Der richtige Kleber für jedes Material

Heimwerkerin klebt mit Sekundenkleber einen abgebrochenen Griff an eine blaue Porzellantasse.

Ob Sie eine Porzellantasse reparieren möchten oder Materialien wie Holz verbinden: Für fast jede Arbeit gibt es einen speziellen Klebstoff. Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigsten Kleber vor und helfen Ihnen dabei, für Ihr Projekt das richtige Bindemittel zu finden. Zudem finden Sie eine praktische Tabelle, in der Sie auf einen Blick erkennen können, welcher Klebstoff für welches Material infrage kommt.

Eine allgemeine Regel, die für allen Klebearbeiten gilt: Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn die zu klebenden Untergründe sauber, trocken und fettfrei sind.

1. Alleskleber, 100%-Kleber und Papierkleber 2. Kleben statt bohren mit Montagekleber
3. Spezial- und Reparaturkleber 4. Sekundenkleber
5. Heißkleber 6. Kontaktkleber
7. Holzleim 8. Materialien und gängige Klebstoffe
9. Materialliste
Aus der Öffnung einer Klebstofftube tropft Kleber.

1. Alleskleber, 100%-Kleber und Papierkleber

Bei einem Alleskleber handelt es sich zumeist um einen Nassklebstoff. Getreu seiner Bezeichnung taugt der Alleskleber als Bindemittel für unzählige Materialien, darunter z. B. Pappe, Stoff oder Holz. Auf einigen künstlichen Materialien wie z. B. Styropor oder Polyethylen (PE) dagegen haftet Alleskleber weniger gut. Beachten Sie zudem, dass die meisten Alleskleber bei Feuchtigkeit oder höheren Temperaturen recht schnell nachgeben: Verwenden Sie daher am besten nur innerhalb des Hauses.

Eine Art universaler Alleskleber, den Sie auch im Außenbereich und bei Montagearbeiten verwenden können, ist der sogenannte 100-%-Kleber, den es in verschiedenen Ausführungen zu kaufen gibt: unter anderem als Sekundenkleber, als Gel oder mit Dichtungseigenschaften.

Auch für Papier können Sie Alleskleber nutzen, im Büro oder Arbeitszimmer empfiehlt sich ein spezieller Papierkleber, der flüssig oder als Klebestift erhältlich ist.

Heimwerker gibt Montagekleber in die Nut eines Paneels.

2. Kleben statt bohren mit Montagekleber

Es gibt heute zahlreiche Haftmittel, die auch auf glatten Untergründen eine sehr hohe Klebefestigkeit erreichen. Mit Montagekleber befestigen Sie verschiedenste Materialien wie Metall, Keramik oder Holz, auch als Abdichtungsmittel eignet sich der robuste Klebstoff. Entsprechend müssen Sie keine Löcher mehr bohren, um z. B. im Badezimmer einen Handtuchhalter zu installieren. Achten Sie bei der Auswahl des Klebers auf die Angabe, wo er eingesetzt werden kann: Viele Varianten sind auf den Innenbereich beschränkt.

Heimwerker klebt mit einen Smart Fix-Stift die transparenten Kunststoffe.

3. Spezial- und Reparaturkleber

Für jedes Material den passenden Kleber: Spezialkleber gibt es für Metall, PVC, Styropor und Textilien. Die Hersteller entwickeln diese meist flüssigen Haftmittel dabei so, dass sie zum Kleben bestimmter Materialien besonders geeignet sind. Auch Haftmittel für den Modellbau fallen in diesen Bereich. Spezialkleber empfehlen sich bei kleineren Arbeiten oder auch bei Reparaturen an besonderen Materialien wie z. B. Zelten oder Schlauchbooten.

Ein Reparaturkleber mit besonderer Technik ist der Smart Fix-Stift. Im Inneren befindet sich flüssiger Kunststoff, der durch das LED-Licht im Vorderbereich härtet und Materialien wie Holz, Keramik oder Stein klebt.

Eine Tube Sekundenkleber, Verschlusskappe liegt daneben.

4. Sekundenkleber

Schnell und stark: Sekundenkleber reagiert besonders schnell mit dem gewählten Material – teilweise buchstäblich in Sekundenschnelle. Sekundenkleber haftet besonders gut auf Metall, Glas und Keramik. Nicht umsonst fungiert er oftmals als Retter in der Not, wenn die Kaffeetasse zu Boden gefallen ist. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung kann Sekundenkleber nur kleine Flächen effizient verkleben. Beim Umgang mit diesem schnell trocknenden Haftmittel kommt es zudem nicht selten vor, dass plötzlich die Finger zusammenkleben. Sollte Ihnen dies passieren, brauchen Sie sich nicht zu sorgen, denn Sekundenkleber sind in der Regel nicht schädlich für die Haut. Mit etwas warmer Seifenlauge lässt er sich problemlos wieder entfernen.

Heißklebepistole mit Sticks.

5. Heißkleber

Der Heißkleber wurde anfänglich nur in der Industrie genutzt, ist inzwischen aber unter Hobbyheimwerkern weit verbreitet. Dieses Haftmittel funktioniert anders als normaler Haushaltsklebstoff: Eine Heizkleberpistole erhitzt spezielle Schmelzkleber-Sticks auf bis zu 200° C und verflüssigt so den Kleber. Die zu verklebenden Materialien müssen entsprechend hohen Temperaturen standhalten können, ohne sich zu verformen. Während Holz, Glas und verschiedene Kunststoffe also problemlos mit Heißkleber verklebt werden können, kommt diese Art des Klebens für Materialien wie z. B. Styropor eher nicht infrage. Auch sollten Sie den Schmelzkleber nicht unbedingt für Montagearbeiten verwenden, da sich die Verbindung selbst bei wenig Last leicht verformen kann.

Heimwerker trägt Kontaktkleber auf Kunstoffrohre auf.

6. Kontaktkleber

Kontaktkleber (Kraftkleber) kommt immer dann zum Einsatz, wenn Werkstoffe mit hoher Dichtigkeit verklebt werden müssen – Keramik, Kunststoff oder Glas etwa. Klebstoffe, die Wasser oder Lösemittel enthalten, können in diesen Fällen nur schlecht verdunsten, Profis nutzen daher Kraftkleber.

Bei dieser Klebersorte handelt es sich zumeist um einen Kontaktkleber. Das bedeutet, dass beide Materialien, die verbunden werden sollen, mit Kleber bestrichen werden müssen. Ist der Kraftkleber trocken, drücken Sie die Klebeflächen fest zusammen und sorgen so für eine sehr feste Verbindung. Korrekturen sind aufgrund der enormen Klebekraft dann nicht mehr möglich. Kraftkleber kann punktuell und auf großen Flächen eingesetzt werden. Mit dieser Klebersorte können Sie fast alle Materialien kleben, zu den wenigen Ausnahmen gehören bestimmte Weichkunststoffe wie PE, PP und PTFE. Jedoch gibt es sogar für das empfindliche Weich-PVC (Kunstleder) Pattex Kraftkleber Transparent als Lösung.

Holzleim tropf aus einer Tube auf ein Stück Holz.

7. Holzleim

Die meisten Klebstoffe sind zwar in der Lage, auch Holzmaterialien zu verbinden, am besten eignet sich dafür jedoch natürlicher oder synthetischer Holzleim. Die meisten Holzleim-Arten können Sie sehr flexibel anwenden, es gibt aber auch wasserfeste Sorten für Feuchträume oder schnelltrocknende Varianten. Die Verwendung hängt dabei von der Saugfähigkeit des Holzes ab: Je saugfähiger das Holz, desto mehr Leim muss aufgebracht werden. Beachten Sie, dass sich manche Hölzer wie Eiche verfärben können, wenn sie mit Holzleim in Berührung kommen.

8. Materialien und gängige Klebstoffe

EinsatzgebietKlebstoffMaterial
Haushalt Papierkleber Papier
Sekundenkleber Papier
Porzellan
Glas
Metall
Alleskleber Papier
Textil
Kunststoff
Porzellan
Holz
Glas
Metall
Stein
Spezial-, Reparaturkleber Textil
Kunststoff
Porzellan
Metall
Styropor
Werkstatt 100%-Kleber Kunststoff
Porzellan
Holz
Glas
Metall
Stein
Montagekleber Kunststoff
Porzellan
Holz
Glas
Metall
Stein
Heißkleber Holz
Glas
Metall
Stein
Kraftkleber Kunststoff
Holz
Glas
Metall
Stein
Holzleim Holz

Jeden Klebevorgang gestalten Sie einfacher und effizienter, indem Sie für das jeweilige Material den passenden Klebstoff wählen.

Die OBI GmbH & Co. Deutschland KG schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (DIN VDE 1000-10) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach BGV A3 durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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