teurer als diese und anspruchsvoller zu verarbeiten. Je nach Produkt können Fassadenfarben für eine noch höhere Schutzwirkung noch Zusatzstoffe wie z. B. Silikonverstärkungen enthalten.

Spezielle Sockelfarben für den Fassadenabschluss sind einerseits besonders abriebfest und damit reinigungsfreundlich, zum anderen sind sie für eine ansprechende Fassadengestaltung bereits in verschiedenen Farbtönen erhältlich.

Dielen teilweise grün gestrichen mit Flächenstreicher.

3. Farben für Böden in Innen- und Außenbereichen

Fußböden sind besonderen Belastungen ausgesetzt und stellen dadurch als Untergrund an Farben besondere Ansprüche. Durch Bodenbeschichtungen – Fußbodenfarben oder spezielle Lacke – werden sie geschützt und verschönert. Holzdielen, Holztreppen oder Parkettfußboden schützen Sie je nach Material mit einem passenden Treppen- oder Parkettlack oder Holz-Versiegelungslack, z. B. einem für Fußböden geeigneten PU-Acryl-Lack oder Naturharz-Klarlack auf Wasserbasis. Die Farbgestaltung Ihres Holzuntergrunds gelingt mit einem hochbelastbaren Buntlack, z. B. einem PU-Acryl-Buntlack.

Für mineralische Untergründe wie Beton oder Putz eignen sich Fußbodenfarben, meist ebenfalls wasserverdünnbare Kunstharz- (Acryl)-Dispersionen. Sie sind besonders strapazierfähig, stoß- und schlagfest und beständig gegen haushaltsübliche Reinigungsmittel.

Zur Beschichtung oder Versiegelung von Untergründen wie Zement-, Beton- und Estrichböden sind auch lösungsmittelhaltige Lackfarben verfügbar, die den Untergrund zusätzlich vor Feuchtigkeit schützen und die Reinigungsfähigkeit verbessern. Wenn Sie Ihren Garagenboden versiegeln möchten, sollten Sie ein Produkt wählen, welches ausdrücklich für die Verwendung in Garagen vorgesehen ist. Denn diese Beschichtungen müssen enormen Belastungen durch Autoreifen, Kraftstoffe, Öl oder Abgase standhalten.

Heimwerker lackiert Holzfenster mit Pinsel.

4. Farben für Holzuntergründe und Holzwerkstoffe

Für Holz und Holzwerkstoffe wie etwa MDF-Platten als Untergründe gibt es ein großes Angebot an Klarlacken, Buntlacken und Weißlacken . Die wasserverdünnbaren, schadstoffarmen Acryllacke sind für die meisten Untergründe im Innen- und Außenbereich gut geeignet – auch für Möbel und Kinderspielzeug. Benötigen Sie eine besonders widerstandsfähige Decklackierung, wählen Sie einen lösemittelhaltigen Kunstharzlack.

Für Türen, Fenster und andere Untergründe, die einen blockfesten Anstrich erhalten sollen, sind spezielle Fenster- und Türenlacke erhältlich.

In der Regel benötigen Sie beim Lackieren einen Grundierungsanstrich. Sie können dazu entweder Ihren Lack verdünnen (Herstellerangaben beachten) oder einen speziellen Vorlack verwenden. Mit einem sogenannten 2-in-1-Lack können Sie sich diesen Arbeitsgang sparen, weil er bereits Grundierung und Endanstrich enthält.

Für Holzuntergründe im Freien, die einen witterungsbeständigen, deckenden Schutzanstrich benötigen, z. B. Gartenhäuser, Gartenzäune, Brüstungen oder Geländer, ist Wetterschutzfarbe zu empfehlen. Mit Lasuren dagegen können Sie Ihre Holzuntergründe schützen und pflegen und gleichzeitig das natürliche Aussehen des Holzes mit seiner Maserung bewahren. Gesundheitsfreundliche Lasuren für den Innenbereich schützen das Holz vor Verschmutzung und Wasser, Lasuren für außen zusätzlich vor Witterungseinflüssen, UV-Strahlen und Pilzbefall.

Grün gestrichener Metallzaun vor Hausgiebel.

5. Farben für Metall, Fliesen, Badkeramik u. a.

Metall: Für normal beanspruchte Metalluntergründe eignen sich Acryl- oder Kunstharzlacke. Die wasserbasierenden Acryllacke sind universell einsetzbar, geruchsneutral und umweltschonend. Die besonders belastbaren Kunstharzlacke (Alkydlacke) enthalten dagegen Lösungsmittel. Für besondere Anforderungen gibt es ein breites Spektrum an Metallschutzlacken für Untergründe im Innen- oder Außenbereich, zum Beispiel als Rostschutz, für Garagentore und andere verzinkte Oberflächen oder spezielle Heizkörperlacke, die für einen Untergrund mit hohen Temperaturschwankungen ausgelegt sind.

Spezialuntergründe: Diverse Speziallacke enthalten zusätzliche Inhaltsstoffe, die dafür sorgen, dass diese Lacke auch auf schwierigen Untergründen halten, je nach Produkt z. B. auf Fliesen (Fliesenlack), Tischtennisplatten (Schultafellack) oder auf den Keramik-, Emaille- oder Acryloberflächen von Badewanne, Waschbecken und Duschbecken. Solche Badewannen-Lacke sind oft auch für pulverbeschichtete Oberflächen von Küchengeräten geeignet.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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